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Suss MicroTec Aktie Prognose SUSS MicroTec: Trotz Kurssprung weiter in der Gefahrenzone

News: Aktuelle Analyse der Suss MicroTec Aktie

In diesem Artikel
Suss MicroTec
ISIN: DE000A1K0235
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Ticker: SMHN -,-- %
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Börse: --

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur Suss MicroTec Aktie

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Ein bullischer Ausblick von KI-Urgestein Nvidia am Mittwoch nahm vielen vorerst die Sorge, dass man bei Trades mit KI-Hintergrund den Bogen überspannt hat. Das führte auch bei SUSS MicroTec zu Kursgewinnen … aber die reichen noch nicht, um das Abwärtsrisiko zu bannen.

Die Halbleiter-Ausrüster wie SUSS MicroTec sind letzten Endes ja nur über zwei Ecken mit dem KI-Thema verbunden: Der Ausbau der KI-Kapazitäten führt zu einem deutlichen Nachfrageüberhang bei Halbleitern. Und wenn deren Hersteller deshalb ihre Produktionskapazität ausbauen, kommen Unternehmen wie SUSS MicroTec ins Spiel, deren Prozesslösungen bei der Chip-Produktion gebraucht werden.

Dass die Überlegung, dass KI auch Unternehmen wie SUSS in Fahrt bringt, grundsätzlich richtig ist, zeigte sich am deutlichen Anstieg beim Auftragseingang. Der war bei SUSS MicroTec im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um beeindruckende 231 Prozent auf 260,7 Millionen Euro gestiegen. Damit lag der Auftragsbestand per 30. Juni bei 473,7 Millionen Euro. 2025 hatte der Jahresumsatz bei 503 Millionen gelegen, so gesehen ist dieser „Vorrat“ an Aufträgen natürlich hoch erfreulich.

Doch dass diese „KI-Karte“, die man hier vor allem seit Ende März ausgespielt hat, sticht, ist nicht alleine davon abhängig, was an Aufträgen hereinkommt. Es geht entscheidend um die Frage, wie schnell und deutlich dies Umsatz und Gewinnmargen nach oben befördert und nicht zuletzt darum, wie lange diese Entwicklung vorhalten könnte, denn eines darf man annehmen:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Suss MicroTec Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Dieses „Wettrüsten“ großer Tech-Konzerne im KI-Bereich führt dazu, dass so viel wie möglich so schnell wie möglich erreicht wird. Rechenzentren, Software, all das soll idealerweise sofort vorhanden sein. Aber sobald diese Bugwelle an Investitionen kleiner wird, werden die Halbleiter-Hersteller ihre Produktionskapazität längst hochgefahren haben und im ungünstigen Fall dann Überkapazitäten haben. Und wenn das erst einmal der Fall ist, wird die Nachfrage nach Produktionslösungen wie denen von SUSS MicroTec deutlich sinken.

Wir hatten dieses Phänomen eines Auftragslochs bei Halbleiter-Ausrüstern ja erst vor wenigen Jahren erlebt, als im Zuge der Lieferengpässe nach den Corona-Lockdowns ebenfalls eine Chip-Knappheit vorlag und die Hersteller Maschinen und Ausrüstung in rauen Mengen geordert hatten, der Bedarf danach aber deshalb deutlich sank.

Das könnte diesmal genauso laufen. Die Frage ist nur, ob die Marktteilnehmer den Umstand, dass völlig offen ist, ob SUSS MicroTec in ein, zwei Jahren immer noch einen derart starken Auftragseingang wird vorweisen kann, ignorieren oder nicht. Und da wird es interessant, denn:

Seitens der Analysten ist man momentan durch die Bank bullisch. Alle acht die Aktie einstufenden Analysten werten die Aktie als kaufenswert, das durchschnittliche Kursziel liegt mit knapp 110 Euro nahe am im Juni bei 118,40 Euro markierten Verlaufshoch der Aktie. Aber obwohl der Kurs ausgehend von diesem Rekordlevel in der Spitze bereits gut 43 Prozent korrigiert hat, sehen wir hier noch keine Aufwärtswende. Auch nach dem, in Bezug auf die potenzielle Dauer des KI-Booms, ermutigenden Ausblick von Nvidia ist das bislang nur eine vage Hoffnung.

Denn wir sehen im Chart, dass die auf dem Nvidia-Ausblick basierende Aufwärts-Kurslücke gestern im Handelsverlauf auf Abgaben traf, so dass der Schlusskurs deutlich unter der Eröffnung lag. Und wir sehen, dass das in keiner Weise ausgereicht hat, die Aktie aus der charttechnischen Gefahrenzone zu bringen:

SUSS MicroTec Aktie: Chart vom 27.08.2026, Kurs 71,70 Euro, Kürzel: SMHN | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
SUSS MicroTec Aktie: Chart vom 27.08.2026, Kurs 71,70 Euro, Kürzel: SMHN | Quelle: TWS

Weiterhin wäre der Weg bis zum bisherigen Korrektur-Tief bei 66,95 Euro und der 200-Tage-Linie bei momentan 64,25 Euro kürzer als bis zum jüngsten Zwischenhoch bei 86,85 Euro, bei dessen Überwinden man zumindest aus charttechnischer Sicht konstatieren könnte, dass die Korrektur vom Tisch ist. Die Zweifel, ob man nicht womöglich doch zu schnell zu viel in die Aktie eingepreist hat, sind offenkundig also noch da … Nvidia-Ausblick hin oder her. Hier ist vorerst weiter Vorsicht angebracht.

Quellenangaben:
Analysten-Einschätzungen:
https://finance.yahoo.com/quote/SMHN.DE/analyst-insights/

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 27.08.2026 um 21:15 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Vorherige Analysen der Suss MicroTec Aktie

10.08.2026
08:24 Uhr

SUSS MicroTec: Den Bullen muss hier der Blick nach vorne reichen — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 07.08.2026 um 22:16 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Das Halbjahresergebnis des für die Chipindustrie fertigenden Anlagenbauers SUSS MicroTec als Einladung zum Einstieg zu bezeichnen, würde schwerfallen. Trotzdem hielt sich die Aktie gut, denn der Blick nach vorn sieht weit besser aus. Aber reicht das für neue Aufwärtsdynamik?

Im zweiten Quartal hat der Spezial-Anlagenbauer ein Umsatzminus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbucht. Da die Gewinnmarge auf EBITDA-Basis zugleich deutlich von 16,7 auf 11,9 Prozent sank, kam das EBITDA, d. h. der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, überproportional um 41,8 Prozent zurück. Das EBIT sank sogar um 51,9 Prozent, die EBIT-Marge von 15,2 Prozent im Vorjahresquartal auf 9,0 Prozent. Der Gewinn pro Aktie halbierte sich von 0,66 Euro im zweiten Quartal des Vorjahres auf jetzt 0,33 Euro. Für das gesamte erste Halbjahr kommt SUSS MicroTec auf 0,46 Euro. Das ist alles äußerst dünn für das Kursniveau, auf dem sich die Aktie bewegt.

Aber der Kurs brach nicht ein, als die Zahlen am Donnerstag auf den Tisch kamen, und stieg am Freitag sogar kräftig. Der Grund: Der Blick nach vorne wirkte verheißungsvoll.

Denn der Auftragseingang legte um beeindruckende 231 Prozent auf 260,7 Millionen Euro zu, der Auftragsbestand lag dadurch per 30. Juni bei 473,7 Millionen Euro. Zum Vergleich: Der Umsatz im ersten Halbjahr kam auf 266,6 Millionen. Der Vorstand schrieb daher, dass man dadurch für 2027 eine gute Visibilität, sprich Planbarkeit, erreicht habe und zudem davon ausgehe, dass das Umsatz-Tief im ersten Quartal dieses Jahres absolviert wurde. Kurz: Ab jetzt soll es bergauf gehen, zumal das zweite Quartal zwar deutlich schlechter lief als das Vorjahresquartal, aber doch besser als das erste.

Expertenmeinung: Dieser Optimismus erreichte die Marktteilnehmer, entsprechend blieb ein Abverkauf aus; im Gegenteil, die Aktie wurde gekauft, was das Bild aus charttechnischer Sicht deutlich aufgehellt hat.

SUSS MicroTec Aktie: Chart vom 07.08.2026, Kurs 83,20 Euro, Kürzel: SMHN | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
SUSS MicroTec Aktie: Chart vom 07.08.2026, Kurs 83,20 Euro, Kürzel: SMHN | Quelle: TWS

Nach dem „Island Reversal“ am Rekordhoch im Juni hatte eine Korrektur begonnen, die als Führungslinie die 20-Tage-Linie aufwies. Nach eingangs negativer Reaktion auf die Zahlen am Donnerstag gelang es, die Verluste aufzuholen, diese Linie zu halten und damit die Tür für einen kleinen Befreiungsschlag offenzuhalten, der dann am Freitag mit einem klaren Anstieg über die 20-Tage-Linie zeitnah umgesetzt wurde. Ideal wäre, um den Ausbruch nach oben zu festigen, ein recht zügig erfolgender Anstieg über den leichten Widerstandsbereich 90,05/90,25 Euro. Aber auch wenn die Charttechnik aktuell grünes Licht ausweist, riskant bleibt die Aktie auf diesem Kursniveau durchaus, denn:

Selbst wenn es gelingen sollte, aus den bislang zur Halbzeit eingefahrenen 0,46 Euro Gewinn pro Aktie die von den Analysten für 2026 im Schnitt geschätzten 1,99 Euro zu machen, würde SUSS MicroTec ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von über 40 ausweisen. Eine untypisch teure Bewertung … die nur umso mehr steigen würde, wenn die Aktie weiter zulegt. Und der Optimismus, den der Vorstand des Unternehmens aktuell hegt, könnte sich jederzeit durch eine unerwartete Eintrübung der Lage relativieren.

Fazit: Die Aktie ist aus charttechnischer Sicht zwar wieder bullisch, von den Rahmenbedingungen her reicht der starke Auftragseingang aber nicht, um die Basis, auf die diese aktuellen Käufe beruhen, in eine starke Säule zu verwandeln.

Quellenangaben:
Pressemitteilung zum 1. Halbjahr 2026, 06.08.2026: https://www.suss.com/de/news/corporate-news/2026/auftragsbestand-steigt-auf-rekordniveau-von-473-7-mio.-visibilitaet-fuer-2027-deutlich-gestiegen

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

22.07.2026
08:38 Uhr

SUSS MicroTec: Was die Bullen hier jetzt bräuchten … — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 21.07.2026 um 22:21 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Im Zuge der Halbleiter-Hausse seit Ende März schoss auch die Aktie des Spezialanlagen-Herstellers SUSS MicroTec durch die Decke. Doch dann brach die Fahnenstange, der Kurs kam deutlich zurück. Bärisch ist er aber noch nicht – und muss es auch nicht werden, wenn …

… die Bullen zeitnah frische Argumente bekommen, um hier wieder anzutreten. Diese Argumente könnten von SUSS MicroTec selbst in Form der Halbjahreszahlen kommen. Doch die stehen erst für den 6. August an. Ob die Trader so lange die Füße stillhalten und die Aktie in ihrer jetzigen Position zwischen Baum und Borke halten, ist zu bezweifeln, aber:

Es könnte schon reichen, wenn seitens der vielen, zuletzt so massiv gestiegenen und dann in eine scharfe Korrektur geratenen Halbleiter-Aktien starke Bilanzdaten kommen. Stark genug, dass man die Annahme, dass die Anlagen und Prozesslösungen, die SUSS MicroTec liefert, in den kommenden Jahren massive Nachfragesteigerungen sehen werden, auffrischt und idealerweise noch höhere Analysten-Prognosen für Umsatz und Gewinn einlaufen. Doch die Sache hat so ihre Risiken.

Expertenmeinung: Es wäre zwar keine Überraschung, wenn viele der anstehenden Bilanzen von Chip-Herstellern und Zulieferern über den Prognosen liegen werden. Aber das ist bei extremen Hausse-Phasen gar nicht so sehr der Punkt. Entscheidend dafür, ob diese Halbleiter-Titel daraufhin in den Rallye-Modus zurückkehren, ist, ob die tatsächlichen Erwartungen der Trader ebenfalls übertroffen werden. Und die liegen in solchen Phasen, wenn ein bestimmter Sektor am Markt „gehypt“ wird, immer über den offiziellen Prognosen der Analysten. Da müsste man also einige sehr positive Überraschungen sehen, um die Masse der Halbleiter-Aktien als Zugpferd für SUSS MicroTec zu reaktivieren.

Zumal SUSS MicroTec selbst nach der Korrektur von der Bewertung her noch kein „Schnäppchen“ ist. Auf Basis der derzeitigen durchschnittlichen Annahme, dass 2026 ein Gewinn pro Aktie um zwei Euro erreicht wird, kommt man hier auf ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von etwa 42, das ist für einen Anlagenbauer ebenso eher teuer wie für eine Halbleiter-Aktie. Zwar gehen die Analysten davon aus, dass der KI-Boom die Nachfrage und mit ihr die Gewinnmargen von Halbleiter-Unternehmen ebenso wie von Zulieferern wie SUSS auf Jahre hinaus befeuern wird. Aber das sind Annahmen, die auch falsch sein können.

Daher wäre es, auch wenn die Aktie derzeit die Chance hätte, die Korrektur mit einem Doppeltief zu beenden, höchst gewagt, einfach die Hand aufzuhalten. Dieses Doppeltief kann vollendet werden … aber es muss nicht. Und sollte sich das Umfeld nicht wie von den Bullen benötigt entwickeln, wäre die charttechnische Alternative eine, die nur den Bären gefallen kann:

SUSS MicroTec Aktie: Chart vom 21.07.2026, Kurs 84,05 Euro, Kürzel: SMHN | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
SUSS MicroTec Aktie: Chart vom 21.07.2026, Kurs 84,05 Euro, Kürzel: SMHN | Quelle: TWS

Sollte SUSS MicroTec das bisherige Korrekturtief bei 74,30 Euro brechen, würde die Korrektur damit faktisch wieder aufgenommen … und der nächste, markantere Unterstützungsbereich würde dann erst in der Region 55,50/58,50 Euro warten, wo die mittelfristige Aufwärtstrendlinie und die 200-Tage-Linie verlaufen. Dieses Abwärtsrisiko ist zu groß, um hier nach dem Motto „wird schon klappen“ einem Befreiungsschlag nach oben vorzugreifen.

Der wäre dann vollzogen, wenn die SUSS-Aktie Schlusskurse über 91 Euro abliefert und dadurch zugleich die 50-Tage-Linie überwindet. Das kann gelingen, wenn genug Halbleiter-Aktien überzeugen und wieder anziehen, aber auch dann bliebe ein Aufwärtsschwenk unter Vorbehalt, bis die Akteure auch die Zahlen von SUSS MicroTec am 6. August begutachtet und für bullisch befunden haben. Es sollte sich lohnen, diese Sache im Auge zu behalten.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

23.06.2026
08:28 Uhr

SUSS MicroTec: Profiteur des KI-Rauschs – aber trotzdem keine Einbahnstraße? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 23.06.2026 um 7:31 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Während die KI-Großinvestoren gerade wachsender Skepsis der Anleger ausgesetzt sind, laufen Halbleiter-Aktien weiter – und das gilt auch bzw. gerade für Anlagenbauer wie SUSS MicroTec, die in diesem Bereich agieren. Die dahinterstehende Überlegung hat etwas für sich.

Einst sagte man, dass an einem Goldrausch nur diejenigen wirklich stark verdienen, die den Goldgräbern, die komplett auf eigenes Risiko handelten und eher mehr als weniger vom Glück abhängig waren, die Ausrüstung wie Hacken und Schaufeln verkaufen. Damit kommt man zwar nicht zu gewaltigem Reichtum, aber man macht seinen Gewinn ohne große Risiken. Und diesen Gedanken auf den KI-Bereich zu übertragen, ergibt durchaus Sinn.

Denn wer im KI-Bereich eine Führungsposition erreichen will, muss viel investieren, kann aber nie sicher sein, nicht von anderen ausgestochen zu werden, sodass sich die gewaltigen, aufgewendeten Summen am Ende nicht rechnen. Wer aber die dafür nötigen Rechenzentren und Chips baut, hat dieses Risiko nicht: Man bekommt den Auftrag, wickelt ihn ab und streicht den Gewinn ein.

Allerdings stellt sich da wiederum die Frage, was passiert, wenn diese Investitionswelle vorüber ist. Dann könnten die Bauaufträge ebenso in ein Loch fallen wie die Chipnachfrage. Deswegen fokussieren sich einige Anleger auf die Aktien von Unternehmen, die, bildlich gesprochen, die Maschinen herstellen, mit denen die Hacken und Schaufeln gemacht werden. Und zu denen gehört auch SUSS MicroTec.

Expertenmeinung. SUSS (eigentlich SÜSS, aber das in den USA unbekannte „Ü“ wurde vor einiger Zeit gegen ein „U“ ersetzt) stellt Anlagen und Prozesslösungen vor allem für den Halbleitersektor her. Die Logik hinter der Hausse der Aktie: Solche Systeme brauchen die Chiphersteller, um der gestiegenen Nachfrage Herr zu bleiben und immer auf dem aktuellen Stand der Technik zu sein.

Dem lässt sich grundsätzlich nicht widersprechen, zumal das Unternehmen für das erste Quartal einen um 69,5 Prozent höheren Auftragseingang als im Vorjahreszeitraum auswies. Und hier geht es nicht um die Chips oder Wafer. Hier geht es um Anlagen, mit denen sie hergestellt werden. Das sind Aufträge, die über einen längeren Zeitraum vorhalten. Ob ein Chiphersteller dann am Ende mit Überkapazitäten dasteht oder nicht: Was er bei den Anlagenbauern geordert hat, wird gebaut und geliefert, das hält das Auftragsbuch länger stabil. Hier investiert zu sein, hat also eine gewisse Logik, aber:

Das heißt im Umkehrschluss nicht, dass für die Chipindustrie fertigende Anlagenbauer endlos lange endlos weit steigende Unternehmensgewinne erreichen werden. Auch hier fällt man irgendwann in ein Auftragsloch, so wie z. B. nach der panischen Bestellwelle der Chiphersteller im Zuge der Lieferengpässe 2022/2023. „Unfallbar“ sind Aktien wie SUSS MicroTec also keineswegs. Und gerade jetzt sollte man da besser ein wenig aufpassen.

Denn just am Montag ist die SUSS-Aktie in den MDAX aufgestiegen, verbleibt aber trotzdem im TecDAX. Das bedeutet kurzfristig höhere Nachfrage, weil institutionelle Investoren, die den MDAX nachbilden, hier jetzt dabei sein müssen. Aber wenn die erst einmal positioniert sind, kann die Nachfrage sinken. Nicht zuletzt, weil die Aktie bereits teuer bewertet ist und das durchschnittliche Kursziel der Analysten bereits überboten wurde.

Im Chart fällt auf, dass der Kurs binnen zwei Tagen in der Spitze deutlich gestiegen war. Der erste der beiden Tage war der Abrechnungstag an der Terminbörse, der zweite die Erstaufnahme in den MDAX. Und dieser zweite Tag endete mit einem Intraday-Turnaround nach unten – ein Warnsignal. Ein Warnsignal ist nicht automatisch ein Verkaufssignal. Aber wenn man sieht, dass die mittelfristigen Supportlinien in Form des im Herbst etablierten Aufwärtstrends und der 200-Tage-Linie deutlich tiefer verlaufen, sollte man es sich vielleicht besser zweimal und genau überlegen, ob man im Vorfeld einer ja letztlich nie ausbleibenden Korrektur auf diesen Zug noch aufspringen wollte.

SUSS MicroTec Aktie: Chart vom 22.06.2026, Kürzel: SMHN | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
SUSS MicroTec Aktie: Chart vom 22.06.2026, Kürzel: SMHN | Quelle: TWS

Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/SMHN.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

11.05.2026
08:15 Uhr

SÜSS MicroTec: Ist das jetzt langsam das Ende der Fahnenstange? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 08.05.2026 um 22:45 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Aktie des für die Halbleiterindustrie fertigenden Spezialanlagenbauers SÜSS MicroTec hat sich seit Ende März im Kurs quasi verdoppelt. Letzten Donnerstag legte das Unternehmen die Bilanz zum ersten Quartal vor. Wer daraufhin kaufte, musste recht weit in die Zukunft blicken.

Und dieser Blick in die Zukunft musste von großer Zuversicht geprägt sein. Denn SÜSS MicroTec betonte zwar, dass der für die kommende Entwicklung entscheidende Auftragseingang Rekordniveau erreicht habe, er stieg von 88,1 Millionen Euro im ersten Quartal des Vorjahres auf 149,3 Millionen und damit um knapp 70 Prozent. Aber für das laufende Jahr wird das, wenn SÜSS‘ eigene und im Zuge der Bilanzvorlage bestätigte 2026er-Prognose eintrifft, noch keine großen Sprünge bedeuten. Denn aktuell geht man davon aus, dass der Gewinn pro Aktie im Gesamtjahr unter dem des Vorjahres liegen wird.

Für das berichtete Quartal waren die Ergebnisse ohnehin nicht berühmt. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 124,9 auf 86,5 Millionen Euro. Die Marge von Zinsen und Steuern (EBIT-Gewinnmarge) schrumpfte auf 4,3 Prozent nach 18,0 Prozent im Vorjahr.

Und für das Gesamtjahr bleibt es bei der bestehenden Prognose eines Umsatzes zwischen 425 und 485 Millionen Euro (2025: 503 Mio.) und einer EBIT-Gewinnmarge zwischen 8 und 10 Prozent (2025: 13,1 Prozent). Das ist also nicht gerade umwerfend … die Performance der Aktie aber schon. Warum?

Expertenmeinung: Diese Frage muss man sich angesichts einer Bewertung über das Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 45 für die durchschnittliche 2026er-Gewinnprognose der Analysten durchaus stellen, denn ein derart hohes KGV ist für einen Anlagenbauer auch im Bereich der Halbleiter-Ausrüster ungewöhnlich. Allerdings ist SÜSS da derzeit kein Einzelfall, so liegen die 2026er-KGVs für ebenfalls in diesem Sektor agierende Unternehmen wie ASML Holding oder Aixtron momentan auch untypisch hoch. Die Begründung: 

Die kommenden Jahre würden durch das Wachstum der KI für die Halbleiterunternehmen und diejenigen, die diesen Firmen die Produktionsanlagen liefern, stetes und schnelles Wachstum bescheren. Was vermutlich auch so kommt, nur: Irgendwo ist da eben Schluss mit dem Vorwegnehmen der Zukunft und ein Punkt erreicht, an dem man auch unter Berücksichtigung wahrscheinlichen Wachstums eine Überbewertung konstatieren müsste. Das Problem ist: Genau fixieren kann man nicht, wo ein „genug ist genug“ erreicht wäre. Allerdings können da Ansichten der Analysten durchaus hilfreich sein. Und da wird es bezüglich SÜSS MicroTec interessant.

Denn am Freitag senkten zwei der insgesamt sieben die Aktie regelmäßig einschätzenden Analysten ihre Empfehlung von „Kaufen“ auf „Halten“, wobei die Deutsche Bank als Kursziel 94 und Warburg Research 93 Euro nennen – der am Donnerstag als Reaktion auf die Quartalszahlen markierte Verlaufsrekord der Aktie lag bei 90,95 Euro. Zugleich sind diese beiden Zielmarken, die bedingt durch die immense Kaufwelle angehoben wurden, obwohl die Einschätzung nach unten genommen wurde, die höchsten im Feld der Kursziele, was hieße: Die Analysten stufen die Aktie, insgesamt gesehen, jetzt eher als „oben angekommen“ ein.

Dies, die hohe Bewertung und die auf allen Zeitebenen heiß gelaufenen, markttechnischen Indikatoren steigern das Risiko, dass diese Fahnenstange kurz davor ist, zu brechen. Im besten Fall wäre vorerst mit einer volatilen Seitwärtsbewegung auf dem aktuellen oder einen noch leicht höheren Level zu rechnen, so dass klar wird: Hier noch einzusteigen oder zuzukaufen, wäre mit einem ungewöhnlich hohen Risiko behaftet. Das bedeutet zwar nicht, dass die Aktie automatisch für das bärische Lager interessant wird … aber trotzdem sollte man hier nicht ohne konsequente Stoppkurse dabeibleiben.

SÜSS MicroTec Aktie: Chart vom 08.05.2026, Kurs 88,50 Euro, Kürzel: SMHN | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
SÜSS MicroTec Aktie: Chart vom 08.05.2026, Kurs 88,50 Euro, Kürzel: SMHN | Quelle: TWS

Quellenangaben: Ergebnis des 1. Quartals 2026, 07.05.2026: https://www.suss.com/de/location_71/corporate-news/2026/auftragseingang-im-ersten-quartal-2026-erreicht-rekordniveau
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/SMHN.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

31.03.2026
08:33 Uhr

SÜSS MicroTec: Enttäuschungsreaktion trifft auf Käufe – warum? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 30.03.2026 um 22:31 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der für die Halbleiterindustrie fertigende Anlagenbauer SÜSS MicroTec legte am Montag sein Ergebnis für 2025 sowie einen Ausblick auf 2026 vor. Der Ausblick enttäuschte, aber in zunächst stark gedrückte Kurse hinein kamen Käufe auf. Wie muss man das einordnen?

SÜSS MicroTec Aktie: Chart vom 30.03.2026, Kurs 48,88 Euro, Kürzel: SMHN | Online Broker LYNX
SÜSS MicroTec Aktie: Chart vom 30.03.2026, Kurs 48,88 Euro, Kürzel: SMHN | Quelle: TWS

Für das Jahr 2025 meldete der im TecDAX gelistete Chip-Spezialanlagenbauer einen Umsatz von 503 Millionen Euro nach 446,7 Millionen im Jahr 2024. Doch damit endete bereits die „problemlose Zone“ bei den 2025er-Zahlen. Der Auftragseingang lag wegen einer rückläufigen Nachfrage bei chinesischen Kunden nur bei 471,8 Millionen Euro und damit unter dem Umsatz. Zugleich kam die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (EBIT-Marge) von 16,7 Prozent im Jahr 2024 auf 13,1 Prozent im Jahr 2025 zurück. Zwar hatte SÜSS MicroTec selbst die Zielzone bei 11 bis 13 Prozent angesetzt, so dass die Marge letztlich knapp über dem oberen Ende der eigenen Ziele lag. Aber gut war der Margen-Rückgang dadurch ja nicht.

Trotzdem lagen diese Werte im Rahmen oder knapp über der durchschnittlichen Analystenprognose, wären also kein Grund gewesen, die Aktie zu Handelsbeginn wie eine heiße Kartoffel fallen zu lassen, immerhin lag der Abschlag am Tagestief bei satten 18,6 Prozent. Das lag am Ausblick auf das laufende Jahr, denn einer der da genannten Werte lag keineswegs im Rahmen der bisherigen Erwartungen: die EBIT-Marge.

Während der Umsatzausblick seitens SÜSS MicroTec auf 425 bis 485 Millionen Euro angesetzt wurde und damit komfortabel um die durchschnittliche Prognose der Analysten von 445 Millionen herum lag, sieht das Unternehmen die EBIT-Marge nach den 13,1 Prozent im Vorjahr nur noch bei acht bis zehn Prozent. Das war deutlich unter der bisherigen Konsens-Schätzung von 11,6 Prozent. Und das hieße, dass der Gewinn vor Zinsen und Steuern im laufenden Jahr in einer Spanne zwischen 34 und 48,5 Millionen Euro liegen würde – deutlich unter den 69,5 Millionen des Vorjahres. Bisher waren die Analysten im Schnitt von etwa 52 Millionen ausgegangen.

Kein Wunder also, dass das negativ honoriert wurde. Es wirkt vielmehr wie ein Wunder, dass es gelang, das Minus angesichts einer solchen Prognose am Tagesende auf 6,27 Prozent zu reduzieren. Was trieb die Käufer da um?

Expertenmeinung: Es war eine typische Reaktion auf das Wort „Übergangsjahr“– und genau das tauchte in der Meldung des Unternehmens auf. SÜSS MicroTec erklärte, dass 2026 ein Jahr werde, das zwar rückläufige Zahlen bringen werde, die anstehenden, neuen Produkte danach aber die Basis für profitables Wachstum in den kommenden Jahren sein würden. Und man kam gleich mit weit nach vorne reichenden Zielen um die Ecke: 2030, so SÜSS, wolle man einen Umsatz im Bereich 750 bis 900 Millionen erreichen und die für 2026 auf acht bis zehn Prozent angesetzte EBIT-Marge auf 20 bis 22 Prozent steigern.

Käme es so, wäre die Aktie hier und heute mit Blick auf 2030 billig. Doch wer hat den langen Atem, heute mit Blick auf Ziele zu kaufen und investiert zu bleiben, die vier Jahre entfernt liegen und deren Erreichen niemand garantieren kann? Wer gestern kaufte, hakte Ende März bereits das Jahr 2026 ab und blickte nach vorne. Das ist eine recht wacklige Basis für einen stabilen Aufwärtstrend … indem sich die Aktie derzeit auch gar nicht befindet.

Ein mittelfristig bärisches Signal wäre zwar erst im Fall eines Bruchs der markanten Unterstützungszone 37,04 zu 39,90 Euro gegeben. Aber auch, wenn das Sommerhoch 2025 bei 47,48 Euro zum Handelsende verteidigt wurde, bullisch wäre die Aktie erst wieder, wenn es gelingt, die am Montag unterbotene November-Aufwärtstrendlinie mit Schlusskursen über 52,50 Euro zurückzuerobern und damit zugleich das Minus des Montags komplett zu egalisieren. Aber auch dann wäre Vorsicht geboten. Zum einen, weil SÜSS MicroTec eine hochvolatile Aktie ist, zum anderen, weil Käufe auf Basis von weit in der Zukunft liegenden Unternehmenszielen immer hochspekulativ sind.

Quellen:
Ergebnis des Geschäftsjahres 2025, Ausblick auf 2026, 30.03.2026:
https://www.suss.com/de/news/corporate-news/2026/suss-hat-im-geschaeftsjahr-2025-alle-prognosewerte-erreicht-und-einen-neuen-rekordumsatz-erzielt

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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