Ein bullischer Ausblick von KI-Urgestein Nvidia am Mittwoch nahm vielen vorerst die Sorge, dass man bei Trades mit KI-Hintergrund den Bogen überspannt hat. Das führte auch bei SUSS MicroTec zu Kursgewinnen … aber die reichen noch nicht, um das Abwärtsrisiko zu bannen.
Die Halbleiter-Ausrüster wie SUSS MicroTec sind letzten Endes ja nur über zwei Ecken mit dem KI-Thema verbunden: Der Ausbau der KI-Kapazitäten führt zu einem deutlichen Nachfrageüberhang bei Halbleitern. Und wenn deren Hersteller deshalb ihre Produktionskapazität ausbauen, kommen Unternehmen wie SUSS MicroTec ins Spiel, deren Prozesslösungen bei der Chip-Produktion gebraucht werden.
Dass die Überlegung, dass KI auch Unternehmen wie SUSS in Fahrt bringt, grundsätzlich richtig ist, zeigte sich am deutlichen Anstieg beim Auftragseingang. Der war bei SUSS MicroTec im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um beeindruckende 231 Prozent auf 260,7 Millionen Euro gestiegen. Damit lag der Auftragsbestand per 30. Juni bei 473,7 Millionen Euro. 2025 hatte der Jahresumsatz bei 503 Millionen gelegen, so gesehen ist dieser „Vorrat“ an Aufträgen natürlich hoch erfreulich.
Doch dass diese „KI-Karte“, die man hier vor allem seit Ende März ausgespielt hat, sticht, ist nicht alleine davon abhängig, was an Aufträgen hereinkommt. Es geht entscheidend um die Frage, wie schnell und deutlich dies Umsatz und Gewinnmargen nach oben befördert und nicht zuletzt darum, wie lange diese Entwicklung vorhalten könnte, denn eines darf man annehmen:
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Suss MicroTec Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: Dieses „Wettrüsten“ großer Tech-Konzerne im KI-Bereich führt dazu, dass so viel wie möglich so schnell wie möglich erreicht wird. Rechenzentren, Software, all das soll idealerweise sofort vorhanden sein. Aber sobald diese Bugwelle an Investitionen kleiner wird, werden die Halbleiter-Hersteller ihre Produktionskapazität längst hochgefahren haben und im ungünstigen Fall dann Überkapazitäten haben. Und wenn das erst einmal der Fall ist, wird die Nachfrage nach Produktionslösungen wie denen von SUSS MicroTec deutlich sinken.
Wir hatten dieses Phänomen eines Auftragslochs bei Halbleiter-Ausrüstern ja erst vor wenigen Jahren erlebt, als im Zuge der Lieferengpässe nach den Corona-Lockdowns ebenfalls eine Chip-Knappheit vorlag und die Hersteller Maschinen und Ausrüstung in rauen Mengen geordert hatten, der Bedarf danach aber deshalb deutlich sank.
Das könnte diesmal genauso laufen. Die Frage ist nur, ob die Marktteilnehmer den Umstand, dass völlig offen ist, ob SUSS MicroTec in ein, zwei Jahren immer noch einen derart starken Auftragseingang wird vorweisen kann, ignorieren oder nicht. Und da wird es interessant, denn:
Seitens der Analysten ist man momentan durch die Bank bullisch. Alle acht die Aktie einstufenden Analysten werten die Aktie als kaufenswert, das durchschnittliche Kursziel liegt mit knapp 110 Euro nahe am im Juni bei 118,40 Euro markierten Verlaufshoch der Aktie. Aber obwohl der Kurs ausgehend von diesem Rekordlevel in der Spitze bereits gut 43 Prozent korrigiert hat, sehen wir hier noch keine Aufwärtswende. Auch nach dem, in Bezug auf die potenzielle Dauer des KI-Booms, ermutigenden Ausblick von Nvidia ist das bislang nur eine vage Hoffnung.
Denn wir sehen im Chart, dass die auf dem Nvidia-Ausblick basierende Aufwärts-Kurslücke gestern im Handelsverlauf auf Abgaben traf, so dass der Schlusskurs deutlich unter der Eröffnung lag. Und wir sehen, dass das in keiner Weise ausgereicht hat, die Aktie aus der charttechnischen Gefahrenzone zu bringen:

Weiterhin wäre der Weg bis zum bisherigen Korrektur-Tief bei 66,95 Euro und der 200-Tage-Linie bei momentan 64,25 Euro kürzer als bis zum jüngsten Zwischenhoch bei 86,85 Euro, bei dessen Überwinden man zumindest aus charttechnischer Sicht konstatieren könnte, dass die Korrektur vom Tisch ist. Die Zweifel, ob man nicht womöglich doch zu schnell zu viel in die Aktie eingepreist hat, sind offenkundig also noch da … Nvidia-Ausblick hin oder her. Hier ist vorerst weiter Vorsicht angebracht.
Quellenangaben:
Analysten-Einschätzungen:
https://finance.yahoo.com/quote/SMHN.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 27.08.2026 um 21:15 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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