Die Aixtron-Aktie war am vergangenen Freitag deutlich weniger unter Druck geraten als das Gros anderer Titel aus dem Chip-Sektor. Am Montagmorgen wurde es dann zwar doch kritisch … aber am Ende des Tages hätte es für die Bullen nicht besser laufen können. Und jetzt?
Während Chiphersteller zum Ende der vergangenen Woche teilweise massive Kursverluste einstecken mussten, kam die Aktie des für diese Branche fertigenden Anlagenbauers Aixtron recht glimpflich davon. Und die brenzlige Situation am Montagmorgen, als die Aktie mit einer Abwärts-Kurslücke nahe der Ende Februar etablierten Aufwärtstrendlinie in den Handel ging, wurde perfekt bereinigt:
Der Kurs legte vom Start weg wieder zu, drehte dadurch noch klar über dieser Aufwärtstrendlinie, schloss über der zeitweise unterbotenen 20-Tage-Linie und erzeugte dann auch noch ein „bullish engulfing pattern“. Das ist eine grüne Kerze, die den roten Kerzenkörper des Vortags komplett umhüllt und andeutet, dass die Käufer die Kontrolle über das Geschehen zurückerobert haben.

Damit wäre zum einen klar, dass die Aktie selbst auf kurzfristiger Ebene für die Bären mehr Risiko als Chance ist, solange diese am Montag bei 49,70 Euro verlaufende Trendlinie nicht bricht. Und zum anderen, dass die Käufer offenbar einen Aspekt als Vorteil für diese Aktie werten:
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Expertenmeinung: Aixtron ist als Zulieferer von Anlagegütern, sprich von jahrelang eingesetzten Fertigungsanlagen, weit weniger dem zyklischen Auf und Ab der Nachfrage nach Chips und deren Schwankungen bei den Gewinnmargen ausgesetzt. Hier geht es um große Aufträge mit längeren Lieferzeiten, die Umsatz und Gewinn planbarer machen. Und ja, das ist so. Die Sache hat aber speziell bei Aixtron einen gewissen Haken:
Noch „brummt“ es hier in Sachen Unternehmensgewinn noch nicht wirklich. Die Hausse im Vorfeld basierte auf einem starken Auftragseingang, vor allem befeuert durch Aixtrons Ausrichtung auf Technologien mit GaN (Galliumnitrit) und SiC (Siliziumkarbid) bei der Halbleiterfertigung. Aber die Effekte dieser Entwicklung benötigen eben Jahre, um voll zu greifen … das wiederum ist der Nachteil dieses gegenüber den reinen Chipherstellern weniger „schnellen“ Geschäfts. Und das führt dazu, dass die Aixtron-Aktie auch nach diesem bislang ohnehin nur kleinen Rücksetzer immer noch teuer bewertet ist:
Sollte die durchschnittliche Erwartung der Analysten zutreffen und sich der für 2026 geschätzte Gewinn pro Aktie bis in zwei Jahren verdoppelt, läge das Kurs-/Gewinn-Verhältnis dann, per Ende 2028, auf dem aktuellen Kursniveau bei 36 – und das wäre ungewöhnlich teuer. Das sehen auch die Analysten selbst so, weshalb sich der Anteil derjenigen Experten, die Aixtron mit „Kaufen“ einstufen, in den vergangenen Wochen so weit verringert hat, dass derzeit nur noch 5 von 15 Analysten diese optimistische Einschätzung abgeben. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit knapp unter 47 Euro entsprechend weit unter dem aktuellen Kurs.
Solange die „Halbleiter-Story“ an sich nicht ins Wanken gerät, ist das kein zwingender Grund, von einer größeren, deutlich weiter als bisher reichenden Korrektur auszugehen und damit zu unterstellen, dass die bislang perfekte Defensive der Bullen nicht reichen wird, um tiefere Kurse zu verhindern. Aber es kann durchaus dazu führen, dass man sich mit der jetzt seitens der Bullen erhofften Offensive eher schwer tut … allzu große Erwartungen auf der Oberseite könnten hier also womöglich unerfüllt bleiben.
Quellenangaben: Analysten-Kursziele: https://finance.yahoo.com/quote/AIXA.DE/analyst-insights/


