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Luftschläge der USA gegen den Iran, iranische Raketen, die auf Israel abgefeuert werden, eine angekündigte Vergeltung für einen abgeschossenen US-Hubschrauber … und der Ölpreis macht keinen Satz nach oben? Geht den Bullen womöglich die Puste aus?
Es ist nie klar erkennbar, ob bei den großen Ölsorten wie Brent Crude Oil gerade nach und nach Long-Positionen abgebaut werden oder die ersten Trader ganz gezielt auf der Short-Seite attackieren. Daher ist die Motivation hinter dem derzeitigen Kursverhalten offen … so dass man sich vor Aussagen wie „die Bullen geben auf“ tunlichst hüten sollte. Wobei das nicht nur für Rohöl gelten würde. Aber es ist schon auffällig, dieses Chartbild:
Wir sehen, dass die obengenannten Ereignisse, die noch vor wenigen Wochen höchstwahrscheinlich jedes einzelne für einen kräftigen Satz des Kurses nach oben gesorgt hätten, verpuffen. Brent Crude Oil läuft in einer volatilen Seitwärtsrange, wobei aber mittlerweile die ganz kurzfristigen, gleitenden Durchschnittslinien der letzten 10, 20 und 50 Handelstage über dem Schlusskurs des Dienstags liegen.

Expertenmeinung: Auffällig ist da vor allem die im Chart rot gehaltene 20-Tage-Linie, weil sie von den Tradern oft als Leitstrahl gesehen und genutzt wird. Und an dieser Linie hatte Brent am vergangenen Mittwoch ebenso wie am Montag nach unten abgedreht. Das deutet in der Tat darauf hin, dass die Bullen, zumindest im Augenblick, offenbar nicht mehr attackieren wollen, die ersten womöglich sogar schon auf die Short-Seite gewechselt sind. Aber noch ist daraus keine Abwärtswende entstanden, es könnte nur eine werden, wenn …
… zunächst das Zwischentief von Ende Mai bei 89,93 US-Dollar klar unterboten wurde (das am Dienstag erst einmal auf Closing-Basis hielt) und dann die auf mittelfristiger Ebene entscheidende Supportlinie in Form des April-Tiefs bei 78,96 US-Dollar fällt (bezogen auf den hier abgebildeten Futures-Kontrakt mit Liefertermin August, dessen Laufzeit als nächstes endet). Was könnte dafür sprechen, dass das tatsächlich gelingt, auch, wenn es weiterhin zu keiner Einigung zwischen dem Iran und den USA käme?
Der Ölpreis könnte dann ein gutes Stück tiefer laufen, wenn man am Markt zu der Überzeugung gelangen würde, dass der zwar immer noch magere, aber zumindest in Teilen wieder erfolgende Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus in Verbindung mit der Freigabe strategischer Ölreserven, einer sinkenden Nachfrage und der Nutzung alternativer Versorgungsrouten ausreicht, um einen nennenswerten Engpass für die nächsten Monate zu vermeiden. Dann wäre eine Abwärtswende auch ohne „Deal“ mit dem Iran zumindest nicht unmöglich, aber:
Bevor Brent Crude nicht dieses markante April-Tief unterboten hat, könnten die Bullen jederzeit zurückkommen. Und sobald der Kurs diese 20-Tage-Linie, aktuell bei 97,90 US-Dollar, wieder klar nach oben durchbrechen würde, wäre die Chance auf eine echte Abwärtswende vorerst vom Tisch.
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 09.06.2026 um 22:11 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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