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Der Mittwoch brachte Überraschungen: Der US-Präsident erklärte das Rahmenabkommen mit dem Iran für beendet und teilte mit, dass die US-Sanktionen gegen iranisches Öl wieder in Kraft treten würden. Brent Crude Oil zog an … doch das Chartbild zeigt noch kein Alarmsignal.
Das war mal wieder ein Tag, der von Donald Trump dominiert wurde. Und das auf die mittlerweile typische Art und Weise. Eingangs wurde massiv gedroht, danach relativiert. Der Ölpreis, so Mr. Trump wenige Stunden nach diesem drastischen Ende des Rahmenabkommens (bei dem die Unterhändler aber trotzdem weiter verhandeln sollen), werde fallen, alleine wegen des aktuellen Überangebots. Ein Überangebot, das wohl nur er sieht, denn auch, wenn die Nordsee-Ölsorte Brent Crude am Abend vom Tageshoch zurückkam:

Der Kurs notierte auch am Abend noch deutlich über dem Vorwochen-Verlaufstief, das im hier abgebildeten Future mit Liefertermin September (das ist derzeit der Frontmonat, d.h. der Futures-Kontrakt, der als Nächstes ausläuft), bei 70,14 US-Dollar gelegen hatte. Wenn man sich dieses Chartbild aber mal genauer ansieht, kommt einem der Gedanke: Diese Entwicklung hätte es auch ohne Donald Trumps Aktivitäten geben können, denn:
Expertenmeinung: Brent Crude Oil hatte nach einer wochenlangen Abwärtsbewegung alle wichtigen, gleitenden Durchschnittslinien unterboten … außer einer: der 200-Tage-Linie. Diese im Chart gelb gehaltene Linie hielt. Und dass diese Linie einem ersten Anlauf standhält, ist nach einem derart weitreichenden Abstieg nichts anderes als normal, zumal der Kurs zugleich markttechnisch überverkauft war.
Dass es von dieser Linie aus zu einer Gegenbewegung nach oben kommt, ist ebenfalls mehr die Regel als die Ausnahme. Die Frage ist dann nur: Was wird daraus? Endet diese Aufwärtsbewegung als „Sturm im Wasserglas“, indem die Short-Seller an wichtigen Widerständen effektiv dagegenhalten und die 200-Tage-Linie dann im zweiten Anlauf fällt … oder wird daraus eine echte Aufwärtswende?
Noch ist das offen, denn Brent Crude wurde am Mittwoch an einem Kreuzwiderstand gestoppt, aber noch nicht so, dass man sicher sein könnte, dass der Abwärtstrend erhalten bleibt. Es geht um die Mitte Mai etablierte Abwärtstrendlinie bei 80,65 US-Dollar, an der Brent am Tageshoch nachzugeben begann, sowie um das markante Tief von Mitte April bei 78,08 US-Dollar, das zum Handelsende nur marginal überboten wurde.
Solange diese Zone nicht bezwungen ist, bleibt Brent Crude bärisch, egal, was da an neuen Statements aus dem Weißen Haus kommen mag. Und selbst, wenn dieser Kreuzwiderstand überwunden würde, wäre der Ölpreis erst einmal nur neutral. Ein bullisches Signal würde sich erst ergeben, wenn mit der derzeit bei 89,60 US-Dollar laufenden 50-Tage-Linie die letzte der wichtigen gleitenden Durchschnittslinien bezwungen wäre. Was natürlich möglich wäre, bislang aber sieht es noch nicht danach aus, denn angesichts der martialischen Aussagen des US-Präsidenten fiel die Aufwärtsbewegung eigentlich moderat aus. Fazit: Einer neuen Kaufwelle vorzugreifen, erscheint daher aus aktueller Sicht nicht als eine gute Idee.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 08.07.2026 um 21:47 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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