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Die vor vier Wochen in den MDAX aufgestiegenen Aktien finden sich allesamt am unteren Ende der Relative-Stärke-Liste des Index wieder. Das prägt derzeit auch das Chartbild des Index.
Die Methodik, nach der Aktien hierzulande in einen Index aufsteigen, hat eine Achillesferse, die sich sehr oft negativ auswirkt, sobald der Aufstieg erfolgt ist. Das Kriterium ist die sogenannte Marktkapitalisierung der frei handelbaren Aktien eines Unternehmens. Sind genug Aktien im Umlauf und ist deren Kurs hoch genug, um diese Aktie in die „Aufstiegszone“ zu befördern, kommt es zum Aufstieg, so geschehen vor vier Wochen bei Elmos Semiconductor, Siltronic und SUSS MicroTec, die dadurch in den MDAX gelangten. Doch dieses Auswahlkriterium kann – muss nicht, aber hier war es eben so – bedeuten, dass exzessiv bzw. überzogen gestiegene Aktien aufsteigen. Und wenn dann die nie ausbleibende Korrektur kommt, ziehen die Neuzugänge ihren neuen „Heimatindex“, der zuvor von deren Hausse nicht profitierte, nach unten. So geschehen beim MDAX.
Wir sehen im langfristigen Chartbild auf Monatsbasis, dass der Index jetzt in eine ungünstige Lage geraten ist, über die sich nur bärische Trader oder diejenigen, die es noch werden wollen, freuen dürften. Nachdem es im Mai gelungen war, die markante Widerstandszone 31.754/32.384 Punkte zu überwinden, sackte der MDAX im Juni abrupt wieder darunter. Doch was als kapitale Bullenfalle hätte enden können, wurde zum Monatsende noch einigermaßen gekittet, indem es gelang, sich vom Monatstief zu lösen und am unteren Ende dieser Chartzone ins zweite Halbjahr zu gehen. Das hätten die Käufer nutzen müssen … und versucht haben sie es auch, nur:

Expertenmeinung: Aktuell sehen wir, dass der erneute Anstieg über diese Zone von 31.754/32.384 Punkten abverkauft wurde. Das allein muss das bullische Lager nervös machen. Aber wie die Sache ablief, erst recht. Das sehen wir im Chart auf Tagesbasis:

Der MDAX war stark in den Juli gestartet. Aber kaum war er an das bisherige Jahresverlaufshoch herangelaufen, das Ende Mai bei 33.547,52 Punkten markiert wurde, wurde er durch massive Abgaben abgewiesen. Zwei außerordentlich schwache Tage brachten diese Charthürde außer Reichweite. Und auch das zeigt der Tageschart: Gegenwehr der Käufer bleibt bislang aus. Der Index schiebt sich unmotiviert seitwärts, wobei indes auffällt, dass er dabei nicht an der 20-Tage-Linie vorbeikommt, was zumindest ein Indiz dafür ist, dass bärische Trader hier bereits an einem Abwärtsschwenk des Index „arbeiten“.
Doch noch ist dieser nicht in trockenen Tüchern. Für ein klar bärisches Signal müssten die Verkäufer den Sack wirklich zumachen, indem sie den Index zum Monatsende weiter drücken. Erst unter der momentan bei 30.778 Punkten verlaufenden 200-Tage-Linie wäre dann ein markant abwärts gerichtetes Signal gegeben, dessen erstes Kursziel die Supportlinie bei 29.689 Zählern wäre.
Das könnte sich noch verhindern lassen, sollten die derzeit schwachen, mit dem Halbleitersektor verbundenen Aktien deutlicher nach oben drehen oder aber die zuletzt kaum beachteten Vertreter anderer Branchen, allen voran Immobilien- und Softwaretitel, in die Bresche springen. Doch zum einen zeichnet sich bislang weder das eine noch das andere ab, zum anderen wäre der MDAX erst dann wirklich zurück in der bullischen Spur, wenn das bisherige Jahreshoch in einem erneuten Anlauf doch noch und dann klar bezwungen wird. Daher bleibt es vorerst beim Vorteil für die Bären und einem erhöhten Risiko auf der Long-Seite.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 20.07.2026 um 21:44 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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