Skip to main content
DAX
SX5E
SPX
NDX
EUR.USD
MDAX
TDX
INDU
Bitte wählen Sie:

EURO STOXX 50 Prognose Euro Stoxx 50: Immer am Chart entlang!

News: Aktuelle Analyse des EURO STOXX 50 Index

von | |

Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen des EURO STOXX 50 Index

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 18.02.2026 um 22:41 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Mittwoch endete für den Euro Stoxx 50 mit einem Rekordhoch. Hier läuft es gerade, im Vergleich zu DAX, Dow Jones oder Nasdaq 100, absolut rund für die Bullen. Was indes auffällt, ist, wie sorgsam darauf geachtet wird, die entscheidende Trendlinie bloß nicht zu unterbieten.

Wenn der Aktienmarkt in einem Umfeld unterwegs ist, das von einem Wechselbad aus Hypes und Verunsicherung geprägt ist, sind Trendimpulse normalerweise deutlich weniger stabil als in einem ruhigeren Fahrwasser. Der europäische Leitindex ist hin- und hergerissen zwischen der Spekulation in Sachen KI und Verteidigung und einem eher mageren Wachstum, verunsicherten Verbrauchern und der aktuell umgehenden Sorge, die KI könnte den Softwareunternehmen die Grundlage und den Verbrauchern die Arbeitsplätze nehmen. Dafür präsentiert sich der Euro Stoxx 50 auffallend robust:

Nichts kann bislang den im November etablierten Aufwärtstrend gefährden. Sobald der Index diese Linie touchiert, zuletzt gesehen zu Beginn dieser Woche, wird gekauft. Auf den ersten Blick entsteht dadurch der Eindruck, dass das bullische Lager hier alles unter Kontrolle hat und man daher mit Long-Trades im Depot entspannt die Füße hochlegen kann. Aber genauer betrachtet ist es gerade dieses so beflissene Verteidigen der Aufwärtstrendlinie, das bei erfahrenen Tradern dazu führt, dass eine Augenbraue nach oben wandert, denn:

Expertenmeinung: Auf kurzfristiger Ebene passt alles, was die Chart- und Markttechnik angeht: Der Rücksetzer im Januar wurde sauber auf Höhe der vorherigen Hochs abgefangen, seither fungiert diese November-Aufwärtstrendlinie als zuverlässige „Schiene“ für die Bullen. Und es geht langsam genug voran, um zu verhindern, dass der Index auf Tagesbasis markttechnisch heiß läuft. Aber genau das ist der Punkt, der auffällt: dieses „immer an der Wand lang“.

Euro Stoxx 50: Tages-Chart vom 18.02.2026, Kurs 6.103,37 Euro, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50: Tages-Chart vom 18.02.2026, Kurs 6.103,37 Euro, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS

Denn wenn es gute und immer noch nicht „verbrauchte“ Argumente für die Fortsetzung der Hausse gibt, warum kann sich der Euro Stoxx 50 dann nicht von dieser Linie lösen und statt des ständigen „zwei Schritte vor, einer zurück“ mal richtig Fahrt aufnehmen? Weil, so muss man vermuten, diese frischen Argumente nicht mehr da sind. Es wirkt, als würde das bullische Lager nur – womöglich auch der hohen Investitionsquote und der morgen anstehenden Abrechnung am Terminmarkt wegen – gezielt dafür sorgen, dass der „Lack“ des Aufwärtstrends ja keinen Kratzer bekommt.

Und wenn man sich statt des „Mikrokosmos“ auf Tagesebene einmal das übergeordnete Bild ansieht, kann man die Sorge, es könnte in Sachen ewige Hausse jederzeit etwas schiefgehen, allemal nachvollziehen. Der europäische Leitindex ist mehrere Monate in Folge gestiegen und dadurch auf Monatsbasis markttechnisch seitens des RSI-Indikators so überkauft wie seit 2007 nicht mehr. Normalerweise wäre deshalb in den nächsten Wochen und Monaten eine Korrektur zu erwarten.

Euro Stoxx 50: Monats-Chart vom 18.02.2026, Kurs 6.103,37 Euro, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50: Monats-Chart vom 18.02.2026, Kurs 6.103,37 Euro, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS

Solange diese November-Trendlinie weiterhin derart sorgsam verteidigt wird, weckt man keine schlafenden Hunde. Das kann durchaus die Motivation sein, die große Adressen auf bullischer Seite umtreibt. Aber wenn das schiefgeht, sollte man zu den ersten gehören, die aufwachen: Achten Sie auf diese, aktuell bei knapp 5.970 Punkten verlaufende, Trendlinie!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 02.02.2026 um 23:30 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Man scheint am europäischen Aktienmarkt die Bergsteiger-Regel zu beherzigen, nicht nach unten zu schauen. Wer sich nicht darum schert, wie tief es abwärts gehen könnte, wenn etwas schiefgeht, klettert weiter. Das kann man so machen – wenn man vernünftig gesichert ist.

Es schien, als seien die Käufer übereingekommen, die Turbulenzen am Edelmetallmarkt einfach als für Aktien bedeutungslos einzuordnen und nicht als Warnung dahingehend wahrzunehmen, dass zu viel Risiko auch mal mit einer Bauchlandung enden könnte.

Dass Mr. Trump bislang davon Abstand nahm, den Iran erneut militärisch anzugehen, wertete man als Entwarnung. Es mag sein, dass sich die meisten zwar darüber im Klaren sind, dass dahingehend wenig vorhersehbar und schon gar nichts sicher ist. Aber wenn offenbleibt, was da weiter passiert, ließe sich ja auch die optimistische Karte spielen.

Dass der Shutdown in den USA diesmal nur ein kurzer ohne wirtschaftliche Bedeutung bleiben dürfte, weil er vermutlich am Abend US-Zeit (der Artikel wurde um 21 Uhr MEZ beendet) bereits beendet ist, wurde genauso positiv gesehen wie der Umstand, dass Mr. Trumps Wahl für den Chefposten der US-Notenbank zumindest nicht das größte mögliche Übel sein dürfte.

Euro Stoxx 50: Tages-Chart vom 02.02.2026, Kurs 6007,51 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50: Tages-Chart vom 02.02.2026, Kurs 6007,51 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS

Zusammengefasst: Man bemühte sich, die Sache im Zweifel positiv zu sehen. Erstens, weil ansonsten beim Euro Stoxx 50 aus charttechnischer Sicht eine kritische Situation entstehen könnte. Und zweitens, weil man, würde man es schaffen, zum Start in den Februar an die Gewinne des Januars anzuschließen, schnell das Gegenteil erzeugen könnte: Ein klar bullisches Chartbild. Und Letzteres ist jetzt erst einmal gelungen:

Expertenmeinung: Es gelang, den Euro Stoxx 50 genau auf Höhe der bereits am Freitag getesteten und gehaltenen November-Aufwärtstrendlinie aus einem Handelsstart im Minus herauszudrehen. Am Ende war die „magische“ 6.000er-Marke zurückerobert und der bisherige Verlaufsrekord bei 6.054 Punkten näher als das Tagestief. Und das gleich zu Monatsbeginn, wo man hoffen dürfte, dass so mancher ein wenig vom frisch eingetroffenen Gehalt in den Aktienmarkt umleitet. Das sieht so weit gut aus.

Euro Stoxx 50: Monats-Chart vom 02.02.2026, Kurs 6007,51 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50: Monats-Chart vom 02.02.2026, Kurs 6007,51 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS

Was aber das Chartbild auf Monatsbasis angeht, dürfte, wer sich die Mühe macht, dieses übergeordnete Bild zur Kenntnis zu nehmen, umgehend prüfen, ob die Sicherungsseile alle noch sitzen. Denn der Index hat bereits sechs Monate in Folge zugelegt. Der Februar wäre der siebte Monat. So etwas gelingt nicht oft. Und zugleich kann man im Monatschart sehen, dass der RSI-Indikator so stark überkauft ist wie zuletzt 2007, vor 19 Jahren.

Überdenkt man dann auch noch, ob all das, was man zum Start in den Februar als positiv auslegte, denn wirklich so positiv ist. Oder nicht doch eher vorübergehend (Iran), irrelevant (Shutdown) oder ein Signal, das zur Vorsicht mahnt (Edelmetalle, Fed-Chef), käme man womöglich auf den Gedanken, dass man bei diesem Gipfelsturm besser doch regelmäßig nach unten schauen sollte. Denn nur, wer sich bewusst macht, dass auch der Weg nach unten eine mögliche Option ist und der, siehe Gold, Silber & Co., bisweilen äußerst schnell nach unten führen kann, versteht: Weiter klettern kann man. Aber heil ankommen dürfte am Ende nur, wer sich mit Stoppkursen absichert, Kapitalreserven hält und eventuelle Hebel nicht zu hoch wählt.

Fazit: Der Euro Stoxx 50 bleibt vorerst bullisch, bewegt sich aber auf einem Terrain, in dem die Luft dünn und der Boden instabil wird. Vorsicht ist angebracht.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 20.01.2026 um 18:51 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Dass der Euro Stoxx 50 nach den Zoll-Drohungen aus den USA zum Wochenstart in die Knie ging, war nicht überraschend, dass erste Akteure schon am Dienstag wieder begannen zu kaufen, schon eher. Denn mit Blick auf den Terminkalender wären Käufe ein riskantes Spiel.

Würde es so kommen, wie Donald Trump am Wochenende androhte, und wichtige Länder der Eurozone würden ab dem 1. Februar einen Einfuhr-Zollaufschlag von 10 und ab dem 1. Juni dann sogar von 25 Prozent verpasst bekommen, falls Dänemark ihm nicht Grönland ausliefert, wäre das für die Wachstumsperspektive der Eurozone und die Gewinnaussichten vieler im Euro Stoxx 50 gelisteter Unternehmen ein Schlag ins Kontor. Aber könnte es nicht sein, dass Trump einmal mehr zurückzieht und die Zölle am Ende doch nicht kommen?

Es könnte sein, keine Frage. Aber viele Politik-Experten warnen seit Längerem davor, einige Rückzieher seinerseits zur Regel zu erheben. In fallende Kurse hinein die Hand aufzuhalten, in der sicheren Erwartung, dass einem hier gerade ideale Einstiegskurse in den Schoß fallen, wäre äußerst riskant. Zumal die aktuelle Runde des Grönland-Händels mit Trumps bisherigen Aussagen ja noch nicht vorbei ist. Sie dürfte heute weitergehen. Denn der US-Präsident besucht das seit Montag laufende Weltwirtschaftsforum in Davos, will dort eine Rede halten und am Rande mit politischen Entscheidern auch über das Grönland-Thema sprechen. Damit haben der heutige und womöglich auch der morgige Handelstag „Pfeffer“.

Expertenmeinung: Da dann aufgrund des grundsätzlich durchaus beeindruckenden Reduzierens der Verluste am Dienstag zu unterstellen, dass sich der Sturm bereits gelegt hat, wäre gewagt. Je nachdem, was da aus Davos an Meldungen kommt, kann der Euro Stoxx 50 zwar schnell wieder an und ggf. sogar über seine jüngsten Rekordhochs laufen. Aber es könnte eben auch damit enden, dass diese runde Marke von 6.000 Punkten doch nicht zur Etappe auf dem Weg zu immer neuen Rekorden, sondern zur Endstation der Hausse wird.

Da es müßig ist, über die Ergebnisse der Davos-Gespräche zu spekulieren, bietet es sich an, die Sache konsequent anhand der charttechnischen Signallage umzusetzen. Und richtig ist dahingehend durchaus:

Bislang ist noch nichts angebrannt. Die nächstgelegene charttechnische Auffangzone liegt bei 5.795/5.818 Punkten. Die wurde am gestrigen Tagestief (5.836 Punkte) fast erreicht, aber die Käufe Richtung Handelsende sorgten nicht nur dafür, dass diese Zone hielt, sondern auch, dass sich der Euro Stoxx 50 zum Schlusskurs wieder über die 20-Tage-Linie retten konnte.

Euro Stoxx 50: Tages-Chart vom 20.01.2026, Kurs 5.892,08 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50: Tages-Chart vom 20.01.2026, Kurs 5.892,08 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS

Es fällt allerdings auf, dass der europäische Leitindex die „magische Marke“ von 6.000 Punkten zwar mit Schwung erreichte, dann aber keine nennenswerten Anschlusskäufe kamen, wie wir im Chart auf Tagesbasis sehen. Der Gedanke drängt sich auf, dass die großen Akteure am Terminmarkt diese runde Marke zur Abrechnung der Index-Optionen am vergangenen Freitag erreichen wollten, darüber aber keine weiteren Ambitionen hatten. Und sollten die großen Adressen der Terminbörse diese 6.000 als Ziel sehen, würde es mit einem Ausbruch nach oben schwieriger.

Es fällt zudem auf, dass der Index auf Monatsbasis so überkauft ist wie zuletzt vor Beginn der Baisse 2008/2009. Wer das sieht, könnte in Bezug auf Zukäufe oder sogar den Neueinstieg Long eher zurückhaltend sein, zumal die Wachstumsperspektive der Eurozone und diese Rekordjagd auch ohne neue US-Zölle deutlich auseinandergelaufen sind.

Da wäre also ohnehin Vorsicht geboten. Solange die Unterstützungszone 5.795/5.818 nicht auf Schlusskursbasis unterboten wurde, ist zwar in der Tat noch kein Grund gegeben, hier eilig auszusteigen. Aber die kommenden Tage könnten mit Blick auf Davos hochvolatil werden. Und falls diese Supportzone fiele, könnte der nächste Kurszielbereich zwischen 5.462 und 5.568 Punkten blitzschnell angelaufen werden.

Euro Stoxx 50: Monats-Chart vom 20.01.2026, Kurs 5.892,08 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50: Monats-Chart vom 20.01.2026, Kurs 5.892,08 Punkte, Kürzel: SX5E
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 08.01.2026 um 21:30 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Noch im vergangenen Frühjahr hätte wohl kaum jemand erwartet, dass die runde Marke von 6.000 Punkten für den Euro Stoxx 50 in absehbarer Zeit ein Thema sein könnte. Jetzt aber ist sie in Schlagdistanz. Was zuletzt indes fehlte, war die eigentlich nötige „Goldgräberstimmung“.

Der DAX hat „seine“ 25.000 geschafft, aber andere große Indizes notieren noch knapp unterhalb ihrer „Traummarken“. Der Dow Jones knapp unter 50.000, der S&P 500 knapp unter 7.000 und der Euro Stoxx 50 in Reichweite zur 6.000. Aber der Weg des europäischen Leitindex dorthin läuft derzeit nicht so, wie sich die Bullen das wohl vorgestellt haben.

Euro Stoxx 50: Tages-Chart vom 08.01.2026, Kurs 5.904,32 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50: Tages-Chart vom 08.01.2026, Kurs 5.904,32 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS

Der Chart auf Tagesbasis zeigt, dass der Euro Stoxx 50 sofort mit Beginn des neuen Börsenjahres durchstartete und am dritten Handelstag mit dem bisherigen Verlaufsrekord von 5.943,21 Punkten weniger als ein Prozent von der runden 6.000er-Marke entfernt war. Doch dieser dritte Handelstag, der Dienstag, brachte kaum noch Raumgewinn. Er endete, nach den zwei vorangegangenen, langen grünen Kerzen im Candlestick-Chart, mit einem Doji. Ein kurzes Verharren, ein „Atemholen“, könnte man denken, aber:

Expertenmeinung: Auch der Mittwoch und der Donnerstag brachten die Käufer nicht zurück. Es gab zwar nur wenig Abgabedruck, aber drei Tage Wassertreten auf Rekordniveau, unmittelbar unter dieser „magischen“ runden Marke: Da dürfte einigen der unangenehme Gedanke kommen, dass die 6.000 vielleicht doch keine Etappe auf dem Weg zu immer neuen Allzeithochs, sondern für zu viele Anleger das Ziel sein könnte, bei dessen Erreichen sie Buchgewinne in echte verwandeln wollen. Kommt es so?

Diese Möglichkeit würde sich erst dann in ein wahrscheinliches Szenario verwandeln, wenn die nächstliegende Unterstützungszone 5.795/5.818 und die aktuell bei 5.779 Punkten verlaufende, zügig in diesen Bereich vorstoßende 20-Tage-Linie unterboten würden und damit aus dem derzeitigen, „verdächtigen“ Wassertreten ein kurzfristig bärisches Signal würde. Bis dahin wäre für das Bullen-Lager noch alles drin. Aber natürlich dürfte man auch dort nicht übersehen, dass der Index derzeit markttechnisch ziemlich heiß gelaufen ist:

Der RSI-Indikator ist nicht nur auf Tagesbasis zuletzt in die überkaufte Zone gelaufen, sogar im Monatschart ist dieser Oszillator im überkauften Bereich angekommen. Dort notiert der RSI so hoch wie zuletzt im Jahr 2007. Das dürfte einige vorsichtig machen … und wer vorsichtiger wird, sichert sich auf der Unterseite ab, statt wild zuzukaufen. Sich dem Lager der Vorsichtigen anzuschließen, dürfte daher aktuell kein Fehler sein:

Euro Stoxx 50: Monats-Chart vom 08.01.2026, Kurs 5.904,32 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50: Monats-Chart vom 08.01.2026, Kurs 5.904,32 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS

Noch spricht nichts dagegen, bestehende Long-Positionen zu halten, aber eine Absicherung über Stoppkurse, bei aggressiveren Positionierungen idealerweise über Stop Loss-Verkaufsorders, wäre jetzt auf jeden Fall zu überlegen, sofern sie noch nicht vorhanden ist.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 22.12.2025 um 19:15 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Wer hätte im Frühjahr 2025 gedacht, dass der europäische Leitindex Euro Stoxx 50 im Verlauf des Jahres das alte Rekordhoch aus dem Jahr 2000 überbieten würde? Das Börsenjahr lief besser als befürchtet und lässt viele hoffen, dass 2026 genauso wird. Sollte man so denken?

Euro Stoxx 50 Index: Monatschart vom 22.12.2025, Kurs 5.743,69 Punkte, Kürzel: ESTX50 | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50 Index: Monatschart vom 22.12.2025, Kurs 5.743,69 Punkte, Kürzel: ESTX50 | Quelle: TWS

Kurz vor dem Ende des Börsenjahres hat der Euro Stoxx 50 eine äußerst ansehnliche 2025er-Performance von gut 17 Prozent vorzuweisen. Das ist im langjährigen Vergleich überdurchschnittlich und war angesichts der Entwicklung der Rahmenbedingungen im Jahresverlauf nicht gerade zu erwarten gewesen. Denn der Ärger mit den USA ist nun einmal ein fortbestehendes Problem, die Unberechenbarkeit dieses wichtigen Handelspartners schafft Unsicherheit.

Hinzu kommt, dass die Eurozone zwar insgesamt in diesem Jahr Wachstum erreichte, aber wirklich stark fiel es nicht aus: Mit einer Veränderung zum Vorjahresquartal von +1,4 Prozent per Ende des dritten Quartals lag die Steigerung des Bruttoinlandsprodukts klar unter dem Schnitt der Prä-Corona-Jahre, aber:

Heißt das automatisch, dass der Euro Stoxx 50 einer erhofften Steigerung des Wachstums vorgegriffen hat und damit das Risiko besteht, dass 2026 ein deutlich weniger starkes, ggf. sogar bärisches Jahr wird, falls das Wachstum nicht liefert, was die Anleger schon mal vorweg eingepreist haben?

Expertenmeinung: Nicht automatisch, denn die 50 Unternehmen der Eurozone, aus denen dieser Index zusammengesetzt ist, sind große Unternehmen mit einer entsprechenden Marktmacht. Dass der gesamte Euroraum eher schwach zulegt, deckt ja alles ab, auch die Selbständigen, die Kleinunternehmen, den Mittelstand. Die Großunternehmen hingegen stehen normalerweise in solchen Situationen besser da, was Umsatz- und Gewinnwachstum angeht, ebenso wie in Bezug auf die Widerstandsfähigkeit gegenüber unklaren Perspektiven, wie man sie momentan in Bezug auf die USA beklagt. Aber daraus abzuleiten, dass der Weg für die Gewinne dieser Unternehmen ebenso wie für die Kurse ihrer Aktien deswegen vorgezeichnet nach oben weist, das wäre dann eben auch wieder zu einfach.

Dass der Euro Stoxx 50 mit einem – als Schnitt aus den Bewertungen der 50 Einzelwerte errechneten – Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 19 derzeit überdurchschnittlich teuer ist, zeigt, dass man da sehr wohl ein wenig „Luft“ drin hat. Rechnet man durch Sonderfaktoren bedingte Verzerrungen, in diesem Fall den KGV-Peak der Corona-Hochphase, heraus, läge das durchschnittliche KGV des Index über die vergangenen 15 Jahre bei etwa 15. Wenn die Unternehmensgewinne nicht zulegen, hieße das:

Um wieder auf ein KGV von 15 zu kommen, müsste der Index in die Region um 4.500 bis 4.600 Punkte zurücksetzen. Was keineswegs passieren muss … denn wäre eine „normale“ Bewertung zwingend, wäre der Euro Stoxx 50 ja gar nicht erst so weit gestiegen. Aber es unterstreicht:

Dass 2025 besser lief als von den meisten vermutlich erwartet, ist kein gutes Omen für das kommende Jahr. Hier hat man eine Art „Kredit auf die Zukunft“ aufgenommen. Der kann zwar 2026 weiterlaufen, statt zu platzen, muss es aber nicht. Und gerade 2025 hat ja, wirklich nicht zum ersten Mal in den vergangenen Jahren, bewiesen, dass immer wieder das Unerwartete ins Rampenlicht tritt (2025 in Form der Trumpschen Zölle) und dass Prognosen darüber, ob das kommende Jahr genug Argumente für eine Fortsetzung der Hausse liefern wird, nicht mehr sind als Kaffeesatzleserei. Was zu der (eigentlich allgemein bekannten) Schlussfolgerung führt:

Was war, ist keine Blaupause für das, was kommt. Man sollte und muss einfach abwarten, was auf die Kurse einwirken wird. Festzuhalten wäre nur, dass man beim Euro Stoxx 50 im Jahr 2025 mehr Kursplus erreicht hat, als dies seitens der Unternehmensgewinne unterfüttert wäre und dies das Abwärtsrisiko grundsätzlich erhöht. Aber entscheidend für unmittelbare Dispositionen bleibt natürlich das Chartbild:

Euro Stoxx 50 Index: Tageschart vom 22.12.2025, Kurs 5.743,69 Punkte, Kürzel: ESTX50 | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50 Index: Tageschart vom 22.12.2025, Kurs 5.743,69 Punkte, Kürzel: ESTX50 | Quelle: TWS

Solange der Euro Stoxx 50 die im Oktober und November perfekt verteidigte Supportzone 5.467/5.568 Punkte und die an diese Zone heranlaufende 200-Tage-Linie bei derzeit 5.418 Punkten nicht klar unterschreitet, ist das Abwärtsrisiko zwar vorhanden, aber nicht „aktiviert“, sprich: Oberhalb dieses Bereichs ist die Oberseite die trendfolgend „richtige“.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.