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Gold fehlten am Freitag nur zehn US-Dollar zur „magischen Marke“ von 5.000 US-Dollar … aber Silber hat seine runde Marke jetzt erreicht und überboten: Mit über 100 US-Dollar ging das Edelmetall zu einem Preis ins Wochenende, der unglaublich wirkt … und hochriskant ist.
An eine steigende Trendintensität gewöhnt man sich als Anleger schnell. Vor allem, wenn der Trend in die für einen selbst richtige Richtung weist. Aber je extremer sich Kurse bewegen, desto höher ist die Gefahr, dass dieses hohe Momentum auch mal in die Gegenrichtung wirkt, indem der Aufwärtstrend schlagartig und unverhofft in einen markanten Kurseinbruch übergeht, sich also ein sogenannter „Sudden Death“ ereignet. Und bei Silber ist dieses Risiko ganz außergewöhnlich hoch.
Ein Argument für diese immer mehr an Dynamik gewinnende Super-Hausse, die den Kurs binnen fünf Monaten um über 150 Prozent nach oben katapultiert hat, ist die Vermutung, dass die Unmenge an Derivaten, die für Silber auf der Long-Seite existiert, womöglich gar nicht mehr komplett durch körperliches Silber abgedeckt sein könnte. Was hieße, dass in dem Moment, in dem zu viele ihre Derivate in echtes Silber eintauschen wollen, ein derartiger Engpass entstehen könnte, dass der Kurs nach oben keine Limits hat. Aber:
Expertenmeinung: Zum einen weiß man nicht sicher, wie sich die Relation von Derivaten zu verfügbarem Silber wirklich darstellt. Zum anderen spielt man mit dieser Kursexplosion ja bereits dieses Szenario, ohne dass es – zumindest vermutlich – bereits greift.

Und wenn man sich im Chart auf Monatsbasis ansieht, wie extrem überkauft der Silberpreis sogar auf dieser langfristigen Zeitebene ist (einen RSI-Indikator bei 94,2 – bei einer Range von 0 bis 100 – gab es bei Silber noch nie), muss man einfach einkalkulieren, dass das, was den Kurs jetzt so extrem treibt, auch jederzeit in die Gegenrichtung eintreten kann: ein extremes Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage am Rohstoffmarkt.
Denn Silber ist seit dem letzten Kurs an Silvester bereits 43 Prozent gestiegen … und der Januar ist ja noch nicht einmal zu Ende. Noch scheint die Nachfrage nach Long-Positionen extrem zu sein, sicherlich auch, weil die bärische Seite ein ums andere Mal überrollt wird, eindecken muss und den Kurs dadurch noch höher treibt. Außerdem könnte diese Faszination der runden Marke von 100 US-Dollar den Preis zusätzlich befeuert haben, aber:
Silber ist nicht nur markttechnisch dramatisch heiß gelaufen, sondern bewegt sich zudem, wie bei solchen Exzessen zu erwarten, fernab von tauglichen Supportlinien, an denen man eine Stop Loss-Absicherung festmachen könnte. Das damalige Rekordhoch von Ende Dezember liegt bei 84,10 US-Dollar, das ist eine von oben gerechnete Distanz von 18 Prozent. Die schnellste der die Hausse führenden, gleitenden Durchschnittslinien, die 10-Tage-Linie, lag am Freitagabend bei knapp 93 US-Dollar und damit 9,4 Prozent entfernt. Die deutlich solidere 20-Tage-Linie ist gerade erst bei knapp 86 US-Dollar angekommen, eine Distanz von 16,3 Prozent zum Freitags-Schlusskurs.
Das ist eine Gemengelage, in der bereits eine nur kurzfristige Phase, in der die Kauforders zurückgehen und eine große Adresse zugleich eine größere Position anbietet, für einen „Sudden Death“ ausreichen könnte … weil ja so ziemlich jeder weiß, wie riskant das Spiel jetzt geworden ist, und daher auf jede Irritation eher hektisch als besonnen reagiert. Vorsicht also, hier sollte man, wenn, dann nur bestehende Positionen halten, lieber zu eng als zu weit absichern, die Kapitalexposition ggf. zurückfahren und vor allem nicht in einen solchen Exzess hinein glauben, dass jetzt ein guter Moment wäre, um erst noch neu Long zu gehen!

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