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Monatelang war der Goldmarkt ein Bereich, in dem immer mehr Trader für ungewöhnliche Volatilität und neue Rekorde sorgten. Doch seit mehreren Wochen tut sich bei Gold ebenso wie bei Silber nahezu nichts mehr. Was steckt hinter dieser plötzlichen Lethargie?
Im Chart auf Monatsbasis wird diese plötzliche Ruhe am Goldmarkt besonders deutlich. Zwischen September vergangenen Jahres und Anfang Juni sind hier Monatskerzen mit Kursspannen entstanden, die in dieser Dimension, von der prozentualen Veränderung her, zuletzt zwischen 2007 und 2013 aufgetaucht waren. Und jetzt, auf einmal: nichts mehr los.

War es das also mit Gold als spannende Trading-Basis? Ist das Edelmetall zurück in die Mottenkiste gewandert und jetzt wieder nur für diejenigen interessant, die es langfristig als Depot-Beimischung einsammeln? Da an der Börse bekanntlich nichts unmöglich ist, kann man auch das zwar nicht einfach völlig ausschließen. Wundern würde es mich indes schon, denn:
Expertenmeinung: Diese Lethargie basiert nicht darauf, dass sich an der Attraktivität des Goldpreises oder der Edelmetalle insgesamt etwas geändert hätte. Nur sind die kurzfristigen Spekulanten hier derzeit nicht mehr aktiv. Deren Aktivität reduzierte sich bereits Anfang des zweiten Quartals auffällig. Schon da wurden die Ausschläge des Edelmetalls sukzessiv kleiner … und seit Ende Juni ist nun gar nichts mehr los.
Der Kurs schiebt sich in einer gegenüber den vorherigen Trendimpulsen winzigen Handelsspanne zwischen grob 3.940 und 4.200 US-Dollar seitwärts, wobei er um die 20-Tage-Linie mäandert, was allein schon andeutet, dass die großen Adressen unter den Tradern offenbar andernorts beschäftigt sind: bei den Halbleiter-Aktien. Sollte es aber dort so laufen, wie es bei so vielen Hypes zuvor auch lief – nicht zuletzt hier beim Gold –, indem der Super-Hausse und der bei vielen Aktien sehr heftigen Korrektur eine Beruhigung folgt, in der die Handelsspannen kleiner werden, wird sich das durch die Börsen vagabundierende spekulative Kapital neue Ziele suchen. Und es spräche nichts dagegen, dass die Edelmetalle dann schnell wieder in die engere Wahl kommen.

Wichtig ist nur, wachsam zu bleiben. Meist erkennen Anleger starke Impulse erst, wenn die Bewegungen schon relativ weit gediehen sind, einfach, weil sie unterstellen, dass da schon nichts wirklich Großes entstehen wird. Doch oft täuscht man sich da eben … wer hätte denn zu Beginn der Gold-Hausse im Vorjahr geglaubt, wohin sie den Kurs führen würde?
Wer konsequent charttechnische Signale umsetzt, würde einen größeren Impuls, den man eben nur dann als solchen erkennt, wenn er bereits eine entsprechende Dimension erreicht hat, nicht verpassen. Was am Ende daraus wird, weiß man nie vorher … aber für den Fall der Fälle wäre man eben dabei, wenn man beim Goldpreis die aktuellen Trigger-Zonen für ein bullisches oder bärisches Signal im Auge behält.
Das wäre auf der Unterseite das markante Zwischentief vom letzten Herbst bei 3.887 US-Dollar. Würde diese Linie fallen, wäre aus rein charttechnischer Sicht die nächste größere Haltestelle der Bereich um 3.500 US-Dollar.
Auf der Oberseite ist der Weg hin zu einem markant bullischen Signal länger. Zwar ginge es aktuell erst einmal um das obere Ende der aktuellen Handelsspanne bei 4.203 US-Dollar. Aber erst, wenn der die Abwärtstrendlinie und die 200-Tage-Linie einschließende Widerstandsbereich zwischen 4.382 und 4.490 US-Dollar bezwungen wäre, wäre aus charttechnischer Sicht der Weg frei. Die nächste markante Hürde würde dann um 4.900 US-Dollar warten.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 04.08.2026 um 22:13 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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