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Seit Ende August kam es beim Goldpreis nicht mehr zu einem nennenswerten Anstieg. Die Abwärtsbewegung erinnert zwar mehr an ein Abbröckeln als an eine entschlossene, bärische Attacke. Aber Gold nähert sich einer Supportzone, unter der sich das schnell ändern könnte.
Es gibt keine wirklich zwingenden Gründe, warum der Goldpreis steigen oder fallen müsste. Es kommt immer nur darauf an, wie die Anleger die aktuelle Lage einschätzen. Wenn viele zum einen der Ansicht sind, dass es gute Gründe gibt, um Angst um das Ersparte zu haben, und zum anderen davon ausgehen, dass Gold in dieser Hinsicht ein sicherer Hafen wäre, dann ist dem Kurs nach oben keine Grenze gesetzt. Aber was diese Annahme auslöst, ist nie klar fixierbar.
Aktuell wären die geopolitischen Spannungen, die zu hohe Teuerung, u. a. basierend auf einer Angebotsverknappung bei Rohöl, und die offene Frage, was in den USA nach den in knapp zwei Wochen stattfindenden Zwischenwahlen passiert, eigentlich taugliche Gründe dafür, dass der Goldpreis anzieht … aber noch tut er es nicht. Und je länger auf ein „müsste eigentlich“ hin nichts passiert, desto mehr Anleger werden dazu neigen, Gold aus ihrem unmittelbaren Fokus zu streichen. Aber das heißt nicht, dass diese Argumente als Zugpferd nichts taugen würden … sie werden nur aktuell nicht umgesetzt.
Genauso wenig wäre es zwingend, dass die steigenden Renditen an vielen Anleihemärkten den Goldpreis drücken. Denn richtig ist zwar grundsätzlich, dass Anleihen umso mehr zu einer Konkurrenz für Gold werden können, je höher die Renditen dort sind. Aber der Renditeanstieg basiert zwar zum einen auf einem erhöhten Angebot, so dass Kapital andernorts fehlt … wie es bei Gold derzeit der Fall zu sein scheint. Aber auf der anderen Seite bedeuten steigende Renditen fallende Kurse, also Abgabedruck. Und Kapital, das aus Anleihen abfließt, könnte allemal auch beim Gold landen. Was es aber zuletzt nicht tat. Wieso nicht?
Expertenmeinung: So lapidar es klingen mag: Weil der Trend dort, beim Goldpreis, nach unten weist. Wenn man sich das Chartbild des Edelmetalls ansieht, egal, ob man da den langfristigen Chart auf Monatsbasis oder den Tageschart wählt, kommt einem nicht gerade die spontane Idee, dass man hier genau jetzt einsteigen müsste. Zugleich sind die kurzfristigen Trader, die rein auf charttechnischer Basis agieren und sich für Argumente für oder wider Gold eher nicht interessieren, hier diejenigen, die durch ihre konsequente Trendfolge tendenziellen Dauerdruck ausüben und so bislang verhindern, dass der Goldpreis das schafft, was ihn umgehend als potenziell „sicheren Hafen“ wieder ins Blickfeld der Anleger rücken würde:
Einen Befreiungsschlag. Der ließe sich unterstellen, wenn es gelingen sollte, den zu Jahresbeginn etablierten Abwärtstrend zu überwinden, den Sie im Chart auf Monatsbasis sehen. Dazu bräuchte es Schlusskurse über etwa 4.400 US-Dollar.

Doch um überhaupt an diese Linie heranzukommen, müsste zunächst die Linie überboten werden, die den Tradern, die bei Gold derzeit auf der Short-Seite agieren, unübersehbar als Leitstrahl dient: die 20-Tage-Linie. Bereits seit Anfang September wird der Goldpreis immer wieder an dieser bei aktuell 4.170 US-Dollar verlaufenden Linie nach unten abgewiesen. Schafft Gold den Ausbruch über diese 20-Tage-Linie, kann das bereits ein erster Schritt sein, um sich aus der bärischen Dominanz zu lösen … wenngleich Sie im Tageschart auch sehen:

Der Weg nach oben ist von zahlreichen potenziellen Charthürden gekennzeichnet, der Weg nach oben könnte also steinig sein. Es sei denn, es kommt zu einem großen Ereignis, das den Kurs schlagartig und weit nach oben katapultiert. Denkbar wäre da z. B. eine kritische Situation im Zusammenhang mit den US-Zwischenwahlen. Aber was, wenn dieser Aufwärtsschwenk noch längere Zeit ausbleibt?
Da es bei Gold weder ein objektives „zu teuer“ noch ein „zu billig“ gibt, kann der Bruch der Supportzone, auf die der Goldpreis momentan zurutscht, durchaus einen größeren Abwärtsimpuls auslösen, und sei es nur durch die kurzfristige Spekulation. Sobald Gold diese Unterstützungszone zwischen 3.942 und 4.024 US-Dollar brechen sollte, wäre die Chance für einen schnellen, effektiven Befreiungsschlag noch einmal deutlich gesunken. Diese Zone sollte man also im Auge behalten!
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 20.10.2026 um 23:58 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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