Drei markante, kurzfristige Umkehrformationen bilden zusammen ein über Monate entwickeltes Top im MDAX. Noch ist diese Abwärtswende-Formation zwar nicht vollendet, aber der Index steht dahingehend bereits mit einem Bein über der Klippe.
Der MDAX hatte zu Wochenbeginn seine 200-Tage-Linie unterschritten und scheiterte am Dienstag beim Versuch, diese umgehend zurückzuerobern. Für das bärische Lager eine verlockende Situation, denn sollte diese aktuell bei 31.280 Punkten verlaufende Linie so signifikant unterboten werden, dass dadurch auch die Supportzone 30.955 bis 31.020 Punkte unterboten wird, würde damit zugleich ein großes Top vollendet. Und dafür würde es aktuell bereits ausreichen, dass der Index unter dem gestrigen Tagestief (30.779 Punkte) schließt.

Aus rein charttechnischer Sicht würde sich in diesem Fall Abwärtspotenzial in die nächste, markantere Unterstützungszone zwischen 29.276 und 29.689 Punkten ergeben. Das ist der Bereich einer im April entstandenen, großen Aufwärts-Kurslücke, die Ende April bereits als Support gehalten hatte. Ein Potenzial, das groß genug wäre, um bei Tradern den Gedanken aufkommen zu lassen, den MDAX mit gezielten Verkäufen bzw. Leerverkäufen aktiv „über die Klinge springen“ zu lassen. Zumal das Umfeld einer Abwärtsbewegung grundsätzlich zuträglich wäre.
Expertenmeinung: Stark gestiegene Energiepreise erhöhen die Kosten der Unternehmen und drücken auf das Konsumpotenzial der Verbraucher. Die Exporthürden gegenüber den USA und die anhaltende Schwäche des chinesischen Markts limitieren das Export-Potenzial. Sukzessiv höher laufende Zinsen am Anleihemarkt führen zu teureren Refinanzierungen. Und all das zusammengenommen unterfüttert die Sorge, dass die ab Ende Oktober einlaufenden Ergebnisse des dritten Quartals und, vor allem, die Ausblicke auf den Rest des Jahres insgesamt genommen enttäuschen könnten.
Aber auch die charttechnische Ausgangslage präsentiert sich für das Bären-Lager günstig. Denn alle drei markanten Hochs der seit Mai laufenden Topbildung hatten perfekte Vorlagen im Candlestick-Chart: Das Ende Mai entstandene Hoch entsprang einem „Evening Star“, das zweite aus dem Juli hatte ein „Bearish Engulfing Pattern“ als Basis, das jüngste, das Ende August ausgebildet wurde, wurde ebenfalls durch einen „Evening Star“ ausgelöst. Drei markante Umkehrformationen, die den Eindruck erwecken, dass auf der Oberseite ein sehr schwer zu hebender Deckel liegt.

Zwar könnte sich der Index noch vor einem markanten Abwärtssignal retten, indem er umgehend wieder nach oben dreht. Aber erst, wenn zumindest die momentan bei 32.120 Zählern verlaufende 20-Tage-Linie zurückerobert wäre, wäre wenigstens auf kurzfristiger Ebene erst einmal Entwarnung gegeben. Was zwar grundsätzlich gelingen könnte, aber derzeit ausreichend fraglich ist, um den Gedanken, hier, an dieser charttechnischen Klippe, auf Verdacht und gegen die kurzfristige Tendenz auf der Long-Seite aktiv zu werden, in die Rubrik „verwegen“ bis „leichtsinnig“ einzuordnen.
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 15.09.2026 um 22:04 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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