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Es ist wie beim Autorennen, wenn es um entscheidende Charthürden geht: Rankommen ist oft leicht, vorbeikommen aber ganz und gar nicht. Der TecDAX hat jetzt das entscheidende Hoch des Jahres 2021 erreicht. Springt er … oder stolpert er?
Am 19. November 2021 erreichte der TecDAX mit 4.010,04 Punkten den höchsten Kurs seit dem Platzen der Internetblase. Dieses Hoch bildet damit eine immens wichtige Charthürde, über welcher der Weg für die Bullen – zumindest aus charttechnischer Sicht – dann erst einmal frei wäre. Im Sommer 2025 hatten sich die Käufer schon einmal an diesem Widerstand versucht. Da kam der Index bis 3.994,94 Punkte – und drehte danach scharf nach unten. Jetzt probiert man es also erneut, im Hoch kam der Index gestern bis 4.007,60 Punkte. Die Frage ist:

Taugen die Argumente der Bullen genug, um dieses 2021er-Hoch zu einer Etappe auf dem Weg zu Höherem werden zu lassen, statt als ideale Zielmarke, deren Erreichen oder leichtes Überbieten Gewinnmitnahmen auslöst?
Expertenmeinung: So, wie sich die Gesamtsituation zum einen und das Chartbild zum anderen darstellen, wird man auf die Antwort nicht allzu lange warten müssen. Und grundsätzlich sitzt das bullische Lager nicht so fest im Sattel, wie man sich das wünschen sollte, wollte man einen Ausbruch über das 2021er-Hoch als Einstiegssignal werten.
Denn befeuert wurde die bis zum 2021er-Hoch geführte Rallye nur von zwei Bereichen: den beiden Vertretern der Erneuerbaren Energien Nordex und SMA Solar sowie von allem, was mit Halbleitern in Verbindung zu bringen ist: Infineon, Aixtron, Elmos Semiconductor, SÜSS MicroTec, Jenoptik, Siltronic. Und die meisten dieser Aktien sind sehr stark gelaufen und schon eher teuer bewertet. Hinzu kommt, dass der entscheidende „Booster“, der dazu hätte dienen sollen, die Halbleiter-Titel noch höher zu ziehen, erst einmal versagt hat:
Die am Mittwochabend vorgelegten Quartalszahlen von Nvidia waren stark und implizieren eine weiter steigende Nachfrage im Chipsektor. Aber sie waren offensichtlich nicht so grandios, dass sie die vorbestehenden Erwartungen der bullischen Trader übertroffen hätten … sodass die Nvidia-Aktie den erhofften, großen Satz auf neue Rekorde erst einmal verweigerte und damit auch den TecDAX-Zugpferden die unmittelbaren Argumente entzieht, um den Index nachhaltig über diese Hürde von 4.010 Zählern zu heben.
Daher wäre es sicherlich kein Fehler, ein Scheitern dieses Ausbruchsversuchs als realistische Möglichkeit im Hinterkopf zu behalten und sich in Bezug auf bestehende Long-Positionen dagegen abzusichern … wobei das Chartbild dafür eine ideale Zone anbietet:

Sie sehen im Chart auf Tagesbasis, dass der TecDAX im Vorfeld dieses jüngsten Anstiegs die markante Widerstandszone 3.796 zu 3.858 Punkte überboten hat. Die dient jetzt zusammen mit der kurzfristigen Aufwärtstrendlinie und der zuletzt zweimal effektiv als Sprungbrett dienenden und damit als Support wichtigen 20-Tage-Linie als eine bis 3.770 Zähler nach unten reichende Kreuzunterstützung. Darunter einen Stop-Loss zu platzieren, wäre auf jeden Fall eine Überlegung wert, denn eine klare Sache ist ein Ausbruch nach oben derzeit ganz und gar nicht.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 21.05.2026 um 18:23 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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