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Die Verkündung eines Waffenstillstands sorgte für einen gewaltigen Satz des DAX nach oben. Und noch bleibt, trotz geplatzter erster Verhandlungsrunde, die Chance, dass der Iran-Krieg eine einigermaßen zeitnahe Lösung sieht. Aber das Eis für die Bullen ist definitiv dünn.
Riskant ist die Situation für das bullische Lager im DAX zweifellos. Aber solange absolut nicht vorhersehbar ist, was als Nächstes passiert und die Kurse beeinflusst, gilt das natürlich für beide Seiten. Und für die Käuferseite spricht, dass es immerhin gelungen ist, wieder Tuchfühlung zur wichtigen, im Chart auf Tagesbasis dick schwarz hervorgehobenen 200-Tage-Linie aufzunehmen.

Zwar ist der DAX beim ersten Versuch, diese zu überwinden, in der vergangenen Woche abgewiesen worden. Aber dass das eingangs durchaus beträchtliche Minus des Montags zum Handelsende fast vollständig aufgeholt wurde, zeigt: Das Lager der Käufer hat den Willen, sich durchzusetzen.
Die Chancen wurden in dem Augenblick wieder größer, als die Reaktion auf den Waffenstillstand, der letzten Dienstagabend verkündet wurde, am vergangenen Mittwochmorgen die Rückkehr in die alte Trading-Spanne zwischen 22.943 und 24.771 Punkten bewirkte. Dadurch hatte man die untere Begrenzungszone dieser Range zwischen 22.943 und 23.381 Zählern wieder als Support, an die man sich mit Stop Loss-Orders anlehnen konnte, und eine Chance, bei entsprechenden „Good News“ einen Befreiungsschlag zu erzielen, indem die Widerstandszone 24.266/24.771 Punkte überwunden wird. Im ersten Anlauf misslang das, der DAX wurde an seiner 200-Tage-Linie erst einmal abgewiesen, aber:
Expertenmeinung: Wenn man sich überlegt, dass der Ton gerade wieder rauer wird, nachdem die ersten Verhandlungsversuche am Wochenende unerfreulich schnell scheiterten und der Ölpreis daraufhin wieder anzog, ist es schon beeindruckend, wie effektiv das am Montag eingangs gut 320 Punkte ausmachende Minus zum Xetra-Handelsende um 17:30 Uhr auf nur noch gut 60 Punkte verringert wurde. Zwar gab auch der Ölpreis im Tagesverlauf einen Teil seines zunächst deutlichen Anstiegs wieder ab. Aber außer der Hoffnung, dass die Verhandlungen doch noch effektiv fortgesetzt werden und die US-Blockade iranischer Schiffe in der Straße von Hormus dazu führt, dass Tanker anderer Nationen wieder passieren können, hat dieses Kaufen in fallende Kurse keine Grundlage, sprich: Das ist dünnes Eis.
Aber dieses Eis muss eben nicht zwingend brechen. Und die wichtige 200-Tage-Linie liegt mit derzeit 24.105 Punkten nahe genug, um die Chance zu bieten, binnen eines Tages, idealerweise mit dem Rückenwind ermutigender Entwicklungen im Nahen Osten, doch noch genommen zu werden. Aber erst dann hätte man auf der Long-Seite die Möglichkeit, Stoppkurse relativ eng unter diese Linie nachzuziehen. Bis dahin bewegt sich der DAX inmitten dieser recht breiten Handelsspanne, was aufgrund der hohen Volatilität bedeutet, dass sinnvolle Stop Loss-Absicherungen für die Long- ebenso wie für die Short-Seite außerhalb der Range liegen müssten – und damit unangenehm weit entfernt.
Hinzu kommt aus bullischer Sicht, dass ein Schlusskurs über der 200-Tage-Linie zwar ein Punkterfolg wäre, das Match an sich damit aber trotzdem noch nicht gewonnen ist. Es müsste gelingen, sich auch noch durch diese zwischen 24.266 und 24.771 Punkten liegenden Charthürden hindurchzukämpfen, um ein glaubwürdiges Kaufsignal im DAX zu generieren. Und ob das passiert, ist von einer Nachrichtenlage abhängig, die absolut nicht vorhersehbar ist. Die Käufer agieren hier also wie in einem Minenfeld, so dass als Fazit bleibt:
Der DAX zeigt sich beeindruckend robust, die bullische Seite zeigt, dass man mit ihr zu rechnen hat. Ob die indes imstande ist, die Krise, die über der Weltwirtschaft hängt, tatsächlich „wegzukaufen“, ist fraglich. Hier sollte man lieber auf charttechnische Belege warten und auch dann mit Vorsicht und konsequenten Stopps arbeiten.

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.04.2026 um 21:32 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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