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Brent Crude Oil Prognose Brent Crude Oil: Stop Loss-Lawine?

News: Aktuelle Analyse des Brent Crude Oil Futures

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen des Brent Crude Oil Futures

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.03.2026 um 21:23 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Weltweit werden strategische Ölreserven freigegeben und es wird versucht, die Ölkonzerne davon abzuhalten, die Situation auszunutzen. Zugleich heißt es in Sachen Ölreserve: Wenn nötig, ist mehr da. Doch die Reaktion von Brent Crude Oil und anderen Ölsorten ist auffallend gering.

Es scheint, dass die Trader am Rohölmarkt bezweifeln, dass die Angebots-Engpässe in absehbarer Zeit behoben sind. Dabei wäre es möglich, den Ölbedarf über die weltweit verteilten strategischen Reserven allemal für zwei, drei Wochen alleine zu bestreiten. Und große Förderländer wie die USA oder Norwegen produzieren ungehindert weiter, zugleich muss ja nicht das gesamte Rohöl des Nahen Ostens durch die Straße von Hormus.

Daher hätte man sich eigentlich nicht wundern müssen, wäre der Ölpreis nach dieser „Freigabe-Stafette“ der Ölreserven und den Ankündigungen der USA, die Sache mit der Straße von Hormus zeitnah im Griff zu bekommen, massiven eingebrochen. Doch das passierte nicht, wie der Chart zeigt:

Brent Crude Oil Future: Chart vom 16.03.2026, Kurs 96,54 US-Dollar, Kürzel: COIL | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 16.03.2026, Kurs 96,54 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Zwar zeigt der jetzt als „Frontmonat“ dienende Brent Crude Oil-Future mit Liefertermin Juni ein „bearish engulfing pattern“, was auf kurzfristiger Ebene ein potenziell bärisches Signal wäre. D.h. wir sehen hier eine rote Kerze, deren Kerzenkörper den Körper der Vortages-Kerze komplett einhüllt: Im Plus begonnen, im Minus geschlossen, aber:

Expertenmeinung: Es ist ja schon überraschend genug, dass Brent Crude Oil die Woche nach all den Beteuerungen über das Wochenende überhaupt mit einem Plus begann. Und ein Minus gegenüber dem Freitags-Schlusskurs von 2,4 Prozent ist, nachdem man alle Register gezogen hat, um die Preise zu drücken, so mager, dass man das allemal als einen Sieg der Bullen verbuchen könnte. Aber kann denn der Preis gegen ein kurzfristig deutlich unterfüttertes Angebot auf diesem derart hohen Niveau gehalten werden? Kämpft das bullische Lager da nicht auf verlorenem Posten?

Wenn man sich daran erinnert, dass große Trader so gut wie nie grundsätzlich immer nur bullisch oder bärisch sind, sondern sich nach Beurteilung der Rahmenbedingungen und des Chartbilds individuell für eine Seite entscheiden, kann man bezweifeln, dass die Long-Seite des Markts einfach blind ihre Position verteidigt. Wenn so wenige aussteigen, muss das Gründe haben. Und die ließen sich durchaus herleiten:

Man dürfte hier vermutlich Zweifel hegen, dass die Aussage aus Washington, dass man die Straße von Hormus in Kürze wieder frei haben werde, von der Realität bestätigt wird. Gelingt das nachweislich und wird der Verkehr wieder aufgenommen, würde der Ölpreis vermutlich schnell und weit zurückkommen. Bis dahin aber lässt man womöglich all das, was bislang an Statements aus den USA kam und mittlerweile den Charme eines rotierenden Wegweisers hat, Revue passieren und sagt sich: Abwarten, es könnte womöglich sogar noch schlimmer kommen.

Das muss es zwar nicht. Aber wer jetzt auf die Short-Seite setzten wollte, würde eben eindeutig noch gegen den Trend agieren. Dieses gestrige „bearish engulfing pattern“ reichte nicht einmal aus, um Brent Crude an die steilste, gleitende Durchschnittline zu drücken, die derzeit als Leitstrahl der Bullen eingeordnet werden kann. Diese 10-Tage-Linie verläuft aktuell bei 89,40 US-Dollar. Und selbst wenn der Kurs unter diese Linie fallen sollte: Die nächsten gleitenden Durchschnitte sowie das markante 2025er-Hoch, das für diesen aktuellen Juni-Liefertermin bei 72,50 US-Dollar liegt, würden weitere „Sprungtücher“ für die Bullen bieten. All die hektischen, politischen Aktivitäten der vergangenen Tage haben bislang nicht dazu geführt, dass die Bullen nervös werden – das sollte man, sofern man über die Short-Seite nachdenkt, als Warnhinweis im Hinterkopf haben.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 11.03.2026 um 21:35 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Am Montag geriet der Ölpreis außer Kontrolle, in der Spitze lief Brent Crude bis 120 US-Dollar. Dann kamen Statements von Mr. Trump, die den Kurs drückten – aber der Effekt war nicht nachhaltig. Und dass Brent nicht auf die gestrige IEA-Entscheidung reagierte, war auffällig.

Zu behaupten, der Ölmarkt sei unruhig, wäre wohl die Untertreibung des Monats. Brent Crude Oil und die anderen Ölsorten reagieren auf die kleinsten Nachrichten extrem … und da wird, wie z.B. bei der Falschmeldung des US-Energieministers, der behauptete, die US-Marine habe einen Öltanker durch die Straße von Hormus eskortiert, nicht abgewartet, ob an den Nachrichten etwas dran ist. Zugleich kommt es zu drastischen Kurssprüngen wie am Montagmorgen, als der Ölpreis weit über 100 US-Dollar startete, dann aber förmlich wegbrach, als Donald Trump auf einmal bisherigen Aussagen zum Trotz verkündete, der Krieg mit dem Iran sei quasi abgeschlossen.

Die unmittelbaren Reaktionen sind für Trader nicht zu greifen, man müsste nonstop und hochkonzentriert in Bereitschaft bleiben, um solche Impulse effektiv zu traden. Und das auch in der Nacht, denn Aussagen aus den USA kommen der Zeitverschiebung wegen eben oft weit nach der normalen Handelszeit in Europa. Aber auch Marktteilnehmer, die keine Ambitionen haben, in diesem Hexenkessel mitzumischen, sind davon betroffen, denn die Aktienindizes reagieren wie Spiegel auf die Bewegungen der Ölpreise. Wobei indes eines auffällt:

Expertenmeinung: Der übergeordnete Aufwärtstrend bei Brent Crude Oil wurde durch das „Herunterreden“ der Kurse durch US-Offizielle bislang nicht gebrochen. So erratisch die Sprünge auch sind, wie man in unserem ganz kurzfristigen Chart sehen kann, der Brent Crude Oil seit Montagfrüh auf 15-Minuten-Basis zeigt:

Brent Crude Oil Future: 15-Minuten-Chart vom 11.03.2026, Kurs 92,40 US-Dollar, Kürzel: COIL | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: 15-Minuten-Chart vom 11.03.2026, Kurs 92,40 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Die Tendenz an sich bleibt aufwärts gerichtet. Aktuell ist es die im Chart auf Tagesbasis gelb markierte 10-Tage-Linie, die die Hausse zu führen scheint, vergleichbar mit dem extremen Peak beim Silberpreis unlängst.

Brent Crude Oil Future: Tageschart vom 11.03.2026, Kurs 92,40 US-Dollar, Kürzel: COIL | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Tageschart vom 11.03.2026, Kurs 92,40 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Das alleine deutet an, dass sich die Beschwichtigungen sukzessiv abnutzen. Zumal man seitens Israel hört, dass man dort Mr. Trumps Ansicht über ein sehr baldiges Ende eines bereits klar gewonnenen Konflikts nicht teilt. Aber was gestern besonders auffiel, war die Reaktion auf die Entscheidung der Internationalen Energieagentur (IEA), strategische Reserven in Höhe von 400 Millionen Barrel freizugeben. So viel wie noch nie, das entspricht knapp dem weltweiten Bedarf für vier Tage. Eigentlich hätte man sich nicht wundern müssen, wenn die Ölpreise daraufhin deutlich nachgegeben hätten, weil man schlussfolgert, dass ein Angebotsengpass damit kompensiert wäre. Aber das blieb aus, Brent zuckte nur kurz nach unten, holte diesen Rücksetzer aber binnen weniger Minuten wieder auf – wieso?

Vermutlich, weil man diese Maßnahme auch anders herum sehen kann: Die IEA scheint nicht daran zu glauben, dass die Passage durch die Straße von Hormus bald wieder frei sein wird, denn ansonsten wäre eine derart gewaltige Menge an aus strategischer Reserve freigegebenen Rohöls nicht erforderlich. Und es scheint, dass man am Ölmarkt momentan eher diesen Experten als den stetig wechselnden Aussagen aus Washington vertraut. Und damit bleibt auch der Aufwärtstrend bei Brent Crude Oil bis jetzt grundsätzlich erhalten.

Wir sehen zwar, dass der Kurs auf der 15-Minuten-Ebene (siehe oben) zwei Charthürden bei 95 und 99 US-Dollar vor sich hätte, bevor es erneut zu einer extremen Rallye kommen könnte. Aber dass Brent bislang Tuchfühlung zu diesem Bereich hält und sich sehr deutlich vom bisherigen Wochen-Verlaufstief bei 81 US-Dollar absetzen konnte, zeigt: Das Risiko, dass diese Hausse trotz des abverkauften Exzesses vom Montag die „zweite Luft“ kriegen könnte, bleibt erhalten.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 08.03.2026 um 22:22 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Brent Crude Oil war am Freitagabend 50 Prozent teurer als zu Jahresbeginn. Man könnte auf ein baldiges Ende der Kaufwelle hoffen, indem man darauf verweist, dass das Chartbild eine glasklare Fahnenstange ist … die brechen am Ende immer. Die Frage ist nur: wann und wo?

Eine wilde Spekulationswelle in einer Aktie, bei der extrem viele Akteure in kurzer Zeit glauben, zu egal welchem Preis dabei sein zu müssen, und dadurch eine markttechnisch massiv überkaufte Situation auslösen, die mit einer Überbewertung der Aktie einhergeht, das ist ein klassisches Beispiel für eine sogenannte „Fahnenstange“. Die Kurse steigen immer schneller… Und erfahrene Beobachter erkennen: Das wird am Ende dramatisch schiefgehen. Der Kuranstieg wird in dem Moment, in dem die Käufer nur kurzzeitig zu gering an Zahl sind und zu viele im selben Augenblick Kasse machen wollen, noch schneller in sich zusammenfallen, als es zuvor aufwärts ging.

Genauso sieht auch der Chart von Brent Crude Oil – und allen anderen Rohöl-Sorten – derzeit aus. Aber es gibt einen wichtigen Unterschied:

Expertenmeinung: Wir können im Fall dieser Rohöl-Hausse nicht abschätzen, wie groß der Anteil wilder Zockerei einerseits und der unmittelbaren Notwendigkeit andererseits ist. Wenn Letzteres überwiegt, weil viele große Abnehmer momentan Engpässe erwarten (oder schon real haben) und deswegen höchst unfreiwillig die immer höher laufenden Preise bezahlen, um sicherzustellen, dass sie in ausreichender Menge an den Rohstoff kommen, dann wäre die „Fallhöhe“ für Brent Crude entscheidend davon abhängig, ob die Lieferketten halten oder nicht.

Um das abschätzen zu können, müsste man wissen, ob eine sichere Passage durch die Straße von Hormus bald wieder möglich wäre oder das große Volumen, das normalerweise in Sachen Öl und Gas dort durch muss, längere Zeit über die längeren und damit zugleich teureren Ausweichrouten transportiert werden muss. Was man aber nicht weiß. Ebenso wichtig wären Antworten auf die Frage, ob andere Ölförderländer mit in den Konflikt hineingezogen werden und deren Förderung und/oder der Export von Rohöl dadurch beeinträchtigt würden. Und, natürlich, ob große Förderländer außerhalb der Region, wie die USA oder Norwegen, Ausfälle ihrerseits ausgleichen können bzw. wollen und welche Rolle jetzt russisches Öl spielen könnte.

Antworten gibt es bislang auf keine dieser Fragen, auch nicht für diejenigen, die zu diesen dramatisch gestiegenen Preisen tatsächlich ihren Rohölbedarf mit dem hier gezeigten Futures-Liefertermin Mai sichern müssen. Also?

Brent Crude Oil Future: Chart vom 06.03.2026, Kurs 92,40 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 06.03.2026, Kurs 92,40 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Also haben wir hier zwar eine charttechnische „Fahnenstange“, die jederzeit brechen und dann in einen Selloff übergehen könnte. Aber es ist definitiv nicht abschätzbar, wie nahe wir jetzt bereits am Hochpunkt dran sind. Dies in Verbindung mit dem üblichen „Fahnenstangen-Problem“, dass die nächstgelegene Unterstützung, die ihren Namen wert ist, mittlerweile weit entfernt ist (in unserem Fall das Hoch vom vergangenen Juni bei 74,74 US-Dollar pro Barrel), kann hier nur in ein Fazit münden: Wer nicht Nerven wie Drahtseile hat, wirklich erfahren ist und auch intraday traden kann und will, sollte sich von diesem Bereich derzeit auf jeden Fall fernhalten!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 02.03.2026 um 18:41 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Dass der Preis für Rohöl zum Wochenstart deutlich höher liegen würde als am Freitag, war klar. Was indes in keiner Weise klar ist: Wo wäre jetzt ein „korrekter“ Preis anzusiedeln? Denn niemand kann abschätzen, wie deutlich und wie lange sich die Angebotssituation verändert.

Brent Crude Oil als die für Europa wichtigste Rohöl-Sorte, startete mit über 80 US-Dollar pro Barrel in die Woche, kam dann erst einmal in die Region um 76 US-Dollar zurück, stieg dann aber wieder an und ging in ein hektisches Auf und Ab über. Ausgelöst wurde dieser Veitstanz der Kurse durch die erneuten militärischen Aktionen Israels, der USA und des Irans, soweit besteht Klarheit. Aber damit erschöpft sich der Bereich dessen, den man einschätzen kann, bereits.

Was sich auch daran erkennen lässt, dass einige Großbanken zwar schon am Wochenende mit Einschätzungen aufwarteten, dabei aber mehrere Szenarien präsentierten. Die Frage ist, ob die Straße von Hormus als immens wichtige Transportroute für Rohöl nur kurzfristig nicht zu nutzen ist oder ob sie durch den Iran blockiert wird und längere Zeit als Route ausfällt. Die Frage ist zudem, wie schnell ein dadurch ausgelöstes, zu geringes Angebot an Rohöl durch andere Förderländer ausgeglichen werden kann bzw. ob diese das auch wollen. Denn eines sollte man natürlich im Hinterkopf haben:

Expertenmeinung: Deutlich höhere Ölpreise bedeuten für die Förderländer deutlich höhere Gewinnmargen. Und die Nachfrage sinkt ja nicht. Warum also sollten z. B. die OPEC-Länder allzu sehr darauf bedacht sein, den Preis schnell zu drücken, indem sie den Hahn massiv aufdrehen? Dass man seitens der OPEC am Wochenende mitteilte, man werde die Fördermenge ab April um 206.000 Barrel pro Tag anheben, macht das schon deutlich. Denn angesichts einer derzeitigen, weltweiten Fördermenge von um die 100 Millionen Barrel pro Tag ist diese Größenordnung nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein.

Hinzu kommt, dass man einen solchen höheren Output ja auch erst einmal zu den Abnehmern bringen müsste, wodurch die Straße von Hormus als aktuell brandgefährliches Nadelöhr erneut ins Spiel kommt.

Grundsätzlich muss man davon ausgehen, dass es in Bezug auf die Veränderung der Angebot-/Nachfrage-Relation vorerst keine klaren Fakten geben wird. Die weitere Entwicklung dieses Konflikts ist offen, der Ölpreis damit unberechenbar … und sollte mit immenser Vorsicht oder, wenn man nicht explizit ein erfahrener Trader mit hoher Risikobereitschaft ist, sogar gar nicht angegangen werden, denn:

Der (Stand am frühen Montagabend) gelungene Sprung über die beiden markantesten Hochs des Vorjahres bei 72,73 und 74,74 US-Dollar, bezogen auf den hier abgebildeten, aktuellsten Futures-Liefertermin Mai, ist zwar aus charttechnischer Sicht ein eindeutig bullisches Signal. Aber je nachdem, welche Nachrichten in den kommenden Tagen und Wochen kommen, kann die Charttechnik da ganz schnell ins zweite Glied zurücktreten und eine im Normalfall solide Unterstützung wie dieser Bereich 72,73 bis 74,74 US-Dollar problemlos brechen. Man kann es nicht vorhersagen, daher ist hier derzeit größte Vorsicht geboten!

Brent Crude Oil Future: Chart vom 02.03.2026, Kurs 77,05 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 02.03.2026, Kurs 77,05 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS
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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 18.02.2026 um 22:41 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Brent Crude Oil hat die Handelsspanne der letzten Wochen noch nicht nach oben verlassen, schloss aber genau an deren oberem Ende – was so noch nicht gelungen war. Das bullische Lager steht bereit für den Ausbruch – und alles steht und fällt dabei mit der Iran-Thematik.

Die Zwischenhochs vom September dienten in den vergangenen drei Wochen als effektiver Support. Es gab zu keinem Zeitpunkt den ernsthaften Versuch einer Korrektur, die den Ölpreis (hier die für Europa wichtigste Sorte Brent Crude) an die mittelfristig zwischen bullisch und bärisch trennende Scheidemarke in Form der gleitenden Durchschnitte der letzten 50, 100 und 200 Börsentage hätte drücken können. Der Grund:

Man setzt zum einen darauf, dass das Ende vergangenen Jahres von mehreren Institutionen für 2026 vermutete Überangebot nicht zum Tragen kommen wird, weil das Wirtschaftswachstum weltweit höher ausfallen könnte, da größere, negative Folgen der US-Einfuhrzölle bislang ausgeblieben sind. Und zum anderen, weil die Situation im Nahen Osten weit von einer nachhaltigen, vertrauenerweckenden Beruhigung entfernt ist. Wofür derzeit nicht zuletzt die USA sorgen, denn:

Expertenmeinung: Weiterhin wartet man auf klare Aussagen zum Stand der Dinge bei den Atomverhandlungen mit dem Iran. Und je länger es dauert, desto größer wird in den Augen der Trader die Wahrscheinlichkeit einer militärischen Intervention durch die USA. Gerade erst sagte US-Vizepräsident Vance, dass die bisherigen Gespräche zwar teilweise gut verlaufen seien, der Iran aber die „roten Linien“ des US-Präsidenten weiterhin nicht anerkennen. Das ist „Futter“ für das bullische Lager am Rohöl-Markt.

Und man bringt sich schon mal in Position … ein Signal dafür, dass ein neuer Impuls unmittelbar vor der Tür steht und die Bullen diejenigen sind, die die Sache für sich entscheiden wollen. Wir sehen im Chartbild, dass Brent Crude Oil zwar am Mittwochabend „nur“ am oberen Ende der aktuellen Handelsspanne geschlossen hat. Aber erstmals gelang es, über der Widerstandslinie in Form des Ende Juli entstandenen Peaks bei 69,77 US-Dollar zu schließen. Bei den beiden vorangegangenen Anläufen wurde Brent Crude in beiden Fällen zum Handelsende wieder unter diese Linie gedrückt – diesmal nicht. Aber:

Damit ist die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs nach oben mit nächstem Kursziel bei 75,15 US-Dollar (das Jahres-Verlaufshoch 2025) zwar höher als die eines Wassertretens an dieser charttechnischen Entscheidungsmarke oder als eines Abdrehens nach unten.

Aber unmöglich sind diese beiden alternativen Szenarien keineswegs – es wird schlicht davon abhängen, wie sich die Lage in den kommenden Tagen darstellt. Ohne entsprechenden Rückhalt auf der Nachrichtenseite einem Ausbruch nach oben vorzugreifen, wäre daher ein unkalkulierbar hohes Risiko. Besser wäre, diese sich anbahnende Richtungsentscheidung abzuwarten, um dann abwägen zu können, ob einem das charttechnische Potenzial nach einer ersten, meist ja binnen Minuten vollzogenen Reaktion noch ausreichend erscheint, um selbst aktiv zu werden. Da könnte, wenn einem die Sache eher vage vorkommt, ein gezieltes Wegbleiben durchaus die beste Lösung sein.

Aussicht: neutral

Brent Crude Oil Future: Chart vom 18.02.2026, Kurs 70,19 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 18.02.2026, Kurs 70,19 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS
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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.