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Nach verlängerten Fristen und angeblichen Verhandlungen erwägt Donald Trump angeblich jetzt, die Kampfhandlungen von sich aus zu beenden. Doch Brent Crude Oil fällt bislang nur zögerlich. Es scheint, dass viele den Aussagen aus Washington nicht mehr glauben mögen.
Wobei beileibe nicht die spekulativen Akteure alleine dafür sorgen, dass Brent Crude Oil und andere wichtige Rohölsorten nur zögerlich nachgeben und insgesamt weiter im Aufwärtstrend verharren, Rücksetzer zuletzt immer kleiner wurden und der Kurs weiterhin recht nahe am bisherigen Jahresverlaufshoch von 116,08 US-Dollar pro Barrel notiert.
Es sind auch und womöglich gerade die Unternehmen mit hohem Energiebedarf, die in dieser Situation einfach zusehen müssen, dass sie den Ölbedarf für die kommenden Wochen und Monate sicher haben. Einfach, weil sie nicht abschätzen können, ob es nicht doch zu einer ggf. länger anhaltenden Verknappung kommt, die dann sogar dazu führt, dass nicht genug Öl für alle am Markt verfügbar ist. Und wenn das passiert, wenn die Produktion deshalb zum Erliegen käme, käme das eben teurer, als jetzt in diesen äußerst sauren Apfel zu beißen und sich die Lieferung mit Termin Juni zu derart hohen Preisen zu sichern.
Und das führt letzten Endes zum Grund, wieso die Aussagen aus dem Weißen Haus bislang nicht funktionieren, was das Drücken der Ölpreise angeht:
Expertenmeinung: Diejenigen, die ihren Ölbedarf sichern müssen, können sich nicht auf warme Worte verlassen. Auch nicht, wenn der US-Präsident ein ums andere Mal verkündet, der Krieg sei bald vorüber, die Straße von Hormus bald wieder frei und der Iran habe im Rahmen der Verhandlungen bereits mehreren Punkten des Trumpschen 15-Punkte-Plans zugestimmt. Nicht, solange vom Iran aus weiter Raketen abgeschossen werden und aus Teheran mitgeteilt wird, man habe auf den Plan noch gar nicht geantwortet.
Und auch die kolportierten Überlegungen im Weißen Haus, die entscheidenden „Kriegsziele“ als erfüllt zu deklarieren und die Kampfhandlungen einzustellen, werfen zu viele Fragen auf. Selbst, wenn aus Überlegungen Entscheidungen würden: Solange das US-Militär dort noch massiv präsent ist und die Bodentruppen vor Ort bleiben, könnte man es sich jederzeit anders überlegen. Und Zickzack-Kurse hatte man ja aus dieser Richtung schon oft genug gesehen.
Je länger Beteuerungen nicht zur Realität werden, desto tiefer sinkt das Vertrauen in solche Aussagen. Dass die Reaktionen bei Brent Crude mit jedem Versuch des Weißen Hauses, den Preis „herunterzureden“, kleiner wurden, unterstreicht das.
Der Trend weist bei Brent Crude bis jetzt stur aufwärts. Es bräuchte zumindest einen Schlusskurs unterhalb der im Chart rot gehaltenen 20-Tage-Linie bei derzeit 97 US-Dollar und idealerweise auch unter dem letzten, markanteren Zwischentief vom 23. März bei 91,70 US-Dollar, um eine Basis für eine nennenswerte Abwärtskorrektur zu haben.

Eine echte Entwarnung, die bullische Spekulanten zum Ausstieg bringen würde, wäre aber erst gegeben, wenn die Nachrichtenlage das unterstützen würde … und danach sieht es, wie wir wissen, im Augenblick noch nicht aus. Ohne klare Argumente seitens der Charttechnik und der Nachrichtenlage bleiben Trades auf der Short-Seite halsbrecherisch. Und gerade, weil das so offenkundig ist, haben die Bullen, von den Sorgen der Unternehmen bzgl. ihres Energiebedarfs noch unterstützt, bislang noch leichtes Spiel.
Aussicht: Neutral
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