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Brent Crude Oil Prognose Brent Crude Oil: Erste bärische Kursziele kommen in Reichweite

News: Aktuelle Analyse des Brent Crude Oil Futures

In diesem Artikel
Brent Crude Oil
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Ticker: COIL
|
Währung: USD
|
Börse: --
Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).

Da es eigentlich auch in der aktuellen Situation noch Monate dauern könnte, bis sich die Rohöl-Versorgung normalisiert, mag es überraschen, dass so viele Trader bei Brent Crude Oil bereits ins Bären-Lager übergelaufen sind. Es kommen sogar erste, bärische Kursziele in Reichweite.

Bisweilen tut man am Markt etwas, das zumindest so aussieht, als würde man dem Anspruch genügen, dort die Zukunft vorwegzunehmen. Richtiger ist eigentlich, dass die Marktteilnehmer mehrheitlich Trends generieren, die eine Zukunft vorwegnehmen, so, wie sie sie gerne hätten. Denn schließlich weiß niemand, wie sich die Lage in einem, zwei oder drei Monaten wirklich präsentieren wird. Dazu gibt es zu viel Unvorhersehbares. Auch und gerade, wenn es um Rohöl geht.

Aber ein fallender Ölpreis ist eben etwas, das sich eine erdrückende Mehrheit erhofft. Ob als Unternehmen, ob als Privathaushalt und, mit Blick auf den Druck, den hohe Ölpreise auf den Aktienmarkt auslösen können, tendenziell auch als Trader. Also?

Expertenmeinung: Also ist die Zukunft, die man bei Brent Crude Oil gerade vorwegnimmt, eine, die eine umgehende Normalisierung der Angebots-/Nachfrage-Situation einpreist … mit der Hoffnung auf einen wegen der OPEC-Fördermengenausweitung sogar leichten Überhang beim Angebot. Dass es da allerhand Widrigkeiten und Stolpersteine gibt, ist richtig. Aber nicht, wenn die Spekulation einen Trend bis zum Exzess ausreizen will. Und möglich wäre das bei Brent Crude Oil mit Blick auf das Chartbild durchaus.

Brent Crude Oil Future: Chart vom 24.06.2026, Kurs 73,81 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 24.06.2026, Kurs 73,81 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Wir sehen da, dass der Ölpreis jetzt auch das markante Zwischentief aus dem April (beim im jetzt aktuellsten Future mit Liefertermin September liegt diese Marke bei 78,08 US-Dollar) unterboten und damit eine Toppbildung vollendet hat. Dabei ist für die Einschätzung, wie dominant die Trader auf der Short-Seite momentan sind, auch relevant, wie das zustande kam.

Denn das passierte nicht nur zügig, sondern auch auffällig präzise an gleitenden Durchschnittslinien entlang, die üblicherweise als Leitstrahl für kurzfristige Trader herhalten. Schon Anfang des Monats fiel auf, dass Brent Crude mehrfach an der im Chart rot gehaltenen 20-Tage-Linie abgeprallt war. Das leitete in einen Abwärtsimpuls über, der die (im Chart lila gehaltene) 100-Tage-Linie auch noch durchbrach. Der Abwärtsimpuls intensivierte sich … und wir sehen jetzt, dass die 10-Tage-Linie (orange) die Funktion des Leitstrahls übernommen hat.

Das identifiziert einen sehr dynamischen, von Trading geprägten Trend, der aber auch leicht überziehen und zu Gegenbewegungen führen kann. Das Erreichen des ersten potenziellen Kursziels in Form der bei aktuell 70,41 US-Dollar verlaufenden 200-Tage-Linie könnte eine solche Gegenbewegung bereits auslösen. Im Extremfall könnte Brent Crude aber bis an das größere Ziel in Form des Juni-Hochs des Vorjahres bei 65,84 US-Dollar weiterlaufen.

Wie weit der Trendimpuls am Ende kommen wird, ist nicht vorhersagbar. Klar wird aber: Die Bären dominieren die Sache jetzt, sich gegen den Trend zu stellen, wäre mehr als verwegen. Um Brent Crude Oil wieder in einen bullischen Status zu heben, müsste der Kurs mindestens das April-Tief sowie die 10-Tage- und die 20-Tage-Linie zurückerobern. Dazu bräuchte es derzeit Schlusskurse über 86,50 US-Dollar … und, idealerweise, auch neue Argumente für die Trader, um zurück auf die Long-Seite zu wechseln. Das kann kommen, muss es aber nicht, daher sollte man besser den alten Trader-Rat beherzigen: „The trend is your friend“ … und der weist momentan eben nach unten.

Informationen zum / zu den auf dieser Seite genannten Produkt(en) finden Sie hier: PRIIPs / KIDs CME Futures

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 25.06.2026 um 7:43 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Alle Börsenblick Artikel

Vorherige Analysen der Brent Crude Oil Aktie

16.06.2026
08:14 Uhr

Brent Crude Oil: Das war die Entscheidung … oder? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 15.06.2026 um 23:17 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Ab Freitag soll die Straße von Hormus wieder frei befahrbar sein. Gerade noch rechtzeitig, um eine ernste Verknappung bei Rohöl zu vermeiden. Auf Basis dieser Nachricht rutschte Brent Crude Oil zum Wochenstart erneut ab. Damit sind die Bullen aus dem Feld geschlagen – oder?

Das könnte man unterstellen, wenn man sicher sein dürfte, dass jetzt dauerhaft freie Fahrt herrscht. Aber darf man das? Was jetzt als „Friedensabkommen“ gefeiert wird, ist ja bislang nur eine Vereinbarung darüber, binnen 60 Tagen eine endgültige Einigung erzielen zu wollen, also eine Art „Rahmenabkommen für Verhandlungen“. Und soweit man weiß – dieses Abkommen soll ja erst am Freitag unterzeichnet werden – klammert man das Thema des angereicherten Urans bislang aus, weil man sonst auch jetzt noch nichts zu Papier hätte bringen können. Der Streit kann also jederzeit wieder eskalieren und auf die militärische Ebene zurückkehren.

Das, was man jetzt durch nachgebende Ölpreise einpreist, ist eher eine Beruhigung auf Bewährung. Dem Braten kann man also nicht so recht trauen … allerdings sollte man auch einen anderen Aspekt sehen:

Expertenmeinung: Sollte es doch wieder zu Angriffen kommen, muss das die Rohölversorgung nicht zwingend wieder auf den alten Stand zurückwerfen. Beide Seiten haben sich mit der Blockade der Passage von Frachtschiffen selbst ins Knie geschossen. Und dieses Abkommen ist eine Chance, aus dieser Klemme herauszukommen. Jetzt, da beiden Parteien bewusst ist, wie fatal sich dieser gegenseitige „Unterpfand“ der Kontrolle der Straße von Hormus auswirkt, dürfte man sich eher hüten, sich noch einmal in ein solches Patt drängen zu lassen. Sich als Anleger sicher darauf zu verlassen, wäre hochriskant … aber das müsste man ja auch nicht, denn das Chartbild von Brent Crude Oil bietet gute Ankerpunkte, an denen man sich als Trader orientieren könnte.

Brent Crude Oil: Chart vom 15.06.2026, Kurs 83,26 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil: Chart vom 15.06.2026, Kurs 83,26 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Wir sehen, dass der gestrige Abwärtsimpuls den Kurs jetzt auch unter die 100-Tage-Linie gedrückt hat. Unter dieser Linie hatte Brent Crude zuletzt Anfang Januar notiert. Um ein mittelfristig bärisches Signal zu generieren, müsste jetzt noch das April-Zwischentief, das im hier abgebildeten Futures-Kontrakt mit Liefertermin August bei 78,96 US-Dollar liegt, unterboten werden. Das nächste, darunter verlaufende charttechnische Kursziel wäre dann die in Gelb gehaltene 200-Tage-Linie bei aktuell 70,44 US-Dollar.

Für die Gegenrichtung gilt: Sollte man sich in Sachen Hoffnung zu weit aus dem Fenster gelehnt haben und Brent Crude wieder nach oben drehen, würde daraus erst dann ein bullisches Signal, wenn es gelingen sollte, die gleitenden Durchschnitte der letzten 10, 20 und 50 Handelstage zurückzuerobern. Dazu müsste der Kurs über 96,25 US-Dollar steigen, wobei diese drei gleitenden Durchschnitte sukzessiv nach unten laufen.

Die Bullen sind derzeit klar in der Defensive, aber ob sie wirklich geschlagen werden, hängt – wie zuletzt ja permanent – von der Nachrichtenlage ab. Und die wird vermutlich noch so manche Überraschung bereithalten, positive wie negative. Daher wäre eine konsequente und „meinungsfreie“ Ausrichtung an diesem charttechnisch ja durchaus „griffigen“ Chartbild unbedingt zu überlegen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

10.06.2026
08:13 Uhr

Brent Crude Oil: Geht den Bullen womöglich die Puste aus? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 09.06.2026 um 22:11 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Luftschläge der USA gegen den Iran, iranische Raketen, die auf Israel abgefeuert werden, eine angekündigte Vergeltung für einen abgeschossenen US-Hubschrauber … und der Ölpreis macht keinen Satz nach oben? Geht den Bullen womöglich die Puste aus?

Es ist nie klar erkennbar, ob bei den großen Ölsorten wie Brent Crude Oil gerade nach und nach Long-Positionen abgebaut werden oder die ersten Trader ganz gezielt auf der Short-Seite attackieren. Daher ist die Motivation hinter dem derzeitigen Kursverhalten offen … so dass man sich vor Aussagen wie „die Bullen geben auf“ tunlichst hüten sollte. Wobei das nicht nur für Rohöl gelten würde. Aber es ist schon auffällig, dieses Chartbild:

Wir sehen, dass die obengenannten Ereignisse, die noch vor wenigen Wochen höchstwahrscheinlich jedes einzelne für einen kräftigen Satz des Kurses nach oben gesorgt hätten, verpuffen. Brent Crude Oil läuft in einer volatilen Seitwärtsrange, wobei aber mittlerweile die ganz kurzfristigen, gleitenden Durchschnittslinien der letzten 10, 20 und 50 Handelstage über dem Schlusskurs des Dienstags liegen.

Brent Crude Oil: Chart vom 09.06.2026, Kurs 91,42 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil: Chart vom 09.06.2026, Kurs 91,42 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Auffällig ist da vor allem die im Chart rot gehaltene 20-Tage-Linie, weil sie von den Tradern oft als Leitstrahl gesehen und genutzt wird. Und an dieser Linie hatte Brent am vergangenen Mittwoch ebenso wie am Montag nach unten abgedreht. Das deutet in der Tat darauf hin, dass die Bullen, zumindest im Augenblick, offenbar nicht mehr attackieren wollen, die ersten womöglich sogar schon auf die Short-Seite gewechselt sind. Aber noch ist daraus keine Abwärtswende entstanden, es könnte nur eine werden, wenn …

… zunächst das Zwischentief von Ende Mai bei 89,93 US-Dollar klar unterboten wurde (das am Dienstag erst einmal auf Closing-Basis hielt) und dann die auf mittelfristiger Ebene entscheidende Supportlinie in Form des April-Tiefs bei 78,96 US-Dollar fällt (bezogen auf den hier abgebildeten Futures-Kontrakt mit Liefertermin August, dessen Laufzeit als nächstes endet). Was könnte dafür sprechen, dass das tatsächlich gelingt, auch, wenn es weiterhin zu keiner Einigung zwischen dem Iran und den USA käme?

Der Ölpreis könnte dann ein gutes Stück tiefer laufen, wenn man am Markt zu der Überzeugung gelangen würde, dass der zwar immer noch magere, aber zumindest in Teilen wieder erfolgende Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus in Verbindung mit der Freigabe strategischer Ölreserven, einer sinkenden Nachfrage und der Nutzung alternativer Versorgungsrouten ausreicht, um einen nennenswerten Engpass für die nächsten Monate zu vermeiden. Dann wäre eine Abwärtswende auch ohne „Deal“ mit dem Iran zumindest nicht unmöglich, aber:

Bevor Brent Crude nicht dieses markante April-Tief unterboten hat, könnten die Bullen jederzeit zurückkommen. Und sobald der Kurs diese 20-Tage-Linie, aktuell bei 97,90 US-Dollar, wieder klar nach oben durchbrechen würde, wäre die Chance auf eine echte Abwärtswende vorerst vom Tisch.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

02.06.2026
08:24 Uhr

Brent Crude Oil: Kommt es jetzt zum Showdown? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 01.06.2026 um 22:20 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Iran setzt die Verhandlungen mit den USA vorerst aus, der Ölpreis steigt. Die geschürte Hoffnung, es käme bald zu einer Einigung und die Straße von Hormus sei schnell wieder offen, bröckelt erheblich. Aber noch bleibt Brent Crude Oil charttechnisch in der Schwebe … noch!

Es war also mal wieder nichts: Die Aussage des US-Präsidenten am Pfingstsamstag, man habe sich mit dem Iran auf ein Grundsatzpapier geeinigt, das eine Verlängerung der Waffenruhe und konkrete Verhandlungen einleiten werde, es seien nur noch ein paar Details zu klären, hat sich als falsch erwiesen.

Bemerkenswert ist indes, dass der Ölpreis auf Basis dieser Aussagen nach Pfingsten kräftig nachgab, seither aber kein neuer Aufwärtsschub erfolgte. Obwohl es sogar zu neuen Angriffen auf militärische Ziele im Iran kam, Mr. Trump sich mehrfach mit den Verhandlungen unzufrieden zeigte, die Vorgaben am Wochenende verschärfen wollte und der Iran jetzt sogar die über Dritte ablaufenden Verhandlungen erst einmal einstellt. Brent Crude stieg auf letztere Nachricht zwar, aber nicht so sehr, dass das charttechnisch bereits relevant wäre. Wie kann das angehen?

Expertenmeinung: Gut möglich wäre, dass die Trader aus den täglichen Meldungen des Irans Hoffnung schöpfen, wie viele Frachtschiffe mit dem Plazet der iranischen Seite die Straße von Hormus passiert haben. Die Frage ist nur, wie stabil dieser Strohhalm ist, denn wenn mal 15, mal 25, mal 35 Schiffe durchgelassen werden, ist das eben im Vergleich zu den 100 bis 130 Schiffen, die vor dem Beginn des Konflikts durch die Meerenge fuhren, wenig. Für die Normalisierung der Ölversorgung zu wenig.

Grundsätzlich ließe sich auch argumentieren, dass diese Misere nicht mehr lange dauern kann, weil beide Seiten davon nur Nachteile haben. Das würde jedoch voraussetzen, dass beide Parteien rational und emotionslos handeln und entscheiden. Und dass das nicht der Fall ist und das wohl kaum von eben auf gleich anders wird, dürfte den meisten Akteuren am Rohöl-Markt klar sein.

Trotzdem bleibt ein neuer Aufwärtsimpuls bislang aus. Immer dann, wenn es bei Brent Crude Oil über die 100 US-Dollar pro Barrel ging, dauerte es bislang nicht lange, bis Abgabedruck aufkam. Hinzu kommt, dass Brent Crude zwar mit steigenden Kursen auf das Aussetzen der Verhandlungen durch den Iran reagierte, die charttechnische Barriere, die vor dieser emotionalen 100-Dollar-Marke liegt, dadurch aber noch nicht überboten hat: den Kreuzwiderstand aus den gleitenden Durchschnitten der letzten 10, 20 und 50 Handelstage im Bereich 96,75 bis 99,82 US-Dollar. Ginge Brent Crude Oil da nach oben durch und würde sich dann ein paar Tage lang über 100 US-Dollar halten, wären die Bullen zurück im Spiel.

Brent Crude Oil: Chart vom 01.06.2026, Kurs 95,35 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil: Chart vom 01.06.2026, Kurs 95,35 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Dass sie das momentan nicht sind, heißt aber nicht, dass Brent Crude bärisch wäre. Dazu müsste der Kurs zunächst die 100-Tage-Linie bei derzeit 82 US-Dollar und danach das markante Zwischentief vom 17. April bei 78,96 US-Dollar (bezogen auf den Future mit Liefertermin August, den wir hier zeigen) unterbieten. Kurz:

Ausgerechnet der Ölpreis, der Ankerpunkt für das derzeitige Börsengeschehen, sitzt momentan zwischen zwei Stühlen fest. Wer die Trader kennt, ahnt: Das können und werden sie nicht so stehen lassen. Hier wird sich in nächster Zeit einiges tun, genug, um Brent Crude Oil im Auge zu behalten, sei es als Basis für Trades in diesem Asset selbst oder in seiner Funktion als „Wegweiser“ für andere Märkte.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

21.05.2026
08:28 Uhr

Brent Crude Oil: Die Nerven, die Nerven … — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 20.05.2026 um 22:06 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Es ist viel Geld im Spiel am Ölmarkt. Zudem hängt die gesamte Weltwirtschaft am Auf und Ab des Ölpreises. Und die Nerven der Investoren werden jetzt schon fast drei Monate strapaziert. Kein Wunder, dass man mittlerweile auf jedes Zucken des Nachrichtentickers reagiert.

Die Weltwirtschaft steuert auf ernste Probleme zu, wenn die Straße von Hormus nicht sehr, sehr bald wieder frei befahrbar ist. Ein deutlicher Abstieg bei den Kursen der wichtigsten Ölsorten wie Brent Crude Oil ist daher etwas, was sich das Gros der Marktteilnehmer dringend wünscht. Zumal der Aktienmarkt auf einem Level angekommen ist, auf dem ihm nur dann nicht jederzeit der Boden unter den Füßen entzogen werden könnte, wenn Rohöl eine Abwärtswende vollzieht. Und zwar eine nachhaltige. Und das schnell.

Brent Crude Oil Future: Chart vom 20.05.2026, Kurs 104,92 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 20.05.2026, Kurs 104,92 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Doch wir sehen es im Chart: Noch ist davon nichts zu sehen. Die Schwankungen sind erheblich, aber sie spielen sich auf einem deutlich höheren Niveau ab als das, was man gerne sehen würde. Kein Wunder, dass immer mehr Akteure Nerven zeigen und auch bei Nachrichten drastisch reagieren, die tendenziell gar keine sind. Zumindest keine, die eine glaubwürdige Veränderung für den Ölpreis darstellen würden – so auch gestern:

Expertenmeinung: In dem Moment, als die iranische Nachrichtenagentur Tasnim gestern Nachmittag mitteilte, dass in den vergangenen 24 Stunden 26 Frachtschiffe in Koordination mit den iranischen Revolutionsgarden die Straße von Hormus passiert hätten, brach der Kurs von Brent Crude Oil binnen kürzester Zeit deutlich ein. Sicher, das wirkte im ersten Moment, als sei man gerade auf dem Weg zu einer Normalisierung. Aber ist man das wirklich?

Vor Beginn des Iran-Krieges fuhren täglich über 100 Frachter durch die Meerenge. 26 helfen da herzlich wenig. Zumal man sich fragen könnte: Wollten es nicht die USA sein, die kontrollieren, wer da durchfährt und wer nicht? Was da gemeldet wurde, ist, wenn es zutreffen sollte, nur ein Tropfen auf einen mittlerweile sehr heißen Stein.

Auch die Aussage des US-Präsidenten, man sei mit den Verhandlungen mit dem Iran „in einer finalen Phase“ sorgte für Druck auf den Ölpreis. Aber so etwas hört man nicht zum ersten Mal. Und hatte nicht genau dieser Präsident gerade erst am Montagabend verkündet, er habe in allerletzter Minute vor einem „sehr großen Angriff“ entschieden, diesen erst einmal auszusetzen? Ein Angriff, der zweifellos erfolgen sollte (wenn er denn wirklich bevorstand), weil diese Verhandlungen weiter zu nichts führen?

Am Ölmarkt werden die Nerven dünner. Man beginnt zu glauben, was man glauben will, auch abseits belastbarer Fakten. Das bedeutet immer größer werdende Risiken, die Trader, die dem Nachrichtenticker folgen, eingehen. Daher würde es sich hier unbedingt anbieten, konsequent erst dann und mit kontrolliertem Kapitaleinsatz über eine Positionierung oder das Drehen einer bestehenden Position nachzudenken, wenn das Chartbild das hergibt.

Und wir sehen es ja: Brent Crude Oil sackt immer mal wieder durch, zieht bislang aber schnell wieder an. Irgendwann wird Brent Crude nachhaltig abwärts drehen und deutlicher fallen, keine Frage. Aber noch ist der Trend unter dem Strich eben aufwärts gerichtet. Erst, wenn die zuletzt in den Fokus gerückte, im Chart blau gehaltene 50-Tage-Linie eindeutig und auf Schlusskursbasis fallen sollte, wären Zweifel angebracht, ob „Long“ noch die richtige Seite ist. Oberhalb dieses gleitenden Durchschnitts sind Short-Attacken weiterhin eine gefährliche Sache.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

08.05.2026
08:02 Uhr

Brent Crude Oil: Große Hoffnungen, kleine Chancen? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 07.05.2026 um 22:54 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

In der Spitze gab Brent Crude Oil vom Wochenhoch des Montags bis zu 20 US-Dollar nach. Das wirkt, als wäre das Gröbste jetzt überstanden. Aber der Schein könnte trügen – bezogen auf die Rahmenbedingungen ebenso wie auf das Chartbild. Denn noch bleibt Brent bullisch.

Hinsichtlich der für die Tendenz des Rohöls entscheidenden Rahmenbedingungen tappen die Marktteilnehmer weiterhin im Dunklen. Am Dienstag schien es, als könnte sich die Krise schnell lösen lassen, nachdem der US-Präsident mitteilte, dass sein gerade erst einen Tag vorher verkündetes „Project Freedom“ erst einmal ausgesetzt würde, weil man mit den Verhandlungen mit dem Iran so weit gediehen sei, dass eine Einigung sehr bald möglich sei. Daraufhin begannen die Kurse der wichtigsten Ölsorten rasant zu fallen, nur:

In der Nacht zum Donnerstag kamen wieder die alten Drohungen, dass es zu massiven Zerstörungen kommen werde, wenn der Iran nicht bald einem „Deal“ zustimmen würde. Was den Gedanken aufkommen lässt, dass die Eskortierung von Frachtschiffen nur deswegen ausgesetzt worden sein könnte, weil man im Weißen Haus eingesehen hat, dass ein sicheres Geleit einfach nicht sicherzustellen ist. Was den Verdacht schürt, dass man in Sachen Einigung eigentlich keinen Schritt weiter ist als in der Vorwoche.

Was ist jetzt denn nun Fakt? Man weiß es nicht. Was man aber wissen kann, zumal das zahlreiche Experten und Institute so kommuniziert haben: Selbst wenn es umgehend zu einer tragfähigen Einigung käme und die Passage für die festsitzenden Frachter umgehend freigegeben würde, sind doch so viele Zerstörungen in Bezug auf die Produktion und die Logistik angerichtet worden – und das in den meisten Ländern der Region –, dass es grundsätzlich auf Monate hinaus zu einem Nachfrageüberhang kommen würde, was hieße:

Expertenmeinung: Eine Rückkehr des Kurses von Brent Crude Oil auf das Level vor dem Angriff auf den Iran wäre vorerst wenig wahrscheinlich, das Abwärtspotenzial also begrenzt. Damit wären die jetzt auch auf den Aktienmarkt projizierten großen Hoffnungen auf einen „Deal“ und in dessen Folge deutlich und nachhaltig fallende Ölpreise bislang eher mit kleinen Chancen versehen. Und das Chartbild von Brent Crude spiegelt das auch durchaus wider, denn so kräftig der Abstieg der vergangenen Tage auch war: Für ein bärisches Signal hat er bis jetzt nicht sorgen können.

Der Chart zeigt, dass die Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Konflikts zwar den Ausbruch über das März-Hoch abgefangen haben, wodurch Brent Crude Oil wieder in die vorherige Handelsspanne zurückfiel. Aber ein „Deckel“ ist deswegen noch lange nicht drauf. Sollte es zu entsprechend unguten Nachrichten kommen, kann der Kurs jederzeit erneut nach oben ausbrechen. Denn noch hat er als einzige der vier derzeit entscheidenden gleitenden Durchschnittslinien nur die kurzfristigste von allen, die 10-Tage-Linie, unterboten. Am Mittwoch ebenso wie am Donnerstag wurde die 20-Tage-Linie zwar intraday unterboten, zum Handelsende indes jeweils wieder überschritten.

Brent Crude Oil Future: Chart vom 07.05.2026, Kurs 101,49 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 07.05.2026, Kurs 101,49 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Auffällig ist auch, dass die 50-Tage-Linie (im Chartbild blau), die beim bislang tiefsten Kurs seit Anfang März, der Mitte April bei 81,40 US-Dollar erreicht wurde, ein zuverlässiges Sprungbrett für die Bullen war, schnell von unten als zusätzlicher Support heranläuft. Der Weg nach unten wäre auch darunter noch von mehreren potenziell soliden Auffanglinien erschwert, daher: Hier Short-Trades aufzubauen hieße, einer Entwicklung vorzugreifen, die weder von der Nachrichtenlage noch vom Chartbild bislang Unterstützung bekäme – das wäre eine äußerst verwegene Wette mit aktuell eher geringen Chancen, sie zu gewinnen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

30.04.2026
08:22 Uhr

Brent Crude Oil: Das Warnsignal ist an, aber kaum einer scheint hinzuschauen — Ronald Gehrt

17.04.2026
08:20 Uhr

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01.04.2026
08:32 Uhr

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24.03.2026
08:28 Uhr

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17.03.2026
08:19 Uhr

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12.03.2026
08:25 Uhr

Brent Crude Oil: Diese Reaktion war auffällig — Ronald Gehrt

09.03.2026
08:28 Uhr

Brent Crude Oil: Fahnenstange? Ja, aber das allein hilft nicht weiter! — Ronald Gehrt

03.03.2026
08:30 Uhr

Brent Crude Oil: Vorsicht, unberechenbar! — Ronald Gehrt

19.02.2026
08:24 Uhr

Brent Crude Oil: Jetzt kommt es hier zum Schwur! — Ronald Gehrt

12.02.2026
08:26 Uhr

Brent Crude Oil: Jetzt wird es hier spannend — Ronald Gehrt