Die Relation US-Dollar/Chinesischer Yuan notiert aktuell am Jahrestief 2024. Würde diese Linie fallen, hätte das Währungspaar eine große Toppbildung vollendet. Das ist überraschend, denn das bedeutet Nachteile für Chinas Exporteure, die man in Peking verhindern könnte.
Unser Chart auf Monatsbasis bildet ab, wie viel Yuan man für einen US-Dollar bezahlen muss. Fällt der Kurs im Chart, bedeutet das somit, dass der US-Dollar „billiger“, aus chinesischer Sicht weniger wert wird. Und das ist für Chinas Exporte in die USA problematisch. Denn während man für eine in den USA verkaufte Ware im vergangenen April, am Höhepunkt der Zoll-Streitigkeiten, noch bis zu 7,43 Yuan für einen erlösten US-Dollar bekam, sind es jetzt nur noch 6,97 Yuan.

Verkäufe in den USA bringen dadurch für Chinas Unternehmen also weniger ein. Und das bei zugleich immer noch immens hohen US-Einfuhrzöllen, die es äußerst knifflig machen, die Nachteile durch den aus Sicht des Yuan billigeren US-Dollar durch höhere Preise zu kompensieren. Das ist insofern überraschend, als China imstande wäre, seine eigene Währung gezielt zu steuern, was andere Länder nicht können (bzw. theoretisch könnten, aber nicht tun). China legt Referenzkurse zu anderen Währungen fest und könnte daher bei unerwünschten, nachteiligen Währungsverschiebungen gegensteuern. Warum nicht hier?
Die USA (aber immer mal wieder auch Europa) schimpfen regelmäßig über den angeblich absichtlich billig gehaltenen Yuan, durch den Chinas Exporteure einen unfairen Vorteil erlangen, während Importe nach China aus den USA oder Europa umgekehrt dort teurer werden oder den Exporteuren alternativ eine schlechtere Gewinnmarge bieten. Jetzt könnte man, angesichts dieses monatelangen Abstiegs des US-Dollars bzw. Anstiegs des Yuan, mit solchen Vorwürfen nicht mehr kommen. Könnte da die Ursache dieser Entwicklung liegen?
Den aktuellen Kurs und Chart des Währungspaars USD.CNY und historische Wechselkurse finden Sie hier.
Expertenmeinung: Es wäre zumindest gut möglich. Es wäre denkbar, dass die Entscheider in China versuchen, einen ständigen Kritikpunkt auszuräumen, um im Rahmen der sich ja nach wie vor hinziehenden Zollverhandlungen eine bessere Position zu haben, indem man hier ein deutliches Entgegenkommen in die Waagschale wirft. Und schon eine Senkung des US-Einfuhrzolls um zehn, fünfzehn Prozent würde den Nachteil durch den teurer werdenden Yuan überkompensieren. Jetzt stellt sich die Frage:
Wird die US-Dollar-Abwertung noch deutlich intensiver, sobald der Kurs die entscheidende Supportlinie bei 6,9713 Yuan pro US-Dollar, die am Freitagabend schon marginal unterboten war, klar unterschreitet? Wäre dann das Januar-Tief bei 6,6975 Yuan das nächste Kursziel und damit ein Short-Trade interessant?
Das ist denkbar, aber deutlich weniger klar abschätzbar als bei anderen Währungspaaren, eben aufgrund dieser beim Yuan immer möglichen, politisch motivierten Beeinflussung. Hier geht es zwar auch um das Zinsniveau, um die unmittelbare Nachfrage nach den Währungen und die Lukrativität von Investments in China, aber eben nicht nur. Sollte sich die Sicht der Dinge in Peking verändern, kann der Yuan allemal auch wieder schwächer werden, ohne dass das auf „natürlichem“ Weg so gekommen wäre, daher:
Ja, der Yuan läuft zum US-Dollar im Abwärtstrend und steht kurz vor der Vollendung eines Topps und damit der Intensivierung der bärischen Tendenz. Aber es ist immer dünnes Eis, auf dem man sich hier als Trader bewegen würde, daher wäre dieses Währungspaar eindeutig keines, das man weniger erfahrenen und risikoaversen Anlegern empfehlen könnte.
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