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Ein Umsatzplus von 23,8 Prozent, ein Anstieg des um Sonderfaktoren bereinigten EBIT um 38,7 Prozent – das klingt nach dynamischem Wachstum. Aber ein anfänglicher Anstieg wurde abverkauft, Zalando landete gestern mit 1,73 Prozent im Minus. Wo war der Haken?
Die Aktie des Online-Händlers startete am Mittwochmorgen nach Vorlage der Ergebnisse des ersten Quartals mit einem Plus von knapp 5,4 Prozent, rutschte dann aber zeitweise bis zu 5,3 Prozent ins Minus, bevor man sich mit einem Abschlag von 1,73 Prozent ins Handelsende rettete. Stark anfangen, dann stark nachlassen, das ist an sich schon ein Punkt für die Bären.
Aber dass sich das in Reichweite der mittelfristigen Abwärtstrendlinie abspielte und die Aktie im Hoch an der 20-Tage-Linie abgewiesen wurde, macht noch einmal einen Punkt obendrauf. Damit bleibt Zalando in einem intakten Abwärtstrend. Und auch, wenn es gelang, die Aktie vom Tagestief zu lösen und damit die nächstgelegene Unterstützungslinie in Form des Ende März bei 19,59 Euro markierten Zwischentiefs zu halten:

Das bisherige Jahres-Verlaufstief bei 18,79 Euro liegt jetzt wieder näher als diese wichtige Abwärtstrendlinie … über der dann auch noch die im Chart dick schwarz hervorgehobene 200-Tage-Linie warten würde. Damit dürfte es für das bärische Lager erst einmal keinen Grund geben, hier lockerzulassen. Aber was lief da denn schief? Die Zahlen lasen sich doch tadellos.
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Expertenmeinung: Auf den ersten Blick schon, auf den zweiten aber weniger. Das Stichwort: „pro forma“. Denn Zalando hatte ja Mitte vergangenen Jahres den kleineren Konkurrenten About You übernommen. Die Zahlen des jetzt berichteten Quartals schlossen About You also mit ein, die Vergleichszahlen aus dem ersten Quartal des Vorjahres aber nicht. Und wenn man diesen Sondereffekt herausrechnet und somit sogenannte „pro forma“-Veränderungen betrachtet, belief sich das Umsatzplus nicht mehr auf 23,8, sondern nur noch auf 3,4 Prozent. Und das machte klar: Wirklich dynamisch geht es dann eben doch nicht voran, zumal die Kosten für die Integration von About You dazu führten, dass netto ein Verlust von 87,6 Millionen Euro auflief.
Zwar sind diese Integrationskosten endlich, werden also bald als Klotz am Bein aus der Bilanz verschwinden. Der Schubeffekt beim Umsatz durch diese Integration aber auch. Zwar ist es grundsätzlich trotzdem eine gute Leistung, in einem problematischen Konsumumfeld wie derzeit überhaupt zu wachsen, wofür Zalando auch die positiven Effekte einer integrierten KI hervorhebt. Aber es war eben zu wenig, um die Trader davon zu überzeugen, dass nach dieser Bilanz ab sofort Long die richtige Seite wäre.
Zwar ist die Bewertung der Aktie auf Basis der durchschnittlichen 2026er-Gewinnschätzung der Analysten mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 14 niedrig. Zugleich sind die Analysten hier optimistisch, 19 von 24 die Aktie regelmäßig beobachtenden Experten stufen sie als kaufenswert ein. Aber das sind ja sie nicht erst seit gestern … eine Aufwärtswende brachte das trotzdem nicht hervor. Solange die Marktteilnehmer hier keine echte Dynamik zu sehen bekommen, wird sich die Aktie mit einem Befreiungsschlag über Abwärtstrendlinie und 200-Tage-Linie schwertun.
Quellenangaben: Ergebnis des 1. Quartals, 06.05.2026: https://corporate.zalando.com/de/finanzen/zalando-ergebnis-q1-2026
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/ZAL.DE/analyst-insights/
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