Am Dienstag sackte die Zalando-Aktie um drastische 12,08 Prozent weg. Doch es kamen keine Nachrichten vom Unternehmen – was war da los? Die Ursache der Verkäufe war wohl eine Analystenmeinung … aber ist das, was da dargelegt wurde, denn wirklich ein Problem?
Ein Analyst bei der US-Investmentbank Morgan Stanley ist der Ansicht, dass die schnelle Ausbreitung der sozialen Netzwerke – und da besonders von TikTok – dazu führen könnte, dass klassischen Online-Händlern wie Zalando das Wasser abgegraben wird. Produkte, die User z. B. bei TikTok über die dortigen E-Commerce-Werbungen sehen, könnten dann auch über die dort werbenden Plattformen gekauft werden. Zumal der Analyst das Erlebnis des „Entdeckens“ von Produkten sukzessiv in Richtung dieser Netzwerke wandern sieht, sodass Plattformen wie die von Zalando weniger frequentiert werden könnten. Das klingt besorgniserregend, aber:
Überall findet sich hier das Wort „könnte“. Bislang meldet Zalando keine Probleme, die durch den Siegeszug von TikTok & Co. ausgelöst worden wären. Zwar stehen Ergebnisse zum wichtigen, vierten Quartal ebenso noch aus wie ein Ausblick auf das angelaufene Jahr; sofern keine vorläufigen Zahlen kommen, würde man darauf noch bis zum 26. Februar warten müssen, aber:
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Zalando Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: Ein Kurseinbruch von gut zwölf Prozent, alleine auf ein „könnte“ hin, das wirkt überzogen. Ob diese Gefahr, die für Online-Händler vom anders strukturierten Konsumverhalten durch Plattformen wie TikTok ausgeht, real ist und wenn ja, von welcher Größenordnung bei Umsatz und Gewinn man da sprechen würde, ist völlig offen. Dass dieses Minus derart groß ausfiel, könnte daher durchaus einen anderen Grund gehabt haben, nämlich den, dass lange kaum jemand wusste, warum genau die Aktie so rasant in die Knie ging.
Denn wenn man eine im Depot befindliche Aktie deutlich abrutschen sieht und nicht unmittelbar erkennen kann, was da los ist, neigen viele zu dem Gedanken, dass da etwas im Busch ist, sprich dass andere längst etwas Negatives wissen, von dem man selbst noch nichts ahnt. Daher ist die Neigung auszusteigen oft gerade dann besonders groß, wenn der Grund für den Abgabedruck im Dunkeln liegt. Kann man daraus ableiten, dass dieses Minus a) zu groß ausfiel und deshalb b) zu einer Kaufgelegenheit geführt hat?
Richtig ist, dass das den Zalando-Kurs an eine Supportlinie geführt hat, die im Bereich 20,90/20,95 Euro verläuft und bis ins Jahr 2022 zurückgeht. Sie bildet zusammen mit dem 2022er-Jahrestief bei 19,18 Euro eine Unterstützungszone, die massiv wirkt. Dass diese Zone durchbrochen wird, ohne dass es weitere und dann handfestere Argumente gäbe, die den Verkauf nahelegen könnten, wäre deshalb zumindest eine Überraschung, aber:
Das wäre aus aktueller Sicht nur ein Argument, um zum einen nicht über Short-Trades nachzudenken und zum anderen dann, wenn man noch engagiert ist, eher einen Stoppkurs unter diesen Bereich 19,18 zu 20,95 Euro zu legen, statt noch direkt auszusteigen.

Aber was die Frage nach einer Einstiegschance angeht, macht dieser Chart auf Wochenbasis klar: Zalando bewegt sich in einem intakten Abwärtstrend, dessen Trendlinie derzeit zusammen mit der 200-Tage-Linie im Bereich um 26 Euro einen deutlichen Widerstand darstellt. Solange die Aktie diese Zone nicht klar überwunden hat, wäre jedwedes Long-Engagement gegen den Trend gerichtet und damit eben per se mehr Gefahr als Chance!
Quellen:
„Handelsblatt“-Meldung zu einem Analystenkommentar von Morgan Stanley, 03.02.2026: https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/aktien/zalando-aktie-faellt-nach-warnung-vor-zunehmender-konkurrenz-auf-tiktok/100197084.html
Analysten-Kursziele: https://finance.yahoo.com/quote/ZAL.DE/analyst-insights/
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