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Der Online-Händler Zalando meldete am Dienstag Quartalszahlen, die insgesamt solide ausfielen. Die Aktie beendete den Tag nach starken Schwankungen zwar im Minus, aber nach dem vorherigen Aufwärtsimpuls ist das noch kein Beinbruch. Die Frage ist: Wie geht es weiter?
Mit den Zahlen des Sommerquartals sehen wir erstmals wieder vergleichbare Zahlen, weil die Übernahme des kleineren Konkurrenten AboutYou im Vorjahreszeitraum erstmals in den Bilanzen enthalten war. Entsprechend niedriger fällt das Umsatzplus aus, aber 5,1 Prozent Anstieg sind in dem allgemein schwachen Konsumumfeld letzten Endes respektabel. Zugleich gelang eine leichte Steigerung der Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (EBIT-Marge) von 3,2 auf 3,4 Prozent, sodass das um Sonderfaktoren bereinigte EBIT überproportional um 10,6 Prozent stieg.
Das war ordentlich, letztlich weder eine positive noch eine böse Überraschung. Trotzdem verlief der Tag eher hektisch, die Handelsspanne der Aktie lag bei nahezu zehn Prozent. Am Ende stand nach einem anfänglichen, kurzen Ausflug in die Gewinnzone ein Minus von 6,3 Prozent zu Buche. Die Frage ist aber, ob das wirklich ein Indiz dafür ist, dass die kräftige Aufwärtsbewegung, die Ende September ihren Anfang nahm, zu Ende ist. Zwingend wäre das zumindest nicht.
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Expertenmeinung: Nicht aus charttechnischer Sicht, denn nachdem man mit dem gestrigen Tageshoch quasi das „Gap down“, die Anfang August entstandene Abwärtskurslücke, geschlossen hat, wäre zwar ein Aufwärtsziel erfüllt. Aber solange der Kurs nicht unter die momentan bei 23,32 Euro verlaufende 200-Tage-Linie und die bei 22,20 Euro liegende mittelfristige Aufwärtstrendlinie rutscht, ginge es hier „nur“ um eine Korrektur, nicht um eine Abwärtswende.

Auch nicht aus Sicht der Analysten und der Bewertung. Dass 18 von 24 Analysten derzeit eine „Kaufen“-Empfehlung haben und das Kursziel mit gut 35 Euro sehr weit über der aktuellen Notierung liegt, basiert vermutlich entscheidend auf der relativ günstigen Bewertung der Zalando-Aktie. Mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von momentan 17,2 ist die Aktie auch mit Blick auf das schwierige Konsumumfeld nicht zu teuer bewertet.
Aber nicht nur diese Faktoren sprächen derzeit gegen einen Kursrückgang, der über eine normale Korrektur hinausreichen würde. Denn wenn man sich Zalandos Ergebnisse genauer ansieht, stellt man fest, dass der klassische Verkauf von Waren an Endkunden (B2C, d. h. Business to Customer) zwar mit 2,83 Milliarden Euro den Löwenanteil beitrug, hier aber nur ein Wachstum von gut 2,8 Prozent generiert wurde. Der B2B-Sektor jedoch (Business to Business) wies mit 354 Millionen Euro ein Wachstum von fast 28 Prozent aus. Warum ist das relevant?
Weil es zeigt, dass Zalando sich erfolgreich als Plattform für andere Unternehmen und Hersteller etabliert. Man wird zunehmend zu einem Marktplatz … und das kann gerade in einem flauen Konsumumfeld für Wachstum sorgen, das man ansonsten allein mit dem Kundengeschäft nicht erreichen würde. Sich hier breiter aufzustellen heißt, ein weiteres und potenziell wachstumsträchtiges Standbein zu haben. Und das wäre ein Aspekt, der letztlich auch dem Potenzial der Aktie zuträglich wäre.
Dieses Minus als erste Reaktion auf die Bilanz könnte durchaus für Anschlussverkäufe sorgen, daher erscheint es nicht als eine gute Idee, in dieses fallende Messer zu greifen. Aber sobald sich hier eine Stabilisierung zeigt, wäre diese Aktie durchaus einen genaueren Blick wert.
Quellenangaben:
Ergebnis des 3. Quartals, 03.11.2026: https://corporate.zalando.com/de/finanzen/zalando-ergebnis-q3-2026
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/ZAL.DE/analyst-insights/
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 03.11.2026 um 23:23 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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