Ein Minus von 21,77 Prozent, das ist ein Schlag ins Kontor derer, die bei der Wacker Neuson-Aktie nach Anfang Dezember eingestiegen waren. Der Grund für diesen Kurseinbruch basiert auf einem Wagnis, das schiefging: Eine erhoffte Übernahme ist geplatzt.
Anfang Dezember hatte Wacker Neuson, der im SDAX gelistete Hersteller von Baumaschinen und landwirtschaftlichen Maschinen, mitgeteilt, man befinde sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit dem südkoreanischen Unternehmen Doosan Bobcat über einen Verkauf des Unternehmens. Doosan Bobcat denke an die Übernahme der 63 Prozent an Anteilen, die derzeit von Großaktionären gehalten werden, und an ein öffentliches Übernahmeangebot für die freien Anteilseigner. Ein konkreter Preis, den man den Privatanlegern anbieten würde, stand zwar nicht im Raum, aber die Aktie schoss umgehend an das bis dahin geltende 2025er-Jahreshoch aus dem September, weil man diese 26 Euro am Markt offenbar für einen realistischen Preis hielt.
Doch jetzt meldete Doosan Bobcat, dass man die Übernahme zwar geprüft, die Gespräche mit Wacker Neuson nunmehr aber beendet habe. Dass die Aktie daraufhin dorthin zurückfiel, wo sie notierte, bevor die Marktteilnehmer auf diese Meldung über fortgeschrittene Verhandlungen mit dem südkoreanischen Konkurrenten reagierten, ist letztlich folgerichtig. Es ist quasi ein „gehe zurück auf Los“. Aber was tut man jetzt mit der Aktie? Noch aussteigen? In diesen massiven Rücksetzer einsammeln? Oder wegbleiben?
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Expertenmeinung: Der Gedanke, diese Aktie jetzt einzusammeln, nachdem sie mit einem Schlag so weit zurückgefallen und damit sogar unter den Level gerutscht ist, der direkt vor der Dezember-Meldung galt, ist natürlich verlockend, zumal der Kurs bei 17,08/17,58 Euro eine jetzt recht nahe liegende Supportzone unter sich hätte. Außerdem läge die Bewertung jetzt mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 14 für die geschätzten 2025er-Gewinne nicht hoch. Darüber hinaus hatten die Analysten von Jefferies und Warburg Research im Licht der nicht gelungenen Übernahme am Freitag Kursziele von 21 bzw. 26 Euro genannt, wenngleich beide nur mit der Einschätzung „Halten“. Das wirkt, als sei dieser Kurseinbruch mehr Chance als Risiko. Der Haken dabei ist:
Was da überwiegt, ist aktuell in keiner Weise abschätzbar. Wenn ein Unternehmen Gespräche über einen Verkauf führt, dann nie ohne Grund. Mehr Wachstum in einem stärkeren Verbund zu erhoffen, bedeutet letztlich ja im Umkehrschluss, dass die Gemengelage so, wie sie ist, unbefriedigend genug ist, um über den Verkauf nachzudenken. Daher wäre es entscheidend zu wissen, wie sich die Lage bei Wacker Neuson im vergangenen Quartal dargestellt hat und wie man im Unternehmen die Perspektiven für 2026 einschätzt. Vorher ist der Gedanke, dass die Aktie auf dem aktuell gedrückten Niveau auch tatsächlich günstig und mit Luft nach oben versehen ist, nichts anderes als eine gewagte Wette. Und dass Wetten auch schiefgehen können, sieht man ja gerade im Chartbild.

Die Quartalsbilanz wird indes, sofern keine vorläufigen Zahlen veröffentlicht werden, erst am 26. März kommen, dann mit der Gesamtjahresbilanz und einem Ausblick auf das laufende Jahr. Bis dahin kann hier viel passieren – in beide Richtungen, denn die Aktie ist eher markteng und kann äußerst volatil werden, daher: Wegbleiben erscheint hier für den Moment die sinnvollste Alternative, so verlockend starke Kursbewegungen auch sind.
Quellenangaben:
Reuters-Meldung zur geplatzten Übernahme bei Wacker Neuson, 23.01.2026: https://www.reuters.com/world/asia-pacific/germanys-wacker-neuson-says-acquisition-talks-will-stop-with-doosan-bobcat-2026-01-23
Analysten-Kursziele: https://finance.yahoo.com/quote/WAC.DE/analyst-insights/
Offenlegung möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in dem besprochenen Wertpapier bzw. Basiswert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.
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