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Wacker Chemie Aktie Prognose Wacker Chemie: Ein Plus auf recht dünnen Beinen

News: Aktuelle Analyse der Wacker Chemie Aktie

In diesem Artikel
Wacker Chemie
ISIN: DE000WCH8881
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Ticker: WCH --- %

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur Wacker Chemie Aktie

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).

Die gestern von Wacker Chemie gemeldeten Ergebnisse des Vorjahres waren schlecht, aber keine Überraschung. 2026 soll es zwar besser werden, aber den Ausblick als „verhalten“ zu bezeichnen, wäre keine Untertreibung. Trotzdem legte die Aktie zu – kann das von Dauer sein?

Handelskonflikte und geopolitische Krisen haben 2025 enormen Druck auf die Chemiebranche ausgeübt, erklärte Wacker-CEO Hartel in der Mitteilung zum Gesamtjahr 2025. Bestellungen wurden zurückgehalten, Investitionen verschoben – dass Wacker Chemie in einem solchen Umfeld „nur“ vier Prozent weniger Umsatz erzielte als 2024, klingt da glatt robust.

Aber der Gewinn brach deutlich stärker ein, der operative Gewinn, gerechnet als EBITDA, ging um 29 Prozent auf 529 Millionen Euro in die Knie, unter dem Strich stand netto sogar ein Verlust. Das soll 2026 zwar besser werden. Aber nicht viel besser.

Denn das Unternehmen sieht bislang keine Wende zum Guten im Markt. Dementsprechend wolle man die Hebel einsetzen, die man selbst in der Hand habe, um die Rentabilität zu steigern. Wozu auch gehört, die Dividende für 2025 zu streichen.

Wacker plant derzeit mit einem Umsatzanstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich und einem EBITDA in der Spanne von 550 bis 700 Millionen Euro. Das ist mehr als 2025, aber eben nicht viel mehr. Und die Entwicklung, die wir gerade im Nahen Osten sehen, ist in diese Planungen noch nicht eingearbeitet. Wie sollte man auch, immerhin ist ja absolut offen, wie sich die Lage dort mittelfristig darstellen wird. Wichtig ist das, was dort passiert, aber trotzdem, denn:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Wacker Chemie Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Die Chemiebranche braucht immens viel Energie. Und die wird gerade deutlich teurer, Öl und Gas gleichermaßen. Sollten diese Energiepreise nicht bald auf Levels sinken, die man vor dem Iran-Krieg gesehen hat, könnten selbst diese eher kleinen Wachstumspläne schnell Makulatur sein. So gesehen erstaunt es ein wenig, dass die Wacker Chemie-Aktie gestern im Nachgang dieses 2026er-Ausblicks zulegte.

Natürlich könnte man argumentieren, dass das Ergebnis des Vorjahres, vor allem aber der Ausblick auf das laufende Jahr durchaus hätte schlimmer ausfallen können. Aber das wäre eher ein Argument für Leerverkäufer, die Aktien zurückzukaufen, weil man erst einmal keine neuen Argumente für die Unterseite bekam. Das wäre dann aber nicht automatisch eine Basis für eine Aufwärtswende, zumal die Analysten die Aktie momentan ziemlich zurückhaltend beurteilen. Nur 4 von 14 Experten stufen sie als kaufenswert ein…
Und das durchschnittliche Analysten-Kursziel von aktuell 71,57 Euro wäre mit dem kräftigen Plus der vergangenen zwei Handelstage bereits überboten. Wobei sich die Motivation der Käufe auch daraus erklären könnte, dass die Aktie bereits am Dienstag und damit vor den Zahlen zulegte, denn:

Wacker Chemie Aktie: Chart vom 11.03.2026, Kurs 73,20 Euro, Kürzel: WCH | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Wacker Chemie Aktie: Chart vom 11.03.2026, Kurs 73,20 Euro, Kürzel: WCH | Quelle: TWS

Das korreliert mit einem Abstieg der Energiepreise seit Montagabend, der darauf basiert, dass am Energiemarkt die Hoffnung herrscht, die Kampfhandlungen in Nahost seien bald vorüber und dann sei wieder eine normale Gemengelage bei Öl und Gas zu erwarten.

Wer daran glaubt, obgleich es dafür keine Belege, sondern nur sich oft nicht deckende Aussagen aus Washington gibt, könnte auch bei Wacker darauf setzen, dass der parallel mit dem Ölpreis-Anstieg abgelaufene, drastische Abverkauf der Aktie bald keine Grundlage mehr hat. Was indes eine Wette ist, die allemal auch schiefgehen könnte. Solange das Risiko, dass Öl und Gas auch mittelfristig teurer bleiben, nicht aus dem Markt ist, bliebe diese Aktie daher hoch riskant.

Quellenangaben: Ergebnis des Geschäftsjahres 2025, 11.03.2026:
https://www.wacker.com/cms/de-de/press-and-media/press/press-releases/2026/press-releases-detail-2026-310080.html

Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/WCH.DE/analyst-insights/

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 11.03.2026 um 21:35 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Vorherige Analysen der Wacker Chemie Aktie

21.07.2025

Wacker Chemie: Prognose gesenkt, Reaktion gering … ist das ein Zeichen? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Am Freitagnachmittag meldete Wacker Chemie Vorab-Zahlen für das 2. Quartal und passte die Gesamtjahresprognose nach unten an. Aber obwohl der Ausblick für den operativen Gewinn deutlich gesenkt wurde, reagierte die Aktie nur wenig. Ist das ein positives Signal?

Eigentlich überrascht die gelassene Reaktion der Marktteilnehmer nicht allzu sehr. Denn in der Branche waren in den vorangegangenen Tagen bereits mehrere Prognose-Senkungen aufgetaucht, man konnte also damit rechnen, dass es Wacker nicht viel besser ergehen würde. Zwar lagen die Vorab-Ergebnisse für das am 30. Juni beendete Quartal nur marginal unter den Prognosen – leicht gesunkener Umsatz und deutlich gesunkenes EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen). Aber für das Gesamtjahr sieht man jetzt grau bis schwarz … mit den zuletzt auch von Branchenkollegen zu hörenden Begründungen:

Hohe Unsicherheit im Markt und eine schwache Nachfrage. Und, auch das war mittlerweile öfter zu lesen: Eine Erholung sei, so Wacker Chemie, bislang nicht erkennbar. Aus der zu Anfang des Jahres erhofften, deutlichen Verbesserung der Lage wird also vermutlich nichts. Allerdings fiel die Dimension der Prognose-Senkung doch so umfassend aus, dass das kleine Minus, mit dem die Aktie am Freitag ins Wochenende ging, zumindest nicht zwingend gewesen wäre. Da hätte allemal eine größere Reaktion kommen können.

Denn Wacker sieht den 2025er-Umsatz jetzt nach der bisherigen Prognose-Spanne von 6,1 bis 6,4 Milliarden nur noch bei 5,5 bis 5,9 Milliarden Euro. Und für das EBITDA liegt die Erwartung nach bislang 700 bis 900 Millionen nur noch bei 500 bis 700 Millionen Euro. Das ist dann schon alles andere als harmlos. Warum reagierte der Kurs also nur so wenig?

Expertenmeinung: Man könnte hineininterpretieren, dass man dieses schwache Szenario längst erwartet und eingepreist hatte, so dass sich zu wenige Akteure fanden, die daraufhin noch austeigen oder Wacker-Aktien gezielt leer verkaufen wollten. Das wiederum wäre durchaus ein Signal.

Wacker Chemie Aktie: Chart vom 18.07.2025, Kurs 66,50 Euro, Kürzel: WCH | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Wacker Chemie Aktie: Chart vom 18.07.2025, Kurs 66,50 Euro, Kürzel: WCH | Quelle: TWS

Keines, das zum Kauf einladen würde. Dazu müsste sich zum einen der fundamentale Ausblick verbessern und die Aktie zum anderen zumindest mit Schlusskursen über 79 Euro den übergeordneten, seit Sommer 2022 bestehenden Abwärtstrend sprengen. Aber es wäre eines, das indiziert: Hier sollte man besser nicht mehr neu Short gehen und erwägen, bestehende Short-Trades glattzustellen. Denn wenn „bad news“ keine entsprechende Reaktion mehr auslösen, wird die Luft nach unten langsam dünn.

Aber um abschätzen zu können, ob das bärische Lager wirklich bereits ausgebrannt ist, sollte man vielleicht besser noch ein, zwei Tage abwarten, was sich beim Kurs tut. Denn Wacker Chemie hatte die Vorab-Ergebnisse gegen 14 Uhr am Freitag veröffentlicht, nur dreieinhalb Stunden vor der Abrechnung der Juli-Optionen an der Terminbörse. Es ist zumindest denkbar, dass größere Adressen am Terminmarkt die Aktie gezielt auf dem aktuellen Level „festgezurrt“ haben, z.B. durch in den Markt gelegte große Kauforders unter der Freitags-Handelsspanne, die bärischen Tradern die Lust an Leerverkäufen zumindest bis zum Handelsende nehmen würden. Erst wenn die Wacker-Aktie auch heute und in den kommenden zwei, drei Tagen keine Ambitionen für einen erneuten Abwärtsruck zeigt, könnte man überlegen, hier in Sachen Short-Trades Kasse zu machen.

Aber wie gesagt: Der geringe Abwärtsdruck ist ein Warnsignal für die Bären, nicht aber zugleich ein Kaufsignal für die Bullen … hier wäre Neutralität vorerst weiter die bessere Wahl.

Quellenangaben: Vorläufige Zahlen zum 2. Quartal, 18.07.2025: https://www.wacker.com/cms/de-de/press-and-media/press/press-releases/2025/press-releases-detail-2025-258048.html

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.