Dass der Aufsichtsrat des VW-Konzerns die Sparpläne des Vorstands am Donnerstag einstimmig billigen würde, hatten viele im Vorfeld nicht erwartet. Entsprechend stark zog die Aktie am Freitag an. Aber dass am Montag Anschlusskäufe ausblieben, hat Gründe.
Jetzt, so schien es im ersten Moment am vergangenen Donnerstagabend, kann VW loslegen, die Restrukturierung angehen und den Konzern damit für die Zukunft fit machen. Der Aufsichtsrat winkte das Spar- und Restrukturierungspaket des Vorstands durch. Die Aktie legte daraufhin am Freitag um bis zu 9,7 Prozent zu, schloss dann knapp 6,5 Prozent höher … und verlor am Montag leicht um 0,34 Prozent. Damit ging die Aktie 4,66 Euro über dem Schlusskurs des Donnerstags, aber auch 2,74 Euro unter dem Tageshoch des Freitags ins Handelsende. Besser als ein Minus. Aber womöglich zu wenig, um die Anleger bereits zu überzeugen.
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Zumal die Aktie damit zwar aus ihrer Handelsspanne zwischen 69,20 und 77,24 Euro herauskam, zugleich aber auch an der nächsten Widerstandszone 82,66 zu 84,36 Euro hängen blieb, die die untere Begrenzungszone der vorherigen Handelsspanne markiert, die zwischen März und Mitte Juni galt. Und da müsste die Aktie drüber, um danach an die wirklich wichtigen Hürden heranzukommen, über die es zu steigen gälte, wollte man hier ein mittelfristig relevantes, bullisches Signal sehen:
Dafür ginge es um die Widerstandszone zwischen 89,20 und 93,72 Euro, zusammengesetzt aus den Zwischenhochs des Frühjahrs, der 200-Tage-Linie und der im vergangenen Dezember etablierten Abwärtstrendlinie.

Expertenmeinung: Nun könnte man sich sagen: Eins nach dem anderen, es kann ja nicht alles auf einmal gelingen. Und hätte damit, im Prinzip, natürlich recht. Aber dass die Aktie nach diesem initialen Impuls weiter zulegt, ist nichts, worauf man sich blind verlassen könnte. Denn zum einen folgt der jetzt gefällten Entscheidung die Umsetzung … und die wird sich eine ziemliche Zeit hinziehen. Zum anderen sind weiter noch viele Fragen offen:
Dass man seitens des Aufsichtsrats das Plazet für einen Abbau von 50.000 Arbeitsplätzen und die Verringerung der Jahresproduktion auf neun Millionen Fahrzeuge erhalten hat, ist ein Teil des Weges. Aber was passiert mit den zahlreichen Werken, die mittelfristig bislang noch keine Perspektive für eine ausreichende Auslastung haben? Bekannt wurde am Montag, dass das Werk Osnabrück verkauft werden soll. Aber was wird aus Emden, Hannover, Neckarsulm und Zwickau? Darüber hinaus ist zwar das Ziel klar, nämlich das Erreichen einer Umsatzrendite von neun Prozent (zuletzt lag man da unter vier Prozent), aber nicht, ob diese Maßnahmen genügen werden, um es zu erreichen.
Der Konzern hat sich durch die Billigung der Pläne durch den Aufsichtsrat auf den Weg zurück zu einer profitablen und zukunftssicheren Struktur gemacht. Ob er aber am Ziel ankommen wird … und wenn ja, wann … bleibt vorerst offen. Daher könnte die aktuell als Widerstand fungierende Zone 82,66 zu 84,36 Euro überboten werden. Es könnte gelingen, sich an den mittelfristig entscheidenden Bereich 89,20 zu 93,72 Euro vorzuarbeiten. Aber es muss nicht so kommen. Wirklich gute Chancen auf eine tragfähige Aufwärtswende hätte die Aktie erst, wenn die ersten, deutlich verbesserten Bilanzzahlen auftauchen. Und die bereits für das laufende Quartal zu erwarten, wäre blauäugig. Daher:
Der Konzern ist auf dem Weg, die Aktie mit ihm. Aber weder für den Vorstand noch für den Kurs der Vorzugsaktie wird dieser Weg ein leichter. Schritt für Schritt muss es vorangehen … und es würde sich anbieten, diese Strategie zu übernehmen, sofern man in der Aktie engagiert sein sollte oder über den Einstieg nachdenkt.
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 07.09.2026 um 22:14 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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