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Das Halbjahresergebnis des für die Chipindustrie fertigenden Anlagenbauers SUSS MicroTec als Einladung zum Einstieg zu bezeichnen, würde schwerfallen. Trotzdem hielt sich die Aktie gut, denn der Blick nach vorn sieht weit besser aus. Aber reicht das für neue Aufwärtsdynamik?
Im zweiten Quartal hat der Spezial-Anlagenbauer ein Umsatzminus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbucht. Da die Gewinnmarge auf EBITDA-Basis zugleich deutlich von 16,7 auf 11,9 Prozent sank, kam das EBITDA, d. h. der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, überproportional um 41,8 Prozent zurück. Das EBIT sank sogar um 51,9 Prozent, die EBIT-Marge von 15,2 Prozent im Vorjahresquartal auf 9,0 Prozent. Der Gewinn pro Aktie halbierte sich von 0,66 Euro im zweiten Quartal des Vorjahres auf jetzt 0,33 Euro. Für das gesamte erste Halbjahr kommt SUSS MicroTec auf 0,46 Euro. Das ist alles äußerst dünn für das Kursniveau, auf dem sich die Aktie bewegt.
Aber der Kurs brach nicht ein, als die Zahlen am Donnerstag auf den Tisch kamen, und stieg am Freitag sogar kräftig. Der Grund: Der Blick nach vorne wirkte verheißungsvoll.
Denn der Auftragseingang legte um beeindruckende 231 Prozent auf 260,7 Millionen Euro zu, der Auftragsbestand lag dadurch per 30. Juni bei 473,7 Millionen Euro. Zum Vergleich: Der Umsatz im ersten Halbjahr kam auf 266,6 Millionen. Der Vorstand schrieb daher, dass man dadurch für 2027 eine gute Visibilität, sprich Planbarkeit, erreicht habe und zudem davon ausgehe, dass das Umsatz-Tief im ersten Quartal dieses Jahres absolviert wurde. Kurz: Ab jetzt soll es bergauf gehen, zumal das zweite Quartal zwar deutlich schlechter lief als das Vorjahresquartal, aber doch besser als das erste.
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Expertenmeinung: Dieser Optimismus erreichte die Marktteilnehmer, entsprechend blieb ein Abverkauf aus; im Gegenteil, die Aktie wurde gekauft, was das Bild aus charttechnischer Sicht deutlich aufgehellt hat.

Nach dem „Island Reversal“ am Rekordhoch im Juni hatte eine Korrektur begonnen, die als Führungslinie die 20-Tage-Linie aufwies. Nach eingangs negativer Reaktion auf die Zahlen am Donnerstag gelang es, die Verluste aufzuholen, diese Linie zu halten und damit die Tür für einen kleinen Befreiungsschlag offenzuhalten, der dann am Freitag mit einem klaren Anstieg über die 20-Tage-Linie zeitnah umgesetzt wurde. Ideal wäre, um den Ausbruch nach oben zu festigen, ein recht zügig erfolgender Anstieg über den leichten Widerstandsbereich 90,05/90,25 Euro. Aber auch wenn die Charttechnik aktuell grünes Licht ausweist, riskant bleibt die Aktie auf diesem Kursniveau durchaus, denn:
Selbst wenn es gelingen sollte, aus den bislang zur Halbzeit eingefahrenen 0,46 Euro Gewinn pro Aktie die von den Analysten für 2026 im Schnitt geschätzten 1,99 Euro zu machen, würde SUSS MicroTec ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von über 40 ausweisen. Eine untypisch teure Bewertung … die nur umso mehr steigen würde, wenn die Aktie weiter zulegt. Und der Optimismus, den der Vorstand des Unternehmens aktuell hegt, könnte sich jederzeit durch eine unerwartete Eintrübung der Lage relativieren.
Fazit: Die Aktie ist aus charttechnischer Sicht zwar wieder bullisch, von den Rahmenbedingungen her reicht der starke Auftragseingang aber nicht, um die Basis, auf die diese aktuellen Käufe beruhen, in eine starke Säule zu verwandeln.
Quellenangaben:
Pressemitteilung zum 1. Halbjahr 2026, 06.08.2026: https://www.suss.com/de/news/corporate-news/2026/auftragsbestand-steigt-auf-rekordniveau-von-473-7-mio.-visibilitaet-fuer-2027-deutlich-gestiegen
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 07.08.2026 um 22:16 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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