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 Stabilus Aktie Prognose

Stabilus: Besteht noch Hoffnung?

News: Aktuelle Analyse der Stabilus Aktie

09.12.2025 | 13:46 Uhr
In diesem Artikel
Stabilus
ISIN: DE000STAB1L8
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Ticker: STM --- %

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur Stabilus Aktie

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).

Stabilus kämpft mit einem Gewinneinbruch, sinkendem Umsatz und einem schwierigen Ausblick. Besteht noch Hoffnung?

Die Probleme hören einfach nicht auf

Stabilus hat schon länger mit Problemen zu kämpfen. Im letzten Jahr war der Gewinn rückläufig und in diesem dürfte es nicht anders sein.

Stabilus ist Weltmarktführer für Gasfedern, Dämpfer, Antriebssysteme für Heck- und Kofferraumklappen, Seitentüren sowie für Automatisierungs-, Spanntechnik-, Remote-Handling- und maßgeschneiderte Motion-Control-Lösungen.

Die Kunden von Stabilus stammen aus einer Vielzahl von Branchen. Die wichtigsten sind die Automobilindustrie, Möbel, Medizintechnik, die klassische Industrie sowie Luft- und Raumfahrttechnik.

Eine ausführliche Analyse zum Unternehmen finden Sie hier. Der heutige Artikel soll vor allem als Update dienen und vor allem die geschäftliche Entwicklung der letzten Monate sowie den Ausblick beleuchten.

Das Kursziel der letzten Analyse bei 28,50 Euro wurde geradezu punktgenau erreicht. Wer nach der letzten Analyse eingestiegen und am Kursziel Gewinne mitgenommen hat, hat in relativ kurzer Zeit einen Gewinn von 35 % erzielt.

Jetzt wird auch noch die Dividende gekappt

Seitdem befindet sich die Aktie jedoch wieder im Rückwärtsgang. Die im Jahresverlauf vorgelegten Quartalszahlen sind nicht gut angekommen – gleiches gilt für die abschließenden Zahlen zum Geschäftsjahr 2025, welches bis Ende September lief.

Erstaunlicherweise wächst das Geschäft in Europa und Amerika, in Asien ist es jedoch stark rückläufig.
Das konnte auch nicht durch das starke Wachstum im Bereich Industrial Machinery & Automation in Höhe von 61 % kompensiert werden. Dafür ist der Bereich schlichtweg zu klein.

Der Umsatz war von 1,306 auf 1,296 Mrd. Euro und das bereinigte EBIT von 157,1 auf 142,6 Mio. Euro leicht rückläufig.
Soweit hätten die Aktionäre das alles wohl noch verschmerzen können.

Aber ein bereinigtes EBIT ist leider nicht der Gewinn und der Gewinn war leider von 72,0 auf 24,2 Mio. Euro rückläufig. Das ist harter Tobak und leider werden die Nachrichten auch nicht besser.

Bringt 2026 endlich die Wende?

Da das Ergebnis erheblich eingebrochen ist, soll die Dividende von 1,15 auf 0,35 Euro je Aktie gesenkt werden. Die Dividendenrendite liegt somit nur noch bei 1,95 %.

Darüber hinaus scheint es so, dass das Unternehmen die Talsohle noch immer nicht durchschritten hat. Ganz im Gegensatz zu den bisher optimistischen Aussagen, zeigt man sich zunehmend kleinlaut.

Für das faktisch bereits laufende Geschäftsjahr 2026 stellt der Vorstand einen Umsatz von 1,1 – 1,3 Mrd. Euro und eine EBIT-Marge von 10 – 12 % in Aussicht. Im Klartext bedeutet das, dass die Profitabilität in etwa gehalten werden soll, der Umsatz jedoch sinken soll – im Extremfall um bis zu 16 %. Es ist schwer vorstellbar, dass die EBIT-Marge in einem derartigen Szenario stabil bleiben wird.

Was der Ausblick aber nahezu sicher bedeutet: Die geschäftliche Talsohle ist nicht durchschritten.

Licht am Ende des Tunnels?

Für die Aktionäre gibt es jedoch auch gute Nachrichten. Der starke Gewinneinbruch im Geschäftsjahr 2025 ist zu einem großen Teil auf einmalige Rückstellungen für Restrukturierungsaufwendungen und negative Währungseffekte zurückzuführen.

Das könnte dazu führen, dass das EBIT 2026 zwar rückläufig sein wird, der Unternehmensgewinn jedoch wieder deutlich steigen könnte. Der Ausblick für den freien Cashflow in Höhe von 80 – 110 Mio. Euro ist ein weiterer Lichtblick.

Die Nachrichtenlage wirkt auf den ersten Blick erdrückend, bei näherer Betrachtung ist die Lage weit weniger dramatisch.
Darüber hinaus geht es an der Börse immer um die Verhältnismäßigkeit und die Frage, ob sich mit einem freien Cashflow von 80 – 110 Mio. Euro ein Börsenwert in Höhe von etwa 480 Mio. Euro rechtfertigen lässt.

Unterstellt man, dass der freie Cashflow in Zukunft auf diesem Niveau gehalten werden kann, könnte Stabilus die Verschuldung in den kommenden Jahren sukzessive reduzieren, was wiederum einen höheren Börsenwert rechtfertigen würde.

Das scheint auch das erklärte Ziel des Vorstands zu sein: Der Nettoverschuldungsgrad blieb zum 30. September 2025 mit 2,97 weiterhin unter der Schwelle von 3,0.  Stabilus hält an dem Ziel fest, diesen Wert innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre deutlich unter 2,0 zu senken und mittelfristig einen Wert von 1,0 zu erreichen.

Stabilus Aktie: Chart vom 09.12.2025, Kurs: 18,10 EUR - Kürzel: STM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Stabilus Aktie: Chart vom 09.12.2025, Kurs: 18,10 EUR – Kürzel: STM | Quelle: TWS

Aus technischer Sicht ist die Lage jedoch prekär. Die Aktie ist vom Widerstand bei 21,15 Euro abgeprallt und könnte jetzt wieder in Richtung Jahres- und Allzeittief bei 17,44 Euro fallen.
Darunter käme es zu einem Verkaufssignal mit einem extrapolierten Kursziel bei 15,00 Euro.

Gelingt jedoch eine Rückkehr über 21,10 Euro, könnte das eine Erholung in Richtung 25 oder sogar 28,50 Euro einleiten.

Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

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Vorherige Analysen der Stabilus Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Aktie von Stabilus wurde zuletzt heftig abverkauft. Dabei geht es dem Unternehmen viel besser, als es das Kursgeschehen erahnen lässt.

Vielseitige Kundenbasis, solides Geschäft

Stabilus ist Weltmarktführer für Gasfedern, Dämpfe, Antriebssysteme für Heck- und Kofferraumklappen, Seitentüren sowie für Automatisierungs-, Spanntechnik-, Remote-Handling- und maßgeschneiderte Motion-Control-Lösungen.

Die Kunden von Stabilus stammen aus einer Vielzahl von Branchen. Die wichtigsten sind die Automobilindustrie, Möbel, Medizintechnik, die klassische Industrie sowie Luft- und Raumfahrttechnik.

In der Automobilindustrie werden die Komponenten unter anderem für Kofferraumdeckel, Motorhauben oder Sitze verwendet.

Im Industriesektor fertigt Stabilus sogenannte Smart-Movement-Steuerungslösungen etwa für Landwirtschafts- oder Baumaschinen, Eisenbahnanwendungen, Möbel, wie auch für den Gesundheitsbereich und Produktionsausrüstungen.

Hört sich langweilig an, ist es auch. Man verdient damit jedoch gutes Geld und muss sich keine Sorgen machen, dass das nächste Start-up mit Milliarden an Venture Capital sich anschickt, die Welt der Gasdruckfedern zu revolutionieren.

Zölle als Sargnagel?

Stabilus ist in den letzten Wochen regelrecht kollabiert. Man könnte fast meinen, dass das Unternehmen den größten Teil des Geschäfts in den USA macht und dank der Zölle bald vor dem Ruin steht – doch das ist nicht der Fall.

Zuletzt entfielen etwa 35 % der Umsätze auf die Region Americas (Nord-, Mittel- und Südamerika), und davon wiederum etwas mehr als ein Drittel auf die USA.
Der Umsatzanteil der USA am Gesamtumsatz liegt daher bei etwa 15 %.

Doch das Geschäft in den USA wird sich trotz der Zölle nicht in Luft auflösen. Die US-Kunden werden größtenteils weiter bei Stabilus einkaufen, schlichtweg mehr zahlen müssen und die höheren Kosten dann an ihre Kunden weitergeben.

So wird es bei vielen Produkten laufen, bei denen es sich nicht lohnt, eigene Produktionskapazitäten in den USA aufzubauen.
Darüber hinaus hat Stabilus selbst einen Standort in den USA, wodurch man die Zölle teilweise umgehen und die negativen Auswirkungen abfedern kann.

Daher scheint der Abverkauf der letzten Wochen grob übertrieben zu sein. Das gilt umso mehr, da die Aktie davor bereits seit längerer Zeit unter Druck stand. Stabilus hat seit Anfang 2024 fast zwei Drittel an Wert verloren.

Großauftrag aus China

Daher kommen die heutigen Nachrichten zu einem guten Zeitpunkt. Stabilus konnte sich einen bedeutenden Großauftrag von einem chinesischen Automobilhersteller (OEM) sichern, der ab 2026 die Lieferung von jährlich mehr als 400.000 Türantriebssystemen umfasst.

Dieser Erfolg unterstreicht die wachsende Bedeutung der Technologie, die Stabilus bereits in fünf Fahrzeugmodellen namhafter Hersteller implementiert hat. Darüber hinaus werden 15 weitere Fahrzeugmodelle der nächsten Generation mit den innovativen Türsteuerungslösungen des Unternehmens ausgestattet sein.

Stabilus profitiert dabei vom Technologietransfer seines etablierten Powerise-Systems, das bereits bei Heckklappen eine marktführende Position einnimmt, und setzt diesen Vorteil nun gezielt im Bereich der Seitentüren ein.

Die Lösungen von Stabilus umfassen ein Komplettsystem, das aus einem elektrischen Türantrieb, einer elektronischen Steuereinheit (ECU), Radartechnologie und einer proprietären Software besteht. Sowohl die Hardware der Steuereinheit als auch die Software wurden intern entwickelt, was dem Unternehmen eine hohe Flexibilität und Kontrolle über die gesamte Wertschöpfungskette ermöglicht.

Von Komponenten zur Systemlösung

Dr. Michael Büchsner, CEO von Stabilus, betont die strategische Bedeutung dieses Geschäftsfeldes: „Intelligente Türantriebe sind ein klares Zukunftsfeld der Automobilindustrie und für uns der nächste Innovationssprung nach dem Powerise, mit dem wir uns erneut als Technologieführer positionieren.“ Er verweist dabei auf die Ausrichtung des Unternehmens an Megatrends wie Elektrifizierung, Sicherheit und Komfort, die neue Anwendungsfelder wie die Türaktuatorik eröffnen.

Diese Entwicklung markiert zugleich den Wandel von Stabilus vom reinen Komponentenlieferanten hin zu einem Anbieter kompletter Systemlösungen, die Software und Sensorik integrieren.

Ein Blick auf die technischen Anforderungen zeigt die Komplexität der Systeme: Die Türantriebe müssen stufenlose Öffnungswinkel ermöglichen, Hindernisse berührungslos erkennen und Kollisionen vermeiden. Zudem erfordern sie eine variable Steuerung, um Bewegungen bei schrägem Untergrund oder manueller Bedienung auszugleichen, sowie eine aktive Dämpfung für einen sanften Türanschlag.

Stabilus erfüllt diese Ansprüche mit einem integrierten Ansatz, der alle Komponenten aus einer Hand liefert. Gianluca Cariccia, Leiter der Business Unit Powerise Automotive, hebt den Wettbewerbsvorteil hervor: „Die Automatisierung von Seitentüren ist deutlich komplexer als die von Heckklappen. Mit unserer Lösung erhält der Automobilhersteller Türantrieb, Steuerungseinheit, Software und Radar aus einer Hand.“

Ausblick und Bewertung

Stabilus erwartet ein starkes Wachstum in diesem Markt: Nach eigenen Schätzungen wird der globale Bedarf an Türaktuatoren von etwa einer Million Stück im Jahr 2025 auf bis zu fünf Millionen Stück im Jahr 2029 ansteigen. Besonders die APAC-Region soll dabei zum Wachstumstreiber werden, gefolgt von Nord- und Südamerika sowie der EMEA-Region. Dieses Potenzial wird durch die steigende Nachfrage nach Elektromobilität und autonomem Fahren weiter verstärkt.

Der neue Großauftrag läuft zwar erst ab 2026 und die Trends wirken sich nicht von heute auf morgen aus, es könnte jedoch sein, dass die Erwartungen trotzdem zu niedrig sind.

Derzeit sehen die Konsensschätzungen für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr einen Gewinn auf dem Vorjahresniveau von 2,84 Euro je Aktie vor.

Im ersten Quartal ist der Umsatz allerdings um 6,7 % auf 326 Mio. Euro gestiegen und das Ergebnis sogar um 17 % auf 14,3 Mio. Euro.
Das nährt die Hoffnung, dass das Ergebnis in diesem Jahr höher ausfallen könnte als bisher angenommen.

Selbst wenn das nicht der Fall sein sollte, kommt Stabilus lediglich auf ein KGVe von 7,4. Seit dem Börsengang im Jahr 2024 war die Aktie zu keinem Zeitpunkt niedriger bewertet. Durchschnittlich lag das KGV bei 22.
Daraus lässt sich ein entsprechendes Kurspotenzial ableiten, vor allem wenn der Gewinn in diesem oder den kommenden Jahren steigen wird.

Hinzu kommt eine üppige Dividendenrendite von etwa 6 %.

Stabilus Aktie: Chart vom 08.04.2025, Kurs: 21,10 EUR - Kürzel: STM | Online Broker LYNX
Stabilus Aktie: Chart vom 08.04.2025, Kurs: 21,10 EUR – Kürzel: STM | Quelle: TWS

Die Aktie ist stark überverkauft und könnte jetzt dank der guten Nachrichten einen Rebound hinlegen. Ein mögliches Kursziel liegt bei 28,50 Euro.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.