Spotify ist unter Druck gekommen und zurück auf dem Radar. Jetzt könnte es für antizyklische Investoren wieder spannend werden.
Wenn antizyklisches Investieren zur Erfolgsgeschichte wird
Es erstaunt mich immer wieder, wie viel Zeit seit der letzten Analyse zu einzelnen Aktien vergangen ist. Doch in dieser Zeit war die Aktie für antizyklische Investoren schlichtweg uninteressant.
Es gab jedoch Zeiten, in denen das ganz anders war. Von 2022 bis 2024 hatte ich mehr als ein halbes Dutzend Analysen zu Spotify geschrieben. Anschließend ging die Aktie in einen Höhenflug über.
Tatsächlich hat sich der Kurs mehr als verzehnfacht. Es ist ein Paradebeispiel dafür, welche Erfolge mit antizyklischen Investments möglich sind.
Natürlich läuft das nicht bei jeder Aktie so, doch wie viele derartige Volltreffer benötigt man als Anleger? Das jüngste Beispiel dürfte Micron sein.
Zuletzt hat Spotify jedoch wieder eine größere Korrektur vollzogen und dementsprechend könnte die Sache wieder interessant sein.
Eine ganze Reihe von Wachstumstreibern
Der Konsum von Musik verlagert sich grundsätzlich weg von physischen Datenträgern ins Internet.
Daher dürfte die Zahl der Kunden weiter steigen. Bis 2030 peilt man eine Milliarde monatlich aktive Nutzer an, heute sind es 713 Millionen.
Gleichzeitig steigt mit der Zeit der Abo-Preis. Hinzu kommt ein erhebliches Wachstum im Advertising-Geschäft.
Vor einigen Quartalen spielte dieser Bereich kaum eine Rolle, heute ist es eine tragende Säule, doch dazu später mehr.
Spotify ist inzwischen auch viel mehr als nur eine Musik-Plattform, auch wenn das Unternehmen vor allem dafür wahrgenommen wird.
Podcasts und Hörbücher spielen eine immer größere Rolle. Welche Summen in diesem Bereich verdient werden, wissen wir nicht erst seit Joe Rogan.
Und natürlich ist Joe Rogan nur die Spitze des Eisbergs. Es gibt inzwischen zahllose, äußerst erfolgreiche Podcasts auf Spotify.
Weltweit dürfte Spotify gemessen an Hörerzahlen in der Top 3 der größten Podcast-Plattformen sein – in den USA ist man die Nummer 1, noch vor Apple und Google.
Wir werden sehen, welche Marktanteile man sich im Bereich Hörbücher perspektivisch sichern kann.
Die Zahlen sprechen für sich
Unter dem Strich konnte Spotify den Umsatz in den zurückliegenden fünf Jahren von 7,88 auf 15,67 Mrd. Euro deutlich steigern.
Der freie Cashflow ist bereits seit vielen Jahren positiv, doch das wurde an der Börse schlichtweg ignoriert, da der gemeldete Gewinn bis einschließlich 2023 negativ war.
Doch auch an dieser Front hat sich das Blatt gewendet. Im Geschäftsjahr 2024 kam es zu einem Anstieg des Gewinns auf 5,71 USD je Aktie. Darauf dürfte im laufenden Geschäftsjahr ein Gewinnsprung um 47 % auf 8,40 USD je Aktie folgen.
Spotify kommt demnach auf ein KGVe von 60,4. Auf den ersten Blick ist das nicht gerade wenig, doch diese Einschätzung relativiert sich aus zwei Gründen.
Im Geschäftsjahr 2026 soll das Ergebnis um 64 % auf 13,84 USD je Aktie steigen, wodurch die P/E auf 36,7 sinken würde.
Darüber hinaus liegt der freie Cashflow nach wie vor weit über dem gemeldeten Gewinn. Den Konsensschätzungen zufolge soll der freie Cashflow im Geschäftsjahr 2026 auf 19 USD je Aktie steigen, was einem Multiplikator von 26,7 entsprechen würde.
Musik-Streaming nach wie vor ein Megatrend
Dass das realistisch ist, zeigen die jüngsten Quartalszahlen. In Q3 konnte die Zahl der monatlich aktiven Nutzer um 11 % auf 713 Millionen gesteigert werden.
Die Zahl der Abonnenten kletterte um 12 % auf 281 Millionen.
Der Umsatz aus dem Abogeschäft kletterte um 9 % auf 3,83 Mrd. Euro. Das Werbegeschäft war jedoch um 6 % auf 446 Mio. Euro rückläufig – das Segment ist wie branchenüblich größeren Schwankungen unterworfen.
Das Bruttoergebnis konnte dennoch um 9 % auf 1,35 Mrd. Euro gesteigert werden. Das operative Ergebnis kletterte sogar um 28 % auf 582 Mio. Euro.
Der freie Cashflow lag mit 806 Mio. Euro weit über dem gemeldeten Ergebnis und konnte auf Jahressicht um 13 % gesteigert werden.

Spotify ist zur wichtigen Unterstützung bei 500 USD zurückgekommen. Hier wird es jetzt spannend. Gelingt eine Bodenbildung, könnte das eine Erholung in Richtung 550 USD ermöglichen.
Darüber käme es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kursziele bei 600 sowie 640 – 650 USD.
Fällt Spotify jedoch unter 500 USD, müssten weitere Kursverluste in Richtung 450 USD eingeplant werden.
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