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Bei Siltronic setzten Trader auf eine Explosion der Halbleiter-Nachfrage, in deren Kielwasser die Nachfrage nach Siltronics Wafern massiv steigen würde. Die Rallye war überzogen, die Korrektur unausweichlich. Doch gestern wurde wieder kräftig gekauft – vor den Nvidia-Zahlen!
Als Siltronic Ende April seine Quartalsbilanz vorlegte, sackte die Aktie zuerst durch. Die Zahlen waren ja auch nicht gerade begeisternd. Doch dann traten die Bullen an und schafften einen Intraday-Turnaround. Einen, der Anschlusskäufe sah. Rechnet man den 29. April, den Tag der Quartalsbilanz, mit ein, schoss die Aktie des Wafer-Herstellers binnen sieben Handelstagen um 55 Prozent nach oben. Eine Kaufwelle mit absurden Dimensionen, zumal man dabei auf eine für Siltronic perfekte Zukunft setzt, die sich bislang aber noch nicht wirklich in Zahlen niederschlägt.
Da dürfte nicht nur so mancher erfahrene Investor den Kopf geschüttelt haben, sondern auch der eine oder andere Analyst. Schließlich sauste der Siltronic-Kurs am bisherigen Jahres-Verlaufshoch, das am 8. Mai bei 99,26 Euro erreicht wurde, um über 40 Prozent über das durchschnittliche Kursziel. Und das liegt nur deswegen so hoch, weil ganze zwei von den zehn die Aktie aktuell mit einer Einstufung versehenden Analysten sie als derzeit kaufenswert ansehen und Kursziele von 103 und 110 Euro ausgelobt haben. Die anderen werten mit „Halten“, „Untergewichten“, einer sogar mit „Verkaufen“.
Dass sich Trader in einem charttechnisch bullischen Szenario die Rosinen bei den Analystenmeinungen herauspicken und die Halten- und Verkaufen-Meinungen einfach ignorieren, ist beileibe keine Seltenheit. Selten wäre es vielmehr, wenn das ohne „Rasur“ der allzu wagemutig vorpreschenden Bullen ausgehen würde, zumal:
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Siltronic Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: Man könnte nicht einmal auf eine noch relativ günstige Bewertung verweisen, denn für die Berechnung eines Kurs-/Gewinn-Verhältnisses (KGV) müsste das Unternehmen erst einmal einen Gewinn pro Aktie ausweisen. Den die Analysten für 2026 aber nicht erwarten. Und, zumindest nach dem aktuellen Stand der Dinge, auch für 2027 noch nicht. Und da man momentan noch damit rechnet, dass Siltronics Umsatz 2026 erneut unter dem des Vorjahres liegen wird … was übrigens seit 2023 nonstop der Fall ist … kann man sich denken, dass man auch nicht mit einem günstigen Kurs-/Umsatz-Verhältnis (KUV) argumentieren könnte.
Diese wilde Kaufwelle sah dann eine Korrektur, bei der man zwar – wie auch – nicht vorhersagen konnte, wann genau und auf welchem Kursniveau sie einsetzen würde. Aber dass sie kommen musste, war absehbar. Bemerkenswert ist jetzt, dass die Aktie gestern genau da nach oben drehte, wo sie musste, um selbst im kurzfristigen Zeitfenster bullisch zu bleiben: an der 20-Tage-Linie. Das ist ein klares Signal, dass die Käuferseite nicht nur will, sondern auch kann, wenn es um den Erhalt des Aufwärtspotenzials geht. Aber:
Das mag gestern aus charttechnischer Sicht ein Signal gewesen sein. Doch ob es tatsächlich die Basis eines Anlaufs an und womöglich sogar über das bisherige Jahres-Verlaufshoch wird, konnten diejenigen, die sich da gestern vorgewagt hatten, nicht wissen. Denn ein ganz entscheidender Faktor hierfür sind neue Informationen in Bezug auf die Frage, wie stark die Chipnachfrage in den kommenden Monaten denn wirklich anziehen wird. Und dazu kamen gestern nach US-Handelsende mit der Quartalsbilanz von Nvidia entscheidende Daten.
Dieser Beitrag wurde vor der Vorlage der Nvidia-Ergebnisse beendet, was aber nicht entscheidend ist. Denn über die Zahlen hinaus müsste man nicht nur wissen, was die Experten heute an Einschätzungen als Folge der nachgelagerten Telefonkonferenz mit dem Unternehmen an Meinungen präsentieren, sondern auch, wie die Anleger dann bei Nvidia heute im regulären US-Handel reagieren werden. Aber klar ist:
Diese Reaktion sollte aus Sicht der Siltronic-Bullen tunlichst deutlich anziehende Kurse im Halbleiter-Sektor nach sich ziehen. Wäre das nicht der Fall, wäre die Aktie umgehend doch noch auf kurzfristiger Ebene „Bärenfutter“, wenn das Korrektur-Verlaufstief vom Dienstag bei 83,30 Euro auf Schlusskursbasis unterboten werden sollte. Und dann könnten sich die Bären begeistert auf diese Aktie stürzen, wenn man sich ansieht, dass die nächste, solider wirkende charttechnische Unterstützungszone darunter erst bei 59,20/64,04 Euro zu finden wäre!

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 20.05.2026 um 22:06 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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