Es ist genau drei Monate her, dass die SAP-Aktie, bis dahin einer der großen DAX-Verlierer, ihr Jahrestief markierte. Seither hat der Kurs fast 70 Prozent zugelegt. Und die Reaktion auf die Zahlen zum 3. Quartal deutet an, dass dieser Weg noch nicht zu Ende sein müsste.
Am späten Mittwochabend präsentierte der Softwarekonzern SAP seine Ergebnisse des Sommerquartals. Der Umsatz stieg im Vergleich zum 3. Quartal 2025 um 13 Prozent, das Betriebsergebnis um 18 Prozent. Beide Ergebnisse lagen leicht über der durchschnittlichen Prognose der Analysten. SAP wächst und sprach von einem ausgezeichneten Quartal. Und wieder war das Cloudgeschäft der größte Wachstumstreiber.
Den Gesamtjahresausblick für den Cloud-Bereich hob man leicht an, die Prognose für das Betriebsergebnis wurde beibehalten. Da sieht man einen Anstieg zwischen 13 und 17 Prozent. Damit läge die Bewertung der Aktie beim Kurs-/Gewinn-Verhältnis momentan bei ca. 29 bis 30 … das wäre angemessen – und somit nicht mehr „billig“. Es sei denn, man blickt als Anleger ein, zwei Jahre voraus und unterstellt, dass die Analysten mit ihren Wachstumsprognosen richtig liegen. Dann würde man für das Jahr 2028 auf aktuellem Kursniveau auf ein KGV von 21 kommen – und das wäre dann durchaus „billig“. Vorausgesetzt jedoch, dass der Gewinn wie erwartet steigt und die Aktie vom Kurs her dort bliebe, wo sie derzeit ist. Was man so auslegen könnte:
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Expertenmeinung: Dass SAP Ende Juli aus seinem Mauerblümchen-Dasein befreit wurde, war absolut gerechtfertigt, zumal man am Aktienmarkt allgemein langsam doch die Meinung vertritt, dass KI für die Softwarebranche nicht zum Grabstein werden dürfte. Aber auf dem aktuellen Level wäre sie jetzt fair bewertet. Zwingend wäre es also nicht, dass der rasante Anstieg der vergangenen drei Monate noch weitergeht. Was sich im Kursverhalten der Aktie am gestrigen Donnerstag auch niederschlug.
Denn am Ende notierte die SAP-Aktie zwar 3,2 Prozent im Plus, sie hatte aber zeitweise auch 1,6 Prozent im Minus gelegen. Einige hatten also durchaus den Eindruck, dass jetzt, nachdem die guten Nachrichten auf dem Tisch liegen, womöglich die Luft aus der Hausse heraus sein könnte. Dass es am Ende des Tages doch zu einem Kursgewinn reichte, mag an einer aus Sicht der Teilnehmer motivierenden Analystenkonferenz und der Reaktion der Experten darauf gelegen haben:
Am Donnerstag hoben mehrere Analysten ihre Kursziele für die Aktie an, die Spanne der neuen Ziele lag, bis auf eine Ausnahme, zwischen 225 und 250 Euro. Und selbst die DZ Bank, die aktuell eine „Verkaufen“-Einstufung für SAP hat und diese auch beibehielt, zeigte sich immerhin so beeindruckt, dass sie ihr Kursziel erheblich von 120 auf 170 Euro nach oben nahm.

Damit bliebe aus rein charttechnischer Sicht die Chance erhalten, die damit in Reichweite bleibende Widerstandslinie bei 219,40 Euro anzugehen und zu überwinden, darüber läge das nächste Kursziel bei 244,30 Euro, das war das Zwischenhoch vom Herbst 2025. Aber auf diesem jetzt erreichten Kursniveau sollte man trotzdem im Hinterkopf haben, dass auch einer Kursrakete irgendwann der Treibstoff ausgehen wird. Und da die Aktie derzeit nicht mehr unterbewertet, sondern fair bewertet ist, wäre der Blick nach unten, um bestehende Long-Trades konsequent über Stoppkurse abzusichern, mittlerweile wichtiger als der zu den Sternen, die die SAP-Aktie womöglich noch erreichen könnte.
Quellenangaben:
Ergebnis des 3. Quartals, 21.10.2026: https://www.sap.com/docs/download/investors/2026/sap-2026-q3-mitteilung.pdf
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 22.10.2026 um 22:56 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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