Seit dem im Februar 2025 bei 283,50 Euro markierten Rekordhoch kannte SAP nur den Weg nach unten. Doch jetzt hätte die Aktie eine Chance, mit Rückenwind von unerwarteter Seite zumindest auf kurzfristiger Ebene einen Boden zu vollenden – falls die Käufer dranbleiben.
Im Rahmen der persönlichen Einschätzungen zu Nvidias am Mittwochabend nach US-Handelsende vorgelegter Bilanz, dem Ausblick und den Perspektiven des Unternehmens ebenso wie der KI an sich sagte Nvidia-Chef Jensen Huang, dass er nicht davon ausgehe, dass diejenigen richtig lägen, die seit Januar massiv Software-Aktien in der Erwartung verkaufen, dass Software-Diensten von KI-Agenten der Rang abgelaufen wird. Er gehe davon aus, dass Unternehmen KI-Agenten haben wollen, die innerhalb von bestehenden Systemen wie denen von Salesforce oder SAP arbeiten und diese ergänzen und aufwerten, so dass die Nutzung dieser Software-Plattformen eher steigen statt sinken dürfte.
Dieses Statement aus berufenem Munde führte dazu, dass sehr viele Software-Aktien deutlich zulegten, der Sektor wurde am Donnerstag zum Tagesgewinner. Auch die SAP-Aktie profitierte und wurde mit +3,26 Prozent zur zweitstärksten Aktie im DAX. Ist der „KI-Spuk“ im Software-Sektor damit ausgestanden?
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Expertenmeinung: Das muss sich erst noch herausstellen. Dass die Argumentation von Jensen Huang schlüssig klingt, steht außer Frage. Wie sich diese Entwicklung in der Zukunft aber konkret darstellen wird, ist dennoch offen. Ob Unternehmen wie SAP durch die KI-Entwicklung insgesamt am Ende sogar profitieren könnten, die Sache eher ohne große Folgen bleibt oder aber doch neue, anders strukturierte und enger mit KI verbundene Systeme in den Vordergrund treten, wird sich zeigen müssen.
Das hängt sehr von den individuellen Entscheidungen und Bedürfnissen der verschiedensten, als Kunden auftretenden Unternehmen ab. Zumal auch noch nicht absehbar ist, wer von den bisherigen Software-Giganten imstande sein wird, sich diesen veränderten Gegebenheiten schnell und effektiv anzupassen und wer am Ende tatsächlich auf der Strecke bleibt.
Letztlich ist es hier und heute vor allem eine „Glaubensfrage“ seitens der Marktteilnehmer. Und da ist es nun einmal in der Regel so, dass die Neigung, zum Optimismus zurückzukehren, sehr davon abhängt, ob man sich da in guter Gesellschaft wähnt, sprich: Erst müsste die SAP-Aktie den Kopf aus der charttechnischen Schlinge bekommen, indem erste Akteure den Kurs wenigstens aus der kurzfristigen Abwärtstendenz herauspauken, dann kann die Zahl derer, die hier wieder einsteigen, schnell wachsen. Und auch, wenn SAP am Donnerstag Boden gutmachte: Bis dieser Punkt erreicht wäre, muss noch mehr gelingen.

Sie sehen im Chart, dass sich der Kurs zwar vom unteren Ende der seit Ende Januar geltenden Handelsspanne lösen konnte. Aber damit ist aus charttechnischer Sicht noch nichts gewonnen. Erst, wenn die SAP-Aktie den Kreuzwiderstand aus dem oberen Ende dieser Range und der unteren Begrenzung des nach unten durchbrochenen, mittelfristigen Abwärtstrendkanals bei 179 Euro überbietet, wäre die Aktie zumindest auf kurzfristiger Ebene wieder bullisch und hätte die Chance, in Richtung 200 Euro zu laufen. Das kann so kommen … aber eben nur, wenn die Einschätzungen von Nvidias CEO Huang auch in den kommenden Handelstagen noch Wirkung zeigen.
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