Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Das deutsche Softwareunternehmen SAP präsentiert sich seit Monaten angeschlagen und die Kurse rutschen von einem Tief zum nächsten.
Lediglich im Oktober zeigte sich eine kurze Phase der Stabilisierung, doch auch diese Bewegung wurde von den Bären schnell wieder abverkauft. Die zuletzt veröffentlichten Quartalsergebnisse sorgten erneut für spürbaren Verkaufsdruck und bestätigten den bestehenden Abwärtstrend. Damit setzt sich die bärische Struktur der SAP-Aktie unverändert fort und lässt bislang keine nachhaltige Entlastung erkennen.
Expertenmeinung: Auch wenn die Aktie kurzfristig in eine überverkaufte Situation geraten ist, fehlt es weiterhin an klaren Umkehrsignalen. Der Verkaufsdruck scheint sich bislang nicht spürbar aufzulösen, sodass technische Gegenbewegungen eher korrektiven Charakter hätten.
Erst eine deutliche Veränderung der Trendstruktur würde das Bild aufhellen. Bis dahin bleibt SAP aus charttechnischer Sicht klar in den Fängen der Bären. Eine Entwarnung lässt sich derzeit kaum ableiten, auch wenn zuletzt Nachrichten über starke Insiderkäufe die Runde machten.
Aussicht: Bärisch
SAP Aktie: Chart vom 03.02.2026, Kurs: 167.30 EUR, Kürzel: SAP | Quelle: TWS
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 04.02.2026 um 7:48 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Vorherige Analysen der SAP Aktie
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 30.01.2026 um 0:40 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet die SAP-Aktie, zwischen Herbst 2022 und Anfang 2025 das Super-Zugpferd des DAX zur aktuell am schlechtesten performenden Aktie seit der Jahreswende würde? Und das, obwohl die vorgelegte 2025er-Bilanz eigentlich gut ausfiel!
„SAP erreicht Umsatzziele und übertrifft Ausblick für Betriebsergebnis (Non-IFRS) und Free Cashflow für das Gesamtjahr 2025.“ Mit dieser Aussage begann die Mitteilung zu den Ergebnissen des vierten Quartals sowie des Gesamtjahres 2025. Und in der Tat, die Zahlen sahen gut aus:
Der Umsatz legte im Gesamtjahr nicht währungsbereinigt um acht, währungsbereinigt um elf Prozent zu. Damit kam man auf 36,8 Milliarden Euro. Im Schnitt hatten die Analysten 36,9 Milliarden erwartet. Das lag also marginal unter der Konsenprognose. Doch die Margen entwickelten sich besser als gedacht, so dass trotzdem ein Nettoergebnis von 7,49 Milliarden Euro erreicht wurde, komfortabel über der Analysten-Schätzung von 7,07 Milliarden.
Natürlich mag es Marktteilnehmer geben, für die es trotzdem noch ein wenig mehr hätte sein müssen. Und natürlich könnte man monieren, dass im Software-Bereich in Sachen Wachstum nicht mehr viel los ist und SAP immer abhängiger vom Cloud-Sektor wird. Aber wie kann alleine das einen derart kapitalen Kurseinbruch auslösen? Da muss doch noch mehr gewesen sein? War der Ausblick auf 2026 womöglich ein Grund zur Besorgnis?
Expertenmeinung: Eher nicht, denn SAP sieht für das angelaufene Geschäftsjahr ein solides Gewinnwachstum zwischen 14 und 18 Prozent. Damit läge man gut im Bereich der bisherigen Experten-Schätzungen. Und dass SAP zudem noch ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von zehn Milliarden Euro über zwei Jahre avisierte, unterstreicht: Im Unternehmen selbst ist man mit der Situation zufrieden.
Doch es fiel auf, dass als unmittelbare Reaktion auf die Bilanz neben vier neuen oder bestätigten Kurszielen von Analysten, die mit 270, zweimal 290 und einmal sogar 320 Euro meilenweit über dem aktuellen Kurs hereinkamen und allesamt mit „Kaufen“ einstuften, am Nachmittag die DZ Bank ihr Kursziel von 210 deutlich auf 150 Euro kappte und (wie schon zuvor) den Verkauf empfahl. Bislang ein Ausreißer unter den Analystenmeinungen, aber etwas anderes fiel gestern auf:
Nach der Bilanz von Microsoft vom Vorabend geriet die gesamte Software-Branche unter Druck. Microsoft selbst fiel am Donnerstag ebenfalls kräftig und scheint eine Art Sogwirkung ausgelöst zu haben. Der Grund dafür kann einer sein, der für die bereits seit einiger Zeit auffällige Underperformance der Software-Branche zumindest mit verantwortlich, wenn nicht sogar entscheidend war: Man fürchtet, dass die KI in absehbarer Zeit vieles, was die Software-Unternehmen heute entwickeln und liefern, ersetzen wird. Ob es wirklich so kommt, ist natürlich offen, aber so ganz abwegig ist diese Befürchtung nicht. So gesehen:
Ja, der Selloff bei SAP als Reaktion auf solide Zahlen und einen guten Ausblick war grundsätzlich überzogen. Aber wenn man sich überlegt, wie extrem hartnäckig und vor allem aus reinen Hoffnungen aufgebaut die KI-Hausse ausgefallen ist, sollte man einkalkulieren, dass die „dunkle Seite“ dieses KI-Hypes, sprich der Vorgriff auf den Druck, der von der KI-Entwicklung auf den Software-Sektor ausgehen könnte, nicht minder stur betrieben wird, was hieße:
Die SAP-Aktie hätte jetzt zwar mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 23 auf Basis der unternehmenseigenen 2026er-Gewinnprognose eine Bewertung, die so günstig wäre wie seit Jahren nicht mehr. Aber dieser „Spuk“ eines Software-Sterbens sitzt unübersehbar fest im Sattel. Sich da gegen den Trend zu stemmen, wäre brandgefährlich; man sollte idealerweise abwarten, bis der Sturm sich etwas legt und die Aktie Widerstände überwindet, die normalerweise von den Bären verteidigt würden.
Ein Indiz dafür wäre ein mit Schlusskursen über 182 Euro gelungener Wiedereintritt in den durch diesen gestrigen Kursrutsch nach unten verlassenen mittelfristigen Abwärtstrendkanal. Und auch dann wäre die Aktie nur wieder im Abwärtstrendkanal drin und keineswegs tatsächlich bullisch, und damit erst einmal nur ein interessantes Ziel für risikofreudige, kurzfristige Trader!
SAP Aktie: Chart vom 29.01.2026, Kurs 164,62 Euro, Kürzel: SAP | Quelle: TWS
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 22.01.2026 um 20:48 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
SAP lief in den Jahren 2023 und 2024 wie auf Schienen immer höher. Im Februar 2025 endete die Hausse, seither läuft der Kurs in einem Abwärtstrend. Aber irgendwann müsste es ja mit dem Kursabstieg genug sein – warum dreht die Aktie nicht endlich nach oben?
Man könnte es kurz und knapp so ausdrücken: Der Markt neigt zu Übertreibungen – wobei das immer für beide Richtungen gilt. Und momentan kann man durchaus den Eindruck gewinnen, die SAP-Aktie überzieht es gerade auf der Unterseite. Aber das ist angesichts der „Vorgeschichte“ des Kurses gar nicht mal überraschend.
Als SAP im Februar 2025 bei 283,50 Euro ein Rekordhoch erreichte, kam man dadurch auf ein viel zu teures Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 47 auf Basis der aktuellen 2025er-Gewinnschätzung. Die zwar Anfang 2025 noch höher lag. Teuer war die Aktie indes trotzdem, weil eines schon damals klar wurde:
Die große Zeit des Wachstums für den ursprünglichen Kernbereich Software war vorbei. Der Cloud-Bereich musste es richten. Und ja, da ging und geht es vorwärts, aber nicht so dynamisch, wie man sich das im Zuge der zweijährigen Hausse, als die Cloud-Sparte rasant zulegte, für die Zukunft ausgemalt hatte. Und diese nachlassende Wachstumsdynamik hatten offenbar viele so nicht erwartet. Die Folge war ein Abwärtstrend, den zu brechen die letzten Quartalsbilanzen nicht imstande waren. Zu große Erwartungen erzeugen eben oft ein Extrem auf der Gegenseite: überzogenen Pessimismus.
Aber das ist kein Grund, zu unterstellen, dass dieser Kursabstieg jetzt immer so weitergehen müsste. Und die Chance, den Bann zu brechen, wäre jetzt durchaus vorhanden, denn:
Expertenmeinung: Sollte die momentan geltende, durchschnittliche Prognose für den 2026er-Gewinn pro Aktie in etwa richtig liegen, käme die SAP-Aktie jetzt nur noch auf ein KGV von 27. Das wäre beinahe als „günstig“ anzusehen, was auch dazu führt, dass 24 der 29 diese Aktie regelmäßig einschätzenden Analysten eine Kaufempfehlung abgeben und das durchschnittliche Kursziel der Experten derzeit mit 276 Euro dramatisch weit über dem aktuellen Kurs liegt. Das in nächster Zeit auch wirklich zu erreichen, wäre vermutlich ein wenig zu ambitioniert gedacht. Aber die Chance, diese stete Abwärtstendenz loszuwerden, wäre allemal da … unter zwei Voraussetzungen.
SAP Aktie: Chart vom 22.01.2026, Kurs 189,84 Euro, Kürzel: SAP | Quelle: TWS
Zum einen muss SAP mit dem Ergebnis des vierten Quartals überzeugen und idealerweise einen die Anleger mutiger machenden 2026er-Ausblick mitliefern. Und auf diese Zahlen und Aussagen müssen wir hier nicht mehr lange warten: Der Termin hierfür ist der 29. Januar, also der kommende Donnerstag.
Zum anderen müssen ermutigende Zahlen auch den entsprechenden Widerhall im Chartbild erzielen. Dafür würde es aber nicht reichen, in die Seitwärtsspanne zwischen 200 und 215 Euro zurückzulaufen, aus der SAP zuletzt nach unten herausfiel, nachdem zuvor ein Ausbruchsversuch auf der Oberseite fehlschlug. Die Aktie muss die Juli-Abwärtstrendlinie, die zu bezwingen man Mitte Januar angetreten war, überwinden. Dazu müsste SAP über 223 Euro schließen … was zwar ambitioniert wirkt. Aber wenn man bedenkt, dass die Aktie vor knapp zwei Wochen noch bis 219 Euro gelaufen war, wäre das kein Ding der Unmöglichkeit. Achten Sie auf diese Bilanzdaten am 29.1.!
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bearish
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.01.2026 um 7:55 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Das vergangene Halbjahr stand für den deutschen Softwarekonzern alles andere als unter einem guten Stern. Mit Ausnahme des Monats Oktober dominierten die Verkäufer über weite Strecken das Geschehen.
Die SAP-Aktie verlor kontinuierlich an Wert, und der übergeordnete Abwärtstrend konnte bislang nicht gebrochen werden. Die Serie tieferer Hochs und tieferer Tiefs ist weiterhin intakt und prägt das charttechnische Gesamtbild. Dennoch lässt sich zuletzt ein erster Hoffnungsschimmer erkennen: Seit einigen Wochen wirkt der Kursverlauf stabiler, und vor allem die psychologisch wichtige Marke bei 200 EUR konnte bislang verteidigt werden. Genau hier entscheidet sich nun, ob die Käuferseite die Gelegenheit für einen möglichen Turnaround nutzen kann.
Expertenmeinung: Solange SAP oberhalb der 200-EUR-Marke notiert, besteht zumindest die Chance auf eine Bodenbildung. Für eine belastbarere Trendwende müssten jedoch klar höhere Hochs ausgebildet und der zentrale Widerstand bei rund 215 EUR zurückerobert werden.
Gelingt dies nicht, bleibt die aktuelle Stabilisierung eher eine Verschnaufpause im bestehenden Abwärtstrend. Ein Bruch der 200-EUR-Zone würde das bärische Szenario hingegen weiter stützen und zusätzliches Abwärtspotenzial eröffnen. Vorerst bleibe ich hier bei einem neutralen Standpunkt.
Aussicht: NEUTRAL
SAP Aktie: Chart vom 09.01.2026, Kurs: 212.35 EUR Kürzel: SAP | Quelle: TWS
Über den Autor
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Analysemethode
Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 26.11.2025 um 20:18 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Aus der SAP-Aktie wurde im Jahresverlauf kräftig die Luft herausgelassen. Eine zu hohe Bewertung wurde dadurch, befeuert durch die Sorge, KI könnte dem Konzern einen Teil des Wassers abgraben, eine moderate. Aber was noch interessanter ist, ist das aktuelle Chartbild!
„Billig“ ist die Aktie des Software-Riesen mit einem KGV (Kurs-/Gewinn-Verhältnis) von 34 für das laufende Jahr und von 28 für die durchschnittliche 2026er-Gewinnprognose zwar nicht gerade. Für ein Softwareunternehmen ist das eine recht normale Bewertung. Aber sie ist eben auch nicht mehr überbewertet. Was man definitiv unterstellen konnte, als der Kurs der Aktie im Februar mit 283,50 Euro ein neues Rekordhoch hingelegt hatte. Jetzt notiert SAP beinahe 30 Prozent niedriger … und gehört damit zu den schwachen 2025er-Performern im DAX. Vom Frontrunner zum Nachzügler … und wieder zurück? Das ist jetzt die Frage.
Expertenmeinung: Möglich wäre es, denn bislang sieht es nicht danach aus, als würde SAP im Zuge der Fokussierung auf KI-Investitionen einfach im Abseits landen. Zumal der Software-Bereich ja ein mittlerweile massives zweites Standbein mit dem Cloud-Sektor erhalten hat, letzterer ist es, der das Wachstum befeuert. Und das würde für höhere Kurse durchaus ausreichen. Schaut man sich an, was die Analysten zu SAP sagen, sieht man: 22 von 25 Experten sagen „Kaufen“. Und das durchschnittliche Kursziel? Das liegt derzeit bei 287 Euro und damit knapp über dem bisherigen Allzeithoch der Aktie. Also: Wo klemmt es hier?
Wenn eine Aktie erst einmal gegen den Trend fällt, ist es schwer, sie aus dieser gegen den Markt laufenden Tendenz herauszuholen. Es ist umso schwerer, wenn es um eine Aktie geht, die zuvor lange „Everybody’s Darling“ war und dadurch viele nicht beim Bruch des Aufwärtstrends ausgestiegen sind, sondern solange an „ihre“ vormalige Dauerläufer-Aktie geglaubt haben, bis die Gewinne endgültig dahin waren. Da ist man danach besonders misstrauisch. Und noch ist der Abwärtstrend ja auch intakt, nur fällt im Chartbild etwas ziemlich Ungewöhnliches auf:
SAP Aktie: Chart vom 26.11.2025, Kurs 206,70 Euro, Kürzel: SAP | Quelle: TWS
Anfang vergangener Woche war die Aktie unter die sehr markante Supportzone 209,70/210,20 Euro gefallen. Das hätte allerhand an Anschluss-Verkäufen auslösen können, ja eigentlich sogar müssen. Immerhin war die Unterstützung unübersehbar, zugleich wurde darunter ein neues Jahrestief erreicht. Aber dieser starke Abgabedruck kam nicht. Im Gegenzug „sammelt“ die Aktie auf engstem Raum Dojis, d.h. wir sehen ungewöhnlich kleine Handelsspannen und oft Schlusskurse, die fast auf Höhe des Eröffnungskurses liegen. Was könnte das bedeuten?
Zum einen, dass die runde Marke von 200 Euro offenbar für genug Akteure ein klarer Einstiegslevel ist, um weitere Abgaben erst einmal zu verhindern. Zum anderen, dass die jetzt als Widerstand fungierende Zone 209,70/210,20 Euro offenbar von den Bären verteidigt wird und/oder dort größere Verkaufsorders von Marktteilnehmern liegen, die der SAP-Aktie erst einmal nicht mehr zutrauen. Damit ist die Aktie innerhalb dieser Range zwar scheinbar langweilig. Aber diese Spanne ist so schmal, dass sie jederzeit und dann auch deutlich nach oben oder unten verlassen werden könnte:
Eine hoch spannende Ausgangslage für kurzfristige Trades in Ausbruchsrichtung, bei denen man zudem enge Stop Loss setzen könnte. Rein auf charttechnischer Basis wäre ein Kursziel im „Ausbruchsfall“ der Kreuzwiderstand aus 200-Tage-Linie und Oktober-Hoch bei 244 Euro auf der Oberseite und das Hoch des ersten Quartals 2024 bei 184,50 Euro auf der Unterseite.
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Neutral
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.11.2025 um 7:57 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Während der globale Software-Sektor insgesamt weiter in einem stabilen Aufwärtstrend verweilt, tut sich SAP als einer der großen europäischen Anbieter zunehmend schwer. Ende Juli habe ich meine Einschätzung für die Entwicklung der Aktie auf „bärisch“ herabgestuft – ein Schritt, der sich rückblickend als nachvollziehbar erwiesen hat.
Seit dem Sommer verzeichnete die SAP-Aktie nur einen ernstzunehmenden Erholungsversuch. Der kurzfristig vielversprechende Ausbruch im Oktober über die Widerstandszone bei rund 242 EUR entpuppte sich jedoch rasch als Fehlausbruch. Seither rutschte die Aktie erneut unter die 20- und 50-Tage-Linie. Das Chartbild bleibt schwach.
Expertenmeinung: Ein Test der Unterstützung bei rund 210 EUR rückt nun zunehmend in den Fokus. Solange SAP nicht wieder nachhaltig über die Zone von 242 EUR ansteigen kann, bleibt das Risiko einer fortgesetzten Korrektur bestehen. Kritisch wäre insbesondere ein Bruch des September-Tiefs – in diesem Fall könnte eine weitere Verkaufswelle ausgelöst werden.
Erst ein deutlicher Anstieg über die gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 würde das technische Bild vorübergehend stabilisieren.
Aussicht: NEUTRAL
SAP Aktie: Chart vom 12.11.2025, Kurs: 218.40 EUR, Kürzel: SAP | Quelle: TWS
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Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Analysemethode
Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.