Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Anfang Februar habe ich meine Aussichten auf den deutschen Softwarekonzern zurückgenommen und das Chartbild hat sich seither weiter eingetrübt. Zwar gelang es der SAP-Aktie zunächst, sich einige Wochen nahe der Unterstützungszone um 160 EUR zu stabilisieren, doch es fehlte an Anschlusskäufen.
Die Bullen konnten keine neuen Impulse setzen und mussten die Kontrolle zunehmend abgeben. In weiterer Folge wurde die Unterstützung aufgegeben und die Abwärtsbewegung setzte sich fort. Die Struktur bleibt klar negativ geprägt, mit einer Serie von tieferen Hochs und tieferen Tiefs. Eine nachhaltige Verbesserung ist aktuell nicht erkennbar. Auffällig ist lediglich der inzwischen deutliche Abstand zur 50-Tage-Linie, der kurzfristig eine technische Gegenbewegung begünstigen könnte.
Expertenmeinung: Kurzfristig könnte der überverkaufte Zustand für eine Erholung sorgen. Eine solche Bewegung wäre jedoch zunächst nur als technische Reaktion innerhalb des bestehenden Abwärtstrends zu werten. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, im Anschluss höhere Hochs zu etablieren und damit die Struktur aufzubrechen. Ohne diesen Schritt dürfte der Verkaufsdruck bestehen bleiben und weitere Rücksetzer wären ein realistisches Szenario.
Eine Aufwärtsbewegung dürfte in der Nähe des letzten Supports bei rund 160 EUR auf Widerstand treffen, zumal sich auch die 50-Tage-Linie schrittweise in diese Richtung bewegt.
Aussicht: Bärisch
SAP Aktie: Chart vom 30.03.2026, Kurs: 146.46 EUR, Kürzel: SAP | Quelle: TWS
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 31.03.2026 um 7:53 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Vorherige Analysen der SAP Aktie
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 20.03.2026 um 22:09 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Der Großteil der Analysten ist für SAP bullisch. Und selbst das niedrigste Experten-Kursziel liegt über dem derzeitigen Kurs der Aktie. Trotzdem fiel die Aktie auch am Freitag wie ein Stein. Das kann auf eine spannende Einstiegschance hinauslaufen. Aber noch ist es keine.
Wenn es um Argumente geht, warum ausgerechnet die SAP-Aktie, die 2023 und 2024 das Top-Zugpferd im DAX war, derart schnell und weit fällt, kommt immer die gleiche Antwort: „Verdrängungssorgen“ durch die KI. KI könnte Software-Systeme wie die von SAP in den kommenden Jahren weniger lukrativ machen, weil andere, schnellere, billigere Wege entstehen könnten, um zu leisten, was die SAP-Produkte leisten. Ob es wirklich so kommt, ist nicht sicher. Wie stark dieser Effekt dann sein könnte, erst recht. Hinzu kommt, dass dieses Argument den Kurs ja mittlerweile schon mehrfach in Abwärtsschübe gedrängt hat, ohne dass neue, die Argumentation verstärkende Aspekte hinzukamen.
Darüber hinaus argumentieren nicht wenige Analysten, dass die KI-Fortschritte auch für die Softwarebranche von Vorteil sein können. Sogar Nvidia-Chef Jensen Huang ist der Ansicht, dass dieser Verkaufsdruck bei Aktien des Software-Sektors nicht berechtigt sei. Gerade erst vor drei Wochen sagte er, dass Unternehmen seiner Meinung nach KI-Agenten haben wollen, die innerhalb von bestehenden Systemen wie denen von Salesforce oder SAP arbeiten und diese ergänzen und aufwerten, so dass die Nutzung dieser Software-Plattformen eher steigen statt sinken dürfte. Der Blick auf den SAP-Chart zeigt:
SAP Aktie: Chart vom 20.03.2026, Kurs 153,82 Euro, Kürzel: SAP | Quelle: TWS
Denen, die es eigentlich wissen sollten, scheint man nicht zu glauben. Denn was sonst könnte diesen immensen Druck aufrechterhalten, der den SAP-Kurs am Freitag aus der vorherigen Bodenbildung nach unten heraus auf den tiefsten Stand seit Anfang 2024 drückte?
Expertenmeinung: Es gäbe durchaus noch einen möglichen Grund: Die Schwäche der Aktie an sich. Nicht umsonst gibt es den alten Börsenspruch „die Hausse nährt die Hausse“. Das gilt für eine Baisse genauso. Trends erneuern sich quasi von innen heraus, weil trendfolgende Anleger und Handelssysteme die Positionen immer wieder erneuern und ausweiten, solange der Trend hält.
Es ist durchaus möglich, dass ein entscheidender Faktor dafür, dass SAP trotz bullisch gestimmter Analysten und Beschwichtigungen zum Thema „Verdrängung durch KI“ immer weiter nachgibt, in der bisherigen Schwäche liegt, denn an der Börse gilt: Die Letzten beißen die Hunde. Und das gilt umso mehr, wenn zugleich am Terminmarkt Optionen abgerechnet werden, wie das am Freitag der Fall war.
Grundsätzlich agieren erfahrene Trader immer nach dem Prinzip „folge dem Trend“. Bei besonders starken Aktien hat man Long-Positionen, bei den schwächsten eines Index ist man auf der Short-Seite dabei. Damit fährt man in der Regel gut. Und ob eine Abwärtsbewegung rational unterfüttert ist oder nicht, spielt dabei eine kleine Rolle: Der Trend zählt, nicht das „Warum“. Aber wenn das so ist … dann könnte SAP ja immer und immer weiter fallen?
Theoretisch natürlich schon, die natürliche Grenze ist da wie immer die Nulllinie. Eine „ewige Baisse“ ist aber genauso unwahrscheinlich wie eine ewige Hausse. Irgendwann wird ein Punkt erreicht, an dem genug Bären sich sagen, dass es an der Zeit ist, den Gewinn einzustreichen … an dem andere bärische Trader zur Einschätzung gelangen, dass es auf diesem Niveau zu riskant ist, neu Short zu gehen … und an dem erste Anleger trotz des gegen sie laufenden Trends einstiegen, weil sie sich sagen: Jetzt ist das Risiko nach unten ausreichend niedriger als das Aufwärtspotenzial, um auch mal ins fallende Messer greifen zu können.
Oft ist zu beobachten, dass Verfalltermine an den Terminbörsen wie die große, Optionen und Futures umfassende März-Abrechnung am vergangenen Freitag starke Trends noch einmal intensivieren, der Druck dann aber, wenn große Adressen unter den Short-Sellern ihr Ziel durch die Abrechnung ihrer Positionen erreicht haben, erst einmal aufhört. Das muss nicht zwingend in eine Aufwärtswende führen, aber:
Bei SAP, die mittlerweile sogar ein gutes Stück unter dem niedrigsten aller Analysten-Kursziele notiert, das derzeit bei 178,44 Euro liegt und bei der 25 von 29 Analysten eine „Kaufen“-Einschätzung ausgegeben haben, kann das jederzeit passieren. Nur: Es muss nicht. Eine Baisse läuft genauso aus sich selbst heraus weiter, wie es umgekehrt eine Hausse tun kann, daher wäre man gut beraten, ein entsprechendes Signal im Chartbild abzuwarten.
Derzeit könnte beispielsweise ein Anstieg über die Zwischenhochs vom Februar und damit zugleich eine Rückkehr in den Ende Januar nach unten durchbrochenen Abwärtstrendkanal ein zumindest kurzfristig bullisches Signal sein, das risikofreudige Trader mit entsprechend konsequenten Absicherungen als ein denkbares Startsignal einordnen könnten. Das wäre bei Closings über 180 Euro der Fall, aber: Eine solide Aufwärtswende wäre auch das noch lange nicht, Vorsicht bleibt hier auch über 180 Euro erste Trader-Pflicht!
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bärisch
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 04.03.2026 um 8:00 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Schwäche internationaler Softwarewerte hinterließ auch beim bekannten deutschen Softwareunternehmen deutliche Spuren. In den vergangenen Monaten geriet die SAP-Aktie unter Druck und etablierte einen klaren Abwärtstrend mit tieferen Hochs und tieferen Tiefs. Ende Januar beschleunigte sich die Abwärtsdynamik nochmals, ehe sich die Kurse knapp oberhalb der 160er-Zone stabilisieren konnten.
Dort setzte eine erste Gegenbewegung ein. Das Handelsvolumen zog phasenweise an, was auf zunehmendes Interesse institutioneller Marktteilnehmer hindeuten könnte. Dennoch bleibt die übergeordnete Struktur angeschlagen, da wichtige mittelfristige Durchschnittslinien weiterhin nach unten zeigen.
Expertenmeinung: Die aktuelle Stabilisierung könnte den Grundstein für eine Bodenbildung legen, sofern es gelingt, die im Chart eingezeichnete Formation nach oben zu verlassen und kurzfristige Widerstände zu überwinden. Eine nachhaltige Rückeroberung der 20-Tage-Linie könnte das Chartbild spürbar aufhellen.
Bleibt die Aktie jedoch unter Druck und fällt erneut unter die jüngsten Zwischentiefs, könnte sich der Abwärtstrend fortsetzen – die Erholung wäre dann eher als technische Zwischenphase einzuordnen.
Aussicht: Neutral
SAP Aktie: Chart vom 03.03.2026, Kurs: 165.02 EUR, Kürzel: SAP | Quelle: TWS
Über den Autor
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Analysemethode
Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 26.02.2026 um 21:39 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Seit dem im Februar 2025 bei 283,50 Euro markierten Rekordhoch kannte SAP nur den Weg nach unten. Doch jetzt hätte die Aktie eine Chance, mit Rückenwind von unerwarteter Seite zumindest auf kurzfristiger Ebene einen Boden zu vollenden – falls die Käufer dranbleiben.
Im Rahmen der persönlichen Einschätzungen zu Nvidias am Mittwochabend nach US-Handelsende vorgelegter Bilanz, dem Ausblick und den Perspektiven des Unternehmens ebenso wie der KI an sich sagte Nvidia-Chef Jensen Huang, dass er nicht davon ausgehe, dass diejenigen richtig lägen, die seit Januar massiv Software-Aktien in der Erwartung verkaufen, dass Software-Diensten von KI-Agenten der Rang abgelaufen wird. Er gehe davon aus, dass Unternehmen KI-Agenten haben wollen, die innerhalb von bestehenden Systemen wie denen von Salesforce oder SAP arbeiten und diese ergänzen und aufwerten, so dass die Nutzung dieser Software-Plattformen eher steigen statt sinken dürfte.
Dieses Statement aus berufenem Munde führte dazu, dass sehr viele Software-Aktien deutlich zulegten, der Sektor wurde am Donnerstag zum Tagesgewinner. Auch die SAP-Aktie profitierte und wurde mit +3,26 Prozent zur zweitstärksten Aktie im DAX. Ist der „KI-Spuk“ im Software-Sektor damit ausgestanden?
Expertenmeinung: Das muss sich erst noch herausstellen. Dass die Argumentation von Jensen Huang schlüssig klingt, steht außer Frage. Wie sich diese Entwicklung in der Zukunft aber konkret darstellen wird, ist dennoch offen. Ob Unternehmen wie SAP durch die KI-Entwicklung insgesamt am Ende sogar profitieren könnten, die Sache eher ohne große Folgen bleibt oder aber doch neue, anders strukturierte und enger mit KI verbundene Systeme in den Vordergrund treten, wird sich zeigen müssen.
Das hängt sehr von den individuellen Entscheidungen und Bedürfnissen der verschiedensten, als Kunden auftretenden Unternehmen ab. Zumal auch noch nicht absehbar ist, wer von den bisherigen Software-Giganten imstande sein wird, sich diesen veränderten Gegebenheiten schnell und effektiv anzupassen und wer am Ende tatsächlich auf der Strecke bleibt.
Letztlich ist es hier und heute vor allem eine „Glaubensfrage“ seitens der Marktteilnehmer. Und da ist es nun einmal in der Regel so, dass die Neigung, zum Optimismus zurückzukehren, sehr davon abhängt, ob man sich da in guter Gesellschaft wähnt, sprich: Erst müsste die SAP-Aktie den Kopf aus der charttechnischen Schlinge bekommen, indem erste Akteure den Kurs wenigstens aus der kurzfristigen Abwärtstendenz herauspauken, dann kann die Zahl derer, die hier wieder einsteigen, schnell wachsen. Und auch, wenn SAP am Donnerstag Boden gutmachte: Bis dieser Punkt erreicht wäre, muss noch mehr gelingen.
SAP Aktie: Chart vom 26.02.2026, Kurs 172,22 Euro, Kürzel: SAP | Quelle: TWS
Sie sehen im Chart, dass sich der Kurs zwar vom unteren Ende der seit Ende Januar geltenden Handelsspanne lösen konnte. Aber damit ist aus charttechnischer Sicht noch nichts gewonnen. Erst, wenn die SAP-Aktie den Kreuzwiderstand aus dem oberen Ende dieser Range und der unteren Begrenzung des nach unten durchbrochenen, mittelfristigen Abwärtstrendkanals bei 179 Euro überbietet, wäre die Aktie zumindest auf kurzfristiger Ebene wieder bullisch und hätte die Chance, in Richtung 200 Euro zu laufen. Das kann so kommen … aber eben nur, wenn die Einschätzungen von Nvidias CEO Huang auch in den kommenden Handelstagen noch Wirkung zeigen.
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 09.02.2026 um 16:02 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Der Kurssturz von SAP kam überraschend, aber nicht grundlos. Die Kernfrage ist jedoch, ob der Abverkauf gerechtfertigt ist.
Wenn Erwartungen enttäuscht werden
Der Kurssturz der SAP-Aktie kam für viele Anleger überraschend, hatte aber mehrere klar benennbare Ursachen. Als Hauptgrund für den Abverkauf wurde die enttäuschende Entwicklung im Cloud-Geschäft angeführt.
SAP gilt hier als einer der wichtigsten europäischen Hoffnungsträger, doch das Wachstum des Cloud-Backlogs fiel schwächer aus als prognostiziert. Das ist brisant, denn dieses Auftragsvolumen steht für künftige Umsätze. Als SAP zudem signalisierte, dass sich das Cloud-Wachstum 2026 verlangsamen könnte, kippte die Stimmung abrupt. Aus Zuversicht wurde Skepsis, was unmittelbar zu Verkaufsdruck geführt hat.
Hinzu kam, dass einzelne Kennzahlen die Erwartungen nicht erfüllt haben. Das reichte aus, um die Analysten nervös zu machen. Mehrere Banken und Researchhäuser senkten ihre Kursziele oder stuften die Aktie herab. In einem angespannten Marktumfeld wirken solche Signale wie Brandbeschleuniger.
Hinzu kommt das allgemein negative Sentiment für Softwareunternehmen. Steigende Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung, gepaart mit Zweifeln an klassischen Geschäftsmodellen im Zeitalter künstlicher Intelligenz, belasten den gesamten Sektor.
SAP als KI-Verlierer?
Und KI wird derzeit ja ohnehin als Argument für alles genutzt, so auch im Fall von SAP. Im Zuge des Kurssturzes wurde SAP an einigen Stellen auch als KI-Verlierer bezeichnet. Greifbare Argumente für diese These habe ich jedoch nicht gefunden. Mir erschließt sich die Logik hinter diesem Gedanken auch nicht.
Die Produkte von SAP sind tief in die operativen Kernprozesse von Unternehmen eingebettet. Einkauf, Finanzbuchhaltung, Logistik, Personalwesen und Produktionsplanung sind hochkomplex, datenintensiv und geschäftskritisch.
KI dient hier als Tool, um die Effizienz zu steigern, aber nicht als Ersatzprodukt für SAP. KI-Anbieter haben auf diese Prozesse in der Regel überhaupt keinen direkten Zugriff, ganz im Gegensatz zu SAP.
Ferner verfügt SAP über einen strukturellen Vorteil, den reine KI-Firmen nicht haben: qualitativ hochwertige, unternehmensspezifische Daten. KI ist nur so gut wie die Daten, mit denen sie arbeitet. Die wertvollsten Daten liegen nicht in offenen Modellen, sondern in ERP-Systemen. SAP kontrolliert diese Datenebene seit Jahrzehnten. Wer Geschäftsprozesse optimieren will, kommt an dieser Datenbasis kaum vorbei.
Wohl eher Psychologie
Darüber hinaus werden ERP-Systeme nicht leichtfertig ersetzt. Die Wechselkosten sind hoch, die Integrationen tief, die Risiken enorm. KI kann diese Systeme verbessern, beschleunigen und vereinfachen – sie ersetzt sie nicht.
SAP bietet genau das, was Unternehmenskunden benötigen: Kontrolle, Sicherheit, Compliance und Nachvollziehbarkeit. Viele generative KI-Lösungen sind für Unternehmen regulatorisch heikel oder operativ schwer beherrschbar und vor allem für größere Unternehmen als Alternative undenkbar.
Am Ende basiert das Narrativ vom „KI-Verlierer SAP“ aus meiner Sicht weniger auf Fakten als auf Börsenpsychologie.
Wirklich enttäuschend?
Doch all das ist nur meine Einschätzung. Man kann das vermutlich auch anders sehen. Am Ende steckt die Wahrheit in den Zahlen. Schauen wir sie uns also an.
Im Kern möchte ich in dieser Analyse vor allem auf die Frage eingehen, was „enttäuschend“ ist und was nicht. Die Quartalszahlen und der Ausblick von SAP wurden allgemein als enttäuschend bezeichnet, doch das liegt im Auge des Betrachters.
In diesem Fall dürfte die Trennlinie eindeutig sein. An der Börse wurde dem Umstand, dass die Erwartungen nicht erfüllt wurden, mehr Gewicht beigemessen – so ist das meistens. Für Investoren ist jedoch entscheidend, ob sich das Unternehmen in die richtige Richtung entwickelt, der Ausblick positiv ist und ob die Bewertung stimmt.
Im vierten Quartal konnte der Umsatz um 3 % auf 9,68 Mrd. Euro gesteigert werden, währungsbereinigt lag das Plus jedoch bei 9 % und somit nur knapp unter dem Wert für das gesamte Geschäftsjahr in Höhe von 11 %. Die Umsatzzahlen sind aber nach wie vor durch die Transformation in Richtung Cloud verzerrt.
Gewinn und Cashflow ziehen massiv an
Das Betriebsergebnis konnte im vierten Quartal um 27 % auf 1,90 Mrd. Euro gesteigert werden. Der Gewinn verbesserte sich um 16 % auf 1,62 Euro je Aktie. Davon kann man enttäuscht sein – oder auch nicht.
Das Betriebsergebnis konnte im Geschäftsjahr 2025 von 8,15 auf 10,42 Mrd. Euro verbessert werden, ein Plus von 31 %. Das Ergebnis je Aktie kletterte um 36 % von 4,53 auf 6,15 Euro je Aktie (beides Non-IFRS). Der freie Cashflow hat sich auf Jahressicht von 4,22 auf 8,24 Mrd. Euro nahezu verdoppelt. Auch davon kann man enttäuscht sein – oder eben nicht. Es liegt im Auge des Betrachters. Rational betrachtet ist es aber vollkommen klar, wie man derartige Geschäftszahlen einordnen sollte – das muss nicht weiter kommentiert werden.
Ausblick und Bewertung
Der Auftragseingang spricht dafür, dass sich die gute Entwicklung vorerst fortsetzen dürfte. Der Current Cloud Backlog konnte um 16 % auf 21,05 Mrd. Euro gesteigert werden. Währungsbereinigt lag das Plus sogar bei 25 %.
Für 2026 stellt SAP einen Anstieg der Clouderlöse von 21,0 auf 25,8 – 26,2 Mrd. Euro in Aussicht, was einem Plus von 23 – 25 % entspricht. Die Cloud- und Softwareerlöse sollen von 32,54 auf 36,3 – 36,8 Mrd. Euro steigen und das Betriebsergebnis von 10,42 auf 11,9 – 12,3 Mrd. Euro.
Beim freien Cashflow erwartet man einen Anstieg von 8,24 auf 10 Mrd. Euro. SAP erwartet demnach einen Gewinnsprung um etwa 16 % und einen Anstieg des freien Cashflows um 22 %. Auch davon kann man enttäuscht sein – oder aber nicht.
SAP kommt demnach auf ein KGVe von 23,8 und einen forward P/FCF von 20,8. In Anbetracht von zweistelligen Wachstumsraten ist das vertretbar. In den letzten fünf Jahren lag das KGV durchschnittlich bei 26,3 und der P/FCF bei 27,5.
Im Zuge der Quartalszahlen wurde ein zweijähriges Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 10 Mrd. Euro beschlossen, was in etwa 5 % des Börsenwerts entspricht.
SAP Aktie: Chart vom 09.02.2026, Kurs: 173,42 EUR – Kürzel: SAP | Quelle: TWS
Gelingt jetzt eine Rückkehr über 175 Euro, würde sich die Lage aus technischer Sicht entspannen. Über 183 Euro würde es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 200 und 214 Euro kommen.
Fällt die Aktie hingegen unter 165 Euro, muss mit einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 148 – 150 Euro gerechnet werden.
Über den Autor
Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.
Analysemethode
Die Aktienanalysen von TobiasKrieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.
Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bärisch
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bärisch
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 04.02.2026 um 7:48 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Das deutsche Softwareunternehmen SAP präsentiert sich seit Monaten angeschlagen und die Kurse rutschen von einem Tief zum nächsten.
Lediglich im Oktober zeigte sich eine kurze Phase der Stabilisierung, doch auch diese Bewegung wurde von den Bären schnell wieder abverkauft. Die zuletzt veröffentlichten Quartalsergebnisse sorgten erneut für spürbaren Verkaufsdruck und bestätigten den bestehenden Abwärtstrend. Damit setzt sich die bärische Struktur der SAP-Aktie unverändert fort und lässt bislang keine nachhaltige Entlastung erkennen.
Expertenmeinung: Auch wenn die Aktie kurzfristig in eine überverkaufte Situation geraten ist, fehlt es weiterhin an klaren Umkehrsignalen. Der Verkaufsdruck scheint sich bislang nicht spürbar aufzulösen, sodass technische Gegenbewegungen eher korrektiven Charakter hätten.
Erst eine deutliche Veränderung der Trendstruktur würde das Bild aufhellen. Bis dahin bleibt SAP aus charttechnischer Sicht klar in den Fängen der Bären. Eine Entwarnung lässt sich derzeit kaum ableiten, auch wenn zuletzt Nachrichten über starke Insiderkäufe die Runde machten.
Aussicht: Bärisch
SAP Aktie: Chart vom 03.02.2026, Kurs: 167.30 EUR, Kürzel: SAP | Quelle: TWS
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Analysemethode
Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.