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Rheinmetall meldete am vergangenen Mittwoch in einer Ad-hoc-Mitteilung ein deutlich über den Markterwartungen liegendes operatives Ergebnis im zweiten Quartal. Die Aktie überwand als Reaktion darauf wichtige Widerstandslinien.
Rheinmetall veröffentlicht Rekordmeldungen offenbar gerne häppchenweise. Schon Anfang Juli hatte man den Anlegern verkündet, dass man das für das zweite Quartal gesteckte Ziel eines Umsatzanstiegs von über 60 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum erreichen werde. Am 29. Juli konkretisierte der Rüstungskonzern diesen Umsatzanstieg auf 69 Prozent zum Vorjahresquartal (3,289 Milliarden Euro), darüber hinaus wurde der operative Gewinn genannt. Den bezifferte Rheinmetall mit 562 Millionen Euro und nannte als Marktprognose knapp 470 Millionen, die damit deutlich überboten wurde. Im Vorjahreszeitraum wurden „nur“ 262 Millionen erzielt, da geht also unstrittig allerhand voran.
Die operative Marge konnte man sich damit selbst ausrechnen: Sie kam im zweiten Quartal auf 17,1 Prozent, im Schnitt sahen die Analysten hier um die 15 Prozent (Vorjahresquartal: 10,3 Prozent). Das waren beeindruckende Ergebnisse. Und wenn man sich den Chart ansieht, kann es nicht überraschen, dass die Aktie daraufhin kräftig Boden gutmachte. Denn im Vorfeld hatte sich der Kurs seit dem Jahreshoch vom Januar zeitweise mehr als halbiert. Und es war die Befürchtung, dass sich die Käufer in Sachen Wachstum mehr vorgestellt hatten, als die Realität würde liefern können, die den Kurs drückte. Das ist jetzt scheinbar vom Tisch … oder nicht?
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Expertenmeinung: Das ist nicht sicher, denn über den Umsatz und den operativen Gewinn hinaus weiß man ja noch nichts. Wie geht es im Rest des Jahres weiter, wie sieht die Perspektive über 2026 hinaus aus? Das wird Rheinmetall erst am Donnerstag, dem 6. August, im Rahmen der vollständigen Ergebnisse zum ersten Halbjahr mitteilen. Nur wenn die Anleger sehen, dass das Wachstumstempo nicht nur im zweiten Quartal höher ausfiel als gedacht, sondern auch deutlich höher bleiben wird, hätte die Aktie den nötigen Rückhalt, das durch die Reaktion auf die Vorab-Zahlen generierte Aufwärtspotenzial auch voll auszuloten.
Wir sehen im Chart, dass der Aufwärtsruck, der auf diese Ad-hoc-Mitteilung vom vergangenen Mittwoch folgte, allerhand Gewicht hat. Zunächst überwand der Kurs die obere Begrenzung des monatelang die Bären „ernährenden“ Abwärtstrendkanals. Mehrere Versuche im Vorfeld waren gescheitert, jetzt gelang es … und das auch noch mit Schwung.

Dieser Schwung führte dazu, dass die Rheinmetall-Aktie gleichzeitig das Zwischenhoch von Anfang Juli überbot und damit ein Doppeltief vollendete. Die obere Begrenzung dieses Abwärtstrendkanals dient jetzt als Support und bildet aktuell mit der 20-Tage-Linie um 1.045 Euro einen Kreuzsupport. Der muss jetzt zwingend halten. Aber ein Test dieses Levels würde bedeuten, dass die Aktie alles, was sie als Reaktion auf diese Vorab-Zahlen zulegen konnte, wieder abgibt … so weit sollte der Kurs also besser gar nicht erst zurücksetzen.
Ob er das tut oder nicht … es wird von den am Donnerstag anstehenden vollständigen Zahlen und vor allem vom Ausblick abhängen. Bis dahin ist dieses bullische Signal, so stabil es auch wirkt, noch nicht in Stein gemeißelt, zumal eine Hürde bislang noch nicht klar genommen ist, die die Aktie davon trennen würde, Kurs auf die nächste charttechnisch bedeutsame Widerstandslinie bei 1.310 Euro zu nehmen:
Das „Gap“ vom 24. Juni, als gemeldet wurde, dass Rheinmetall einen bereits von vielen eingepreisten Großauftrag der Bundesmarine nicht erhalten wird (im Chart blau). Das obere Ende dieser Abwärtskurslücke liegt bei 1.167 Euro. Diese Linie konnte bislang noch nicht hinreichend deutlich überboten werden. Gelingt das, wäre der Weg nach oben aus charttechnischer Sicht erst einmal frei … aber es wäre riskant, das im Vorfeld der am Donnerstag anstehenden Halbjahresbilanz einfach vorwegzunehmen.
Quellenangaben:
adhoc-Meldung mit vorläufigen Ergebnissen des 2. Quartals, 29.07.2026: https://ir.rheinmetall.com/de/news/rheinmetall-aktiengesellschaft-q2-uebertrifft-mit-rekordumsatzwachstum-und-ergebnis-deutlich-die-markterwartung/c9e4f368-4c36-4187-8320-8b825a79a815
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 03.08.2026 um 20:33 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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