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Nordex Aktie Prognose

News: Aktuelle Analyse der Nordex Aktie

11.03.2026 | 08:38 Uhr
In diesem Artikel
Nordex
ISIN: DE000A0D6554
|
Ticker: NDX1 --- %

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur Nordex Aktie

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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Auf Basis dessen, was man bis zur Vorlage der 2025er-Bilanz nebst Ausblick Ende Februar wusste, war die Nordex-Aktie ziemlich ambitioniert bewertet. Trotz des immensen Kurssprungs nach der Bilanz ist die Bewertung jetzt aber wieder niedrig genug, um die Bären fernzuhalten.

Dass 2025 gut gelaufen war, wusste man bereits seit dem 25. Februar, als die Ergebnisse des Vorjahres auf den Tisch kamen. Vor allem der kräftige Anstieg der Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA-Marge) von 4,1 auf 8,4 Prozent war beeindruckend und eine Rechtfertigung für höhere Kurse. Was man aber nicht wusste, war: Womit kalkuliert der Windkraftanlagenbauer für das laufende Jahr?

Und über die im Zuge der Bilanz gelieferte Perspektive konnte man einigermaßen begeistert sein … und war es auch, wie die große Aufwärts-Kurslücke bezeugt, die daraufhin im Chartbild entstand. Nordex erwartet nach einem Umsatz von 7,55 Milliarden Euro im Vorjahr für 2026 einen Umsatz zwischen 8,2 und 9,0 Milliarden Euro. Das wäre also eine Spanne zwischen +8,6 und +19,2 Prozent. Das alleine ist gut, hätte aber angesichts des vorangegangenen Kursanstiegs keine derart starke Reaktion nach sich gezogen. Aber das war es eben nicht alleine.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Nordex Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Was die Sache für die Käuferseite so grandios machte, war die Erwartung in Sachen EBITDA-Marge. Hier will man 2026 in einer Range zwischen 8,0 und 11,0 Prozent landen. Damit liegt Nordex beim Umsatz ebenso wie bei der Marge mit der Mitte seiner Planungsspanne klar über dem Schnitt der bisherigen Analysten-Erwartungen. Und das soll darüber hinaus zementiert werden: Mittelfristig sieht das Unternehmen seine EBITDA-Spanne jetzt zwischen 10,0 und 12,0 Prozent. Das bisherige Ziel, das vor zwei, drei Jahren noch ambitioniert wirkte, bei 8,0 Prozent lag und bereits 2025 überboten wurde, ist also Geschichte.

Entscheidend ist, dass eine bei steigenden Umsätzen zugleich steigende Gewinnmarge wie ein Hebel wirkt. Würde man in Bezug auf den Ausblick die Mitte der Spanne ansetzen, würden 8,6 Milliarden Euro Umsatz und eine EBITDA-Marge von 9,5 Prozent den operativen Gewinn gegenüber 2025 von 631 auf 817 Millionen Euro und damit um knapp 30 Prozent nach oben „hebeln“. Und bei solchen Wachstumsraten (das EBITDA hatte sich 2025 zum Vorjahr ja bereits verdoppelt) ist ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von derzeit um die 25 nicht zu hoch, im Gegenteil.

Natürlich könnte man argumentieren, dass das Wachstumstempo über kurz oder lang nachlässt und dann ein KGV wie jetzt nicht mehr billig wäre. Aber so, wie es sich momentan darstellt, wäre das eher „über lang“ zu erwarten. Aktuell läuft es … und steigende Ölpreise bieten zugleich ein Umfeld, in dem man vermuten darf, dass die Windkraft noch einiges an Wachstumspotenzial vor sich hat. Daher:

Für das bärische Lager wäre diese Aktie derzeit kein Thema. Zwar wäre es möglich, dass es zu einem „Gap Close“ kommt, sprich diese zwischen 35,04 und 38,54 Euro gelegene Aufwärts-Kurslücke geschlossen wird. Aber angesichts dieser 2026er-Prognosen ist das keineswegs ein „Muss“. Ob man aktuell noch auf diesen nichtsdestotrotz ja ziemlich schnell dahin rasenden Zug aufspringen müsste, sei mal dahingestellt, aber in diesem Zug sitzen zu bleiben, ergäbe aus aktueller Sicht allemal einen Sinn.

Nordex Aktie: Chart vom 10.03.2026, Kurs 43,02 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nordex Aktie: Chart vom 10.03.2026, Kurs 43,02 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 10.03.2026 um 19:57 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Vorherige Analysen der Nordex Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 25.02.2026 um 10:41 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Windbranche boomt und Nordex scheint wieder ganz vorne mitzuspielen. Ist das endlich der nachhaltige Turnaround?

Der Wind dreht

Was lange währt, wird endlich gut. Für Nordex-Anleger könnte eine Durststrecke enden, die sich über zwei Jahrzehnte gezogen hat. Die Aktie hat die Hochs dieser Zeit endlich überwunden.

Der Anstieg ist nicht grundlos geschehen. Die Nachfrage im Windenergie-Markt ist hoch, die Auftragslage gut und Nordex ist es 2025 endlich wieder gelungen schwarze Zahlen zu schreiben. Das nährt die Hoffnung, dass der aktuelle Schwung mehr ist als nur ein Strohfeuer.

Nordex Aktie: Chart vom 25.02.2026, Kurs: 40,00 EUR – Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nordex Aktie: Chart vom 25.02.2026, Kurs: 40,00 EUR – Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS

Dabei handelt es sich um die eigentliche Kernfrage. Es handelt sich schließlich nicht um die erste Rallye. Wird auch diese Rallye am Ende auch wieder in sich zusammenfallen?

Die Nordex Group ist einer der großen unabhängigen Hersteller von Onshore-Windenergieanlagen. Das Unternehmen entwickelt, produziert und installiert Turbinen für den Einsatz an Land und deckt dabei die gesamte Wertschöpfungskette von der Projektierung über die Errichtung bis zum langfristigen Service ab.

Die Delta4000-Plattform als Türöffner

Kern des Angebots sind leistungsstarke Onshore-Anlagen der Multi-Megawatt-Klasse. Mit der Delta4000-Plattform hat Nordex eine modulare Turbinenfamilie etabliert, die auf unterschiedliche Windstandorte zugeschnitten werden kann. Hohe Nabenhöhen, große Rotoren und flexible Konfigurationen ermöglichen es, auch Standorte mit schwächeren Windverhältnissen wirtschaftlich zu erschließen. Das verschafft Nordex Zugang zu Märkten, die lange als Grenzlagen galten.

Im globalen Onshore-Markt gehört Nordex zur erweiterten Spitzengruppe, liegt aber hinter den Branchenführern. Zu den wichtigsten Wettbewerbern zählen Vestas, Siemens Gamesa und GE Vernova. Während Vestas als Weltmarktführer mit enormer installierter Basis und hoher Servicequote agiert und Siemens Gamesa stark in Europa verankert ist, positioniert sich Nordex als fokussierter Spezialist für Onshore-Projekte ohne Offshore-Engagement.

Das Geschäftsmodell ist zweigeteilt. Zum einen verkauft Nordex neue Anlagen und realisiert schlüsselfertige Windparks. Dieses Projektgeschäft sorgt für hohe Umsätze, hat jedoch relativ niedrige Margen und ist von der jeweiligen Auftragslage abhängig.

Service als Hoffnungsträger?

Zum anderen betreibt das Unternehmen ein wachsendes Servicegeschäft. Wartung, Instandhaltung und technische Optimierung der installierten Flotte liefern planbare, wiederkehrende Erlöse. Mit jeder neu errichteten Anlage wächst die installierte Basis und damit das profitablere und stabilere Servicegeschäft.
Die große Hoffnung war immer, dass dieser Geschäftsbereich irgendwann groß genug sein wird, um das Unternehmen dauerhaft in die schwarzen Zahlen zu hieven.

Damit das gelingt, hat das Unternehmen aber auch interne Anpassungen durchgeführt. In den letzten Jahren wurde die Kostenbasis gestrafft, das Produktportfolio vereinheitlicht und die Beschaffung neu aufgestellt.

Im gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr 2025 wurden die erzielten Fortschritte sichtbar, vor allem im vierten Quartal.
Nordex hat am 25. Februar überzeugende Geschäftszahlen vorgelegt.

Der Umsatz konnte im Schlussquartal um 15,8 % auf 2,54 Mrd. Euro gesteigert werden.
Das ist erfreulich, doch an dieser Stelle werden auch erste Brüche sichtbar. Das Servicegeschäft verzeichnete lediglich ein Umsatzplus von 3,1 % auf 240,4 Mio. Euro. Damit ist dieses Segment weit davon entfernt, den Konzern tragen zu können.

Profitabilität zieht deutlich an

Die EBIT-Marge verbesserte sich erheblich von 2,7 auf 10,0 %. Das Konzernergebnis ist von 17,5 auf 183,8 Mio. Euro sprunghaft gestiegen. Der freie Cashflow lag mit 565,2 Mio. Euro sogar weit über dem Gewinn.

Ob sich die gute Entwicklung fortsetzen wird, steht bei projektbezogenen Geschäftsmodellen immer in den Sternen. In der Vergangenheit kam bisher immer irgendwann eine Flaute und der Kurs kollabierte wieder. Leider ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass das irgendwann wieder geschehen wird.

Aber vorerst wird das nicht geschehen, denn der Auftragsbestand im Projektgeschäft lag zuletzt bei 10,12 Mrd. Euro.
Darüber hinaus lag der Auftragseingang im vierten Quartal mit 3,17 Mrd. Euro über dem Umsatz und solange das so bleibt, wird Nordex weiterhin ordentliche Gewinne einfahren.

Bei Nordex dürften in den kommenden 4 – 6 Quartalen überwiegend gute Nachrichten und Quartalszahlen hereinflattern. Das spricht für eine Fortsetzung der Rallye.

Volle Auftragsbücher – darauf kommt es an

Ich möchte jedoch zu bedenken geben, dass sich dieser optimistische Ausblick in einer optimistischen Bewertung niedergeschlagen hat. Aktuell kommt Nordex auf ein KGV von 34.
Dieser Wert basiert auf einem Gewinn in Höhe von 1,16 Euro je Aktie, berechnet aus dem gemeldeten Konzernergebnis von 274,3 Mio. Euro und der Zahl der ausstehenden Aktien in Höhe von 236,45 Millionen.

Um das zu rechtfertigen, muss sich die positive Entwicklung konsequent fortsetzen. Die Betonung liegt auf „muss“.

Für das laufende Jahr (2026) erwartet die Nordex Group eine nachhaltige Verbesserung aller wichtigen Finanzkennzahlen und strebt einen Konzernumsatz zwischen 8,2 und 9,0 Milliarden Euro mit einer EBITDA-Marge zwischen 8,0 und 11,0 Prozent an.

Daraus ergibt sich für den Gewinn eine außerordentliche Spannbreite. Am unteren Ende wäre das EBITDA kaum höher als im letzten Jahr. Am oberen Ende wäre es mehr als das Anderthalbfache.
Die Geschichte ist demnach mit relativ großer Unsicherheit behaftet, auch wenn das im ersten Moment nicht so erscheint.

Den Konsensschätzungen zufolge soll das Ergebnis in diesem Jahr auf 1,36 Euro je Aktie steigen. Nordex kommt demnach auf ein KGVe von 29.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.01.2026 um 20:53 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Nordex meldete am Dienstag überzeugende Zahlen zum Auftragseingang im Jahr 2025. Doch anfängliche Kursgewinne trafen zumindest zeitweilig auf Gewinnmitnahmen: Hatte man womöglich mehr erwartet? Oder gibt es einen Haken, der vorsichtig stimmen sollte?

Nein, den gibt es nicht. Der Windkraftanlagen-Hersteller konnte im Jahr 2025 Aufträge mit einem um 22,5 Prozent höheren Stromleistungs-Volumen verbuchen als 2024. Zwar wirkte das Plus von 9,2 Prozent im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als würde die Dynamik nachlassen, aber das basierte auf einem Basiseffekt:

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.12.2025 um 16:16 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Das Verlaufs-Rekordhoch der Nordex-Aktie werden die meisten Anleger gar nicht mehr kennen: Es lag bei 96,63 Euro und wurde am 17.7.2001 erreicht. Würde man diese Bestmarke als Maßstab nehmen, wäre nach oben noch viel Luft. Aber jetzt zählen andere Faktoren.

Nordex Aktie: Monatschart vom 12.12.2025, Kurs 28,74 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nordex Aktie: Monatschart vom 12.12.2025, Kurs 28,74 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS

Damals, 2001, war die Aktie gerade neu auf den Markt gekommen, gestartet war sie am 2. April 2001 mit einem ersten gehandelten (um Splits bereinigten) Kurs von 77,84 Euro. Man hatte noch nicht den Hauch einer Ahnung, wie sich das Geschäft des Windkraftanlagenbauers wohl entwickeln würde, aber eine Menge erwartet. Aus großen Träumen wurden indes zeitweise sehr kleine Brötchen, die man backen musste: Am 25. April 2005 wurde das Allzeittief erreicht … bei 1,25 Euro. Aber auch das ist jetzt vorbei, die Anleger orientieren sich unübersehbar wieder nach oben … und das höchst effektiv:

Am Freitag erreichte die Nordex-Aktie den höchsten Stand seit Dezember 2015, lag mit dem Freitags-Verlaufshoch von 29,64 Euro sogar kurz leicht darüber. Der Ausbruch über das Jahreshoch 2021, bei dem Ende November noch offen war, ob der Sprung gelingen würde, nachdem ein zeitweise klar wirkender Ausbruch abverkauft wurde, ist damit zementiert. Jetzt geht es um die Frage, ob es auch über das 2015er-Hoch gehen könnte … mit einem nächsten charttechnischen Kursziel bei 34,62 Euro, dem Jahreshoch 2007. Wäre das nicht langsam ein wenig zu ambitioniert und damit für eine kalte Dusche in Form eines Abverkaufs prädestiniert?

Expertenmeinung: Nicht unbedingt. Denn was man zum Börsenstart 2001 erhoffte, liegt jetzt als Fakten vor: Wachstum bei Auftragseingang und Umsatz, verbunden mit einer soliden, aktuell leicht steigenden Gewinnmarge. Für das Bullen-Lager ist es dabei sehr hilfreich, dass Nordex neue Aufträge regelmäßig kommuniziert, so dass man mitverfolgen kann, wie gut sich die Lage entwickelt. Gerade erst zur Wochenmitte kamen da neue Argumente für die Käufer:

Nordex hat einen großen Auftrag des US-Energieversorgers Alliant Energy an Land gezogen, für den das Unternehmen 2028 und 2029 190 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 1,09 Gigawatt errichten soll. Noch sind die nötigen Genehmigungen nicht erteilt, so dass der Auftrag nicht „fix“ ist, zudem ist das Volumen angesichts einer geschätzten errichteten Gesamtleistung von sieben bis acht Gigawatt im laufenden Jahr kein „Game Changer“. Aber diese Meldung hält den Optimismus aufrecht, zeigt, dass hier etwas vorangeht.

Das sahen auch einige Analysten so, die nach dieser am Mittwoch vorgelegten Meldung ihre Kursziele anhoben. Kepler Cheuvreux von 25 auf 32 Euro, das Bankhaus Metzler von 27,50 auf 30 Euro und MWB Research sogar von 30 auf 33 Euro, das höchste der derzeitigen Kursziele. Sicherlich segeln die Bullen hier umso härter am Wind, je höher es mit der Aktie geht, immerhin bewegt sich die 2025er-Performance per Freitagabend um die 155 Prozent. Der Unternehmensgewinn steigt, aber die Aktie steigt schneller und hat jetzt für die 2025er-Gewinnschätzung ein relativ ambitioniertes Kurs-/Gewinn-Verhältnis um 28 erreicht. Die „Zukunftsprämie“, die man hier bezahlt, wird also größer.

Aber das ist nur ein Aspekt, den man im Hinterkopf haben sollte, keiner, der zu Short-Trades oder auch nur zum Verkauf anleiten würde. Solange Nordex weiter mit positiven Nachrichten „Bullenfutter“ liefern kann, ist eine Abwärtswende nicht allzu wahrscheinlich (wenngleich nie unmöglich). Umso mehr, als sich das kurzfristige Chartbild weiterhin tadellos präsentiert:

Nordex Aktie: Tageschart vom 12.12.2025, Kurs 28,74 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nordex Aktie: Tageschart vom 12.12.2025, Kurs 28,74 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS

Wir sehen im Tageschart zwar, dass sich hier ein Aufwärtstrendlinien-Fächer gebildet hat, d.h. die Trendlinien werden immer steiler, das erhöht das Risiko. Aber bislang gelingt es, sich robust in „Treppenstufen“ nach oben zu orientieren: Ein neues Hoch wird konsolidiert, das vorherige Hoch bietet Support, die Aktie dreht nach oben, überwindet das jüngste Hoch und dieses dient dann wiederum als nächstliegende Unterstützung. Solange das funktioniert und, im aktuellen Fall, das November-Hoch bei 28,38 Euro nicht deutlich unterboten würde, wäre hier selbst für kurzfristige Long-Trades noch alles in Butter. Vorerst wäre die Aktie zwar auf diesem Bewertungsniveau kein Kauf mehr … aber was man hat, mit Stoppkurs-Absicherung zu halten, ließe sich rechtfertigen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 11.11.2025 um 23:17 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Momentan sind Unternehmen, die wirklich dynamisch wachsen, am deutschen Aktienmarkt etwas dünn gesät. Also konzentriert sich viel Kapital auf diejenigen Aktien, bei denen dieses starke Wachstum zu finden ist. Aber keine Aktie ist eine Einbahnstraße. Auch Nordex nicht.

Das Tal der Tränen war lang, aber Nordex hat es jetzt tatsächlich verlassen. Die Jahre, in denen der Windkraftanlagenbauer Aufträge abarbeiten musste, bei denen er letztlich draufzahlte, sind vorbei. Und aus zunächst winzigen Gewinnmargen wurden stattliche. Ende Oktober hatte Nordex die Prognose für die EBITDA-Gewinnmarge 2025 auf 7,5 bis 8,5 Prozent angehoben. Genau dort wollte man hin, jetzt ist es gelungen … und mehr wäre in den kommenden Jahren möglich.

Kombiniert mit dem derzeit solide steigenden Umsatz wäre ein Gewinn pro Aktie um die 1,50 Euro in zwei Jahren durchaus denkbar. Den sehen die Analysten momentan im Schnitt für 2027. Und entsprechend deutlich wurden viele Kursziele nach oben angepasst. Doch so hurtig die Experten auch reagierten, die Aktie war meist schneller, so auch jetzt: Mit seinen 27,78 Euro, mit denen er am Dienstag aus dem Handel ging, liegt der Nordex-Kurs knapp über dem durchschnittlichen Kursziel der Analysten von 27,30 Euro. Und da die Quartalszahlen, am 4. November vorgelegt, nunmehr auf dem Tisch liegen, dürften wirklich entscheidende, positive Meldungen vorerst ausbleiben. Ist das ein Problem?

Expertenmeinung: Das kommt darauf an, wie aggressiv und mit welchem Zeithorizont man hier engagiert ist. Zumindest wäre es ein Grund, sich in Sachen Neueinstieg oder Zukauf zweimal zu überlegen, ob man das nach diesem immensen Lauf der Aktie seit Februar ausgerechnet jetzt tun will. Denn der Kurs ist in eine langfristige Widerstandszone gelaufen, die wir im langfristigen Chartbild sehen, das die Aktie über 20 Jahre auf Monatsbasis zeigt.

Nordex Aktie: Monats-Chart vom 11.11.2025, Kurs 27,78 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nordex Aktie: Monats-Chart vom 11.11.2025, Kurs 27,78 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS

Zwar ist es charttechnisch äußerst bullisch, dass Nordex zum Monatsende des Oktobers zwar an der Widerstandslinie bei 25,53 Euro, die auf das 2021er-Hoch zurückgeht, hängen blieb, dann aber sofort mit dem Start des Novembers wieder darüber lief. Aber bereits bei 29,64 Euro würde die nächste Charthürde warten (das Jahreshoch 2015). Und damit wäre man dann schon ziemlich weit über dem Konsensziel der Experten und ebenso bei einer trotz stetigem Wachstum eher teuren Bewertung. Das lässt vermuten, dass der Druck durch Gewinnmitnahmen mit jedem Euro, den Nordex jetzt noch obendrauf packt, zunehmen könnte.

Auf kurzfristiger Ebene wäre die Linie bei 24,56 Euro wichtig, die sehen Sie im Chart auf Tagesbasis. Ginge Nordex darunter, wäre ein Test der mittelfristigen Aufwärtstrendlinien bei 21,50 und 20,30 Euro denkbar. Für kurzfristige Trader wäre das ein Grund, unter 24,56 eher den Kopf einzuziehen, für mittel- und langfristige Anleger indes ein Grund zur Hoffnung, bei dieser Aktie noch einmal zu günstigeren Kursen nachfassen oder neu einsteigen zu können. Denn ja, der Boden wird für diesen „Dauerläufer“ jetzt schwerer. Aber derzeit spricht nichts dafür, dass das mehr auslösen würde als eine ggf. auch etwas ausgedehntere Pause.

Nordex Aktie: Tages-Chart vom 11.11.2025, Kurs 27,78 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nordex Aktie: Tages-Chart vom 11.11.2025, Kurs 27,78 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 27.10.2025 um 22:08 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Immer, wenn ein Unternehmen vorab des regulären Bilanztermins per Ad-hoc-Meldung vorläufige Zahlen abliefert, sind die entweder markant schlechter oder besser als die Prognose oder der eigene Ausblick. Im Fall von Nordex war Letzteres der Fall. Das wird heute spannend.

Nordex Aktie: Chart vom 27.10.2025, Kurs 22,10 Euro, Kürzel: NDX1 | Online Broker LYNX
Nordex Aktie: Chart vom 27.10.2025, Kurs 22,10 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS

Die Nordex-Aktie war zwar in der ersten Monatshälfte über das bisherige Jahreshoch aus dem August gelaufen und hatte zugleich eine ganz langfristige Abwärtstrendlinie überboten, aber dann zeigte die Hausse Verschleißerscheinungen. Die Aktie hatte am bisherigen Jahreshoch (24,56 Euro, 14. Oktober) ein Jahres-Plus von knapp 118 Prozent erreicht. Dass einige da dann auch mal Kasse machten und neue Käufer auf diesem Kursniveau nicht gerade Schlange standen, um die Gewinnmitnahmen anderer aufzufangen, kann absolut nicht überraschen.

Aber wie weit reicht die dadurch eingeläutete Konsolidierung? Einerseits liegt das durchschnittliche Kursziel der Analysten derzeit bei 24 Euro, 10 von 14 Experten stufen die Aktie momentan als kaufenswert ein. Andererseits ist die Bewertung auf Basis der aktuellen, durchschnittlichen Gewinnschätzung für 2025 mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 32 ziemlich hoch, da wird schon recht weit in die Zukunft geschaut.

So gesehen könnte die Aktie grundsätzlich noch ein wenig weiter „ausatmen“. Doch dann kamen am Montagabend nach Ende der offiziellen Handelszeit die vorläufigen Ergebnisse für das dritte Quartal, die eigentlich erst nächste Woche, am 4. November, anstehen würden. Und mit diesen Zahlen kam eine Anhebung der 2025er-Prognose:

Expertenmeinung: Der Umsatz hatte im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar nur marginal zugelegt, aber die operative Gewinnmarge stieg drastisch, von 4,3 auf 8,0 Prozent. Das hebelt den operativen Gewinn erheblich, der sich dadurch zum Vorjahr fast verdoppelt. Und man ist angesichts der aktuellen Entwicklung guter Dinge, diese höhere Profitabilität auch im laufenden, letzten Quartal halten zu können. Die Folge:

Der Windkraftanlagenhersteller hob die Gesamtjahresprognose in Bezug auf die operative Marge deutlich an. Statt der bislang angepeilten Range von 5,0 bis 7,0 Prozent sieht Nordex jetzt 7,5 bis 8,5 Prozent. Das ist natürlich ein Wort. Und das bedeutet, dass die bisherigen Schätzungen der Analysten für den Gewinn des laufenden Jahres nach oben korrigiert werden müssten und das wiederum dazu führt, dass die Bewertung auf Basis der 2025er-Gewinnschätzung eben nicht mehr so hoch ist wie bislang. Jetzt ist die Frage:

Was tun die Trader? Der Kurs reagierte am Abend im außerbörslichen Handel und erreichte je nach Handelsplattform Levels zwischen 23,10 und 23,40 Euro, also einen Anstieg zwischen 4,5 und 5,9 Prozent gegenüber dem XETRA-Schlusskurs um 17:30 Uhr. Das ist kein Sprung über das bisherige Hoch. So gesehen wird die Sache heute spannend:

Werden die Akteure im regulären Handel – und dann mit entsprechend deutlich höheren Umsätzen als am Montagabend – diese überzeugenden Ergebnisse als Sprungbrett für einen erneuten Rallye-Impuls auf neue Jahreshochs interpretieren … oder wird man im Bereich des letzten Hochs erneut Ermüdungserscheinungen erleben? Das wird eine spannende Sache, aber klar dürfte schon jetzt sein: Für das bärische Lager wird heute ein eher unangenehmer Tag!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.