Skip to main content
DAX
SX5E
SPX
NDX
EUR.USD
MDAX
TDX
INDU
Bitte wählen Sie:

Netflix Aktie Prognose Rekordquartal, Kursdruck, Übernahme-Risiko: Wohin steuert Netflix wirklich?

News: Aktuelle Analyse der Netflix Aktie

von | |

Nachricht schicken an Tobias Krieg
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Vorherige Analysen der Netflix Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.01.2026 um 15:16 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Netflix plant eine der bisher größten Übernahmen der Medienbranche. Doch die Frage bleibt: Schafft der Deal langfristigen Mehrwert oder birgt er immense Risiken?

Warum Streaming-Anbieter fusionieren wollen

Netflix hat eine größere Korrektur vollzogen, und das ruft naturgemäß antizyklische Investoren auf den Plan. Krisen produzieren regelmäßig Gelegenheiten. Handelt es sich hier um eine?

Die Lage bei Netflix ist derzeit kompliziert. Operativ läuft es bei dem Streaming-Anbieter gut, doch wie viel zu oft möchte der Vorstand einen gewaltigen Zukauf tätigen. Wer schon länger mitliest, weiß, wie viel ich davon im Allgemeinen halte. In den meisten Fällen wird dadurch kein Mehrwert geschaffen.

Ob die Übernahme von Warner durch Netflix einen Mehrwert für die Aktionäre von Netflix schaffen würde, ist ebenfalls fraglich.

Netflix bietet für die Übernahme der Film- und Streaming-Assets von Warner Bros. Discovery rund 83 Milliarden US-Dollar.
Der Abschluss wird innerhalb von zwölf bis achtzehn Monaten erwartet, dürfte jedoch auf kartellrechtliche Bedenken stoßen.

Strategisch ist der Kauf zwar nachvollziehbar, wirft aber erhebliche Fragen auf.

Strategisch nachvollziehbar, aber riskant

Netflix argumentiert, dass man mit Warner nicht nur Inhalte, sondern ein komplettes Ökosystem aus Studios, Marken, Rechten und bestehenden Abonnenten kauft.
Warner Bros. Discovery verfügt mit Warner Bros. Pictures, HBO, DC, CNN und einem umfangreichen TV- und Filmkatalog über eines der bedeutendsten Content-Portfolios weltweit.

Darüber hinaus ist der Markt für Streaming zersplittert. Aus Sicht der Kunden gibt es zu viele Anbieter. An dieser Front würde eine Kombination von Netflix und HBO sicherlich helfen.
Das ist jedenfalls die optimistische Sichtweise.

Ich kann diese Argumente gut nachvollziehen. Als langjähriger Netflix-Aktionär würde ich es jedoch bevorzugen, wenn eine Reduzierung der Streaming-Anbieter dadurch zustande käme, indem sich die Konkurrenten gegenseitig übernehmen.

Warum soll es dadurch besser werden?

Gleichzeitig darf nicht übersehen werden, dass Netflix bereits heute über einen enormen Content-Bestand verfügt. Die Plattform produziert jährlich Inhalte in Milliardenhöhe.
Die Frage ist daher, ob mehr Content tatsächlich einen zusätzlichen Mehrwert schafft oder ob der Grenznutzen dafür eher gering ist.

Warner Bros. Discovery war selbst nicht in der Lage, seine Inhalte ausreichend zu monetarisieren. Die Integration in Netflix ändert daran nicht automatisch etwas. Inhalte werden nicht wertvoller, nur weil sie unter einem anderen Dach stehen. Entscheidend ist, ob Netflix eine bessere Vermarktungs-, Preis- und Distributionsstrategie hat als Warner selbst.

Hier liegt eines der zentralen Risiken des Deals. Netflix zahlt einen hohen Preis für Assets, deren Ertragskraft in den vergangenen Jahren fragwürdig war.
Der Kauf muss sich langfristig rechnen, nicht nur bilanziell, sondern auch operativ.

Die versprochene Ergebnissteigerung ab dem zweiten Jahr setzt voraus, dass Synergien schnell realisiert, Kosten gesenkt und Umsätze gesteigert werden können.

Mit Risiken und Nebenwirkungen

Ein weiteres Risiko ergibt sich durch die komplexe Integration. Die Unternehmenskultur könnte kaum unterschiedlicher sein. Netflix ist datengetrieben, zentralisiert und stark auf Effizienz fokussiert. Warner Bros. Discovery ist historisch gewachsen, fragmentiert und stark von kreativen Einzelentscheidungen geprägt.

Dass ein Zusammenschluss von zwei großen Anbietern nicht zwingend zu einer Verbesserung der Lage führt, beweist Warner Bros. Discovery höchstpersönlich.

Die Fusion von Warner und Discovery sollte die Ertragskraft erhöhen und das Streaming-Geschäft stärken. Es sollten Synergien realisiert werden – was typischerweise bei Großübernahmen behauptet wird.
Die Realität hat jedoch das Gegenteil bewiesen: Auch gemeinsam strauchelt man.

Paramount hat auch Interesse

Paramount Skydance hatte ein Barangebot von 30 US-Dollar je Aktie für den gesamten Konzern vorgelegt. Dieses Angebot hätte den Aktionären rund 18 Milliarden US-Dollar mehr gebracht als das Netflix-Gebot.

Dennoch lehnte Warner Bros. Discovery dieses Angebot als unterlegen ab und bevorzugte die strategische Kombination mit Netflix. Offiziell wird argumentiert, dass der langfristige Wert durch den Netflix-Deal höher sei als ein reiner Barverkauf.

Ebenso gut könnte der Vorstand vor allem im eigenen Interesse handeln und unter dem Dach von Netflix persönliche Vorteile sehen.

In den letzten Tagen kursierten jedoch immer wieder Presseberichte, wonach einige Top-Manager von Warner Bros. Discovery weiterhin gesprächsbereit gegenüber Paramount Skydance sind, sofern das Angebot erhöht wird.

Der Deal mit Netflix ist demnach längst nicht in Stein gemeißelt.

Mein Fazit ist daher simpel: Für die Aktionäre von Netflix wäre es wohl das beste Szenario, wenn Warner Bros. Discovery von Paramount Skydance übernommen wird. Dadurch würde sich die Zahl der Streaming-Anbieter reduzieren, ohne dass Netflix das finanzielle Risiko tragen müsste.

Dass die vier strauchelnden Anbieter Paramount, Skydance, Warner Bros. und Discovery gemeinsam zum Problem für Netflix werden, erwarte ich nicht.

Netflix hat ein enormes Portfolio an exklusivem Content, der weltweit über 300 Millionen Abonnenten unterhält. Daran ändert auch ein Zusammenschluss von Paramount und Warner nichts.

Netflix Aktie: Chart vom 12.01.2026, Kurs: 89,44 USD - Kürzel: NFLX | Online Broker LYNX
Netflix Aktie: Chart vom 12.01.2026, Kurs: 89,44 USD – Kürzel: NFLX | Quelle: TWS

Netflix ist zu den Vorjahrestiefs und den Unterstützungen zwischen 83 und 87 USD zurückgekommen. Auf diesem Niveau könnte mit erhöhtem Kaufinteresse zu rechnen sein. Ein prozyklisches Kaufsignal würde sich jedoch erst über 93,50 USD ergeben.

Fällt die Aktie hingegen unter 83 USD, wären weitere Kursverluste bis 77 oder 70 USD denkbar.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bearish
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bearish
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 22.12.2025 um 7:53 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die angekündigte Übernahme von Warner Bros. Discovery durch den US-Streamingkonzern war zuletzt eine der großen Schlagzeilen am Markt. Doch der geplante Zusammenschluss ist noch längst nicht besiegelt: Sowohl die Wettbewerbshüter in den USA als auch in der EU werden genau prüfen, ob eine solche Fusion zu viel Marktmacht schafft.

Anleger reagierten entsprechend verunsichert und uneinheitlich: Die Netflix-Aktie setzte ihre Korrektur fort und blieb weiterhin im Abwärtstrend. Immer wieder wechselten sich positive Akkumulationstage und negative Distributionstage ab – ein Zeichen für hohe Unsicherheit und eine fehlende klare Marktmeinung. Der bärische Tenor bleibt vorerst bestehen, und eine nachhaltige Trendwende ist derzeit nicht erkennbar.

Expertenmeinung: Fundamental sorgt die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery zwar für Fantasie, birgt aber auch erhebliche Risiken: hohe Kosten, kartellrechtliche Hürden und ein ungewisses Integrationsergebnis. Technisch bleibt das Chartbild angeschlagen. Solange keine höheren Hochs ausgebildet werden und die Aktie nicht über die zentralen gleitenden Durchschnitte zurückkehrt, überwiegt das Risiko weiterer Schwäche. Erst ein nachhaltiger Sprung über die 20- und 50-Tage-Linie könnte das Bild etwas aufhellen. Bis dahin spricht derzeit mehr dafür, dass Netflix in der bärischen Phase bleibt.

Aussicht: BÄRISCH

Netflix Aktie: Chart vom 19.12.2025, Kurs: 94.73 USD, Kürzel: NFLX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Netflix Aktie: Chart vom 19.12.2025, Kurs: 94.73 USD, Kürzel: NFLX | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bearish
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bearish
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 01.12.2025 um 8:05 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die starke Aufwärtsbewegung des US-Streaming-Dienstes, die im April ihren Ursprung hatte und zwischenzeitlich in Richtung früherer Höchststände führte, fand bereits im Juli ihr vorläufiges Ende. Seither hat die Netflix-Aktie spürbar an Schwung verloren. Das Chartbild zeigt eine klare Abfolge tieferer Hochs und tieferer Tiefs – ein technisches Muster, das auf eine anhaltend schwache Tendenz hinweist.

Eine mögliche Chance auf Trendstabilisierung bot sich Anfang September, als die Kurse kurzfristig über die 20- und 50-Tage-Linie kletterten. Doch dieser Versuch war nicht nachhaltig. Auch die Quartalszahlen im Oktober sorgten nicht für Entlastung, sondern verstärkten den Abgabedruck. Der November verlief ebenfalls schwach. Bislang bleibt die Aktie in einem belastenden Abwärtstrend gefangen.

Expertenmeinung: Solange keine klaren höheren Hochs ausgebildet werden und die Serie tieferer Tiefs anhält, bleibt der Trend negativ. Eine kurzfristige Stabilisierung ist zwar nicht auszuschließen, doch für eine echte Trendwende wären mehrere technische Signale notwendig – darunter die Rückkehr über die gleitenden Durchschnitte und das Überwinden markanter Zwischenhochs.

Aktuell gibt es dafür jedoch noch keine überzeugenden Anzeichen. Daher stufe ich die Aussichten vorerst als bärisch ein.

Aussicht: BÄRISCH

Netflix Aktie: Chart vom 28.11.2025, Kurs: 107.58 USD, Kürzel: NFLX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Netflix Aktie: Chart vom 28.11.2025, Kurs: 107.58 USD, Kürzel: NFLX | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bearish
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bearish
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 06.11.2025 um 8:00 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Nach der Veröffentlichung der letzten Quartalsergebnisse hat die Euphorie rund um die Netflix-Aktie merklich nachgelassen. Anleger reagierten enttäuscht auf die verfehlten Gewinnerwartungen, und seither dominiert Verkaufsdruck das Bild. Die Aktie hat in den letzten Wochen klar an Boden verloren und befindet sich nun in einem etablierten bärischen Trend.

Besonders problematisch: Die wichtige Unterstützung aus Anfang Oktober wurde deutlich unterschritten. Der Versuch zu Wochenbeginn, diese Zone bei 1.134/1.135 USD zurückzuerobern, scheiterte. Statt einer Stabilisierung kam es zu weiteren Abgaben – ein Hinweis darauf, dass derzeit weiterhin die Verkäuferseite dominiert.

Expertenmeinung: Solange die Kurse unterhalb des genannten Widerstandsbereichs verharren, bleibt das Risiko weiterer Abgaben hoch. Erst ein nachhaltiger Anstieg über diese Ebene könnte für etwas Entlastung sorgen und eine technische Gegenbewegung einleiten. Auf der Unterseite liegt die nächste potenzielle Unterstützung im Bereich um 1.065 USD. Sollte diese Zone brechen, könnte die Korrektur weiter an Dynamik gewinnen, bis hin zur psychologisch wichtigen Marke bei 1.000 USD.

Aussicht: BÄRISCH

Netflix Aktie: Chart vom 05.11.2025, Kurs: 1.098,46 USD, Kürzel: NFLX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Netflix Aktie: Chart vom 05.11.2025, Kurs: 1.098,46 USD, Kürzel: NFLX | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 31.10.2025 um 20:12 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Seit Beginn des zweiten Halbjahres läuft es für die Netflix-Aktie ganz und gar nicht gut, zuletzt wurde sogar die 200-Tage-Linie unterboten. Doch jetzt kam eine Nachricht, die der Aktie neues Leben einhauchen könnte: Für November wurde ein Aktiensplit angekündigt. Was bringt das?

Auf die am Abend des 21. Oktober vorgelegten Quartalsergebnisse reagierte die Netflix-Aktie mit einem Kursrutsch. Wobei die Ergebnisse bei genauem Hinsehen eigentlich gar nicht schlecht waren. Aber eine so hoch bewertete Aktie erlaubt oft kein „ja, aber“, wenn die Ergebnisse nicht perfekt sind. Wo lag das Problem?

Netflix hatte zwar die Erwartungen der Analysten an das Umsatzwachstum mit +17,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum erfüllt, aber nicht die Prognosen in Bezug auf den operativen Gewinn. Der stieg zwar auch, mit 5,87 US-Dollar pro Aktie nach 5,40 US-Dollar im Vorjahr aber deutlich weniger als die im Schnitt erwarteten 6,97 US-Dollar. Doch das lag nicht daran, dass Netflix deutlich weniger rentabel agieren konnte:

Dieser geringer als gedacht ausgefallene Gewinn basierte vor allem auf einer einmaligen Rückstellung von 619 Millionen US-Dollar, die man in Zusammenhang mit einem Steuerstreit in Brasilien auf die Seite legte. Also eine zum einen einmalige Belastung, die zum anderen auch wieder positiv wirken kann, falls sich herausstellt, dass diese Summe womöglich in dieser Höhe nicht benötigt oder zumindest nicht voll ausgeschöpft wird.

Eigentlich war die verfehlte Gewinnerwartung also erklärbar und kein Warnsignal dafür, dass Netflix die Puste ausgeht. Ohne diese Rückstellung hätte Netflix laut eigenen Angaben die selbst angepeilte operative Gewinnmarge von 31,5 Prozent erreicht (Vorjahr 29,6 Prozent), so aber rutschte sie auf 28,2 Prozent ab und verhagelte dadurch den Gewinnausweis.

Wäre die Aktie nicht im Vorfeld der Zahlen spekulativ nach oben gezogen worden, wäre sie nicht eher teuer bewertet und hätte die negative Reaktion sich nicht durch den Bruch der Supportzone 1.134/1.145 US-Dollar verstärkt, hätte man diese nachvollziehbare „Verfehlung“ der Gewinnerwartung vermutlich deutlich gelassener hingekommen. Jetzt aber steckt die Aktie in einem kurzfristig negativen Chartbild fest:

Expertenmeinung: Der Kurs verharrt seit der Quartalsbilanz nicht nur unterhalb der jetzt als Widerstand fungierenden Zone 1.134/1.145 US-Dollar, jetzt ist auch noch die derzeit bei 1.121 US-Dollar verkaufende 200-Tage-Linie als weiterer „Deckel“ hinzugekommen. Es scheint, die Trader trauen sich im Moment nicht an die Aktie heran. Damit sich das ändert, wäre ein frisches Argument hilfreich. Und genau das könnte die Ankündigung des Aktiensplits sein.

Netflix Aktie: Chart vom 31.10.2025, Kurs 1.118,86 US-Dollar, Kürzel: NFLX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Netflix Aktie: Chart vom 31.10.2025, Kurs 1.118,86 US-Dollar, Kürzel: NFLX | Quelle: TWS

Netflix meldete jetzt, dass die Aktie am 14. November im Verhältnis 1 zu 10 gesplittet wird, ab dem 17. November wird die Aktie dann mit dem dann nur noch ein Zehntel betragenden Kurs notiert. Wer bis zum Stichtag des 10. November Aktionär bei Netflix ist, erhält per 14. November für eine bisherige zehn neue Aktien. Warum sollte das die Aufwärtstendenz zurückbringen?

Auf logischer Ebene gibt es dafür keinen Grund, immerhin teilt sich dann auch der Gewinn pro Aktie durch zehn statt durch eine Aktie. Und Netflix verdient insgesamt ja keinen Cent mehr, nur weil die Aktie jetzt billiger wird. Aber es ist das psychologische Element, das ziehen könnte.

Netflix‘ Begründung für diese Maßnahme ist, dass man so den Mitarbeitern, die am Aktienoptionsprogramm teilnehmen, leichteren Zugang zu der Aktie ermöglichen will, weil eine Aktie mit einem Kurs über 1.000 US-Dollar nicht so leicht für jeden erschwinglich ist. Das gilt aber auch für die Anleger an sich: Auch da könnte eine Aktie, die auf einmal schon für knapp über 100 US-Dollar zu haben ist, vermehrtes Kaufinteresse auslösen.

Das ist ein Grund, warum solche  Splits tatsächlich relativ oft steigende Kurse nach sich ziehen. Alleine die Erwartung, dass es so kommt, kann Spekulanten dazu bringen, hier ggf. schon im Vorfeld des Splits zuzugreifen. Dass die Bewertung bei steigenden Kursen mit steigt und ohnehin schon hoch ist, wird dadurch womöglich erfolgreich in den Hintergrund gedrängt.

Daher steht die Chance, dass es gelingt, mit der Rückeroberung der Zone 1.134/1.145 US-Dollar ein bullisches Signal zu generieren, jetzt nicht schlecht. Aber Chance und Tatsache sind zweierlei: Abzuwarten, ob es wirklich so kommt, wäre in jedem Fall angeraten!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.