Bis 2023 erzielte die Mercedes-Benz Group immense Gewinne, doch dann ging es bergab … und das deutlich. 2026 soll sich der Gewinn immerhin auf Vorjahresniveau behaupten, in den kommenden Jahren wieder anziehen. Aber das scheint den Anlegern derzeit nicht zu reichen.
Am Mittwoch justierte die Berenberg Bank ihre Einschätzungen für die europäischen Autobauer neu. Dabei wurden die Kursziele für die Porsche AG und BMW angehoben … aber für Stellantis und die Mercedes-Benz Group gesenkt. Neue Einschätzung für Mercedes-Benz: Kursziel 52 Euro nach bislang 56 Euro, „Halten“. Zwar notiert die Aktie derzeit unterhalb dieses Kursziels … aber die Aussage an sich ist klar: Das ist keine Aktie, bei der man aktuell zugreifen müsste. Und damit steht man bei der Berenberg Bank nicht alleine:
Von den 23, die Aktie momentan einstufenden, Analysten werten sie nur 12 mit „Übergewichten“ oder „Kaufen“. 9 stufen mit „Halten“ ein, die anderen beiden sogar mit „Untergewichten“ bzw. „Verkaufen“. Auch hier, in der Gesamtheit der Kursziele, liegt dieses mit 57,20 Euro über dem aktuellen Kurs, nur:
Aktuell fehlt es an Argumenten, wegen denen die Aktie dieses Konsens-Ziel schnell erreichen könnte und man sich deswegen als Käufer sputen müsste. Es scheint vielmehr, dass sich das Erreichen bzw. alleine ein Anlauf in Richtung der Kursziel-Region hinziehen könnte, denn die Faktoren, die zu dem erheblichen Abstieg des Aktienkurses seit Jahresbeginn geführt haben, wirken weiterhin:
Expertenmeinung: Die Neuwagenpreise bleiben im Vergleich zu den Jahren vor Corona und der Inflationsphase deutlich erhöht. Zugleich drücken hohe Energiepreise und sukzessiv teurer werdende Kredite auf die Anschaffungsneigung bzw. die Möglichkeiten zum Neuwagen-Kauf. Asiatische Hersteller drängen, meist erfolgreich, nach Europa, während der wichtige chinesische Markt keine Anzeichen einer Belebung zeigt. Da fragen sich die Anleger zu Recht, wo wieder steigende Absatzzahlen und höhere Gewinnmargen wohl herkommen sollen.
Natürlich wird bei den großen Autokonzernen versucht, weiter zu rationalisieren und mit neuen Modellreihen die Begehrlichkeiten der Kundschaft wiederzubeleben. Aber da das alle tun und die Käufer dadurch weder zahlreicher noch solventer werden, bleibt die Frage bestehen: Wo soll’s herkommen? Und die momentane Nachrichtenlage hinsichtlich des Sparprogramms bei Volkswagen macht deutlich: Veränderungen brauchen Zeit, viel Zeit. Also hat man, verständlicherweise, auch bei der Mercedes-Benz Group-Aktie keine Eile, zuzugreifen.
Zwar hat sich hier seit Ende Juni ein flacher Aufwärtstrend etabliert. Aber den könnte man, siehe Chart, auch als potenzielle bärische Flagge werten, die, sobald sie nach unten verlassen würde, die nächste Etappe der Baisse einläuten kann. Und das Bären-Lager hätte derzeit den kürzeren Weg: Fiele die Supportzone 43,66 zu 44,10 Euro, wäre die Flagge signifikant nach unten durchbrochen, das bisherige Jahres-Verlaufstief bei 42,62 Euro nur noch einen Katzensprung entfernt und darunter der Weg erst einmal frei, zumindest aus rein charttechnischer Sicht.

Für ein bullisches Signal würde es hingegen nicht reichen, aus dieser Flagge nach oben hinauszulaufen, da bräuchte es zumindest einen Anstieg über die aktuell bei 51,95 Euro verlaufende 200-Tage-Linie, um einem Ausbruch nach oben über den Weg zu trauen. Und das scheint aus heutiger Sicht, angesichts des womöglich noch länger dauernden Wartens auf neue Kaufargumente, nicht nur der längere, sondern auch der steinigere Weg zu sein.
Quellenangaben:
Analysten-Einschätzungen:
https://finance.yahoo.com/quote/MBG.DE/analyst-insights/
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Heutigen Chart anzeigen
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.09.2026 um 21:59 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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