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Am Dienstagabend legte der französische Luxusgüterkonzern LVMH das Ergebnis des Jahres 2025 vor. Am Mittwoch startete die Aktie mit einer Abwärts-Kurslücke und wurde zum größten Verlierer im Euro Stoxx 50. Dabei waren die Zahlen gar nicht so schlecht – wo lag das Problem?
Ein Rückgang des Umsatzes auf organischer Basis um ein und nominal um fünf Prozent gegenüber 2024, das ist natürlich nicht gerade erfreulich. Aber immerhin gelang im vierten Quartal ein kleines Plus von einem Prozent zum Vorjahreszeitraum, während die Analysten im Schnitt ein leichtes Minus prognostiziert hatten. Auch der Gewinn gab nach. Netto lag er 13 Prozent unter dem Vorjahr, operativ um 9 Prozent niedriger. Die operative Gewinnmarge sank von 30 auf 22 Prozent.
Das war natürlich mager. Aber es war in etwa das, womit die Analysten im Vorfeld gerechnet hatten. Außerdem hat sich die Situation in der zweiten Jahreshälfte etwas aufgehellt. Wo also lag das Problem derer, die die Aktie am Mittwoch fallen ließen wie eine heiße Kartoffel? War es der Ausblick, der ja mindestens genauso wichtig wäre wie der Blick zurück?
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Expertenmeinung: In gewisser Weise ja. Der „offizielle“ Ausblick auf das neue Jahr fiel in der offiziellen Mitteilung zwar so vage aus wie üblich: Man sei zuversichtlich, hieß es da. Aber konkrete Ziele kann man bei LVMH nicht erwarten, schließlich hat man hier kein Auftragsbuch wie ein Maschinenbauer. Hier geht es um Konsum im Luxussegment, da ist eine konkrete Prognose unrealistisch. Aber im Rahmen der Live-Präsentation der Zahlen sagte Unternehmens-Chef Bernard Arnault einige Sätze, die manche offenbar verschreckt haben.
Konkret wies er darauf hin, dass man sich mit dem Konzern solide durch ein wirtschaftlich und geopolitisch stark gestörtes Umfeld bewege und auch 2026 kein einfaches Jahr werden würde. Natürlich deutet das darauf hin, dass LVMH im angelaufenen Jahr nicht mit einem immensen Anstieg bei Umsatz und Gewinn rechnet. Und die derzeitige, durchschnittliche Analystenprognose für 2026 sieht einen Umsatzanstieg um etwa zwei und einen um knapp zehn Prozent höheren Gewinn pro Aktie vor. Aber nur, weil Monsieur Arnault ausspricht, was alle wissen, ist das Erreichen solcher insgesamt dennoch bescheidenen Ziele ja nicht ausgeschlossen.

So gesehen wirkt die negative Reaktion in der Tat etwas schreckhaft – aber die Aktie ist jetzt nun einmal an einem Punkt im Chart gelandet, wo effektive Defensivarbeit der bullischen Marktteilnehmer dringend geboten wäre.
Es war bereits auffällig, dass der Kurs als Reaktion auf die Androhung von US-Zusatz-Zöllen in Bezug auf die Grönland-Problematik zwar abrutschte, das Minus aber nicht aufzuholen vermochte, als Mr. Trump seine Drohung zurücknahm. Die Aktie konnte sich nicht effektiv von der wichtigen Supportzone 565,70/582,10 Euro lösen, die sie als Reaktion auf diese 2025er-Bilanz jetzt durchbrochen hat.
Es bleibt indes noch ein „Sprungtuch“, das am Mittwoch hielt, bestehend aus der Nackenlinie der breiten Bodenbildung des Vorjahres bei 541,20 und der 200-Tage-Linie bei 537,85 Euro. Aber erst wenn es gelingt, diese Zone 565,70/582,10 Euro eindeutig und auf Schlusskursbasis zurückzuerobern, könnte man annehmen, dass diese gestrige Reaktion nicht nur etwas überzogen, sondern auch kurzlebig war.
Quellenangaben: Bilanz 2025, 27.01.2026: https://www.lvmh.com/en/financial-calendar/2025-full-year-results
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