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Kion Group Aktie Prognose KION Group: Freuen und Stopp nachziehen

News: Aktuelle Analyse der Kion Group Aktie

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der Kion Group Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Aktie des Logistik-Spezialisten KION kann auch schon mal ein wenig volatil daherkommen, aber eine Handelsspanne von über 17 Prozent innerhalb eines Tages, das sieht man hier nicht alle Tage. Am Ende war die Veränderung zum Vortag aber klein … was war hier los?

Die KION Group legte kurz nach Beginn des Dienstags-Handels eine Meldung vor, die gleich zwei Bereiche umfasste. Zum einen wurde ein sogenanntes Effizienzprogramm angekündigt, zum anderen die vorläufigen Ergebnisse des Jahres 2024 vorgelegt.

Mit diesem Effizienzprogramm will sich die KION Group auf die insgesamt schwieriger werdenden Rahmenbedingungen einstellen. Dieses Programm soll jährlich ab 2026 140 bis 160 Millionen Euro an Kosten sparen. Einsparungen, die sich auch, so wurde angedeutet, auf den Personalbereich erstrecken können. Die Implementierung dieses Programms werde im laufenden Jahr 2025 aber erst einmal Kosten verursachen, die man in der Region 240 bis 260 Millionen Euro sieht. Erst einmal kommt also Druck auf den Gewinn, bevor die Entlastung wirkt.

Die andere Hälfte der Meldung betraf das zurückliegende Geschäftsjahr. Die KION Group erwirtschaftete 2024 auf Basis der noch ungeprüften Zahlen einen Umsatz von 11,503 Milliarden Euro, keine nennenswerte Veränderung zu den 11,434 Milliarden im Jahr 2023. Aus diesem Umsatz wurde aber ein spürbar höherer Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) herausgeholt: 917 Millionen nach 791 Millionen Euro im Vorjahr, basierend auf einer recht deutlich von 6,9 auf 8,0 Prozent gestiegenen EBIT-Marge.

Die Einsparungen sollen KION fit für die kommenden Jahre machen, die Ergebnisse des Vorjahres zeigen, dass man das Effizienzprogramm von einer starken Basis aus angeht. Dass die Aktie das positiv honorierte, war also nicht wirklich überraschend. Dass ein Gewinn von zeitweise 12,55 Prozent am Ende auf 2,01 Prozent zusammenschrumpfte, schon eher. Was war der Grund für diese Achterbahnfahrt, die am Ende beinahe wie das Hornberger Schießen ausging?

Expertenmeinung: Natürlich kann man zu der Motivation der Käufer nach Eintreffen der Meldung während des morgendlichen Handels ebenso nur spekulieren wie zu den Gründen derer, die diese Rallye zum Verkauf nutzten. Aber aus meiner Sicht würde so ein stimmiges Bild daraus:

Diese Meldung kam unerwartet und das auch noch mitten im Handel und nicht, wie meist, vor oder nach der regulären Handelszeit. Die Akteure hatten also das Gefühl, keine Zeit zum Nachdenken zu haben. Und da die Vorab-Ergebnisse für 2024 etwas besser waren als allgemein erwartet und „Sparen“ oft automatisch mit „mehr Gewinn“ verknüpft wird, kauften einige sofort und womöglich so wenig oder gar nicht limitiert, dass das Orderbuch stark Richtung Nachfrage kippte und die Aktie dadurch sehr schnell sehr weit stieg.

Etwa zwei Stunden nach der Meldung wurde das Tageshoch erreicht … und dann tat sich einige Stunden lang wenig. Das war die Zeit, die andere brauchten, um sich das alles genau anzusehen und abzuwägen. Und dass einige daraufhin Kasse machten, war nicht ganz unlogisch, denn zum einen bedeutet ein Effizienzprogramm, dass der Vorstand dafür auch eine Notwendigkeit sieht, d. h., man war in Sorge, ob die KION Group stärkerem Gegenwind in der aktuellen Konstellation so standhalten würde, wie man es gerne hätte.

Und auch, wenn die 2024er-Zahlen leicht besser waren als gedacht, es fehlte ein Ausblick auf 2025. Bezüglich 2025 wurde nur klar, dass die Kosten des Effizienzprogramms von 240 bis 260 Millionen Euro den Gewinn entsprechend drücken werden. Und unter dieser Prämisse wäre ein Ausbruch aus der breiten, seit August geltenden Handelsspanne zwischen 30,30 und 38,76 Euro womöglich nicht von Dauer. Also verkaufte man in diesen unerwarteten, starken Anstieg hinein. Was alleine deswegen so weit nach unten führte, weil diejenigen, die kaufen wollten, eben mit Masse schon am Morgen gekauft hatten.

KION Group Aktie: Chart vom 04.02.2025, Kurs 35,60 Euro, Kürzel: KGX | Online Broker LYNX
KION Group Aktie: Chart vom 04.02.2025, Kurs 35,60 Euro, Kürzel: KGX | Quelle: TWS

Ein Ausbruch aus der Handelspanne nach oben bleibt zwar möglich. Aber nachdem die KION-Aktie kurzzeitig schon nach oben herausgelaufen war, dann aber nicht nur innerhalb der Range, sondern auch wieder unter der 200-Tage-Linie schloss, wäre es aus aktueller Sicht riskant, darauf zu wetten, dass die Käufer sofort zurückkommen und erledigen, was ihnen am Dienstag nicht gelang. Wahrscheinlicher wäre es, dass die Aktie bis zur Vorlage der kompletten Zahlen nebst 2025er-Ausblick am 27. Februar erst einmal in dieser bisherigen Handelsspanne bleibt.

Quellen:
Effizienzprogramm & vorläufige 2024er-Ergebnisse, 04.02.2025: https://www.kiongroup.com/de/News-Stories/Pressemitteilungen/Pressemitteilungen-Detail.html?id=2932175&type=corporate&title=KION%20mit%20starkem%20Gesch%C3%A4ftsjahr%202024%20%E2%80%93%20Effizienzprogramm%20zur%20St%C3%A4rkung%20der%20Resilienz%20beschlossen

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.