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Honeywell Aerospace Aktie Prognose Warum die Aufspaltung von Honeywell enormes Potenzial freisetzen könnte

News: Aktuelle Analyse der Honeywell Aerospace Aktie

In diesem Artikel
Honeywell Aerospace
ISIN: US43849R1059
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Ticker: HONA --- %
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Börse: --

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur Honeywell Aerospace Aktie

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Manchmal entsteht der größte Unternehmenswert nicht durch Zukäufe, sondern durch eine konsequente Zerschlagung. Durch die Aufspaltung von Honeywell ist einer der weltweit führenden Luftfahrtkonzerne entstanden. Eine Gelegenheit?

Wie aus einem Konglomerat drei Spezialisten wurden

Honeywell war über Jahrzehnte ein klassischer Mischkonzern mit Aktivitäten in den Bereichen Luftfahrt, Automatisierung und Spezialmaterialien.

Diversifizierung ist zwar nicht schlecht, aber in diesem Fall war das Feld wohl zu breit. Investoren taten sich schwer, den Konzern angemessen zu bewerten, da das Unternehmen aus völlig unterschiedlichen Geschäftszweigen bestand.

Das Ergebnis war ein typischer Konglomeratsabschlag. Während reine Automatisierungsunternehmen mit rund dem 18-fachen EV/EBITDA bewertet werden und große US-Luftfahrtzulieferer sogar auf etwa das 24-fache kommen, wurde Honeywell zuletzt nur mit rund dem 15-fachen EV/EBITDA gehandelt.

Das Management entschied sich deshalb für einen weitreichenden Schritt. Ende 2024 kündigte Honeywell die Aufspaltung in drei eigenständige Unternehmen an: Aerospace, Automation und Advanced Materials. Die Sparte Advanced Materials wurde im Oktober 2025 erfolgreich und steuerfrei abgespalten und firmiert heute unter dem Namen Solstice.

Mitte Juni 2026 folgte schließlich die Trennung von Honeywell Aerospace. Die verbleibende Honeywell konzentriert sich künftig vollständig auf Automatisierungs- und Industrieautomatisierungslösungen. Die Leitung von Honeywell Aerospace übernimmt Jim Currier, der zuvor bereits die Luftfahrtsparte des Konzerns führte.

Ein neuer Luftfahrtgigant entsteht

Die Logik hinter der Aufspaltung ist überzeugend. Jedes Unternehmen erhält ein eigenes Management, dessen Vergütung direkt an die Entwicklung des jeweiligen Geschäfts gekoppelt ist. Gleichzeitig entfällt der interne Wettbewerb um Kapital. Forschung und Entwicklung, Investitionen, Aktienrückkäufe, Dividenden oder Übernahmen können künftig gezielt nach den Anforderungen des jeweiligen Geschäfts gesteuert werden.

Im Kern geht es aber darum, einen Mehrwert für die Aktionäre zu schaffen.
Sollte Solstice in Zukunft weiterhin mit einem EV/EBITDA von 15 gehandelt werden, die Bewertung von Honeywell Automation auf einen Multiplikator von 18 und bei Honeywell Aerospace sogar auf 24 steigen, würde der Börsenwert dadurch um etwa 100 Milliarden Dollar steigen.

Um ein EV/EBITDA von 24 zu erreichen, müsste der Kurs von Honeywell Aerospace auf etwa 350 USD klettern.

Die Idee einer Abspaltung ist allerdings keineswegs neu. Bereits 2017 hatte der aktivistische Investor Third Point gefordert, Honeywell Aerospace aus dem Konzern herauszulösen, scheiterte jedoch am Widerstand des Managements.

Der Hedgefonds, der Honeywell zum Umdenken bewegte

Den entscheidenden Impuls brachte schließlich Elliott Management. Der Hedgefonds stieg Ende 2024 mit einer Beteiligung von rund fünf Milliarden US-Dollar ein – eine der größten Positionen des Fonds – und erneuerte die Forderung nach einer Zerschlagung des Konglomerats. Kurz darauf kündigte Honeywell überraschend die Aufspaltung an.

Für Investoren ist dabei vor allem Honeywell Aerospace interessant. Mit einem Jahresumsatz von rund 15 Milliarden US-Dollar gehört das Unternehmen nach GE Aerospace, RTX, Safran und Rolls-Royce zu den fünf größten Luftfahrtzulieferern weltweit. Gleichzeitig dürfte das Unternehmen einer der größten Profiteure des langfristigen Wachstums im Wartungs- und Ersatzteilgeschäft werden.

Gerade das sogenannte MRO-Geschäft (Maintenance, Repair & Overhaul) zählt zu den attraktivsten Bereichen der Luftfahrtindustrie. Wartung und Ersatzteile sorgen über Jahrzehnte für wiederkehrende Umsätze, da Flugzeuge regelmäßig gewartet werden müssen.

Hohe regulatorische Anforderungen, Zertifizierungen und langfristige Serviceverträge schaffen hohe Markteintrittsbarrieren. Hersteller mit eigener MRO-Infrastruktur besitzen dadurch einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil gegenüber unabhängigen Wartungsunternehmen.

Jahrzehntelang wiederkehrende Einnahmen

Hinzu kommt ein günstiges Marktumfeld. Die anhaltenden Lieferprobleme bei Airbus und Boeing führen dazu, dass Fluggesellschaften ihre bestehenden Flotten deutlich länger nutzen als ursprünglich geplant.

Nach Einschätzung der IATA dürfte sich die Flugzeugproduktion erst nach 2032 vollständig normalisieren. Bis dahin dürfte das Durchschnittsalter der weltweiten Flotte weiter steigen, und ältere Flugzeuge könnten zwangsläufig den Wartungsbedarf erhöhen.

Das Problem für Investoren bestand bislang darin, dass die meisten etablierten MRO-Profiteure bereits sehr hoch bewertet sind. GE Aerospace wird beispielsweise mit rund dem 34-fachen EV/EBITDA gehandelt. Honeywell Aerospace bietet dagegen Zugang zu denselben strukturellen Wachstumstreibern, startet jedoch mit einer Bewertung, die deutlich unter der vieler Wettbewerber liegt.

Die starke Marktstellung basiert auf einem breit diversifizierten Produktportfolio. Rund 30 Prozent des Umsatzes stammen aus Auxiliary Power Units (APUs), etwa 40 Prozent aus Avioniksystemen und die restlichen 30 Prozent aus verschiedenen Steuerungs- und Kontrollsystemen wie Kabinendruckregelung oder Bremssystemen.

Besonders dominant ist Honeywell im APU-Geschäft. APUs sind kleine Gasturbinen im Heck eines Flugzeugs, die beim Start die Haupttriebwerke versorgen, elektrische Energie liefern und im Notfall als unabhängige Stromquelle dienen. Praktisch jedes moderne Verkehrsflugzeug verfügt über eine APU.

Marktführer bei unverzichtbaren Flugzeugsystemen

Der Markt wird weltweit im Wesentlichen von Honeywell und Pratt & Whitney (Raytheon) geprägt. Honeywell hält im Segment großer Verkehrsflugzeuge einen Marktanteil von über 65 Prozent und stattet rund 70 Prozent der weltweit eingesetzten Flugzeuge mit einer eigenen APU aus. Im Bereich Business Jets liegt der Marktanteil sogar bei über 90 Prozent.

Ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil entsteht bereits bei der Entwicklung neuer Flugzeugprogramme. Sobald eine APU in das Flugzeugdesign integriert wurde, bleibt sie in der Regel über den gesamten Lebenszyklus des Flugzeugs verbaut – also über Jahrzehnte hinweg.
Wartung und Ersatzteile werden anschließend über langfristige Verträge abgewickelt, die oft zehn bis fünfzehn Jahre oder länger laufen. Dadurch entstehen äußerst planbare und margenstarke Einnahmen.

Auch im Bereich Avionik zählt Honeywell zu den weltweit führenden Anbietern. Der Markt wird von drei Unternehmen dominiert: Collins Aerospace (Raytheon) als Marktführer, Honeywell auf Platz zwei und Thales auf Platz drei. Gemeinsam kontrollieren sie den Großteil des weltweiten Marktes für Verkehrsflugzeuge.

Honeywell ist insbesondere bei Flight-Management-Systemen und Navigationslösungen bedeutend. Seine Systeme kommen in nahezu allen wichtigen Flugzeugprogrammen von Airbus und Boeing zum Einsatz, darunter A220, A320neo, A350, A380 sowie Boeing 747, 777 und 787.

Warum Spinoffs so interessant sind

Im Business-Jet-Segment ist die Position sogar noch stärker. Dort liefern Hersteller häufig komplette integrierte Cockpitlösungen aus einer Hand. Honeywells Primus Epic-System gehört zu den führenden Plattformen und wird unter anderem in zahlreichen Regionaljets von Embraer eingesetzt.

Zusätzlich verfügt Honeywell Aerospace über einen außergewöhnlich hohen Anteil an margenstarken Aftermarket-Umsätzen. Mehr als 45 Prozent des Konzernumsatzes stammen bereits heute aus Wartung, Ersatzteilen und langfristigen Serviceverträgen. Dieses Verhältnis ähnelt dem von GE Aerospace, allerdings erzielt Honeywell aufgrund seines höheren Avionikanteils höhere Margen.

Die Abspaltung macht diese Qualitäten erstmals vollständig sichtbar. Doch wie so oft, ist es nach dem Spinoff zu Abgabedruck gekommen. Das liegt aber weniger am Unternehmen selbst als an den Mechanismen des Kapitalmarkts.

Honeywell Aerospace Aktie: Chart vom 20.07.2026, Kurs: 211,63 USD – Kürzel: HONA | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Honeywell Aerospace Aktie: Chart vom 20.07.2026, Kurs: 211,63 USD – Kürzel: HONA | Quelle: TWS

Bei einem Spinoff erhalten die Aktionäre der Muttergesellschaft Anteile an einem eigenständigen Unternehmen. Viele institutionelle Investoren dürfen diese Aktien jedoch gar nicht halten. Passt das neue Unternehmen beispielsweise nicht mehr in den Anlageschwerpunkt eines Fonds oder ist die Marktkapitalisierung zu gering, werden die Aktien unabhängig von ihrer Bewertung verkauft.

Auch viele Privatanleger trennen sich von den neuen Anteilen, weil sie das Unternehmen nicht kennen, die Position relativ klein ist oder weil sie ausschließlich in die ursprüngliche Gesellschaft investieren wollten.

Ausblick und Bewertung

Dieser Verkaufsdruck hat häufig nichts mit der Qualität des Unternehmens zu tun. Stattdessen entsteht ein Überangebot an Aktien, das den Kurs vorübergehend belastet. Für Investoren kann das eine Gelegenheit sein, ein solides Unternehmen zu einem attraktiven Preis zu erwerben.

Hinzu kommt, dass Spinoffs nach ihrer Eigenständigkeit oft besser geführt werden. Innerhalb eines Großkonzerns standen sie zuvor nicht immer im Fokus des Managements oder mussten Kapital mit anderen Geschäftsbereichen teilen. Als unabhängiges Unternehmen kann sich das Management vollständig auf das eigene Geschäft konzentrieren, Kapital gezielter einsetzen und Anreize stärker an der Entwicklung des Unternehmens ausrichten.
Das führt nicht selten zu effizienteren Strukturen und einer höheren Profitabilität.

Wer jetzt einsteigt, muss vor allem eins mitbringen: ein wenig Mut. Denn realistisch betrachtet können Anleger den Vorstand des neu entstandenen Unternehmens nur schwer beurteilen.

Abgesehen davon sprechen die Zahlen eine relativ klare Sprache. Den Konsensschätzungen zufolge dürfte Honeywell im ersten Jahr der Eigenständigkeit einen Gewinn von 8,42 USD je Aktie und ein EBITDA von 15,94 USD je Aktie erzielen.

Honeywell kommt demnach auf eine forward P/E von 25,1. In den kommenden Jahren werden zweistellige Gewinnsteigerungen in Höhe von 11 – 16 % p.a. erwartet.

Die ersten Quartalszahlen werden voraussichtlich am 5. August veröffentlicht.

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 20.07.2026 um 11:20 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

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