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HelloFresh Aktie Prognose

News: Aktuelle Analyse der HelloFresh Aktie

18.03.2026 | 11:13 Uhr
In diesem Artikel
HelloFresh
ISIN: DE000A161408
|
Ticker: HFG --- %

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur HelloFresh Aktie

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Die Story klang perfekt: starkes Wachstum, großer Markt, skalierbares Geschäftsmodell. Doch dann ist HelloFresh ins Straucheln geraten.

Der Boden unter den Füßen

Dereinst war HelloFresh ein Sternchen am deutschen Börsenhimmel. Am Hoch kratzte der Kurs an der 100-Euro-Marke. Doch von dem Glanz ist wenig übriggeblieben. Aktuell liegt der Kurs nur noch bei knapp über 4 Euro.

HelloFresh Aktie: Chart vom 18.03.2026, Kurs: 4,12 EUR – Kürzel: HFG | Online Broker LYNX
HelloFresh Aktie: Chart vom 18.03.2026, Kurs: 4,12 EUR – Kürzel: HFG | Quelle: TWS

HelloFresh wurde mit einer einfachen Idee groß: Kochboxen mit exakt portionierten Zutaten und Rezepten direkt nach Hause liefern. Kunden sparen Zeit beim Einkauf, vermeiden Lebensmittelverschwendung und entdecken neue Gerichte.

Das Unternehmen verdient an wiederkehrenden Abonnements, ergänzt durch Zusatzverkäufe wie Snacks, Fertiggerichte oder Frühstücksoptionen.

Inzwischen geht das Angebot über klassische Kochboxen hinaus. Unter der Marke Factor bietet HelloFresh fertig zubereitete Mahlzeiten an – ein Schritt hin zum Convenience-Markt, der weniger Kochen, aber mehr Bequemlichkeit verspricht.

Das Konzept ist simpel und war aussichtsreich. Hätte HelloFresh die kritische Größe erreicht und genug Kunden dauerhaft gebunden, hätte es ein einträgliches Geschäft werden können.
Leider ist das bisher nicht gelungen.

Die große Hoffnung: Skalierung und Abos

Stattdessen ist HelloFresh ein gutes Beispiel für die Gefahr von Wachstumsaktien geworden.

Solche Unternehmen werden nicht für das bewertet, was sie heute verdienen, sondern für das, was sie morgen verdienen könnten. Der Markt kauft eine Zukunft. Solange die Wachstumsraten hoch sind, funktioniert dieses Narrativ. Umsätze steigen, die Story bleibt intakt, der Kurs folgt. Gewinne spielen in dieser Phase oft eine Nebenrolle.

Das Problem entsteht, wenn genau diese Zukunft nicht eintritt. Bei HelloFresh war die Annahme klar: Immer mehr Haushalte gewöhnen sich dauerhaft an Kochboxen, Skaleneffekte senken die Kosten, und am Ende steht ein hochprofitables Abo-Modell. Doch zwei Dinge passierten gleichzeitig. Das Wachstum verlangsamte sich – und die Profitabilität blieb hinter den Erwartungen zurück.

Das klassische Kochbox-Modell ist logistisch komplex und kapitalintensiv. Gleichzeitig wächst der Wettbewerb im Bereich Fertiggerichte und Lebensmittel-Lieferdienste. Anbieter wie Supermärkte, Lieferdienste und spezialisierte Meal-Prep-Firmen greifen denselben Kunden an – oft mit einfacheren, günstigeren Angeboten.

Hier zeigt sich die zentrale Gefahr: Wachstum allein reicht nicht. Wenn jeder neue Kunde teuer erkauft wird und nicht lange bleibt, entsteht kein nachhaltiger Wert. Das Geschäft dreht sich im Kreis. Marketingkosten ersetzen Kundenverluste, statt echte Skaleneffekte zu schaffen.

Noch kritischer wird es, wenn das Wachstum endet. Dann fällt das Kartenhaus an der Börse zusammen.
Die Bewertung von Wachstumsaktien basiert schließlich auf den zukünftigen Gewinnen. Stellt sich heraus, dass es diese zukünftigen Gewinne nicht geben wird, ist das in etwa so, als würde man ihnen den Boden unter den Füßen wegziehen.

Die Realität: Opfer des eigenen Erfolgs

Man sollte dennoch großen Respekt vor HelloFresh haben. Dem Unternehmen ist es gelungen, den Umsatz binnen zehn Jahren von nahezu null auf über 7 Milliarden Euro zu steigern. Auch wenn das Endziel bisher noch nicht erreicht wurde, handelt es sich um eine herausragende unternehmerische Leistung.

Womöglich ist HelloFresh dem eigenen Erfolg zum Opfer gefallen, da man durch das enorme Wachstum zahllose Nachahmer und Konkurrenten auf den Plan gerufen hat. Wie viele Anbieter für Fertiggerichte sind in den letzten Jahren entstanden? Man kann sie kaum mehr zählen.

Das hat mitunter dazu geführt, dass das Wachstum von HelloFresh zum Erliegen gekommen ist.

Laut dem jüngsten Geschäftsbericht war der Umsatz im Schlussquartal 2025 sogar um 14,4 % auf 1,55 Mrd. Euro rückläufig.
Die Dynamik hat sich im Jahresverlauf sogar verschlechtert, denn im gesamten Geschäftsjahr 2025 lag das Umsatzminus bei 11,8 %.

Dazu haben mehrere Faktoren beigetragen. Die Anzahl der Bestellungen war rückläufig und ebenso die Anzahl der Mahlzeiten.
Das trifft auf den Heimatmarkt und auch auf Nordamerika zu. Obendrein war sowohl das Geschäft mit Kochboxen als auch mit Fertiggerichten rückläufig.

Effizienz statt Expansion

Auf diese Probleme hat das Unternehmen längst mit einem Effizienzprogramm reagiert, das planmäßig verläuft und bereits zu etwa 80 % umgesetzt wurde.
Dadurch konnte das bereinigte EBITDA auf Jahressicht von 399,4 auf 422,8 Mio. Euro gesteigert werden.

Wer sich ein wenig auskennt, weiß aber, dass zwischen EBITDA und Gewinn Welten liegen.
Das Ergebnis je Aktie wird im jüngsten Geschäftsbericht nicht genannt.

Der freie Cashflow war im Schlussquartal jedoch mit -56,7 Mio. Euro negativ und lag im gesamten Geschäftsjahr mit 18,9 Mio. Euro nur knapp über der Null-Linie.
Den Konsensschätzungen zufolge dürfte HelloFresh im Geschäftsjahr 2025 ein Ergebnis von -0,36 Euro je Aktie erzielt haben.

Selbstverständlich gelobt man Besserung. Der Umsatz soll 2026 zwar um weitere 3 bis 6 % zurückgehen, doch es werden weitere Einsparungen in Höhe von 140 Mio. Euro erwartet.
Das AEBITDA soll bei 375 – 425 Mio. Euro liegen.

Den Konsensschätzungen zufolge wird ein Gewinn von 0,20 Euro je Aktie erwartet. Das ist ein echter Hoffnungsschimmer. Gelingt es HelloFresh, sich gesundzuschrumpfen und nachhaltig profitabel zu werden, könnte das eine Renaissance der Aktie einleiten.

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 18.03.2026 um 10:55 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

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Vorherige Analysen der HelloFresh Aktie

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bärisch
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bärisch
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.02.2026 um 7:57 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Viel Gegenwind, wenig Entlastung – so lässt sich das Börsenjahr 2025 für die HelloFresh-Aktie zusammenfassen. Der Hersteller von Kochboxen stand nahezu durchgehend unter Druck, und auch der Start ins Jahr 2026 brachte bislang keine nachhaltige Stabilisierung. Stattdessen setzte sich die Abwärtsbewegung fort, wobei sogar die über Monate verteidigte Unterstützung bei 5,19 EUR unterschritten wurde.

Diese Zone galt lange als potenzieller Bodenbereich, doch der Bruch verlieh dem bestehenden Abwärtstrend zusätzliches Momentum. Aktuell ringen die Kurse mit der psychologisch wichtigen Marke bei 5,00 EUR, die nun als wichtige Orientierung auf der Unterseite gilt.

Expertenmeinung: Die Lage bleibt vorerst angespannt. Der Verlust der zentralen Unterstützung hat das Bild deutlich eingetrübt. Für neue Kaufsignale wäre zunächst eine klare Stabilisierung nahe der 5,00-EUR-Marke und in der Folge eine Rückeroberung der zuvor genannten Unterstützung notwendig – idealerweise begleitet von steigendem Volumen auf der Käuferseite.

Erst diese Rückeroberung der gebrochenen Zone könnte das technische Bild wieder aufhellen. Bleibt eine entsprechende Erholung aus, dürfte der Druck auf der Unterseite zunächst bestehen bleiben.

Aussicht: Bärisch

HelloFresh Aktie: Chart vom 18.02.2026, Kurs: 5.08 EUR, Kürzel: HFG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
HelloFresh Aktie: Chart vom 18.02.2026, Kurs: 5.08 EUR, Kürzel: HFG | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.02.2026 um 19:59 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die am Donnerstag vorgelegten Vorab-Ergebnisse zum Jahr 2025 zeigten Bemerkenswertes: HelloFresh hat zwar deutlich weniger umgesetzt, zugleich aber operativ deutlich mehr Gewinn erzielt. Was man positiv werten könnte, aber seitens der Anleger nicht tat – aus gutem Grund.

Im Prinzip könnte man das, was HelloFresh seit einiger Zeit versucht, als „Gesundschrumpfen“ umschreiben. Man reduzierte den Marketingaufwand und versucht, eine stabilere Stammkundschaft aufzubauen. Das funktioniert zwar, aber die Anleger fragen sich: Wie könnte dabei auf Sicht substanzielles Wachstum herauskommen? Denn dass es gelingt, aus weniger Umsatz mehr operativen Gewinn herauszuholen, ist eine grundsätzlich gute Basis für noch mehr Gewinn aufgrund einer höheren Profitabilität. Aber eben nur, wenn der Umsatz beizeiten wieder nennenswert steigt.

Und 2025 tat er das schon mal nicht. Der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahr um 11,8 Prozent, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um Sonderfaktoren bereinigt um 6,0 Prozent. Würde man, wie es in Zeiten eines starken Euro immer mehr praktiziert wird, all das um Wechselkurseffekte bereinigen, wäre der Umsatzrückgang kleiner, der Gewinnanstieg größer ausgefallen, aber das zu berücksichtigen wäre nur sinnvoll, wenn die Unternehmen den Währungseffekt auch hervorheben würden, wenn er zu ihren Gunsten erfolgt – und das passiert, natürlich, so gut wie nie. Also:

Expertenmeinung: Der Gewinn stieg trotz sinkenden Umsatzes. Im Prinzip ja positiv, aber mit den da gemeldeten 423 Millionen Euro lag HelloFresh am unteren Ende der selbst avisierten Zielspanne von 415 bis 465 Millionen. Das dürfte einige zu Recht enttäuscht haben.

Grundsätzlich sinnvoll ist es, sich aus Märkten zurückzuziehen, in denen man nicht wirklich hat Fuß fassen können. Bei HelloFresh sind das Italien und Spanien, wo man jetzt die Reißleine zieht. Aber weniger Märkte reduzieren auch das Potenzial für Umsatzwachstum.

Das Unternehmen teilte mit, dass sich der Umsatzrückgang bei den Kochboxen im vierten Quartal das vierte Vierteljahr in Folge verlangsamt habe. Doch langsamer zu fallen bedeutet eben dennoch, zu fallen. Und dass sich der Bereich der Fertiggerichte, aufgebaut, um das Wachstum zu generieren, das man bei den Kochboxen nicht wie erhofft hatte erreichen können, im Herbstquartal weniger gut entwickelte als erwartet, ist nichts, was die Anleger erfreuen könnte.

Zwar betonte HelloFresh, dass man mit dem Projekt „Refresh“, bei dem man auf mehr Vielfalt, größere Portionen, kürzere Zubereitungszeiten etc. setzt, erste Erfolge erzielt habe. Aber das umfasst alles Aspekte, die den Kunden entgegenkommen und damit eigentlich eher eine Selbstverständlichkeit als ein innovatives Projekt sein müssten. Was den Anlegern insgesamt fehlt, ist daher recht leicht ersichtlich: Wachstumsperspektive.

Entsprechend reagierte man am Aktienmarkt am Donnerstag auf die Zahlen: Die Aktie rutschte aus der monatelangen Seitwärts-Spanne zwischen 5,20 und 6,25 Euro nach unten heraus. Damit ist sie schon zum zweiten Mal „durchgefallen“, denn diese jetzt nach unten verlassene Range war bereits der zweite Versuch, einen Boden zu bilden, nachdem die Aktie im November die markante Unterstützungslinie bei 6,90 Euro durchbrach.

HelloFresh Aktie: Chart vom 12.02.2026, Kurs 5,076 Euro, Kürzel: HFG | Online Broker LYNX
HelloFresh Aktie: Chart vom 12.02.2026, Kurs 5,076 Euro, Kürzel: HFG | Quelle: TWS

Gegenbewegungen nach oben könnten jederzeit erfolgen. Und sollte es gelingen, mit Schlusskursen über 5,20 Euro wieder in die vorherige Handelsspanne zurückzugelangen, könnte es auch zu einem Test deren oberer Begrenzung kommen. Aber ohne einen klar erkennbaren Pfad, der HelloFresh vom Umsatzvolumen her nennenswert voranbringt, sollte man diese Aktie als Investment auf mittel- oder langfristiger Ebene derzeit eher skeptisch sehen.

Quellen:
Vorläufige Ergebnisse zum Geschäftsjahr 2025, 12.02.2026:
https://ir.hellofreshgroup.com/de/nachrichten/vorlaeufige-ergebnisse-der-hellofresh-gruppe-fuer-das-geschaeftsjahr-2025/3c4b9b58-7b5f-46dd-887f-098548c4f5fa

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 09.12.2025 um 19:42 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die großen Erwartungen, die Anleger für die Zeit während und nach Corona hegten, erfüllten sich nicht: HelloFresh tut sich schwer in Sachen Wachstum. Und dass die Analysten zusehends kritischer werden, drückte die Aktie jetzt nahe an das (bisherige?) Rekordtief.

Bei Morgan Stanley hat sich der zuständige Analyst die Aktie vorgenommen und erkennt eine zusehends problematische Entwicklung. Bei der US-Investmentbank sieht man für HelloFreshs zweites Standbein, die Fertiggerichte, in den USA eine Verschlechterung der Rahmenbedingungen durch eine wachsende Konkurrenz. Umsatzwachstum im Fertiggericht-Sektor sieht man derzeit nicht mehr, dafür eine auf zwei bis drei Prozent sinkende Marge und einen unter den derzeitigen, allgemeinen Erwartungen liegenden, operativen Gewinn. Als Konsequenz stufte Morgan Stanley den Kochboxen- und Fertiggerichte-Hersteller auf „Untergewichten“ herunter und sieht ein Kursziel von nur noch 5,50 Euro nach bislang 9,00 Euro. Das konnte natürlich nicht ohne Reaktion der Anleger bleiben:

Die Aktie startete gleich mit einer Abwärts-Kurslücke in den Dienstag und egalisierte dadurch den ohnehin zuletzt ins Stocken geratenen, Ende November begonnenen Erholungsversuch. Zwar hielt das bisherige Jahres-Verlaufstief, das am 21.11. bei 5,22 Euro markiert wurde. Und man könnte zudem argumentieren, dass Morgan Stanleys neues Kursziel damit bereits „erfüllt“ wurde und dieses Ziel das niedrigste von allen aktuellen Analysten-Zielen ist. Aber reicht das aus, um die Aktie einzusammeln?

Expertenmeinung: Für eine Gegenbewegung nach oben wäre das zwar in den letzten Jahren deutlich gesunkene, aber mit momentan 10,17 Euro immer noch ein gutes Stück über dem aktuellen Kurs liegende, durchschnittliche Kursziel der Analysten zwar gut. Aber die Probleme, die Morgan Stanley da anspricht, die sind nun einmal real. Und momentan tut man sich schwer, Argumente zu finden, weshalb das Wachstum bei HelloFresh kurzfristig durchstarten sollte.

Dieses zweite Standbein in Form der Marke „Factor“, die Fertiggerichte anbietet, wurde gebildet, weil der Kochboxen-Bereich weniger Wachstum und Gewinn einfuhr als ursprünglich gedacht. Doch jetzt geht eben auch in diesem Bereich weniger voran, als man sich das wünschen würde. Dass das Unternehmen zugleich gezielt weniger ins Marketing investiert und Umsatzrückgänge hinnimmt, um sich besser aufzustellen, klingt sinnvoll, aber es muss eben auch funktionieren. Das dauert seine Zeit. Noch lässt sich nicht absehen, inwieweit HelloFresh mit seinem Maßnahmenpaket Erfolg haben wird. Aber:

Natürlich werden Anleger, die Großes erwartet und nicht bekommen haben, da schnell ungeduldig. Und solche kritischen Einordnungen, wie sie jetzt von Morgan Stanley kamen und womöglich nicht die letzten sein werden, tragen dazu bei, dass man hier so schnell keine Goldgräberstimmung sehen wird, die den Kurs in eine dynamische Aufwärtswende trägt.

HelloFresh Aktie: Chart vom 09.12.2025, Kurs 5,68 Euro, Kürzel: HFG | Online Broker LYNX
HelloFresh Aktie: Chart vom 09.12.2025, Kurs 5,68 Euro, Kürzel: HFG | Quelle: TWS

Fazit: Wir sehen hier auf allen Zeitebenen einen charttechnischen Abwärtstrend. Das alleine würde genügen, um die Aktie eher nicht ins Depot zu nehmen. Das Warten auf neue Fakten seitens des Unternehmens, die hier, in diesem „Schwebezustand“ einer laufenden Neuausrichtung, besonders entscheidend sind, macht die Sache noch riskanter. Offizielle Zahlen zum vierten Quartal stehen nämlich erst im März an … solange wäre man hier in eine Aktie investiert, bei der unerwartete Nachrichten einen massiven Sprung nach oben, aber eben auch nach unten auslösen könnten – wobei Letzteres in einem Abwärtstrend gemeinhin heftiger ausfällt. Das bisherige Rekordtief von 4,42 Euro vom Juni 2024 mag jetzt relativ nahe sein … aber wer wollte in dieser Gemengelage sicher sein, dass es auch das Rekordtief bleibt?

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 21.11.2025 um 23:11 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Anfang November kamen negative Aussagen eines Short-Sellers, die für die ohnehin im Abwärtstrend laufende HelloFresh-Aktie neuen Druck bedeuteten. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück, aber die Aktie drehte nicht nach oben. Ob das eine Kaufgelegenheit bietet?

Man könnte sich die Unterstellungen von „Grizzly Research“ genau durchlesen, dann die Erwiderung von HelloFresh studieren und versuchen, irgendwie herauszubekommen, wie sich die Fakten mit den jeweiligen Standpunkten vereinen ließen. Das haben unmittelbar nach diesem Vorfall einige versucht. Aber die meisten, die daraufhin in der ersten Novemberwoche die Reißleine zogen oder die Aktie leer verkauften, haben das zweifelsohne nicht getan, denn:

Für einen Anleger ist letzten Endes nicht entscheidend, warum eine Aktie steigt oder fällt, sondern dass sie es tut, denn es ist der Trend und nicht die Frage, was ihn befeuert, auf den es ankommt, um erfolgreich zu agieren. Und wenn der Trend dreht, gilt es, zu prüfen, ob das eine stabil wirkende Wende ist, und man sollte daraufhin, sofern nicht ohnehin vorher ausgestoppt, seine Position drehen. Was im Fall der HelloFresh-Aktie bedeutet:

Expertenmeinung: Es geht nicht darum, warum man die Aktie derzeit als „fallendes Messer“ einordnen muss, sondern darum, dass es so ist. Keine Aktie wäre in einem noch völlig intakten Abwärtstrend ein guter Kauf – egal, wie weit sie schon gefallen ist und egal, wie „billig“ sie vom Chartbild oder dem reinen Kurs her wirkt.

HelloFresh Aktie: Chart vom 21.11.2025, Kurs 5,326 Euro, Kürzel: HFG | Online Broker LYNX
HelloFresh Aktie: Chart vom 21.11.2025, Kurs 5,326 Euro, Kürzel: HFG | Quelle: TWS

Und HelloFresh bewegt sich in einem solchen Abwärtstrend. Erst, wenn der Kurs Widerstandslinien überwindet, von denen man vermuten darf, dass das bärische Lager sie aktiv verteidigen würde, wird deutlich, ob man mit seinem Gedanken, dass die Aktie ein Kauf sein könnte, so zahlreich Gesellschaft unter anderen Akteuren hat, dass aus diesem Gedanken eine gewinnbringende Realität werden könnte.

Dass die Ende Oktober vorgelegten Quartalszahlen eher gelassen aufgenommen wurden oder vieles, was HelloFresh den Vorwürfen von „Grizzly Research“ entgegenhält, stichhaltig wirkt, mag sein. Aber aus dem Abwärtstrend lösen konnte sich die HelloFresh-Aktie dadurch in beiden Fällen nicht. Und bei einer Aktie, die sich schon derart lange in einem abwärtsweisenden Trend bewegt, sollte man sich zweimal überlegen, ob man die Rückeroberung eines einzigen oder von zwei Widerständen schon als Wende nach oben sehen will.

Hier muss für einen echten Aufwärtsschwenk, den man als Befreiungsschlag ansehen könnte, mehr gelingen. Letztlich müsste der Kurs über die Zwischentiefs vom April und August bei 6,90 Euro hinaus, den seit Mai laufenden Abwärtstrendkanal bei derzeit 7,30 Euro überwinden, über die Zwischenhochs seit August steigen, die 200-Tage-Linie zurückerobern und die Abwärts-Kurslücke vom August schließen (die in diesem Chart, da auf Wochenbasis gehalten, nicht sichtbar ist) und weiter steigen. Und das wäre erst nach Schlusskursen über 8,71 Euro der Fall.

Natürlich könnte man sich sagen, dass allein der Weg dorthin einen grandiosen Gewinn bedeuten würde, wenn die Aktie jetzt nach oben dreht. Aber da würde der Wunsch die Fakten überlagern, denn wer sagt, dass HelloFresh auf dem Absatz kehrtmacht, nur weil man selbst darauf gesetzt hat? Der alte Spruch: „Was an der Börse billig scheint, kann leicht noch viel billiger werden“, hat schon seine Berechtigung. HelloFresh ist aktuell ein fallendes Messer und damit per se keine Aktie, die man auf die Kaufliste setzen müsste.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bärisch
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.11.2025 um 7:58 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Aktie des Kochboxen-Anbieters bleibt charttechnisch unter Druck. Nach einer kurzen Aufwärtsbewegung Ende 2024 setzte sich der seit Jahren dominierende Abwärtstrend auch im laufenden Jahr fort.

Aktuell notiert HelloFresh nur knapp oberhalb der Vorjahrestiefs – ein kritisches Niveau. Trotz vereinzelter Stabilisierungsversuche dominiert nach wie vor das bärische Gesamtbild. Die Kurse verharren unter den gleitenden Durchschnitten der Perioden 20 und 50, was den Verkaufsdruck bestätigt.

Expertenmeinung: Der Blick auf die technische Lage bleibt pessimistisch. Erst ein Anstieg über die Marke von 6.50 EUR könnte eine mögliche Trendwende andeuten. Solange dies ausbleibt, bleibt die Gefahr weiterer Abgaben hoch.

Die nächste markante Unterstützung liegt bei rund 4.42 EUR und dürfte auch die Zielmarke der Bären sein. Eine kurzfristige Gegenbewegung ist angesichts des überverkauften Zustands der Aktie zwar denkbar, doch das übergeordnete Bild bleibt angeschlagen, solange es zu keinen höheren Tiefs und höheren Hochs kommt.

Aussicht: BÄRISCH

HelloFresh Aktie: Chart vom 14.11.2025, Kurs: 5.75 EUR, Kürzel: HFG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
HelloFresh Aktie: Chart vom 14.11.2025, Kurs: 5.75 EUR, Kürzel: HFG | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.