Fiserv überholt Square und keinen interessiert es

von |
In diesem Artikel

Fiserv
ISIN: US3377381088
|
Ticker: FISV --- %

---
USD
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Zur Fiserv Aktie

Fiserv ist einer der weltweit führenden Zahlungsdienstern.
Das Unternehmen betreibt beispielsweise das drittgrößte Debit-Netzwerk hinter Visa und Mastercard.

Seit der Übernahme von First Data entwickelt sich die Aktie allerdings schwach. Beim Ergebnis scheint es zu haken, oder täuscht der erste Blick?

Cash ist King

In den letzten acht Jahren vor der Übernahme von First Data konnte Fiserv den Umsatz von 4,34 auf 5,82 Mrd. USD steigern.
Der Gewinn konnte man von in diesem Zeitraum mehr als verdreifachen.

Das das Geschäft nicht kapitalintensiv ist, konnte man gleichzeitig die Zahl der ausstehenden Aktien von 576 auf 413 Millionen Stück reduzieren.

Dadurch befeuert legte das Ergebnis von 0,70 auf 4,38 USD je Aktie zu.

Bei First Data war die Entwicklung ähnlich positiv. In einigen Geschäftsbereichen waren die beiden Unternehmen direkte Konkurrenten.

Outperformer

Bei den vorliegenden Geschäftszahlen sollte es klar sein, dass Fiserv und First Data eigenständig massive Outperformer waren.

Gemeinsam ist man noch stärker. Mittelfristig sollte der Zusammenschluss zu höheren Margen führen. Bisher wird das vom Markt jedoch vollkommen ignoriert, da sich der gemeldete Gewinn schleppend entwickelt.

Ein Blick auf den Cashflow und die operativen Kennzahlen zeigen allerdings, was hier wirklich vor sich geht.
Der freie Cashflow ist seit dem Zusammenschluss von 1,19 auf 3,25 Mrd. USD gestiegen.
Pro Aktie ist der FCF von 2,89 auf 4,75 USD geklettert.
Fiserv kommt aktuell also auf einen P/FCF von 23,2.  

Das operative Ergebnis konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr Jahr von 4,81 auf 5,75 USD je Aktie gesteigert werden.
In diesem und den kommenden Jahren werden Wachstumsraten von 10-15% erwartet.

Fiserv kommt aktuell auf eine operative P/E von 19,2 und eine forward P/E von 16,7.
Im Verhältnis zum vorliegenden Wachstum ist das wenig.
In den letzten fünf Jahren wurde durchschnittlich eine P/E von 21,6 gezahlt.

Der Preis ist heiß

Der Markt scheint die außerordentliche Qualität des Unternehmens vollkommen zu unterschätzen.

Die Branche wächst grundsätzlich, hat Rückenwind und das Geschäftsmodell besitzt einen „eingebauten“ Inflationsschutz.
Das sollte in der aktuellen Situation eigentlich auf viel Gegenliebe stoßen.

Darüber hinaus ist das Geschäft nicht kapitalintensiv, erwirtschaftete einen hohen freien Cashflow und das Management kann einen Trackrecord von sinnvoller Kapitalallokation vorweisen.

Das zeigt sowohl die Übernahme von First Data als auch die von Clover.

In der Branche gab es in den letzten Jahren mehrere größere Übernahmen, die zu einer Konsolidierung und steigenden Margen führen sollten.

Fidelity National hat Worldpay für 41 Mrd. USD geschluckt und Global Payments hat sich für 25 Mrd. USD Total System geschnappt.
Die Übernahme von First Data hat sich Fiserv 39 Mrd. USD kosten lassen.

Egal welchen Maßstab man ansetzt, Fiserv dürfte den besten Deal gemacht haben.
Die mögliche Synergieeffekte sind am höchsten und man hat „nur“ das zwölffache des EBITDA von First Data gezahlt.

Global Payments und Fidelity mussten das siebzehn- und neunzehnfache auf den Tisch legen.

Kennen Sie Clover?

Ein anderer Wachstumstreiber, der übersehen wird, dürfte Clover sein. Fiserv hatte die cloudbasierte Payment-Plattform 2012 übernommen, als man noch ein Startup war.

Seitdem ist der Handelsvolumen (Gross Payment Volume, GPV) auf der Plattform von faktisch null auf 184 Mrd. USD gestiegen. Zuletzt verzeichnete Cover Wachstumsraten von über 90%.
Tatsächlich hat man inzwischen sogar Square überholt.

Doch während der Kurs von Square durch die Decke geht, scheint man sich für Clover nicht zu interessieren.
Was die Fiserv-Tochter eigenständig Wert wäre, darüber kann man nur mutmaßen.

Sollte man sich dafür entscheiden, Clover eigenständig an die Börse zu bringen, könnte das für Anleger einen erheblichen Mehrwert haben.
Plötzlich wäre offensichtlich, was Clover wirklich wert ist.

Chart vom 24.09.2021 Kurs: 110,24 Kürzel: FISV - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 24.09.2021 Kurs: 110,24 Kürzel: FISV – Wochenkerzen

Übergeordnet ist die Aktie klar bullisch. Für antizyklische Investoren ist das aktuelle Niveau interessant.
Noch attraktiver wäre ein Einstieg zwischen 95 USD und dem langfristigen Aufwärtstrend.
Aktuell sieht es allerdings nicht danach aus, dass es noch eine Etage tiefer gehen wird.

Über 110 und 118 USD käme es jeweils zu prozyklischen Kaufsignalen.

Mehr als 12.000 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.

Probleme mit Ihrem Broker? Ich bin bei LYNX.

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
Tageshoch
Tagestief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen


Nachricht schicken an Tobias Krieg
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Es wäre gut möglich, dass Fiserv die Erwartungen deutlich übertreffen wird. Man hat es schon angedeutet. Sollte man die Korrektur jetzt nutzen, um noch vor den Zahlen einzusteigen?

Ein einträgliches Geschäft

Fiserv ist ein Anbieter von einer ganzen Reihe von Dienstleistungen sowie Software im Bereich Zahlungsverkehr.
Zu den Kunden gehören Einzelhändler und Supermärkte ebenso wie Großkonzerne oder auch Banken und Versicherer.

Unternehmen in den Bereichen Software sowie Zahlungsdienstleister jeglicher Couleur gehören seit jeher zu meinen Steckenpferden.
Es ist ein attraktives und mitunter hochprofitables Betätigungsfeld und vereint eine ganze Reihe von wünschenswerten Eigenschaften.

Der Kapitalbedarf ist in der Regel gering, die Margen sind hoch. Das Geschäft ist gut skalierbar und Kunden können nicht ohne größere Anstrengungen wechseln.

Auf Expansionskurs

Fiserv hat die Möglichkeiten der Branche erkannt und durch eine ganze Reihe kleinerer Zukäufe und der Übernahme von First Data ein Firmenimperium geschaffen.

In nur zehn Jahren kletterte der Konzernumsatz von 4,34 Mrd. USD auf 14,85 Mrd. USD.

Kapitalerhöhungen waren dafür über weite Strecken nicht notwendig. Daher konnte das operative Ergebnis im selben Zeitraum von 1,15 auf 4,42 USD je Aktie gesteigert werden.

Dementsprechend dürfte es niemanden wundern, dass die Aktie ein langfristiger Outperformer ist.

Einziges Manko sind die hohen Schulden von zuletzt 20,32 Mrd. USD, die aber weitgehend auf die Übernahme von First Data im Jahr 2019 zurückzuführen ist.
Man scheint das Thema aber anzugehen.

Selbst in den zurückliegenden Krisenmonaten war man dazu in der Lage Schulden zu tilgen, seit Ende 2019 waren es rund 1,0 Mrd. USD.

Ausblick und Bewertung

Im ersten Quartal lag der Gewinn mit 1,17 je Aktie über den Erwartungen von 1,12 USD. Der Umsatz übertraf mit 3,83 Mrd. die Analystenschätzungen von 3,75 Mrd. USD ebenfalls.

Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 4% und einem Gewinnsprung von 18%.

Viele andere Unternehmen würden sich über derartige Zahlen freuen, für Fiserv war es ein vergleichsweise schwaches Quartal.
Nach den Worten des Vorstands hatte das Momentum in den Wochen nach Quartalsabschluss aber weiter zugenommen.

Daher hat man die Prognose für das laufende Geschäftsjahr leicht erhöht. Fiserv stellt einen Gewinn von 5,35 – 5,50 USD je Aktie und ein Umsatzwachstum von 9-12% in Aussicht.

Fiserv kommt dementsprechend auf eine forward P/E von 20,1. Das ist bei einem erwarteten Gewinnsprung von über 20% und der grundlegend hohen Qualität des Unternehmens vollkommen vertretbar.
In den letzten fünf Jahren lag die P/E durchschnittlich bei 24,8.

Aus dieser Sicht wäre also noch Luft vorhanden und die jüngste Korrektur könnte sich als Gelegenheit herausstellen.
Mit etwas Glück geht es vor den nächsten Zahlen, die am 27. Juli kommen, sogar noch eine Etage tiefer.

Chart vom 13.07.2021 Kurs: 108,83 Kürzel: FISV - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 13.07.2021 Kurs: 108,83 Kürzel: FISV – Wochenkerzen

Fällt Fiserv jetzt unter 107 USD, könnten die Unterstützungen bei 100 oder 94 USD angesteuert werden.
Aus heutiger Sich ist es unwahrscheinlich, dass es noch tiefer geht.

Für antizyklische Anleger wären die genannten Marken und das aktuelle Niveau interessant.

Gelingt ein Anstieg über 110 USD, könnte die Aktie auch unmittelbar in Richtung 120 und mehr durchstarten.

Fiserv ist eine Maschine. Anders kann man es nicht ausdrücken. Es gibt kaum eine Aktie, die dermaßen konstant abliefert. Geht das auch so weiter?

Gefällt mir

Fiserv ist ein Anbieter von einer ganzen Reihe von Dienstleistungen sowie Software im Bereich Zahlungsverkehr.
Zu den Kunden gehören Einzelhändler und Supermärkte ebenso wie Großkonzerne oder auch Banken und Versicherer.

Unternehmen in den Bereichen Software sowie Zahlungsdienstleister jeglicher Couleur gehören seit jeher zu meinen Steckenpferden.
Es ist ein attraktives und mitunter hochprofitables Betätigungsfeld und vereint eine ganze Reihe von wünschenswerten Eigenschaften.

Der Kapitalbedarf ist in der Regel gering, die Margen sind hoch. Das Geschäft ist gut skalierbar und Kunden können nicht ohne größere Anstrengungen wechseln.
Unter anderem aus diesem Grund ist der ganze Sektor ein Outperformer.

Wie ist das gelungen?

Fiserv konnte den Umsatz in den letzten zehn Jahren jedenfalls von 4,13 auf 15,07 Mrd. USD steigern.
Ein Rekordjahr jagt das nächste. Der Gewinn kletterte von 1,01 auf 4,00 USD je Aktie.

Das Erstaunliche daran ist, dass man das Wachstum inklusive zahlreicher Übernahmen weitgehend aus dem Cashflow finanzieren konnte.

Fiserv ist es gelungen, sich ein Firmenimperium zusammenzukaufen, ohne die Bilanz überzustrapazieren oder Kapitalerhöhungen durchzuführen (abgesehen von First Data, dazu später mehr).

Zu schön, um wahr zu sein?

Ganz im Gegenteil sogar. Von 2010 bis 2018 hat man die Zahl der ausstehenden Papiere sogar von 606 auf 413 Millionen Stück reduziert.

In Summe hört es sich fast zu schön an, um wahr zu sein. Es ist aber die Realität und so sieht auch der Kursverlauf aus.

Dass die Aktie ein massiver Outperformer ist, muss man wohl kaum erwähnen. Fiserv notierte beispielsweise bereits 2009 wieder über den Höchstständen von vor der Finanzkrise und hat sich seitdem nochmal verzehnfacht.

22 Milliarden für First Data

Bei Fiserv kennt man sich also mit Übernahmen aus. Der mit Abstand größte Coup erfolgte 2019 mit dem Kauf von First Data für 22 Mrd. USD.
Es ist einer der größten Deals der Geschichte.

Die Übernahme war gut durchdacht. Man hat sich ein Top-Unternehmen geschnappt, dass auch eigenständig ein massiver Outperformer war.
Das operative Ergebnis je Aktie ist dadurch unmittelbar gestiegen.

Darüber hinaus ergibt der Deal auch strategisch Sinn. First Data ist einer der führenden Anbieter von Zahlungsterminals und Lösungen für den Zahlungsverkehr im Bereich E-Commerce.

Wenn man darauf achtet, begegnen einem die kleinen Geräte andauernd. Zum Beispiel, wenn Sie oder andere Kunden im Supermarkt mit Karte bezahlen.

Ausblick und Bewertung

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres ist der Umsatz um 79% auf 11,02 Mrd. und der operative Cashflow um 83% gestiegen.

Die Zahlen sind durch die Integration von First Data allerdings stark verfälscht. Das Ergebnis je Aktie ist aber auch um 11% gestiegen.
Das vermittelt am ehesten ein realistisches Bild. Es bedeutet jedenfalls, dass man gut durch die Krise kommt.

Darüber hinaus hat sich die Lage zuletzt sukzessive verbessert. Im dritten Quartal lag der Gewinn je Aktie sogar 19% über dem Vorjahreswert.

Man kommt bei der Integration von First Data gut voran, hat im Jahresverlauf 1,03 Mrd. USD an Schulden getilgt und bereits wieder begonnen eigene Aktien einzuziehen.
Das zeigt, was hier abseits vom gemeldeten Gewinn wirklich verdient wird.

Bleibt die Frage nach der Bewertung. Auf den ersten Blick wirkt die Aktie mit einer P/E von 80 außerordentlich hoch bewertet. In Wirklichkeit ist der gemeldete Gewinn nach GAAP aber von einer ganzen Reihe von Sondereffekten verzerrt.

Nimmt man die operativen Kennzahlen als Grundlage kommt man auch eine forward P/E von 20. In den letzten fünf Jahren lag der Wert durchschnittlich bei 24,8.
Der P/FCF liegt bei 23. Bei den gegebenen Charakteristiken ist das nicht zu hoch gegriffen.

Chart

Mit etwas Glück kommt es jetzt zu einer Korrektur. Fiserv ist zwar auch auf diesem Niveau schon interessant.
Bei 100 sowie 94 USD wäre das Chance-Risiko-Verhältnis aber natürlich noch besser.

Im Idealfall kann man als antizyklischer Investor nahe dem Aufwärtstrend zuschlagen. Derzeit erscheint es aber unwahrscheinlich, dass der Kurs nochmal auf 83 USD sinkt.

Chart vom 25.01.2022 Kurs: 107,28 Kürzel: FISV - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 25.01.2022 Kurs: 107,28 Kürzel: FISV – Wochenkerzen