Eine außerordentliche Hauptversammlung ermächtigte DEUTZ, das Rüstungsunternehmen FFG zu übernehmen. Damit baut der Motorenhersteller ein bedeutendes Standbein im Verteidigungssektor auf. Die Frage ist, was das für die Bewertung der Aktie bedeuten könnte.
Eigentlich war es ja zu erwarten: Bei der am Montag abgehaltenen, außerordentlichen Hauptversammlung stimmte eine beeindruckende Mehrheit der Stimmberechtigten für die Übernahme der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG), die Militärfahrzeuge herstellt. Einige Analysten hatten das Plazet aber offenbar erst abgewartet, bevor sie DEUTZ neu bewerteten. Und das, nicht überraschend, bullischer:
Bei ODDO BHF wurde das Kursziel von 12,50 auf 16,40 Euro nach oben genommen, Kepler Cheuvreux ging mit seinem Ziel noch stärker, um fünf Euro von 11 auf 16 Euro, nach oben. Ein wenig drastisch, könnte man denken, immerhin muss diese Übernahme erst einmal abgewickelt, sprich FFG integriert werden. Erst dann ließe sich einigermaßen absehen, wie sich Umsatz, Margen und Gewinn mit FFG in den kommenden Jahren darstellen könnten. Aber man darf vermuten, dass hinter den deutlich angehobenen Kurszielen, die zumindest bislang das obere Ende der Analysten-Kursziele darstellen, auch eine weitere Überlegung steht:
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Expertenmeinung: DEUTZ konnte man als Motorenhersteller bislang der hochvolatilen Automobilindustrie zuordnen, wo die Bewertungen traditionell eher niedrig liegen. Und so liegt das aktuelle Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis der Analystenschätzungen für den 2026er-Gewinn derzeit bei knapp 12. Höher als bei den Autokonzernen selbst, aber eben auch weit niedriger als bei Rüstungsunternehmen. So weist z.B. der vornehmlich für den Rüstungssektor fertigende Getriebe-Hersteller RENK Group aktuell ein 2026er KGV von 27 aus.
Und ließe sich DEUTZ mit FFG zumindest im Ansatz als Rüstungsunternehmen einstufen, das dann auf Basis der derzeitigen Rahmenbedingungen höhere Wachstumschancen hätte, wäre ein höheres KGV eben auch „drin“. Und selbst, wenn das momentan höchste Kursziel von 16,40 Euro erreicht würde, läge DEUTZ‘ KGV für die 2026er-Gewinnschätzung dann gerade einmal bei 18. Die Frage ist:
Sehen die Investoren DEUTZ im Licht dieser Übernahme ebenfalls als ein Unternehmen an, das dadurch deutlich stärker wachsen wird als zuvor? Wenn ja, wäre die Chance nicht schlecht, dass die Aktie über das gestrige, deutliche Plus – als Reaktion auf die beiden Kursziel-Anhebungen am Dienstag – hinaus weiter anzieht. Und immerhin wäre da ja eine Kursmarke, die, sollte sie genug Akteuren überhaupt noch gewärtig sein, ein verlockendes Kursziel darstellen würde: das bisherige Rekordhoch der Aktie.
Ob man diese Marke am Markt kennt, ist tatsächlich gar nicht so sicher, eine kurze Kontrolle zeigte mir: die KI weiß von nichts, weil viele Datenbanken nicht so weit zurückreichen. Im Juli 1998 nämlich markierte die Aktie ein Allzeithoch bei 14,03 Euro, vor 28 Jahren also. Aber es wäre ein Kurslevel, der für die DEUTZ-Aktie immerhin denkbar wäre, würde die Frage, wie man die Bewertung der Aktie einstufen sollte, auf neue Füße gestellt. Aber vor diesem alten Hoch lägen noch zwei Widerstandslinien, die erst einmal überwunden sein wollen:
Das Zwischenhoch aus dem Mai bei 11,60 Euro, an dem der Kurs bereits dran ist und das bisherige Jahreshoch, das manche irrtümlich als Rekordhoch einordnen und das im Februar bei 12,50 Euro erzielt wurde. Ob diese Hürden fallen, muss man abwarten. Aber angesichts der optimistischen Analystenmeinungen, dieser noch „frisch“ genehmigten Übernahme von FFG und dem intakten Aufwärtstrend wäre der Weg nach oben für die Aktie, zumindest im Moment, der leichtere.

Quellenangaben:
Pressemeldung zur außerordentlichen Hauptversammlung am 24.8.2026: https://www.deutz.com/de/news/pressemitteilungen/news-detail/ausserordentliche-hauptversammlung-stimmt-milliarden-transaktion-nahezu-einstimmig-zu-deutz-wird-durch-erwerb-von-ffg-zu-einem-zentralen-akteur-im-verteidigungsbereich/
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/DEZ.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 25.08.2026 um 19:40 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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