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Der Motorenhersteller DEUTZ meldete am Donnerstag solide Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn für das Jahr 2025. Zugleich plant man für 2026 ebenfalls mit dynamischem Wachstum. Das war zwar gut, hatte aber einen Haken: Die Analysten hatten mehr erwartet.
Umsatz +12,7 Prozent auf 2,04 Milliarden Euro, Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) +46,4 Prozent auf 112 Millionen, EBIT-Gewinnmarge rauf von 4,2 Prozent im Jahr 2024 auf 5,5 Prozent. Das war respektabel. Zugleich lag der Auftragseingang mit +13,7 Prozent etwas über dem Umsatzplus: Das war also eigentlich ein Jahr, über das man sich als Aktionär nicht beklagen kann. Und im laufenden Jahr will DEUTZ weiter kräftig wachsen:
Das Unternehmen sieht beim Umsatz 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro, zugleich will DEUTZ die im Vorjahr auf 5,5 Prozent gestiegene EBIT-Gewinnmarge in eine Range zwischen 6,5 und 8,0 Prozent steigern. Würde man die Mitte der beiden Spannen hernehmen, käme man so auf einen Anstieg beim EBIT von 55 Prozent auf 174 Millionen Euro. Das ist nicht zu verachten, aber warum fiel die Aktie dann als Reaktion auf diese Zahlen?
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Expertenmeinung: Weil all das nicht nur keine positive Überraschung war, sondern sogar eine eher negative. Denn die Analysten hatten im Vorfeld bei Umsatz und Gewinn für 2025 etwas mehr geschätzt, konkret einen Umsatz von 2,09 Milliarden statt der 2,04 Milliarden, die es am Ende wurden. Beim EBIT hatte man im Schnitt 115 Millionen erwartet, gemeldet wurden, wie geschrieben, 112. Und was das laufende Jahr angeht, war man von einem Anstieg des EBIT auf 200 Millionen ausgegangen. Was zwar im Rahmen von DEUTZ‘ Prognose-Bandbreite läge, aber nur, wenn es ans obere Ende ginge.
Zwar hätte man angesichts der bereits im Vorfeld kräftigen, Anfang März losgetretenen Korrektur denken können, dass ja schon vorher zu hohe Erwartungen ausgepreist worden sind, so dass diese etwas kleineren Brötchen, die da gebacken werden sollen, niemanden mehr schrecken müssten. Aber sieht man sich an, wie extrem die DEUTZ-Aktie seit dem vergangenen Frühjahr gelaufen war, kommt einem nicht nur der Spruch „Was hoch steigt, kann auch tief fallen“ in den Sinn, sondern man erinnert sich auch, dass DEUTZ ja in den Kreis der Aktien gelangt war, die man mit „Rüstungsphantasie“ in Verbindung bringt. Denn im Verlauf des vergangenen Jahres hatte DEUTZ selbst betont, dass man sich in diese Richtung gezielt mehr engagieren werde. Das könnte jetzt auf die Aktie drücken, denn:
Der Auftragseingang lag 2025 ja nur geringfügig höher als der Umsatz. Was andeutet: Eine Ausweitung der Produktion in Richtung Verteidigungssektor dauert seine Zeit, die Aktie hatte das aber im Eilzugtempo vorweggenommen. Diese „Luft“ scheint jetzt aus dem Kurs herauszugehen. Allerdings sehen wir auch, dass bereits die Hälfte der Hausse zwischen April 2025 und Februar 2026 korrigiert wurde. Und wir sehen, dass die Aktie zwar unter ihre 200-Tage-Linie gefallen ist, nicht allzu weit unterhalb des gestrigen Tiefs, aber die breite Supportzone 6,71 zu 7,95 Euro warten würde.
Denkbar wäre es also durchaus, dass DEUTZ so langsam „auskorrigiert“ ist, zumal die Unwägbarkeiten, die von der Situation in Nahost ausgehen, durch die bisherige Korrektur seit Anfang März ja bereits Eingang in den Kurs gefunden hat.
Da diese Entwicklung um den Iran aber absolut nicht eingrenzbar ist und jederzeit neue, negative Impulse aussenden könnte, würde man zwar bewusst darauf verzichten, das Korrekturtief „abzufischen“ (was sowieso selten bis nie funktioniert), und höher einsteigen, wenn man erst einmal abwartet, ob nicht nur Unterstützungen halten, sondern auch Hürden genommen werden können. Aber man hätte dann ein Indiz dafür im Rücken, dass der Abgabedruck geringer wird und könnte gezielt engere Stoppkurse unter die zuvor überbotenen Widerstände legen. Derzeit wäre das Überwinden der Zone zwischen 200-Tage-Linie, dem Jahreshoch 2025 und der aktuell auf 10,20 Euro nach unten gelaufenen 20-Tage-Linie eine solche potenzielle Schlüsselzone.

Quellenangaben: Ergebnis des Geschäftsjahres 2025, Ausblick auf 2026, 26.03.2026: https://www.deutz.com/de/news/pressemitteilungen/news-detail/deutz-waechst-und-erzielt-2025-in-schwierigem-marktumfeld-eines-der-besten-ergebnisse-der-juengeren-unternehmensgeschichte
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