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Zu Wochenbeginn testete die DHL Group-Aktie eine mittelfristig entscheidende Supportzone. Eine Linie wurde zwar unterboten, die nächste aber hielt. Damit hätte man die Chance, sich nach oben abzusetzen – falls die jetzt im Fokus stehende Charthürde bezwungen wird.
Die zu Anfang des Monats vorgelegten Ergebnisse des Vorjahres, vor allem aber der Ausblick auf das laufende Jahr, hatten die Marktteilnehmer nicht gerade in Euphorie versetzt. Zwar hatte die Deutsche Post-Mutter die eigenen Ziele des Vorjahres leicht übertroffen, für 2026 sieht man aber nur geringfügig anziehende Gewinne. Die Prognose eines EBITs (Gewinn vor Zinsen und Steuern) von 6,2 Milliarden nach 6,1 Milliarden in 2025 lag weit genug unter der bisherigen, durchschnittlichen Analysten-Prognose von 6,4 Milliarden, um den Kurs unter Druck zu setzen.
Angefangen hatte der Abstieg, als am 12. Februar die „KI-Angst“ den Logistiksektor erfasste und Marktteilnehmer Aktien dieses Sektors fallen ließen wie eine heiße Kartoffel, nachdem ein kleines US-Unternehmen mitteilte, man hätte eine KI-Anwendung entwickelt, die um ein Vielfaches effektiver sei als bisherige Frachtabläufe. Was zwar eigentlich hieße, dass, wenn das so wäre, die Logistik-Firmen mit diesem KI-Tool einiges an Kosten sparen und so ihren Gewinn steigern könnten … aber die Reaktionen fallen ja in dieser Hinsicht oft nicht gerade rational aus. Unter dem Strich blieb:
Die seit April 2025 laufende Hausse war unterbrochen. Und mit dem eher mageren 2026er-Ausblick ging es weiter abwärts – bis in die Zone, auf die es ankam. Und da waren die Käufer dann zu Stelle:
Expertenmeinung: Die DHL Group-Aktie fiel zwar kurzzeitig unter die im April 2025 etablierte Aufwärtstrendlinie, drehte dann aber auf Höhe der knapp darunter als „Sprungtuch“ fungierenden 200-Tage-Linie nach oben. Wobei noch ein wenig tiefer die Supportzone 41,65 zu 42,26 Euro als weiterer Rettungsanker gewartet hätte. Die Frage ist: Kann das halten, oder müsste man damit rechnen, dass die zu Wochenbeginn aufgekommenen Käufe erneut Abgaben weichen?

Die Analysten sind bezüglich der DHL Group aktuell nicht wirklich begeistert. Von den 20, die die Aktie derzeit überwachenden Experten sehen sie nur fünf als kaufenswert an, das durchschnittliche Kursziel liegt mit momentan gut 48 Euro nicht weit über dem aktuellen Kursniveau. Richtig ist zudem, dass dieser Aufwärtsschwenk im Zuge einer Gegenbewegung des Gesamtmarkts entstand, also kein „ureigenes Gewächs“ in Bezug auf die Aktie ist, aber:
Was für die DHL-Aktie sprechen könnte, wäre der Gedanke, dass gestiegene Energiepreise zwar Logistik-Unternehmen besonders heftig treffen. Reißende Lieferketten dann aber eher nicht, denn was verspätet oder gar nicht eintrifft, wird trotzdem transportiert – nur eben etwas später – während Industrieunternehmen wie z. B. die Autobauer in solchen Fällen größere Probleme durch Produktionsausfälle hätten, die weniger leicht aufzuholen wären.
Aber dieser Gedanke, dass Aktien aus dem Logistikbereich wie die DHL Group ein wenig resilienter sein könnten als die aus besonders zyklischen Branchen, ist nicht zwingend genug, um nur, weil ein wichtiger Support erst einmal gehalten hat, die Aufwärtswende auszurufen. Hier müsste man überbotene Charthürden sehen, wodurch man erkennen könnte, dass das bärische Lager, das an solchen Widerständen normalerweise antreten würde, um die Bullen abzuweisen und idealerweise einen neuen Baisseschub zu lancieren, hier nicht mehr dagegenhalten kann oder will. Und immerhin wäre ein solcher Bereich jetzt nahe genug, um die Aktie im Auge zu behalten:
Gelingt es, die durch die 20-Tage-Linie verstärkte Widerstandszone 45,74/46,08 Euro klar auf Schlusskursbasis zu überwinden, wäre das zumindest auf kurzfristiger Ebene ein klarer Punkt für die Bullen. Aber bevor das nicht erreicht ist und, idealerweise, durch positivere Nachrichten in Bezug auf die Iran-Problematik begleitet wird, sollte man das Fell der Bären hier besser noch nicht verkaufen wollen!
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 25.03.2026 um 22:22 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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