Die Aktie der Mercedes-Benz-Group hat den starken Start des deutschen Aktienmarkts nicht mitgemacht, was auch für die gesamte Branche gilt. Das ist kein gutes Zeichen für die kommenden Wochen, zumal der charttechnische Befreiungsschlag dadurch erst einmal ausblieb.

Die Aufweichung von Umweltauflagen in Europa und den USA sowie das Festzurren der US-Einfuhrzölle auf 15 Prozent waren Faktoren, die bei einigen Anlegern wieder die Kauflust für Aktien aus dem Automobilsektor weckten. Seit dem „Zoll-Crash“ im April 2025 hat die Mercedes-Benz-Aktie dadurch einiges an Boden gutgemacht. Was fehlte, war ein mittelfristig bullisches Signal.
Das würde entstehen, wenn die mittelfristig relevante Widerstandslinie bei 63,17/63,24 Euro, die sich aus den markanten Zwischenhochs vom August 2024 und März 2025 ableitet, überboten würde. Doch nachdem es am ersten Handelstag des neuen Jahres kräftige Käufe gab, die den Eindruck erweckten, dass hier einige, auch große Adressen, einen solchen Befreiungsschlag erzwingen und damit für den Jahresstart ein Zeichen setzen wollen, blieben die Anschlusskäufe aus. Das Plus des ersten Tages wurde abverkauft, jetzt droht sogar ein kleines Doppeltopp unterhalb dieser wichtigen Hürde.
Solange die Unterstützungszone 55,34 zu 56,84 Euro hält, wäre zwar jederzeit ein erneuter Anlauf an diesen Widerstand möglich. Aber so, wie diese ersten fünf Handelstage 2026 für die Mercedes-Benz-Aktie und die anderen Pkw-Hersteller liefen, sollte man darauf besser nicht zu viel wetten.
Expertenmeinung: Wir erleben oft, dass institutionelle Investoren wie Fonds, Hedgefonds oder Pensionskassen ihre Portfolioausrichtung mit dem Beginn eines neuen Jahres entsprechend ihrer Einschätzungen zur Perspektive bestimmter Branchen und Einzelwerte adjustieren. Aktuell fallen vor allem Technologietitel und Rüstungswerte als Gewinner der ersten Tage auf, die Automobile hingegen bleiben auffallend zurück.
Das fällt natürlich auch vielen Privatanlegern auf: Ein starker DAX, der komplett ohne Beteiligung der Automobilaktien auf neue Rekorde läuft, wirkt wie ein Warnsignal. Das ist keines, das über das gesamte Jahr hinaus Bestand haben müsste. Es geht auch den großen Adressen um die Beurteilung des „Ist“ der Aktie in Relation zu dem, was man auf Basis der heute bekannten Zahlen und Einflussfaktoren erwarten könnte. Da kann sich über die Monate also grundsätzlich einiges ggf. auch zum Positiven ändern, aber:
Die Mercedes-Benz-Aktie weist auf Basis der durchschnittlichen 2026er-Gewinnschätzung der Analysten derzeit ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis um neun auf, das ist für einen Automobiltitel eher teuer. Dementsprechend geben aktuell auch nur 10 von 23 Experten, die die Aktie überwachen, eine „Kaufen“-Einstufung. Das durchschnittliche Kursziel liegt momentan bei 62,80 Euro und damit in dem Bereich, den die Aktie überwinden müsste, um ein mittelfristig bullisches Signal zu erzeugen. Und die großen Themen Infrastruktur, KI und Verteidigung gehen an der Autobranche fast komplett vorbei:
Kein Wunder, dass die großen Adressen die Mercedes-Benz-Aktie sowie ihre deutschen Branchenkollegen derzeit nicht auf der Einkaufsliste haben. Und solange das Chartbild nicht mit einem Ausbruch nach oben belegt, dass sich daran etwas entscheidend geändert haben dürfte, würde sich diese Aktie auch für einen privaten Investor nicht gerade aufdrängen.
--- ---
--- (---%)Displaying the --- chart
Heutigen Chart anzeigen





