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Der deutsche Aktienmarkt präsentierte sich zwar am Mittwoch allgemein schwächer, aber die Allianz war auffällig, denn der Rest der Finanztitel hielt sich deutlich besser. Dabei fällt die Aktie des Finanzkonzerns den zweiten Tag in Folge kräftig – was könnte dahinterstecken?
Zwischen Jahresanfang und Mitte Juni klopfte die Allianz-Aktie mehrfach an die runde Marke von 400 Euro. Eine Hürde, die zugleich mit dem bisherigen Rekordhoch korrespondierte, das am 4. April 2000 bei 402,68 Euro ausgebildet wurde. Als es Mitte Juni gelang, diesen „Deckel“ zu heben, ging es wochenlang wie an der Schnur gezogen nach oben. In kleinen Schritten zwar, aber auffallend konstant, bis hinauf zum Verlaufsrekord von 454,60 Euro, der Anfang dieses Monats erzielt wurde. Doch seit vergangenem Freitag fällt der Kurs. Zum Handelsende des Mittwochs hatte die Aktie den gesamten, im laufenden Quartal erreichten Gewinn wieder verloren … und das bei stattlichem Umsatzvolumen.
Das passiert nicht einfach so, aber auf den ersten Blick erschließt sich nicht, warum diese Aktie auf einmal derart unter die Räder kommt. Sieht man indes genauer hin, kommt man auf gleich drei Faktoren, die hier ungünstig zusammenwirken könnten:
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Expertenmeinung: Zunächst einmal sahen wir am vergangenen Freitag eine große Abrechnung an der Terminbörse. Optionen und Futures mit Laufzeit September wurden da abgerechnet, was nicht selten zu einer Neuausrichtung der großen Akteure am Terminmarkt führt, sofern sie dafür Argumente hätten. Aber genau die wären bei der Allianz-Aktie durchaus zu finden.
Denn die Aktie war am Rekordhoch von der Bewertung her bereits recht teuer geworden. Das Kurs-/Gewinn-Verhältnis auf Basis des im Schnitt geschätzten 2026er-Gewinns war auf knapp 15 gestiegen. Die historische Bewertungsspanne liegt zwischen 10 und 13. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten, derzeit bei 440 Euro, war bereits überboten worden … und deren Einschätzungen insgesamt sehen aktuell keineswegs bullisch aus: Von den 17 die Aktie einstufenden Experten werten sie nur sechs mit „Übergewichten“ oder „Kaufen“. Sieben stufen sie mit „Halten“ ein, vier sagen „Untergewichten“ oder sogar „Verkaufen“.
Neben dem Faktor, dass man an der Terminbörse dazu neigt, laufende Trends bis zum Abrechnungstermin stur durchzuhalten und ggf. sogar zu intensivieren, dann aber neu zu entscheiden, verließ die Aktie aber Ende letzter Woche auch noch ein weiterer, potenziell zugkräftiger Aspekt:
Das am 13. März gestartete, umfassende Aktienrückkaufprogramm war zwar so angedacht, dass es spätestens am Jahresende abgeschlossen ist, aber man war da deutlich schneller unterwegs: Am vergangenen Freitag meldete der Konzern, dass man von den bis zu 2,5 Milliarden Euro, die man für diese den Kurs grundsätzlich stützenden Rückkäufe aufwenden wollte, bereits 2,42 Milliarden Euro ausgegeben habe. Das bedeutet:
Das Ende des „Stützrads“ Aktienrückkäufe traf auf die Terminmarkt-Abrechnung … und das bei einer untypisch teuren Bewertung und wenig beeindruckenden Analysten-Einschätzungen. Das hat offenbar für viele ausgereicht, um die Reißleine zu ziehen. Die Frage ist jetzt: Wird daraus eine echte Abwärtswende … oder wäre es vielleicht jetzt schon getan mit dem Abwärtsdruck?
Problematisch könnte da die immer noch eher teure Bewertung sein. Auf dem aktuellen Kursniveau liegt das 2026er-Kurs-/Gewinn-Verhältnis immer noch bei ungewöhnlich hohen 13,5. Das wäre zwar schon einmal deutlich weniger teuer als am Hoch, aber ob das bereits genug Akteure einlädt, die Aktie einzusammeln, um die Bären fernzuhalten, ist zumindest offen.
Daher wäre es ein gut denkbares Szenario, dass die am Mittwochabend erreichte, eher leichte Unterstützungslinie bei 412,50 Euro nicht hält, sondern es zu einem Pullback an die alte 2000er-Rekordmarke bzw. die Hochs der ersten fünfeinhalb Monate dieses Jahres im Bereich 396 bis 402,68 Euro kommt – zumal dort die 200-Tage-Linie als zusätzlicher Support fungiert. Angesichts der jetzt bereits großen Nähe zu dieser Schlüssel-Unterstützungszone könnte man die Antwort, ob dieser Bereich angelaufen wird und hält, womöglich sehr zeitnah erhalten.

Quellenangaben:
Verlauf des Aktienrückkaufprogramms:
https://www.allianz.com/de/investor_relations/aktie/aktienrueckkauf.html
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/ALV.DE/analyst-insights/
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 23.09.2026 um 21:46 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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