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Allianz Aktie Prognose Allianz: Ohne Stützräder wackelt die Aktie

News: Aktuelle Analyse der Allianz Aktie

In diesem Artikel
Allianz
ISIN: DE0008404005
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Ticker: ALV -,-- %
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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur Allianz Aktie

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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Der deutsche Aktienmarkt präsentierte sich zwar am Mittwoch allgemein schwächer, aber die Allianz war auffällig, denn der Rest der Finanztitel hielt sich deutlich besser. Dabei fällt die Aktie des Finanzkonzerns den zweiten Tag in Folge kräftig – was könnte dahinterstecken?

Zwischen Jahresanfang und Mitte Juni klopfte die Allianz-Aktie mehrfach an die runde Marke von 400 Euro. Eine Hürde, die zugleich mit dem bisherigen Rekordhoch korrespondierte, das am 4. April 2000 bei 402,68 Euro ausgebildet wurde. Als es Mitte Juni gelang, diesen „Deckel“ zu heben, ging es wochenlang wie an der Schnur gezogen nach oben. In kleinen Schritten zwar, aber auffallend konstant, bis hinauf zum Verlaufsrekord von 454,60 Euro, der Anfang dieses Monats erzielt wurde. Doch seit vergangenem Freitag fällt der Kurs. Zum Handelsende des Mittwochs hatte die Aktie den gesamten, im laufenden Quartal erreichten Gewinn wieder verloren … und das bei stattlichem Umsatzvolumen.

Das passiert nicht einfach so, aber auf den ersten Blick erschließt sich nicht, warum diese Aktie auf einmal derart unter die Räder kommt. Sieht man indes genauer hin, kommt man auf gleich drei Faktoren, die hier ungünstig zusammenwirken könnten:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Allianz Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Zunächst einmal sahen wir am vergangenen Freitag eine große Abrechnung an der Terminbörse. Optionen und Futures mit Laufzeit September wurden da abgerechnet, was nicht selten zu einer Neuausrichtung der großen Akteure am Terminmarkt führt, sofern sie dafür Argumente hätten. Aber genau die wären bei der Allianz-Aktie durchaus zu finden.

Denn die Aktie war am Rekordhoch von der Bewertung her bereits recht teuer geworden. Das Kurs-/Gewinn-Verhältnis auf Basis des im Schnitt geschätzten 2026er-Gewinns war auf knapp 15 gestiegen. Die historische Bewertungsspanne liegt zwischen 10 und 13. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten, derzeit bei 440 Euro, war bereits überboten worden … und deren Einschätzungen insgesamt sehen aktuell keineswegs bullisch aus: Von den 17 die Aktie einstufenden Experten werten sie nur sechs mit „Übergewichten“ oder „Kaufen“. Sieben stufen sie mit „Halten“ ein, vier sagen „Untergewichten“ oder sogar „Verkaufen“.

Neben dem Faktor, dass man an der Terminbörse dazu neigt, laufende Trends bis zum Abrechnungstermin stur durchzuhalten und ggf. sogar zu intensivieren, dann aber neu zu entscheiden, verließ die Aktie aber Ende letzter Woche auch noch ein weiterer, potenziell zugkräftiger Aspekt:

Das am 13. März gestartete, umfassende Aktienrückkaufprogramm war zwar so angedacht, dass es spätestens am Jahresende abgeschlossen ist, aber man war da deutlich schneller unterwegs: Am vergangenen Freitag meldete der Konzern, dass man von den bis zu 2,5 Milliarden Euro, die man für diese den Kurs grundsätzlich stützenden Rückkäufe aufwenden wollte, bereits 2,42 Milliarden Euro ausgegeben habe. Das bedeutet:

Das Ende des „Stützrads“ Aktienrückkäufe traf auf die Terminmarkt-Abrechnung … und das bei einer untypisch teuren Bewertung und wenig beeindruckenden Analysten-Einschätzungen. Das hat offenbar für viele ausgereicht, um die Reißleine zu ziehen. Die Frage ist jetzt: Wird daraus eine echte Abwärtswende … oder wäre es vielleicht jetzt schon getan mit dem Abwärtsdruck?

Problematisch könnte da die immer noch eher teure Bewertung sein. Auf dem aktuellen Kursniveau liegt das 2026er-Kurs-/Gewinn-Verhältnis immer noch bei ungewöhnlich hohen 13,5. Das wäre zwar schon einmal deutlich weniger teuer als am Hoch, aber ob das bereits genug Akteure einlädt, die Aktie einzusammeln, um die Bären fernzuhalten, ist zumindest offen.

Daher wäre es ein gut denkbares Szenario, dass die am Mittwochabend erreichte, eher leichte Unterstützungslinie bei 412,50 Euro nicht hält, sondern es zu einem Pullback an die alte 2000er-Rekordmarke bzw. die Hochs der ersten fünfeinhalb Monate dieses Jahres im Bereich 396 bis 402,68 Euro kommt – zumal dort die 200-Tage-Linie als zusätzlicher Support fungiert. Angesichts der jetzt bereits großen Nähe zu dieser Schlüssel-Unterstützungszone könnte man die Antwort, ob dieser Bereich angelaufen wird und hält, womöglich sehr zeitnah erhalten.

Allianz Aktie: Chart vom 23.09.2026, Kurs 413,10 Euro, Kürzel: ALV | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Allianz Aktie: Chart vom 23.09.2026, Kurs 413,10 Euro, Kürzel: ALV | Quelle: TWS

Quellenangaben:
Verlauf des Aktienrückkaufprogramms:
https://www.allianz.com/de/investor_relations/aktie/aktienrueckkauf.html
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/ALV.DE/analyst-insights/

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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 23.09.2026 um 21:46 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Vorherige Analysen der Allianz Aktie

06.07.2026
08:32 Uhr

Allianz: Dieses Chartbild ist außergewöhnlich — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 03.07.2026 um 23:17 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Ein Chartbild wie das der Allianz bekommt man selten zu sehen. Dabei fällt vor allem die Dynamik der jüngsten Aufwärtsbewegung auf. Ein Blick auf den längerfristigen Verlauf ordnet diese Entwicklung zusätzlich ein.

In den letzten 21 Handelstagen gelangen der Allianz-Aktie 20 grüne Kerzen, d. h. 20-mal lag der Schlusskurs über dem Eröffnungskurs. Und das mehrere Male, nachdem die Aktie gegenüber dem Vortag niedriger gestartet war. Das deutet auf eine Konsequenz auf der Käuferseite hin, wie man sie selten sieht. Und auch die Basis dieser Kaufwelle ist bemerkenswert:

Nachdem der Kurs Mitte April und Anfang Mai zweimal daran gescheitert war, das bisherige Jahreshoch zu überwinden, schickte der Dividendenabschlag die Aktie auf die 200-Tage-Linie zurück. Dort drehte die Aktie des Versicherungs- und Finanzkonzerns umgehend nach oben, scheiterte aber erneut am Jahreshoch. Die Zone 396/397 Euro wurde zu einem brettharten Widerstand, das Risiko, dass die Bullen das Handtuch werfen, stieg. Doch dann wendete sich das Blatt … und das deutlich:

Allianz Aktie: Chart vom 03.07.2026, Kurs 419,80 Euro, Kürzel: ALV | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Allianz Aktie: Chart vom 03.07.2026, Kurs 419,80 Euro, Kürzel: ALV | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Auch diesem erneuten Test der 200-Tage-Linie hielt die Allianz-Aktie stand. Und diesmal ließen sich die Käufer nicht abweisen. Das war der Beginn dieser bereits gut vier Wochen währenden Kaufwelle, die nicht nur mit einem Doppeltief über der 200-Tage-Linie ein ideales Fundament bekam, sondern auch diese bisherigen Jahreshochs überbot. Und nicht nur die.

Ob diese Marke noch viele auf dem Schirm hatten, sei mal dahingestellt, nicht viele verfügen über Charts, die bis ins Jahr 2000 zurückreichen. Aber damals war eine Marke entstanden, die es in sich hatte: das bisherige Rekordhoch, ausgebildet im Frühjahr 2000 bei 402,68 Euro. Und auch diese alte und letztlich aus charttechnischer Sicht ultimative Widerstandslinie wurde mittlerweile überboten. Damit wäre die Aktie nach oben aus rein charttechnischer Sicht frei. Aber ist sie durch diesen für diese meist eher gemächlich laufende Aktie untypisch dynamischen Sturmlauf nicht schon so teuer bewertet, dass man jederzeit mit einer womöglich auch scharfen Korrektur rechnen müsste?

Darauf zu wetten, dass eine solche Korrektur kommt, wäre verwegen. Sie auszuschließen aber erst recht. Denn so bullisch der Chart auch daherkommt, die Analysten sind es zu einem nicht unwesentlichen Teil jetzt eher nicht mehr. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 414 Euro und ist damit jetzt knapp überboten. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der 2026er-Gewinnschätzung liegt mit knapp 14 über der für die letzten zehn Jahre üblichen Range zwischen 10 und 13. Und nur noch die Hälfte der Analysten ist für die Allianz derzeit bullisch, der Rest sieht sie nur noch als Halteposition, zwei raten sogar zum Ausstieg.

Damit ist das Risiko, dass die Luft nach oben jetzt dünn ist, nicht zu unterschätzen. Allerdings würde hier erst etwas anbrennen, wenn der Kurs die jetzt als wichtigen Support dienende Zone 396/397 Euro deutlicher unterbieten sollte. Solange dieser Bereich hält, bliebe die Chance erhalten, dass neue, positive Impulse, wie sie ggf. seitens der Bilanz des zweiten Quartals am 7. August kommen könnten, den Weg nach oben offenhalten. Geht es jedoch signifikant unter 396/397 Euro, wäre das derzeit klar bullische Setup vom Tisch.

Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/ALV.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

24.06.2026
08:16 Uhr

Allianz überwindet Widerstandszone — Achim Mautz

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bullisch
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bullisch
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 24.06.2026 um 7:59 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der deutsche Versicherungskonzern hat die vergangenen beiden Monate dazu genutzt, sich oberhalb der 200-Tage-Linie zu behaupten und dort eine solide Basis aufzubauen.

Die Konsolidierung über dieser relevanten Durchschnittslinie wurde von vielen Anlegern offenbar positiv aufgenommen. Seit einigen Wochen nahm das Interesse der Käuferseite wieder spürbar zu und die Allianz-Aktie konnte nun auch die Widerstandszone um 400 EUR deutlich überwinden. Kurzfristig wirkt der Kursverlauf nach dem jüngsten Anstieg zwar leicht überhitzt, doch das Gesamtbild bleibt konstruktiv. Der Trend befindet sich damit weiterhin in einer aufwärtsgerichteten Phase.

Expertenmeinung: Die Käuferseite hat mit dem Ausbruch über die Widerstandszone ein charttechnisch beachtetes Signal gesetzt. Nun wäre es relevant, dass die Allianz-Aktie das erhöhte Niveau verteidigt und der Ausbruch nicht unmittelbar wieder abverkauft wird. Eine kurze Konsolidierung oder ein kontrollierter Rücksetzer wäre nach dem jüngsten Anstieg nicht ungewöhnlich und könnte dem Chart sogar guttun. Bleibt die Aktie oberhalb der zuletzt überwundenen Zone stabil, könnte der Aufwärtstrend weiter intakt bleiben. Erst ein deutlicher Rückfall unter den Ausbruchsbereich würde das konstruktive Bild wieder spürbar schwächen. Vorerst bleibe ich hier bei meiner konstruktiven Gesamtbewertung.

Aussicht: Bullisch

Allianz Aktie: Chart vom 23.06.2026, Kurs: 405.90 EUR, Kürzel: ALV | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Allianz Aktie: Chart vom 23.06.2026, Kurs: 405.90 EUR, Kürzel: ALV | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

14.05.2026
08:37 Uhr

Allianz: Starke Zahlen, schwache Reaktion … ein Warnsignal? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.05.2026 um 22:35 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Allianz-Konzern übertraf mit seinen am Mittwoch präsentierten Quartalszahlen leicht die durchschnittliche Prognose der Analysten. Die Aktie zog daraufhin bis zu 2,4 Prozent an, am Ende standen aber nur noch +1,1 Prozent zu Buche. Ein mageres Plus – und ein Warnsignal?

Währungsbereinigt gelang ein Umsatzanstieg von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (nicht währungsbereinigt -1,8 Prozent). Der operative Gewinn stieg, um Sondereffekte durch den Verkauf des indischen Joint Ventures bereinigt, um sieben Prozent. Die Allianz sieht sich mit diesem Ergebnis auf Kurs, das gesteckte Ziel, im Jahr 2026 ein operatives Ergebnis von 17,4 Milliarden +/- eine Milliarde zu erreichen. Das klang doch alles höchst erfreulich – warum also diese magere Reaktion der Marktteilnehmer?

Expertenmeinung: Ein Grund, warum die Aktie daraufhin nicht davonzog, dürfte sein, dass man seitens der Analysten schon vorher damit rechnete, dass der Finanzkonzern dieses Gesamtjahres-Gewinnziel erreichen würde, im Schnitt liegt man da mit seinen Prognosen sogar leicht über diesen genannten 17,4 Milliarden und damit eher am oberen Ende der gesteckten Zielspanne.

Ein weiterer Faktor ist die Bewertung. Auf Basis der Konsens-Gewinnschätzung kommt die Aktie momentan auf ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis um 12,3. Das ist weder zu teuer noch zu billig. Was zwar hieße, dass man durchaus ein Stückchen Richtung „teuer“ spekulieren könnte, wenn es gute Argumente dafür gäbe. Aber eine nur bestätigte 2026er-Prognose ist eben keines, was die Käufer unmittelbar in Marsch setzen müsste.

Und zuletzt ist da noch die Dividende. Die wurde nämlich gerade erst Ende vergangener Woche ausgeschüttet … und betrug höchst stattliche 17,10 Euro. Auf Basis des Schlusskurses vor der Ausschüttung (am 7.5.) kommt da eine Dividendenrendite von 4,4 Prozent heraus. Die ist also erst einmal vom Tisch. Bis zum nächsten Ausschüttungs-Segen heißt es jetzt, ein Jahr zu warten. Und das ist nicht das alleinige Problem, was die Aktie zumindest kurzfristig bremst, denn:

Dividenden werden gemeinhin vom Kurs „abgeschlagen“, d. h. der Kurs fällt am Tag der Ausschüttung um den Betrag der ausgezahlten Summe. Wobei Abweichungen eine gewisse Signalwirkung haben, sprich: Wäre die Allianz-Aktie am 8.5. weniger als 17,10 Euro zurückgekommen, wäre das ein tendenziell bullisches Signal. Aber mit einem Minus von 19,60 Euro war schon zu erkennen: Man hatte es offenbar nicht eilig, diesen Dividendenabschlag aufzuholen. Aber angenommen, der wäre nicht ausgerechnet in diesem Moment erfolgt – wie würde das Chartbild dann gestern ausgesehen haben?

Dann hätte das gestrige Tageshoch von 377 Euro bei 394,10 Euro gelegen (377 + Dividende 17,10 Euro) – und damit ganz dicht an der Widerstandszone der Hochs des bisherigen Jahresverlaufs bei 396/397 Euro. Das könnte durchaus ein Faktor gewesen sein, der Käufer abgeschreckt hat – denn für neue Hochs wäre das Zahlenwerk einfach nicht stark genug gewesen. Jetzt ist die Frage, ob dieser Dividendenabschlag nicht doch in den kommenden Tagen langsam aufgeholt wird. Denn kommt es nicht dazu, könnte es schnell charttechnisch problematisch werden, wie wir im Chart sehen:

Allianz Aktie: Chart vom 13.05.2026, Kurs 372,30 Euro, Kürzel: ALV | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Allianz Aktie: Chart vom 13.05.2026, Kurs 372,30 Euro, Kürzel: ALV | Quelle: TWS

Das am Ende erzielte kleine Plus war zu wenig, um sich von der in den Tagen zuvor getesteten 200-Tage-Linie nach oben zu lösen. Damit bleibt dieser gleitende Durchschnitt ein Thema. Und sollte er fallen, wäre der Weg in Richtung der Supportzone 333/340 Euro aus charttechnischer Sicht frei … spätestens, wenn es dazu käme, dürfte der Gedanke, die Lücke im Chart, die der Dividendenabschlag gerissen hat, zu schließen, vom Tisch sein. Fazit: Ein Alarmsignal war das magere Plus gestern nicht, ein Warnsignal allerdings schon.

Quellenangaben:
Ergebnis des 1. Quartals 2026, 13.05.2026:
https://www.allianz.com/content/dam/onemarketing/azcom/Allianz_com/press/document/results/2026-1q/1q-2026-quartalsmitteilung-allianz.pdf
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/ALV.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

04.05.2026
08:21 Uhr

Allianz vor wichtiger Bewährungsprobe — Achim Mautz

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bullisch
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bullisch
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 04.05.2026 um 8:06 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der deutsche Versicherungs- und Finanzkonzern konnte sich im April wieder deutlich stabilisieren und profitierte dabei auch vom positiven Rückenwind des DAX. Die Allianz-Aktie ließ die zuvor dominierenden Bären hinter sich und arbeitete sich erneut in Richtung der bisherigen Hochs vor. In der Vorwoche gelang sogar kurzfristig der Sprung auf ein neues Verlaufshoch. Doch genau dort ließ der Kaufdruck spürbar nach, und zahlreiche Anleger nutzten die kräftige Aufwärtsbewegung offenbar, um Gewinne zu realisieren.

In Folge kam es zu einem moderaten Rücksetzer in Richtung der 20-Tage-Linie. Positiv fiel dabei auf, dass die Käufer am Donnerstag wieder aktiver wurden und die Kurse stabilisieren konnten. Vor allem das zuletzt gebildete Zwischentief könnte nun eine zentrale Rolle für den weiteren Verlauf spielen.

Expertenmeinung: Versicherungswerte profitieren derzeit weiterhin vom stabilen Marktumfeld und der insgesamt robusten Entwicklung europäischer Standardwerte. Die Allianz zeichnet sich zudem durch ihre defensive Ausrichtung und eine solide Marktposition aus. Das Gesamtbild wirkt vorerst tendenziell bullisch, zugleich befindet sich die Aktie nun an einer wichtigen Wegmarke.

Gelingt es, den Bereich rund um die 20-Tage-Linie weiterhin zu behaupten, könnte die laufende Konsolidierung eine Verschnaufpause innerhalb des bestehenden Aufwärtstrends darstellen. Wird das jüngste Zwischentief hingegen unterschritten, dürfte die Unsicherheit kurzfristig zunehmen und eine ausgedehntere Korrektur wäre möglich.

Aussicht: Bullisch

Allianz Aktie: Chart vom 30.04.2026, Kurs: 388.6 EUR Kürzel: ALV | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Allianz Aktie: Chart vom 30.04.2026, Kurs: 388.6 EUR Kürzel: ALV | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

05.03.2026
08:31 Uhr

Allianz unter Druck — Achim Mautz

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bärisch
Gültigkeit der Analyse: 1 Monat
Erwartung: Bärisch
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 05.03.2026 um 7:38 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Beim deutschen Versicherungskonzern hat sich das Chartbild zuletzt deutlich eingetrübt. Davor zeigte die Allianz-Aktie über mehrere Wochen hinweg ein neutrales Gesamtbild ohne klare Richtung.

Im Chart entwickelte sich ein symmetrisches Dreieck, in dem weder Bullen noch Bären die Kontrolle übernehmen konnten. Anleger warteten daher auf ein klares Signal. Dieses wurde nun geliefert: In der laufenden Woche wurde die Formation nach unten verlassen, was häufig als bärisches Signal gewertet wird. Der Trend scheint damit in eine schwächere Phase überzugehen. Auffällig ist zudem der deutliche Anstieg des Handelsvolumens während des Kursrückgangs, was darauf hindeutet, dass größere Marktteilnehmer den Verkaufsdruck verstärkt haben könnten.

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Expertenmeinung: Nach dem Bruch der Formation richtet sich der Blick nun auf die nächsten Unterstützungszonen im Chart. In vielen Fällen führt ein Ausbruch aus einem symmetrischen Dreieck zu einer Beschleunigung der Bewegung in Ausbruchsrichtung. Sollte sich der Verkaufsdruck fortsetzen, könnte sich die Abwärtsbewegung entsprechend ausweiten.

Erst eine schnelle Rückkehr innerhalb der zuvor gebildeten Formation würde das Signal wieder infrage stellen. Die Spanne des Dreiecks betrug rund 34 EUR. Wenn wir diese vom Durchbruchspunkt abziehen, läge ein nächstes technisches Ziel rechnerisch bei rund 334.50 EUR.

Aussicht: Bärisch

Allianz Aktie: Chart vom 04.03.2026, Kurs: 360.00 EUR, Kürzel: ALV | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Allianz Aktie: Chart vom 04.03.2026, Kurs: 360.00 EUR, Kürzel: ALV | Quelle: TWS

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Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

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Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

08.01.2026
11:34 Uhr

Zum Auftakt des Jahres: Allianz — Tobias Krieg

05.12.2025
08:29 Uhr

Allianz: Ist es dieser alte Widerstand, der die Aktie bremst? — Ronald Gehrt

03.11.2025
08:24 Uhr

Allianz: Rücksetzer möglich — Achim Mautz