Direkt zu Jahresbeginn startete die Airbus-Aktie sofort durch. Bereits am 13. Januar wurde mit einem Verlaufsrekord von 220,40 Euro das bisherige Rekordhoch vom Oktober überboten. Doch das Hoch endete als Fehlausbruch … und jetzt stehen die Bullen in der Defensive.
Zu Beginn eines neuen Börsenjahres ist es üblich, dass institutionelle Investoren wie Fonds oder Pensionskassen ihre Portfoliostruktur überprüfen und der aktuellen Lage bzw. den Perspektiven entsprechend anpassen. Einzelne Branchen können dabei höher gewichtet, andere reduziert oder sogar abgestoßen werden. Wenn bestimmte Branchen am Aktienmarkt zum Start in ein neues Jahr also kräftig durchstarten und andere unter Druck geraten (wie es derzeit beispielsweise bei den Versicherungen der Fall ist), kann das Signalwirkung haben und die Weichen für Wochen und Monate stellen.
Aber bisweilen warten große Adressen auch ab, was die anderen tun, wägen dann ein, zwei Wochen nach Jahresbeginn ab, ob sie da mithalten oder im Gegenteil die Aktivitäten anderer Marktteilnehmer nutzen, um in gefallene Kurse hinein eine aus ihrer Sicht gute Gelegenheit zum Kauf zu nutzen … oder im Gegenzug bei starken Kurssteigerungen Kasse zu machen, weil sie den Optimismus anderer Akteure nicht teilen. Bei Airbus könnte Letzteres eingetreten sein, denn:
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Expertenmeinung: Das Auftragsbuch des Flugzeugbauers ist gut gefüllt, die Chance, dass der Defence-Bereich von der Aufrüstung in Europa profitiert, grundsätzlich gut. Aber das Geschäft mit Passagierflugzeugen ist immer stark schwankend. 2025 standen 1.000 Neuaufträgen immerhin 111 Stornierungen gegenüber. In Phasen, in denen sich die Weltwirtschaft problematisch entwickelt, könnten das auch mal mehr werden. Und die Aktie ist keineswegs günstig bewertet:
Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 31 für die durchschnittliche 2025er-Gewinnschätzung der Analysten liegt die Bewertung am oberen Ende der vergangenen Jahre. Nur wenn die Experten Recht behalten und Airbus‘ Gewinn pro Aktie 2026 um die 25 Prozent anziehen sollte, käme man mit einem KGV von 25 bis 26 wieder in den „Normalbereich“. Aber ob eine solche Steigerung auf ein Niveau, das Rekordgewinne bedeuten würde, gelingt, ist eben offen. Wenn da einige Akteure beim Ausbruch auf neue Hochs nicht einsteigen oder zukaufen, sondern diese Rekordkurse für Gewinnmitnahmen nutzen, ist das also nicht überraschend, aber:
Diese Abgaben dauern jetzt bereits zwei Wochen an, ohne dass sich das bullische Lager blicken ließe. Und es kommt eine wichtige Supportzone in Reichweite: der Bereich zwischen 182 und 195 Euro, zusammengesetzt unter anderem aus dem Dezember-Tief, der 200-Tage-Linie und der April-Aufwärtstrendlinie. Spätestens hier müssten die Käufe wieder einsetzen, um der Airbus-Aktie das unmittelbare Aufwärtspotenzial zu erhalten. Aber nachdem die anfänglichen Gewinne des Januars derart sang- und klanglos abverkauft wurden, täte man gut daran, das nicht einfach als „sichere Sache“ vorauszusetzen.

Quellen:
Analysten-Kursziele: https://finance.yahoo.com/quote/AIR.PA/analyst-insights/
Aufträge und Stornierungen 2025: https://www.aerotelegraph.com/flugzeuge/203-flugzeuge-das-waren-die-airbus-bestellungen-im-dezember/wf2y3e4


