Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).
Wie 2025 gelaufen ist, wissen die adidas-Aktionäre bereits seit Ende Januar. Womit der Sportartikelhersteller im laufenden Jahr plant, aber erst seit gestern. Und das Minus der Aktie würde auch ohne die genaue Lektüre des Ausblicks deutlich machen: Das war wohl zu wenig.
adidas will 2026 ein Umsatzplus im hohen einstelligen Prozentbereich erreichen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Analysten hatten im Schnitt einen Umsatzanstieg um sieben Prozent prognostiziert, dieser Teil des 2026er-Ausblicks lag also im Rahmen des Erwarteten. Das galt indes nicht für den Betriebsgewinn. Der hatte, wie man seit Vorlage von vorläufigen Zahlen am 29. Januar weiß, im Vorjahr 2,056 Milliarden Euro erreicht. In diesem Jahr sollen es rund 2,3 Milliarden werden, so adidas, das wäre ein Anstieg um etwa zwölf Prozent. Das Problem, das die Akteure mit dieser Guidance hatten, war:
Die Analysten hatten adidas bislang deutlich mehr, nämlich einen Gewinnanstieg um die 30 Prozent auf 2,7 Milliarden, zugetraut. Und dass adidas die Dividende von 2,00 Euro, die es für 2024 gab, auf 2,80 Euro anhob, verringerte die Enttäuschung wohl kaum, erstens, weil man da mit zumindest drei Euro gerechnet hatte, zweitens, weil es in den Jahren vor 2022 meist mehr gegeben hatte.
Doch wenn man sich das Chartbild und mit ihm die Bewertung so ansieht: Wäre die Aktie jetzt nicht langsam weit genug gefallen, um „billig“ zu sein?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur adidas Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: Die Bewertung von adidas über das Kurs-/Gewinn-Verhältnis war noch 2024 und Anfang 2025 zu hoch für das realistisch zu erwartende Gewinnwachstum. Jetzt geht es da zwar wirklich langsamer voran, aber zum einen war der Gewinn 2025 deutlich gestiegen, zum anderen hat sich der Aktienkurs seit Anfang 2025 ja beinahe halbiert. Dadurch weist die Aktie jetzt kein Kurs-/Gewinn-Verhältnis über 50 mehr aus, sondern auf Basis der jetzt von adidas selbst avisierten operativen Gewinne, grob auf den Gewinn pro Aktie übertragen, von 16-17. Und das ist mit Blick auf das Gewinnwachstum tatsächlich recht günstig. Aber!
Erst einmal muss das mit dem Gewinnwachstum eben auch hinhauen. Das zu unterstellen und gleich noch im Kopf ein wenig obendrauf zu packen, ist in einem positiven Gesamtmarkt-Umfeld und bei einer Aktie im Aufwärtstrend normal. Aber nicht in einem Abwärtstrend. Und das Chartbild zeigt: Wer darauf vertraut hatte, dass der Kurs mittlerweile weit genug gefallen und die Bewertung niedrig genug sei, ist in den letzten Monaten nicht gut damit gefahren.
Zwar gelang es mehrfach – und bislang auch diesmal – die untere Begrenzungslinie des seit Frühjahr 2025 das Kursgeschehen dominierenden, keilförmigen Abwärtstrendkanals zu verteidigen. Aber diese Linie fällt nun einmal, so dass die Zwischentiefs trotzdem sukzessiv unter den vorherigen liegen. Wer hier konsequent dem Trend folgte, konnte gestern nicht bei den Verlierern gewesen sein. Und gerade, weil ein intakter Trend für eigenes Trading schwerer wiegt als ein „müsste aber“, sollte man auch jetzt besser nicht auf den Gedanken kommen, dass es diesmal aber ganz bestimmt gutgehen würde, wenn man gegen den Trend ins fallende Messer greift.
Quellenangaben: Ergebnis 2025, Ausblick auf 2026, 04.03.2026:
adidas berichtet Rekordumsatz für 2025 und erwartet Fortsetzung des starken Umsatz- und Gewinnwachstums in den kommenden Jahren
Aussicht: Neutral
--- ---
--- (---%)Displaying the --- chart
Heutigen Chart anzeigen





