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Das Jahr 2025 war für die Adidas-Aktie außerordentlich schwach, 2026 startete erst einmal nicht besser. Doch jetzt ist es gelungen, eine kleine Bodenbildung zu vollenden. Ein erster Schritt zur Wende? Das schon. Aber es ist eben noch keineswegs die Wende an sich.
Dieser kleine Boden, der sich recht bald nach dem auch bei Adidas erfolgten Abverkauf als Reaktion auf den Iran-Krieg etablierte, ist ein Anfang. Und dass es gelang, dessen Nackenlinie am Freitag zu überbieten, ist ein Fortschritt. Aber Sie sehen im Chart, dass der Kurs noch durch eine ganze Reihe an weit relevanteren und massiv wirkenden Charthürden hindurchmüsste, bevor man hier tatsächlich eine gelungene Aufwärtswende konstatieren könnte.

Da wäre zunächst die im Oktober etablierte Abwärtstrendlinie bei derzeit gut 151 Euro, gefolgt von der etwas älteren, auf den Mai 2025 zurückgehenden Linie, die momentan um 161 Euro auf die Käufer wartet. Darüber wären das Hoch vom Februar bei 163,66 Euro und das bisherige Jahres-Verlaufshoch vom 5. Januar bei 171,30 Euro potenzielle Bremsmarken. Zwischen den beiden läge zudem bei 166 Euro die 200-Tage-Linie. Erst wenn diese Widerstände herausgenommen wurden, wäre wieder etwas mehr Spielraum in der Region 192,70 bis 196,40 Euro gegeben. Dabei ist vor allem die Frage interessant, warum das alles nicht längst erledigt ist, denn:
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Expertenmeinung: Eigentlich läuft es bei Adidas nicht so schlecht, dass man hier zwingend einen Abwärtstrend erwarten könnte. Für 2026 erwartet man seitens der Analysten einen Umsatzrekord, indem mit den aktuell geschätzten 26,2 Milliarden Euro das Vorjahresergebnis, das bereits das vormalige Vor-Corona-Hoch überboten hatte, im prozentual einstelligen Bereich übertroffen wird. Seitens des Gewinns pro Aktie rechnen die Analysten momentan für 2026 durchschnittlich mit 9,45 Euro Gewinn pro Aktie, wodurch die Bewertung über das Kurs-/Gewinn-Verhältnis momentan auf 15,5 käme. Für einen Sportartikelhersteller verblüffend günstig. In den Jahren vor der Corona-Problematik wurden hier regelmäßig KGVs von 20 bis 30 aufgerufen. So gesehen kann und darf man sich die Frage stellen, wieso Adidas nicht längst die Wende vollzogen hat und deutlich höher notiert.
Das dürfte vor allem einen emotionalen Grund haben. Es fällt grundsätzlich weit schwerer, auf Optimismus umzuschalten, solange sich eine Aktie im Abwärtstrend befindet, weil der Blick auf den Chart suggeriert: Das wird schon seine Gründe haben. Ebenso hartnäckig hält sich Optimismus in einem Aufwärtstrend – auch bei Adidas war das so. Als der Kurs im Sommer 2021 sein Hoch erreichte, war die Bewertung eigentlich viel zu hoch. Und die Hausse unterstellte ein rasantes Wachstum, das nüchtern betrachtet auf extrem wackligen Füßen stand. Trotzdem wurde stur weiter gekauft, einfach, weil dieser Aufwärtstrend die Wahrnehmung dominierte. Heute ist es umgekehrt … und wie bei Abwärtswenden auch bedürfte es hier eines Weckrufs, um den Trend effektiv zu brechen und eine Aufwärtswende zu erzeugen, die hält. Was könnte das sein?
Es muss nicht, kann aber reichen, wenn es gelingen würde, weitere Charthürden zu nehmen und so spekulative Akteure anzuziehen, die dann das Überbieten weiterer Widerstände bis zum charttechnischen Befreiungsschlag erledigen. Eine Belebung in China, eine Beruhigung in Nahost, beides wichtige Märkte für adidas, könnten da Rückenwind liefern. Dazu beitragen könnten auch optimistische Einschätzungen seitens des Vorstands. Und da wird es schon recht zeitnah interessant, denn am 29. April steht die Bilanz des ersten Quartals an. Achten sie auf diesen Termin!
Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/ADS.DE/analyst-insights/
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