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Adesso Aktie Prognose adesso: Ist gerade der Startschuss gefallen? 

News: Aktuelle Analyse der Adesso Aktie

In diesem Artikel
Adesso
ISIN: DE000A0Z23Q5
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Ticker: ADN1 -,-- %
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Börse: --

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Gültigkeit der Analyse
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Erwartung: Neutral
Zur Adesso Aktie

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

adesso hat bewegte Jahre hinter sich. Nach einem Gewinneinbruch scheint das Unternehmen wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt zu sein. In den Kursen spiegelt sich das jedoch noch nicht wider. 

Digitalisierung bleibt ein Dauerauftrag 

adesso unterstützt Unternehmen dabei, ihre IT zu modernisieren, Geschäftsprozesse zu digitalisieren und individuelle Softwarelösungen zu entwickeln. Das Unternehmen mit Sitz in Dortmund berät Kunden aus Branchen wie Versicherungen, Banken, Industrie, Gesundheitswesen und öffentlicher Verwaltung. Hinzu kommen Datenanalysen, Cloud-Lösungen und der Betrieb von IT-Systemen. 

Der technologische Wandel schafft laufend neue Aufgaben. Wer seine Wettbewerbsfähigkeit steigern will, muss investieren. Wer lediglich seine bestehenden Systeme am Laufen halten möchte, kommt ebenfalls nicht darum herum, diese zu pflegen und an neue Anforderungen anzupassen. 

Vom Höhenflug in die Gewinnkrise 

Die vergangenen Jahre zeigen jedoch, wie stark sich die Ertragslage zeitweise verändern kann. 
Im Zuge des Digitalisierungsbooms konnte adesso den Gewinn bis 2021 stark steigern und innerhalb weniger Jahre mehr als vervierfachen. 

Darauf folgten eine längere Schwächephase und ein Gewinneinbruch. Verzögerungen bei Großprojekten, unerwartete Kosten und zusätzliche Rückstellungen belasteten die Ergebnisse. Gleichzeitig investierte adesso in neue Technologien und Geschäftsfelder, um sich für die kommenden Jahre aufzustellen. Das war strategisch nachvollziehbar, drückte kurzfristig aber zusätzlich auf die Profitabilität. 

Inzwischen hat sich das Bild wieder aufgehellt, auch wenn das Kursgeschehen etwas anderes suggeriert. 
Im Geschäftsjahr 2024 wurde ein Gewinnsprung von 0,49 auf 1,25 Euro je Aktie erzielt. Darauf folgte 2025 wieder mehr als eine Verdopplung des Gewinns auf 2,83 Euro je Aktie. Mit dem Kurs ging es trotzdem weiter bergab. 

Ist die KI-Skepsis übertrieben? 

Ein möglicher Grund für die Zurückhaltung der Anleger ist die Sorge, dass künstliche Intelligenz klassische IT-Dienstleister überflüssig machen könnte. Wenn KI immer besser programmieren kann, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie viel externe Entwicklungsarbeit künftig noch benötigt wird. 

Doch die Rechnung ist nicht ganz so einfach. Auch die KI muss von einem Experten angeleitet werden. 

Außerdem verkauft adesso keine Software von der Stange, sondern entwickelt Lösungen für konkrete Anforderungen. Gerade in regulierten Branchen müssen bestehende Systeme integriert, Daten sicher verarbeitet und komplexe Geschäftsprozesse zuverlässig abgebildet werden. Dafür braucht es nicht nur Programmierkenntnisse, sondern auch Branchenwissen, Erfahrung und ein Verständnis der jeweiligen Kundenorganisation. 

Ein Beispiel ist die Umstellung des ERP-Systems der amedes-Gruppe auf SAP S/4HANA. Ein solches Vorhaben umfasst weit mehr als das Schreiben von Programmcode. Bestehende Prozesse müssen analysiert, Daten migriert, Schnittstellen angepasst und der laufende Betrieb abgesichert werden. 

KI kann hervorragend unterstützend wirken und einzelne Aufgaben beschleunigen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass ein Unternehmen ein derartiges Projekt ohne externe Spezialisten stemmen kann. 

Natürlich ist das keine Garantie dafür, dass adesso nicht unter KI leiden könnte. Wenn die Technologie Entwicklungsleistungen günstiger macht, könnte das auch den Preisdruck erhöhen. Zudem könnten Kunden künftig weniger Personalstunden für bestimmte Projekte benötigen. 
Diese Produktivitätsgewinne fallen aber auch für adesso an und dürften sich daher die Waage halten. 

Eine Theorie 

Während der Analyse ist darüber hinaus eine Theorie entstanden, die adesso in die Karten spielen könnte. 

Denn wer die Technologie gezielt einsetzen, ihre Ergebnisse beurteilen und in komplexe Systeme integrieren kann, profitiert deutlich stärker als ein unerfahrener Anwender. 
Durch KI wird der Abstand zwischen Technikprofis und unbedarften Anwendern teilweise sogar noch größer. 

Während viele Unternehmen noch nach sinnvollen Einsatzmöglichkeiten für KI suchen, wendet adesso KI bereits an und schafft damit konkrete Lösungen. 

Hinzu kommt ein möglicher Lerneffekt: Mit jedem Projekt wächst die Erfahrung, erfolgreiche Ansätze lassen sich wiederverwenden und neue Anwendungen schneller umsetzen. Daraus könnte ein First-Mover-Vorteil entstehen, der weniger auf dem Zugang zur Technologie als auf ihrer effektiven Nutzung beruht. 

Harte Zahlen 

Eins ist jedoch sicher: Die operativen Geschäftszahlen von adesso haben sich in diesem Jahr weiter verbessert. Bisher scheinen all die Neuerungen und Veränderungen durch KI keine nachhaltig negativen Auswirkungen auf das Geschäft zu haben. 

Im ersten Halbjahr konnte der Umsatz um 13 % auf 794,3 Mio. Euro gesteigert werden. Das EBITDA verbesserte sich um 21 % auf 45,8 Mio. Euro. 

Das Konzernergebnis war mit -7,2 Mio. Euro nahezu unverändert. Das Geschäft von adesso weist eine starke Saisonalität auf. In der Regel verdient das Unternehmen den gesamten oder nahezu den gesamten Gewinn in der zweiten Jahreshälfte. Daher kommt es an dieser Stelle vor allem auf das zugrundeliegende Wachstum und den Ausblick an. 

Laut adesso haben sich gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen aufgrund der Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Weltwirtschaft spürbar eingetrübt. 
Der Vorstand hat die Prognose dennoch bekräftigt und stellt weiterhin einen Anstieg der Umsätze auf 1,6 bis 1,7 Mrd. EUR und ein EBITDA zwischen 130 und 150 Mio. EUR in Aussicht. 

Im Mittel würde das einem Umsatzplus und einem Anstieg des EBITDA um jeweils 13 % entsprechen. Das erste Halbjahr spricht dafür, dass eher das obere Ende der Prognose erreicht werden könnte, vor allem beim EBITDA. 

Da das EBITDA überproportional auf den Gewinn durchschlagen dürfte, sehen die Konsensschätzungen für das laufende Geschäftsjahr einen Gewinnsprung um 40 % auf 3,95 Euro je Aktie vor. 
adesso kommt demnach auf ein KGVe von 17,4. 

Die Ergebnisse des wichtigen 3. Quartals werden am 11. November 2026 veröffentlicht. 

adesso Aktie: Chart vom 16.10.2026, Kurs: 69,00 EUR – Kürzel: ADN1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX 
adesso Aktie: Chart vom 16.10.2026, Kurs: 69,00 EUR – Kürzel: ADN1 | Quelle: TWS

Nachdem die Aktie über Monate hinweg einen Boden ausgebildet hat, könnte es gerade zu einem Kaufsignal gekommen sein. Durch den Ausbruch über 63 Euro sind Kursgewinne in Richtung 75 oder sogar 82 Euro denkbar. Darüber würde sich das Chartbild weiter aufhellen. 

Fällt die Aktie jedoch unter 63 Euro zurück, haben die Bullen ihre Chance vorerst vertan. In diesem Szenario ist ein Rückfall in Richtung 53 – 55 Euro wahrscheinlich. 

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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.10.2026 um 11:04 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Mehr als 13.000 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.

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Vorherige Analysen der Adesso Aktie

01.04.2026
16:05 Uhr

Adesso: Die Diskrepanz ist frappierend — Tobias Krieg

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 01.04.2026 um 14:56 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Adesso hat turbulente Jahre hinter sich – von rasantem Wachstum bis hin zu deutlichen Rückschlägen. Doch aktuell deutet vieles auf ein Comeback hin, das vom Markt bislang kaum gewürdigt wird.

Der Fall Adesso im Check

Adesso ist ein deutscher IT-Dienstleister, der sich auf die Entwicklung von individuellen Softwarelösungen und IT-Beratung spezialisiert hat.

Adesso unterstützt Unternehmen bei der Analyse, Planung und Umsetzung von IT-Projekten und entwickelt individuelle Softwarelösungen für Unternehmen in einer Vielzahl von Branchen wie Finanzdienstleistungen, Versicherungen, Industrie und öffentlichem Sektor.
Ferner bietet man Managed Services, Data Analytics und Agile Transformation an. Das bedeutet, dass Adesso teilweise auch den Betrieb der IT-Infrastruktur für Kunden übernimmt, sie bei der Analyse und Verarbeitung von Daten sowie der Umstellung auf agile Arbeitsmethoden unterstützt.

Für Adesso gibt es immer was zu tun, egal ob die Kunden technologisch im Spitzenfeld mitspielen wollen oder nur das Notwendigste investieren.
Der Digitalisierung und den immer neuen Anforderungen an dieser Front kann sich niemand entziehen.

Warum Adesso jetzt wieder spannend wird

Adesso hat einige bewegte Jahre hinter sich. Ab 2020 schossen nicht nur die Kurse in die Höhe, sondern auch der Gewinn.

Nachdem man 2020 einen Gewinnsprung von 20 % verzeichnet hatte, legte das Ergebnis 2021 noch einmal um mehr als 100 % zu.

An der Börse war man begeistert, doch auf die Flut folgte eine Ebbe und das Ergebnis kollabierte regelrecht.

Hinzu kamen Verzögerungen und unvorhergesehene Kosten bei mehreren Großprojekten, was wiederum zu Rückstellungen und Abschreibungen geführt hat.

Adesso hat darauf mit entschlossenen Schritten reagiert und in neue Geschäftsfelder und Technologien investiert, um sich für die Zukunft zu rüsten.

Dadurch sind die Kosten kurzfristig noch weiter gestiegen und der Gewinn wurde zusätzlich belastet.

Die Strategie scheint aufgegangen zu sein, auch wenn das an der Börse bisher überhaupt nicht honoriert wird. Im Geschäftsjahr 2024 hat sich der Gewinn mehr als verdoppelt, 2025 hat sich die positive Entwicklung fortgesetzt und auch für 2026 zeigt sich der Vorstand optimistisch.

Trotzdem ist der Kurs zuletzt wieder auf das Mehrjahrestief nahe 55 Euro eingebrochen.

Unterschätzt oder zu Recht abgestraft?

Vermutlich wird Adesso als KI-Verlierer eingestuft, doch es ist fraglich, inwieweit das Sinn ergibt. Schließlich ist Adesso ein Spezialist für individuelle Lösungen und nicht für Standardsoftware.

Es ist unwahrscheinlich, dass derartige Projekte durch KI ersetzt werden können. Dafür wäre enormes Know-how auf der Kundenseite notwendig und wie wahrscheinlich ist es, dass dieses bei den wichtigsten Kunden (Öffentliche Verwaltung, Versicherungen, Banken, Finanzdienstleister, Gesundheitswesen und Utilities) vorhanden ist?

Das lässt sich anhand von Beispielen leicht illustrieren. Im letzten Jahr hat Adesso beispielsweise den Auftrag erhalten, das bestehende ERP-System der amedes Gruppe auf SAP S/4Hana umzustellen.

Vielleicht fehlt mir die Vorstellungskraft, aber ich sehe nicht, wie amedes das mit Hilfe von KI selbst hätte bewerkstelligen sollen.

Darüber hinaus könnte man ebenso gut argumentieren, dass Adesso ein KI-Gewinner ist, weil die Kunden Spezialsoftware trotz KI nicht selbst erstellen können, die Programmierer von Adesso dadurch aber effizienter werden könnten.

Ausblick und Bewertung

Die Diskrepanzen zwischen der geschäftlichen Entwicklung und dem Aktienkurs sind jedenfalls frappierend.

Das gilt umso mehr, da sich die Dynamik im Jahresverlauf verbessert hat. Im ersten Quartal lag das Umsatzplus bei 11 %, nach einem Halbjahr bereits bei 12 %, nach neun Monaten bei 13 % und insgesamt bei 14 %.

Der Umsatz konnte von 1,29 auf 1,47 Mrd. Euro gesteigert werden. Gleichzeitig hat sich die Profitabilität erheblich verbessert. Der Gewinn hat sich auf 2,83 Euro je Aktie mehr als verdoppelt.

Adesso kommt demnach auf ein KGV von 20,1. Das könnte man als fair bezeichnen, allerdings soll das Ergebnis in diesem Jahr auf über 5 Euro je Aktie steigen, wodurch das KGV auf unter 12 sinken würde.

Der Vorstand stellt für 2026 einen Anstieg der Umsätze auf 1,6 – 1,7 Mrd. Euro und ein EBITDA von 130 – 150 Mio. Euro in Aussicht, nach 123,6 Mio. Euro im letzten Geschäftsjahr.

Adesso Aktie: Chart vom 01.04.2026, Kurs: 57,80 EUR – Kürzel: ADN1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Adesso Aktie: Chart vom 01.04.2026, Kurs: 57,80 EUR – Kürzel: ADN1 | Quelle: TWS

Gelingt ein Anstieg über 62,50 Euro könnte das eine Erholung in Richtung 67 Euro einleiten. Darüber käme es zu einem Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 75 und 82,50 Euro.

Fällt die Aktie hingegen unter das bisherige Jahrestief bei 53,40 Euro, könnte das einen Abverkauf in Richtung 45,75 Euro einleiten.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.