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Dem gewaltigen Kursanstieg zwischen August 2025 und Ende Januar 2026 folgten zwei starke Korrekturschübe, an die sich wiederum ein nervöses Wassertreten anschloss. Doch jetzt ist der Goldpreis in einer charttechnischen Konstellation, die Entscheidungen einfordert.
Dass man sich unschlüssig ist, wie es mit Gold weitergehen soll, ist im Chartbild nicht zu übersehen. Nachdem der zweite Korrekturschub aus dem März bis Mitte April etwa zur Hälfte korrigiert wurde, geht es mit dem Goldpreis langsam abwärts … aber mit einer Volatilität, die nicht ansatzweise der gleicht, die in den Monaten zuvor so viele Marktteilnehmer in das Edelmetall-Trading gelockt hatte. Das Problem ist da zu suchen, wo man im Zuge der immensen Hausse einen Vorteil vorfand:
Gold ist nie „zu billig“ oder „zu teuer“, weil es keinen klar umrissenen Bewertungskriterien unterliegt, wie man diese bei Aktien vorfinden und einsetzen könnte. Gold kostet, was der Letzte, der an der Börse damit gehandelt hat, zu bezahlen bereit war. Das kann jederzeit weit mehr sein als momentan … aber auch weit weniger … ohne dass jemand mit fundierten Argumenten behaupten könnte, jetzt müsste eine Feinunze Gold x Prozent mehr oder weniger kosten. Aber woran orientiert man sich dann?
Expertenmeinung: Es sind zwei Aspekte, die hier für den Trend eine Rolle spielen. Zum einen die historische Bedeutung des Goldes als werthaltige Investition, die dazu führt, dass viele Gold in Krisenzeiten als eine Art „sicheren Hafen“ sehen. Schaut man sich die Nachrichtenlage an, würde diese damit absolut für einen Aufwärtstrend bei Gold sprechen.
Aber um den Gedanken, dass es womöglich momentan klug sein könnte, Gold zu haben oder zuzukaufen, in die Tat umzusetzen, muss der Trend passen. Ein „sicherer Hafen“ in einem intakten Abwärtstrend wird nun einmal nicht als sicher angesehen, schließlich zeigt eine Abwärtsbewegung ja an, dass man hier gerade Geld verliert, statt es zu vermehren. Die Trader, die die kurzfristige Tendenz meist entscheidend bestimmen, müssten also mitspielen. Wären sie mehrheitlich bärisch unterwegs, müsste seitens der Nachrichten einiges an neuen, kritischen Faktoren auftauchen, um die Trader zu „überstimmen“. Was direkt zum Chartbild überleitet, denn:
Derzeit ist es eben „weder noch“. Einerseits bewegt sich der Goldpreis unter der Februar-Abwärtstrendlinie und der 50-Tage-Linie, an welcher der Kurs im April und Mai nach unten abgewiesen wurde. Das ist grundsätzlich bärisch. Andererseits testet Gold seit einigen Tagen und bislang erfolgreich die 200-Tage-Linie, an der das Edelmetall Ende März beeindruckend scharf nach oben drehte. Zugleich wird dieser wichtige gleitende Durchschnitt durch das Hoch vom vergangenen Oktober und das Tief des ersten Korrekturschubs verstärkt. Aus dieser Warte heraus wäre Gold also noch bullisch.
Eigentlich könnte der Kurs noch wochenlang seitwärts vor sich hin pendeln, denn weder verschärft sich bislang die Nachrichtenlage, noch sehen die kurzfristigen Trader, die derzeit ihr Kapital im Halbleiter-Sektor „laufen lassen“, einen Grund, zu den Edelmetallen zurückzukehren. Aber dass ein Kurs einfach seitwärts aus einer Dreiecksformation herausläuft, ist eher die Ausnahme, erst recht bei einem so emotionalen Asset wie Gold. Und eine solche Dreiecksformation ergibt sich hier aus den vorgenannten Widerstands- und Supportzonen.

Und jetzt, da der Widerstandsbereich bei 4.570/4.630 US-Dollar angekommen ist und die Supportzone bei 4.380/4.420 US-Dollar verläuft, wird es eng in diesem Dreieck. Eine Entscheidung wäre also fällig … und sie könnte jetzt jederzeit erfolgen!
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 03.06.2026 um 22:00 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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