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Der Beginn eines neuen Quartals ist ein typischer Zeitpunkt, an dem institutionelle Investoren ihre strategische Ausrichtung überprüfen. Was zuvor favorisiert war, kann dann reduziert, was untergewichtet wurde, gekauft werden. Letzteres wäre bei SAP zumindest denkbar.
2023 und 2024 war die Aktie des Software-Konzerns SAP das ultimative Zugpferd des DAX. Anfang 2025 drehte der Wind, damals indes korrigierte die Aktie vor allem, weil man es mit der vorherigen Hausse übertrieben hatte. SAP war zu teuer bewertet, über kurz oder lang mündet so etwas eben in eine Bereinigung. Dabei hielt der Bereich um 200/210 Euro zunächst stand … aber Ende Januar dieses Jahres gab es auf einmal kein Halten mehr:
Die „KI-Angst“ ging um. Software-Aktien rund um den Globus wurden massiv verkauft, weil auf einmal kolportiert wurde, dass diese Unternehmen durch die Möglichkeiten, die KI den Kunden als Alternativen bieten werde, massiv unter Druck geraten und selbst dann Margendruck sehen würden, wenn sie, wie die meisten Softwarefirmen und auch SAP, KI-Funktionen in ihre Produkte einbinden. Eine ungewöhnliche Situation mit markanten Auswirkungen, denn:
Wie stark bzw. ob überhaupt KI an den Software-Firmen nagen wird, ist völlig offen. Die Ergebnisse des ersten Quartals bei SAP waren gut und lagen leicht über den Erwartungen. Die Bewertung der Aktie ist auf dem derzeitigen Niveau mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 18,6 so niedrig wie seit mindestens einem Jahrzehnt nicht mehr. Und im Gegensatz zu denen, die die „KI-Angst“ als Basis für Short-Aktivitäten nutzen, sehen die Analysten bei SAP in diesem ebenso wie in den kommenden drei Geschäftsjahren steigende Unternehmensgewinne. Die Analysten stufen SAP momentan im Schnitt klar positiv ein. Nur vier von 27 Experten sehen die Aktie als Halteposition, der Rest plädiert für „Kaufen“. Entsprechend weit liegt das durchschnittliche Analysten-Kursziel (aktuell 214 Euro) über dem derzeitigen Kurs.
Doch der Trend weist bislang eben abwärts – und das ist auch für institutionelle Investoren, die den DAX entweder unmittelbar abbilden oder ihn als Benchmark nutzen, ein Problem: Sich einfach gegen den Trend zu stemmen, würde das Risiko unnötiger Performanceverluste bedeuten, die die Anleger nicht tolerieren dürften … also schwimmt man, wenngleich vermutlich kopfschüttelnd, mit dem Strom.
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Expertenmeinung: Aber solche Quartalswenden bieten immer die Chance, einen solchen Bann zu brechen, sofern genug große Adressen mitziehen. Zuletzt hatten wir das ja bei den im ersten Quartal dahin dümpelnden Halbleiter-Aktien erlebt, die pünktlich zum Start ins zweite Quartal gekauft wurden, als gäbe es kein Morgen. Sind jetzt die Software-Titel wieder lukrativ genug, um sie „aufzuwecken“? Möglich wäre es.
Dass SAP zum Start ins Sommerquartal zulegte, andere Software-Aktien ebenso, will noch nicht viel heißen. Solche Ansätze können, wenn nicht genug Akteure auf den Zug aufspringen, auch scheitern. Aber sollte es gelingen, erste, üblicherweise von den Bären verteidigte Widerstände zu überwinden, sollte es sich lohnen, den weiteren Verlauf genauer zu beobachten.

Dass es am Mittwoch gelang, wieder in die vorherige, vor zwei Wochen unterbotene Handelsspanne zwischen 135,44 und 159,40 Euro zurückzugelangen, ist ein erster, kleiner Schritt. Ein Schlusskurs über 141 Euro und damit über der 200-Tage-Linie wäre ein weiteres, positives Indiz, welches der Aktie aus rein charttechnischer Sicht dann Spielraum bis 159,40 Euro liefern würde. Mittelfristig wieder bullisch wäre SAP erst, wenn der Kurs über das bisherige Jahresverlaufshoch bei 173,24 Euro und damit wieder in den breiten, übergeordneten Abwärtstrendkanal laufen würde, dessen obere Begrenzung derzeit bei 235 Euro verläuft. Aber es sind erste, kleine Schritte, die den Weg bereiten. Es sollte sich lohnen, die Aktie im Auge zu behalten.
Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/SAP.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 01.07.2026 um 20:49 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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