Die Rückkehr der Unruhe im Nahen Osten, ein steigender Ölpreis und abrutschende Aktienmärkte: Was hätte es mehr gebraucht, um Silber und die anderen Edelmetalle nach oben in Marsch zu setzen? Doch die Käufe blieben aus, im Gegenteil, Silber gab nach.
Seitdem Ende Januar die Blase bei den Edelmetallen mehr oder weniger drastisch geplatzt war, waren mehrere Versuche gescheitert, Silber wieder in einen dynamischen Aufwärtstrend zu überführen. Und nachdem die Karawane der Hochrisiko-Spekulanten weitergezogen war und derzeit vor allem bei den Halbleiter-Aktien aktiv ist, stellen sich die Marktteilnehmer zu Recht die Frage: Was muss passieren, damit Silber wieder zu einem Hausse-Kandidaten wird?
Hätte man sich ein Szenario aussuchen können, auf Basis dessen Silber aus seinem Dornröschenschlaf erwachen würde, hätte man vermutlich eines gewählt wie das, was sich gestern manifestiert hat: Donald Trump wirft seinen als Sieg gefeierten „Deal“ über den Haufen und setzt zugleich die Sanktionen gegen iranisches Öl wieder in Kraft. Zugleich spricht er von einem Abbruch der Handelsbeziehungen zu Spanien und lässt kein gutes Haar an der NATO. Alles Aussagen, die geopolitisch Sprengstoff bergen … und eine perfekte Steilvorlage für die Edelmetalle. Eine, die indes nicht umgesetzt wurde, wie wir im Chart sehen.

Expertenmeinung: Silber gab am Mittwoch nach. Und das, obwohl man das Kursziel der Abwärtsbewegung in Form des Oktober-2025-Hochs bei 54,25 US-Dollar pro Feinunze als erreicht hätte ansehen können, denn das Tief des Abwärtsimpulses hatte Ende Juni bei 55,62 US-Dollar gelegen.
Bereits im Vorfeld fiel auf, dass der Silberpreis an der 20-Tage-Linie abgewiesen wurde, an der bereits Mitte Juni eine Gegenreaktion nach oben endete. Was indiziert: Die bärischen Trader sind weiterhin aktiv … und effektiv. Aber bei einer solchen Nachrichtenlage hätte man sich über einen kräftigen Satz nach oben, der möglicherweise imstande gewesen wäre, den Weg freizuräumen, nicht gewundert. Alleine, er kam nicht. Was bedeutet:
Silber ist auf der Long-Seite vorerst definitiv kein Thema. Dass dieser Mittwoch den Abwärtstrend nicht im Mindesten gefährden konnte, ist bezeichnend … es geht hier nicht mehr darum, was die Aufwärtswende auslöst, sondern darum, ob sie überhaupt in absehbarer Zeit greifbar wird. Solange wir hier kein klares, bullisches Signal im Chart sehen, wären Long-Trades hoch riskant. Und dafür müsste Silber alle wichtigen gleitenden Durchschnitte und als Abschluss die übergeordnete Abwärtstrendlinie bezwingen, die derzeit bei 72 US-Dollar verläuft … ein weiter und aus aktueller Sicht auch ziemlich steiniger Weg.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 08.07.2026 um 21:47 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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