Eigentlich hätten die Investoren Gold am Freitag verkaufen müssen wie sauer Bier, nachdem jetzt angeblich in den USA wieder kräftige Zinssenkungen anstehen und der Aktienmarkt damit freie Bahn hat. Aber der Goldpreis legte zu. Und damit bleibt es hier spannend.
Eigentlich müsste man sich darüber wundern: Wenn man sich das Chartbild des Goldpreises, des S&P 500 und des Euro/US-Dollar-Kurses ab Freitagnachmittag so ansah, stellte man fest: Da passte kein Blatt dazwischen. Direkt mit Beginn der Rede des US-Notenbankchefs zum Thema US-Wirtschaftslage, Perspektiven, Risiken und Leitzinsen schossen alle drei Assets nach oben, begannen dann aber eine Stunde später mit Wassertreten – es ging seitwärts, ohne dass Käufer oder Verkäufer da dann noch Großes versucht hätten.
Aber wieso stiegen US-Aktien und Gold zugleich – ist das nicht unlogisch?
Expertenmeinung: Der Anstieg des Goldpreises war keine nennenswerte Wertung der am Aktienmarkt wahrgenommenen, gestiegenen Wahrscheinlichkeit in Kürze sinkender US-Leitzinsen und deren wirtschaftlicher Bedeutung. Dass Gold eine parallele Bewegung zum Euro/US-Dollar-Kurs vollzog, der auch die gleiche Größenordnung hatte, hieß:
Der US-Dollar ist wohl gefallen, weil man da die Wirkung naher Zinssenkungen einpreiste. Bei Gold glich man wohl nur den Wertverlust, den Gold durch den fallenden US-Dollar für internationale Investoren erlitten hätte, durch einen steigenden Goldpreis aus. Die Kursveränderung in diesem Gold in US-Dollar ausweisenden Chart war daher zwar deutlich, in anderen Währungen, z. B. in Euro, zeigte Gold am Freitag aber keine nennenswerte Veränderung.

Zwar muss ein solcher Währungs-Ausgleich nie erfolgen, kommt aber recht oft vor. Gold wurde damit also vor allem für die US-Anleger wertvoller. Was man aber nicht nur wegen dieser Ausgleichsbewegung nicht als entscheidend ansehen darf, sondern auch wegen des Chartbilds. Denn dieser etwa ein Prozent ausmachende Anstieg hat den Kurs nicht nennenswert von der Mitte seiner seit Monaten dominierenden Handelsspanne loslösen können.
Diese Range liegt zwischen 3.245 und 3.440 US-Dollar. Besonders schmal ist sie damit also nicht, aber seit Gold zu einem hochvolatilen Asset wurde, ist eine derart überschaubare Spanne nichts, das kurzfristigen Tradern allzu viel Freude bereiten würde. Da kann man zwar ein wenig Range-Trading betreiben, aber eigentlich will man, wenn man hier aktiv tradet, einen starken Trendimpuls sehen. Für den es bislang offenkundig noch nicht genug Anschub gab, aber:
Diese Handelsspanne begleitet die Akteure schon seit drei Monaten. Das macht ungeduldig. Da ist man dann, je länger nichts vorangeht, auch bereit, weniger dramatische „News“ zum Anlass zu nehmen, um hier wieder Schwung in das Edelmetall zu bekommen. Der Kesseldruck für einen Befreiungsschlag steigt also. Das Problem dabei: Argumente könnte man für beide Richtungen beibringen. Wie geht man damit um?
Vor allem mit erhöhter Vorsicht. In solchen Situationen können sich Fehlausbrüche in beide Richtungen die Klinke in die Hand geben. Irgendwann, ob beim ersten, zweiten oder x-ten Versuch, wird ein Impuls dann vorhalten und dynamisch werden. Aber welcher das sein wird, weiß man nach solchen langen Seitwärtsbewegungen nie. Daher: Wer in Ausbruchsrichtung aktiv werden wollte, sollte auf jeden Fall im Hinterkopf haben, ggf. mehrfach ansetzen zu müssen, und daher mit engen Stopps arbeiten, statt im Fall einer Schieflage zu lange auf der falschen Seite auszuharren.
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