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TecDAX Prognose TecDAX: Wenn er ausbricht … was tun?

News: Aktuelle Analyse des TecDAX Index

In diesem Artikel
TecDAX
ISIN: DE0007203275
|
Ticker: TDX --- %

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zum TecDAX

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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Der Ausbruch über einen markanten Widerstandsbereich ist normalerweise eine eindeutige Sache, nämlich klar bullisch. Sollte der TecDAX seine jetzt angesteuerten Charthürden überwinden, sollte man sich die Sache aber vielleicht nicht ganz so einfach machen.

Seit meiner letzten Analyse des TecDAX am 6. Mai hat der Index einen ersten Anlauf unternommen, die zwischen Oktober und Februar entstandene Widerstandszone zwischen 3.796 und 3.859 Punkten zu überwinden. Dort wurde er zwar abgewiesen, aber jetzt ist er erstaunlich schnell mit einem zweiten Anlauf unterwegs. Dass er dabei präzise an der 20-Tage-Linie nach oben drehte, die bereits Ende April Basis des vorherigen Aufwärtsschubes wurde, ist kein Zufall, sondern unterstreicht, dass die charttechnisch orientierten Trader hier ebenso entschlossen wie erfolgreich agieren. Aus dieser Warte heraus könnte es also etwas werden mit diesem zweiten Versuch, sich nach oben abzusetzen.

Allerdings sehen Sie im Chart auf Monatsbasis, dass die größere Hürde dann immer noch im Raum stünde … und nahe läge. Da geht es um das Ende 2021 markierte Hoch bei 4.010 Zählern, damals der höchste Kurs seit dem Platzen der Internetblase im Jahr 2000. Im vergangenen Sommer unternahmen die Bullen den Versuch, diesen Widerstand herauszunehmen, und scheiterten.

TecDAX Index: Monatschart vom 14.05.2026, Kurs 3.856,96 Punkte, Kürzel: TDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
TecDAX Index: Monatschart vom 14.05.2026, Kurs 3.856,96 Punkte, Kürzel: TDX | Quelle: TWS

Warum sollte diesmal gelingen, was zuvor schiefging? Die Gesamtsituation ist keine, in der man es sich leisten sollte, die Sache mit größeren Long-Positionen nach dem Motto „Versuch macht klug“ einfach mal laufen zu lassen. Da wäre ein genauerer Blick nötig.

Den aktuellen Kurs und Chart des TecDAX sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Expertenmeinung: Wie sich die Rahmenbedingungen darstellen, weiß jeder. Geopolitische Spannungen, Planungsunsicherheit aufgrund der unsteten US-Wirtschaftspolitik, hohe Ölpreise, nervöse Verbraucher. Jetzt könnte man sich hinstellen und argumentieren: Wenn der TecDAX trotz dieser potenziellen Bremsklötze so stark unterwegs ist, kann er auch weiterlaufen. Denn warum sollte etwas plötzlich zum Problem werden, das bislang offenbar keines war? Und sollten einige dieser negativen Aspekte vom Tisch kommen, würde er ja umso rasanter steigen. Letzteres ist theoretisch richtig, im aktuellen Fall womöglich aber nicht.

17 der 30 TecDAX-Aktien weisen in der bisherigen Jahresperformance ein Minus auf. Nur acht Aktien laufen wirklich stark, die aber so extrem, dass das reicht, um den Index trotz der vielen Verlierer höher zu ziehen. Das wäre unter zwei Voraussetzungen kein Grund, unruhig zu werden:

Entweder haussieren die Zugpferde zu Recht und hätten noch realistisches, weiteres Aufwärtspotenzial. Oder der hinterherhinkende Rest der Index-Titel hat gute Aussichten, nach oben zu drehen und dadurch ggf. sogar eine Korrektur der vorausgelaufenen Titel mehr als zu kompensieren.

Doch diese Zugpferde gehören großenteils in den Bereich der vor allem in den USA momentan ungebremst durch die Decke gehenden Halbleiter-Hersteller oder deren Zulieferer. Diese Aktien sind schon jetzt markttechnisch heiß gelaufen, zeigen eine hoch riskante, charttechnische Fahnenstange und sind ungewöhnlich teuer bewertet. In solchen Phasen, in denen ein bestimmter Sektor „gehyped“ wird, gibt es keine zwingende Begrenzung für die Dimension der Kaufwelle, klar ist aber: Man muss damit rechnen, dass das endet wie fast alle Hypes: mit einer schnellen, oft weitreichenden Korrektur. Die würde den TecDAX abfangen, egal, ob er da dann noch unter dem 2021er-Hoch bei 4.010 Punkten stünde oder darüber.

Und die Nachzügler präsentieren sich zu Recht schwächer. Denn da werden die oben genannten Belastungsfaktoren in den Rahmenbedingungen ebenso wahrgenommen und eingepreist, wie man sie bei den Halbleitern gerade ignoriert. Da die Wahrscheinlichkeit überschaubar ist, dass sich in Sachen Geopolitik und Wachstum in nächster Zeit etwas glaubhaft zum Positiven ändert, sollte man besser nicht darauf wetten, dass diese schwach daherkommende Mehrheit der TecDAX-Titel die Führung übernimmt und/oder eine Korrektur der Gipfelstürmer auffangen würde.

Fazit: Die Luft ist dünn. Davon, dass die Käufer bei ihren aktuellen Lieblingsaktien so tun, als wäre das nicht so, wird sie nicht dicker. Ein Ausbruch des TecDAX über die aktuell attackierte Widerstandszone 3.796/3.859 Punkte oder auch über die „große“ Hürde bei 4.010 Punkten hätte daher nicht die Grundlage, ein vergleichbar solides Kaufsignal zu sein wie in einem normalen Umfeld, daher:

TecDAX Index: Tageschart vom 14.05.2026, Kurs 3.856,96 Punkte, Kürzel: TDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
TecDAX Index: Tageschart vom 14.05.2026, Kurs 3.856,96 Punkte, Kürzel: TDX | Quelle: TWS

Mit einem an der die Bullen leitenden 20-Tage-Linie orientierten Stop-Loss weiter hart am Wind zu segeln, ist sicherlich machbar. Aber erst jetzt oder erst über 4.010 Punkten einzusteigen, wäre weit riskanter als in einem auch vom Umfeld her bullischen Gesamtbild!

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 14.05.2026 um 22:25 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Vorherige Analysen der TecDAX Aktie

06.05.2026

TecDAX: Hochsprung auf nur einem Bein? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 05.05.2026 um 20:58 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der TecDAX steuert mit Schwung auf das Hoch des Jahres 2021 zu, das den höchsten Kurs seit dem Platzen der Dot.Com-Blase im Jahr 2000 markierte. Aber davon abgesehen, dass jetzt eine massive Widerstandszone erreicht ist, hat die Rallye ein weiteres Problem.

Die Zwischenhochs seit Oktober 2025 bilden zwischen 3.796 bis 3.859 Punkten eine Widerstandszone. Die hat der TecDAX jetzt erreicht. Darüber warten dann die Hochs der ersten drei Quartale 2025 zwischen 3.905 und 3.995 Zählern. Und abschließend wäre da dieses 2021er-Hoch bei 4.010 Punkten. Das Hoch, vor dem der TecDAX im vergangenen Juli bei 3.995 Punkten abdrehte. Das sind nicht wenige und nicht gerade kleine Charthürden. Aber wenn kräftige Dynamik und gute Argumente Hand in Hand gehen, wäre das allemal etwas, das zu schaffen wäre. Nur ist das eben nicht so.

TecDAX: Wochenchart vom 05.05.2026, Kurs 3.804,95 Punkte, Kürzel: TDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
TecDAX: Wochenchart vom 05.05.2026, Kurs 3.804,95 Punkte, Kürzel: TDX | Quelle: TWS

Rein aus charttechnischer Sicht passt da bislang alles. Die Ende März losgetretene Rallye hatte in der zweiten Aprilhälfte eine Korrekturphase absolviert. Die führte den Index zwar kurz unter seine 200-Tage-Linie. Aber von der nächstliegenden Supportlinie aus, der kräftig nach oben laufenden 20-Tage-Linie, setzten Ende vergangener Woche kräftige Käufe ein, die nicht versickerten, sondern Anschlusskäufe sahen. Anschlusskäufe, die den TecDAX schnell wieder zurück über die 20-Tage-Linie und in den Bereich der Hochs seit letztem Oktober trugen.

Hinzu kommt, dass die markttechnischen Indikatoren, im Chart auf Tagesbasis sehen wir stellvertretend dafür den Stochastik-Oszillator, aufgrund der vorangegangenen Korrekturphase noch nicht in die überkaufte Zone eingetreten sind, so dass von dieser Warte aus ein Rückhalt da wäre, um die jetzt angesteuerte Widerstandszone mit nächstem Ziel 3.905 zu 3.995 Punkte zu überwinden. Und dann wäre es bis zum 2021er-Hoch bei 4.010 Punkten nur noch ein Katzensprung, über dem es dann erst einmal hieße: „The sky is the limit“. Aber das hieße es dann nur aus rein charttechnischer Sicht, denn in Sachen Rahmenbedingungen kocht das Wasser jetzt langsam über.

TecDAX: Tageschart vom 05.05.2026, Kurs 3.804,95 Punkte, Kürzel: TDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
TecDAX: Tageschart vom 05.05.2026, Kurs 3.804,95 Punkte, Kürzel: TDX | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Aktuell weisen nur 10 der 30 TecDAX-Aktien eine bessere Performance als der Index auf, was schon einmal unterstreicht, dass die Marktbreite der Aufwärtsbewegung nicht passt. Was aber noch problematischer ist: Unter den 10 Outperformern findet sich die komplette Abteilung „Halbleiter und Zulieferer“ des Index: Aixtron, SÜSS, Elmos, Siltronic und Infineon. Und sieht man sich an, was diese Unternehmen für das erste Quartal gemeldet haben (Infineon meldet heute), wurde da bereits ungewöhnlich viel von einer deutlich dynamischer verlaufenden Zukunft vorweggenommen, kurz: Da ist die Luft bereits äußerst dünn.

Und weitere Standbeine hat die Rallye eben nicht. Das Gros der Aktien der anderen TecDAX-Unternehmen kümmert vor sich hin, 19 der 30 Aktien weisen in der bisherigen Jahres-Performance sogar ein Minus aus. Damit versucht sich der TecDAX daran, auf nur einem Bein über diese markanten Charthürden zu springen. Wobei natürlich klar ist, dass man da immer nur mit einem Bein abspringt. Aber auf einem Bein hüpfend den nötigen Anlauf zu nehmen, das haut halt nicht hin.

Das Problem wäre gelöst, wenn der „Rest der Truppe“ im TecDAX jetzt Fahrt aufnehmen würde und damit der Staffelstab der Rallye weitergereicht würde, bevor die bisherigen Schrittmacher umkippen. Aber dafür passt das Umfeld nicht, binnenwirtschaftlich genauso wenig wie weltwirtschaftlich. Daher wäre es auf jeden Fall ratsam, sich nicht zu sicher zu sein, dass dieser Sprung über die Hürden gelingt bzw. nachhaltig würde. Diese 20-Tage-Linie, an welcher der TecDAX zuletzt scharf nach oben drehte und die damit als wichtiger Support bestätigt ist (gestern bei 3.631 Punkten und zügig steigend), wäre da eine taugliche Orientierungsbasis für einen Stop Loss Long, der greift, falls der Sprung des TecDAX danebengehen sollte.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

13.01.2026

TecDAX: Top-Start ins Börsenjahr — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.01.2026 um 22:09 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Dynamik, mit der der deutsche Aktienmarkt ins neue Jahr gestartet ist, ist beeindruckend. Und während der TecDAX 2025 unter „ferner liefen“ zu finden war, ist er diesmal ganz vorne mit dabei. Aber keine Rallye dauert ewig … das wird auch für diese gelten.

Ein Plus von knapp sechs Prozent seit dem letzten Kurs 2025, und das in nur sieben Handelstagen, da kann man wirklich nicht meckern. Der Vorschlag in der Analyse vom 18. Dezember, dass man dieses „Aschenputtel“ im Auge behalten sollte, hat sich also erst einmal als sinnvoll erwiesen. Aber auch, wenn das Bild auf charttechnischer Ebene hervorragend aussieht, sollte man sich zugleich fragen, auf welcher Basis diese Rallye entstanden ist. Doch zunächst zur Charttechnik:

TecDAX: Tages-Chart vom 12.01.2026, Kurs 3.837,50 Euro, Kürzel: TDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
TecDAX: Tages-Chart vom 12.01.2026, Kurs 3.837,50 Euro, Kürzel: TDX | Quelle: TWS

Der TecDAX hat zu Jahresbeginn gleich zwei mittelfristig bedeutsame Widerstände herausgenommen. Zum einen die obere Begrenzung des Juni-Abwärtstrendkanals, zum anderen die knapp darüber verlaufende 200-Tage-Linie. Sehr positiv ist, dass es unmittelbare Anschlusskäufe gab. Noch scheint die Zahl derer, die diesen Kurslevel bereits als ausreichend einschätzen, um Kasse zu machen, also gering zu sein. Positiv ist auch, dass der Index gleich noch das markante Zwischenhoch vom Oktober bei 3.796 Zählern überwand. Und die – nicht überraschend – überkauften markttechnischen Indikatoren auf Tagesbasis stehen einem bald möglichen bullischen Crossover der 20-Tage- über die 200-Tage-Linie gegenüber. Gelänge das, könnte das die heißgelaufene Markttechnik zumindest teilweise ausgleichen.

TecDAX: Monats-Chart vom 12.01.2026, Kurs 3.837,50 Euro, Kürzel: TDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
TecDAX: Monats-Chart vom 12.01.2026, Kurs 3.837,50 Euro, Kürzel: TDX | Quelle: TWS

Auch im langfristigen Bild präsentiert sich das Chartbild durch diesen starken Einstieg in das Börsenjahr bullisch. Die Verteidigung der wichtigen Unterstützungszone 3.394/3.490 Punkte im November nach einem erfolgreichen Test der im Monatschart schwarz abgebildeten 1.000-Tage-Linie wird jetzt nach einem eher müde verlaufenen Dezember durch eine lange, grüne Kerze von einer defensiven in eine offensive Gemengelage umgewandelt. Zumindest, sofern dieser Januar nicht nur stark startet, sondern auch stark endet. Und das ist offen genug, um auf der Hut zu bleiben.

Expertenmeinung: Denn was die Rahmenbedingungen angeht, hat sich seit dem Zwischentief des Novembers ja nichts Nennenswertes verändert. Das Wachstum bleibt schwach, die Verbraucher sind weiter sehr zurückhaltend, der starke Euro drückt auf die Margen der Exporteure, in Sachen Leitzinssenkungen muss man sich vorerst nichts mehr erhoffen und die geopolitische Lage sorgt unverändert für Verunsicherung.

Zwar hat der TecDAX den Vorteil, dass sich hier viele Aktien finden, bei denen man im Vorfeld keine großen Erwartungen eingepreist hatte, so dass deren Bewertungen im Bereich zwischen „eher günstig“ und „fair“ liegen. Aber bei dieser Rallye zogen nahezu alle TecDAX-Titel mit, gerade einmal drei liegen im bisherigen Jahresverlauf leicht im Minus … und wieder ist es die teuer bewertete und hoch spekulativ gewordene Hensoldt-Aktie, die das Zugpferd des Index stellt.

Jetzt, im Zuge dieser schon weit gelaufenen Rallye, deren „zweites Bein“ ja bereits am 18. Dezember startete, haben die Kursgewinne die Argumente, die für einen höheren TecDAX sprechen, relativiert, eben weil er jetzt einen Gutteil dessen, was er hätte nachholen können bzw. müssen, auch nachgeholt hat. Ein Anlauf an den langfristigen Widerstandsbereich 3.995/4.010 Punkte wäre zwar möglich, vielleicht auch ein wenig mehr. Aber da der „Aschenputtel-Bonus“ des Nachholbedarfs jetzt ein gutes Stück kleiner geworden ist, sollte man die Unterseite nicht aus den Augen lassen.

Eine Korrektur ist jederzeit möglich und wäre auch kein Problem … es sei denn, der Index würde dabei den Kreuzunterstützungs-Bereich 3.640/3.695 Punkte durchbrechen. Dann würde aus „bullisch“ umgehend „kritisch“.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

18.12.2025

TecDAX: Was hat er nur? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.12.2025 um 22:29 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Auch wenn das „Projekt Jahresendrallye“ am Aktienmarkt derzeit ganz allgemein wackelt, der TecDAX kommt aktuell ganz besonders schwach daher. Sieht man sich dazu einen etwas langfristigeren Chart an, stellt man fest: Das Problem besteht schon das ganze Jahr über.

TecDAX: Monats-Chart vom 17.12.2025, Kurs 3.527,72 Punkte, Kürzel: TDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
TecDAX: Monats-Chart vom 17.12.2025, Kurs 3.527,72 Punkte, Kürzel: TDX | Quelle: TWS

Das Chartbild des TecDAX ist nicht gerade motivierend für einen bullischen Anleger, egal, ob man den Index auf Tages-, Wochen- oder Monatsbasis betrachtet. Während DAX, MDAX und SDAX kurz vor dem Jahresultimo eine 2025er-Performance zwischen grob 16,7 und 21,2 Prozent vorzuweisen haben, kommt der TecDAX gerade mal auf 3,2 Prozent, gerechnet vom letzten Kurs des Jahres 2024.

TecDAX: Tages-Chart vom 17.12.2025, Kurs 3.527,72 Punkte, Kürzel: TDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
TecDAX: Tages-Chart vom 17.12.2025, Kurs 3.527,72 Punkte, Kürzel: TDX | Quelle: TWS

Und momentan sieht es nicht so aus, als würde sich an dieser relativen Schwäche zum Gesamtmarkt etwas ändern. Der Index läuft in einem mittelfristigen, zu Beginn der zweiten Hälfte 2025 etablierten Abwärtstrendkanal und ist beim letzten Aufbäumen des Gesamtmarkts nicht einmal in die Nähe von dessen oberer Begrenzungslinie gekommen, die zusammen mit der 200-Tage-Linie im Bereich 3.680/3.700 Punkte einen massiven Deckel darstellt. Und auf Monatssicht sehen wir, dass der gescheiterte Versuch, das wichtige 2021er-Hoch bei gut 4.000 Punkten zu bezwingen, einen potenziellen Käufer auch nicht motivieren dürfte, ausgerechnet jetzt zuzugreifen.

Aber der durchaus dingfest zu machende Grund, warum der TecDAX so schwach daherkommt, könnte unter bestimmten Voraussetzungen auch die Basis werden, um ihn wieder in Fahrt zu bringen. Wozu es erst einmal eine Antwort auf dieses „Warum“ in Sachen magere Performance braucht:

Expertenmeinung: Die Antwort ist eigentlich recht einfach: Dem TecDAX fehlt in Bezug auf seine Zusammensetzung, was DAX, MDAX und auch SDAX haben: Zugpferde hinsichtlich der 2025 von den Anlegern gespielten Karten „Infrastruktur/KI“ und „Verteidigung“. Während im DAX Rheinmetall, Heidelberg Materials oder Siemens Energy den Index zogen, im MDAX Aktien wie Hensoldt, Renk, thyssenkrupp, Hochtief oder Bilfinger zu Zugpferden wurden, entfällt auf den TecDAX nur Hensoldt, ansonsten steht der Index in Bezug auf diese „Hype-Bereiche“ blank da. Dass er da deutlich zurückblieb, ist also kein Wunder und auf seine Zusammensetzung zurückzuführen.

Andererseits ist damit im TecDAX eher wenig „Luft drin“, die entweichen könnte, falls aus den mit den Kursen bekanntlich oft mitsteigenden, großen Erwartungen der Anleger an die Kursraketen der anderen Indizes weniger wird als erhofft. Und hier, wo Aktien aus Branchen wie Software, Healthcare, erneuerbare Energien, Telekommunikation und Halbleiter dominieren, sind eben keine womöglich zu großen Erwartungen zu sehen, die bereits eingepreist wären. Einzelne Aktien wie SMA Solar und Nordex gehören zwar in diese Kategorie, aber der große Rest großenteils nicht. Daher sollte man den TecDAX in Bezug auf seine Chancen im Jahr 2026 nicht aus den Augen lassen.

Die guten, mittelfristigen Trades entstehen eben mehrheitlich dort, wo lange niemand zugreifen mochte, und nicht da, wo alle seit Monaten glauben, zu jedem Preis dabei sein zu müssen. Zwar sollte man das nicht als Argument dafür verstehen, in einem Abwärtstrend Long zu gehen, das ist, bis auf wenige Ausnahmen, die dann gute Argumente vorweisen müssen, immer eine schlechte Idee. Aber man sollte dieses „Aschenputtel“ im Auge behalten … mit besonderem Augenmerk auf diesen derzeit dominanten Abwärtstrendkanal.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

20.11.2025

TecDAX: Die 1.000-Tage-Linie kommt in Reichweite — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.11.2025 um 22:29 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Das von vielen Akteuren im bullischen Lager im Sommer vermutlich noch ausgeschlossene Szenario eines Tests der nach dem Corona-Crash 2020 etablierten Aufwärtstrendlinie gewinnt beim TecDAX sukzessiv an Kontur. Eine Linie könnte die Abgaben vorher stoppen …

… wenn sie denn von den Marktteilnehmern wahrgenommen wird. Normalerweise erschöpft sich der Zeithorizont bei Gleitenden Durchschnitten bei der 200-Tage-Linie. Eine Linie, die den gleitenden Durchschnitt der letzten 1.000 Handelstage abbildet, wird daher gerne übersehen.

Allerdings erinnert man sich ihrer oft, wenn es hart auf hart kommt und man sonst nichts in Reichweite hat, das man als potenzielle Unterstützung und Sprungtuch für die Bullen nutzen könnte. So hielt sie den Corona-Crash 2020 beim Nasdaq 100 auf, genauso spielte sie beim Dow Jones im Zuge des Selloffs nach Trumps Zollankündigungen Anfang April eine „tragende Rolle“. Aber hier, beim TecDAX?

TecDAX: Monats-Chart vom 19.11.2025, Kurs 3.420,99 Punkte, Kürzel: TDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
TecDAX: Monats-Chart vom 19.11.2025, Kurs 3.420,99 Punkte, Kürzel: TDX | Quelle: TWS

Sie könnte zumindest mithelfen, den Abstieg des Index aufzuhalten, denn die derzeit bei 3.325 Punkten verlaufende Linie, die Sie im Chart auf Monatsbasis sehen, ist Teil einer breiten, jetzt angesteuerten Unterstützungszone mit der 2020er-Aufwärtstrendlinie bei 3.110 Punkten als untere Begrenzung und dem Hoch des Frühjahrs 2024 bei 3.490 Punkten auf der Oberseite.

TecDAX: Tages-Chart vom 19.11.2025, Kurs 3.420,99 Punkte, Kürzel: TDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
TecDAX: Tages-Chart vom 19.11.2025, Kurs 3.420,99 Punkte, Kürzel: TDX | Quelle: TWS

Und vielleicht kommt ihre Rolle auch gar nicht zum Tragen, denn im Chart auf Tagesbasis sehen wir, dass der TecDAX jetzt die untere Begrenzung des seit Anfang des 2. Halbjahrs laufenden Abwärtstrendkanals erreicht hat. Aber ob das alleine die Kurse zu drehen vermag?

Expertenmeinung: Sich blind darauf zu verlassen, wäre zweifelsohne riskant. Denn der Index hat jetzt fast den gesamten Jahresgewinn abgegeben. Bei 3.417 Punkten beendete er das Jahr 2024, jetzt sind gerade mal noch vier Punkte Kursplus übrig … und das eher knapp vor dem Jahresende. Das ist für die Anleger natürlich, nachdem das erste Halbjahr so tadellos lief, eine große Enttäuschung. Eine, die viele eher abschrecken könnte, in einem aktuell ja völlig intakten Abwärtstrend entschlossen dagegenzuhalten … immer vorausgesetzt, die Barreserve würde das überhaupt zulassen.

Daher kann die 1.000-Tage-Linie den Abstieg stoppen, diese gesamte Supportzone zwischen 3.110 und 3.490 Punkten, deren Teil sie ist, als Auffangkissen dienen. Aber die Stimmung am Gesamtmarkt ist derzeit nun einmal trübe, fallende Kurse sind eben keine Motivation für die Käufer. Und ohne Käufe fallen die Kurse weiter. Ein Aufwärtsschwenk, auch einer, der tragfähig ist, kann zwar trotzdem jederzeit kommen. Aber in dieser Gemengelage wäre es der sicherere Weg, nicht zu versuchen, irgendwie ein Tief zu erwischen, das man nicht vorhersagen kann, sondern zu warten, bis sich wirklich solide Käufe zeigen. Zumindest das Verlaufshoch der Vorwoche bei 3.609 Punkten und damit dann auch die darunter liegende 20-Tage-Linie sollte man überboten sehen, bevor man über die Long-Seite nachdenkt.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

22.10.2025

TecDAX: Gekommen, um zu bleiben? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Topp vollendet, 200-Tage-Linie gebrochen: Im Spätsommer sah die Perspektive für den TecDAX alles andere als rosig aus. Das hat sich jetzt binnen weniger Tage geändert. Die Käufer tauchten auf, wo es darauf ankam. Aber sind sie auch gekommen, um zu bleiben?

Das Chartbild sieht zumindest tadellos aus. Anfang Oktober hatte sich der TecDAX schon einmal von der durch das Zwischentief von Mitte September entstandenen mittelfristigen Aufwärtstrendlinie nach oben orientiert. Er schaffte es über die 200-Tage-Linie, blieb dann aber mangels Anschlusskäufen liegen. Durch Trumps neue Drohungen gegen China landete der Index dann erneut auf dieser Linie. Tagelang kam der TecDAX nicht von der Linie los, am Freitag wäre sie um ein Haar gefallen. Doch am Montag kam die „Kavallerie“:

TecDAX: Chart vom 21.10.2025, Kurs 3.789,96 Punkte, Kürzel: TDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
TecDAX: Chart vom 21.10.2025, Kurs 3.789,96 Punkte, Kürzel: TDX | Quelle: TWS

Die Käufer zogen den Index nicht nur von der Aufwärtstrendlinie weg, sondern schafften in einem Aufwasch den Rebreak über die 200-Tage-Linie. Und im Gegensatz zum Monatsanfang kamen gestern umgehend Anschlusskäufe, die dafür sorgten, dass die Hochs von Anfang Oktober auch noch überwunden wurden. Das wäre eine ideale Ausgangsbasis für eine Fortsetzung des Impulses in die Region 3.950/4.000 Punkte und damit an das bisherige Jahreshoch. Kommt es so?

Expertenmeinung: Die Chance dafür ist jetzt zwar größer. Aber selbst die Formulierung „ziemlich sicher“ wäre in dieser Gemengelage gewagt. Denn erstens hängt noch Halloween über den Märkten wie ein Damoklesschwert. Nicht wegen des Festes an sich, sondern weil da der APEC-Gipfel in Südkorea beginnt und man derzeit darauf hofft, dass sich Donald Trump und Xi Jinping dort nicht nur treffen, sondern auch entscheidende Hebel in Richtung Ende des Zollkonflikts umlegen. Da dieser Gipfel auch am 1.11. weitergeht und wir dadurch mit möglichen Wegweisungen ins Wochenende rutschen, wird der Start in den November eine Wundertüte. Und das dürfte denen, die in den vergangenen zwei Tagen beim TecDAX zugelangt haben, klar sein.

Zweitens kommen die Quartalsbilanzen jetzt auf den Tisch. Die US-Mega-Caps starten gerade, die meisten im TecDAX notierten Unternehmen kommen in den nächsten Wochen.

Drittens weiß man erst im Nachhinein, ob diejenigen, die am Montag an der Trendlinie eingestiegen sind, größere Ziele hegen oder einfach nur aktiv wurden, um zu verhindern, dass große Long-Positionen in ihren Depots in Schieflage geraten. Ob das aggressive Käufe mit der Aussicht auf mehr waren oder nur Rettungskäufe, muss sich in den kommenden Tagen also erst zeigen … und auch dann wäre das mit Blick auf diesen APEC-Gipfel und die anstehenden Bilanzzahlen ein Impuls, der jederzeit abgebrochen werden könnte. Also?

Also würde es sich anbieten, die Sache trotz perfektem Chartbild mit Vorsicht zu genießen. Solange die April-Aufwärtstrendlinie nicht klar gebrochen wurde, ist Long zweifellos die „richtige“ Seite. Short wäre sogar erst dann eine taugliche Idee, wenn der Index weiter unter das September-Verlaufstief rutschen würde. Aber das Risiko, dass die Bullen jederzeit wieder das Feld räumen, ist angesichts der anstehenden Daten und Nachrichten eben hoch.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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