Skip to main content
DAX
SX5E
SPX
NDX
EUR.USD
MDAX
TDX
INDU
Bitte wählen Sie:

Dow Jones Prognose Dow Jones: Ist das jetzt der Befreiungsschlag oder nicht?

News: Aktuelle Analyse des Dow Jones Index

In diesem Artikel
Dow Jones
ISIN: US2605661048
|
Ticker: INDU --- %

--- Punkte
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zum Dow Jones

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).

Der S&P 500 tat es, der Nasdaq 100 tat es, sogar der Russell 2000 tat es: Alle diese Indizes erreichten seit Beginn der Kaufwelle Anfang April neue Hochs. Nur das Index-Flaggschiff Dow Jones nicht. Jetzt hat der Dow nachgezogen … aber kann man diesem Braten trauen?

Eigentlich sollte die Choreographie für die Bullen funktionieren. Am vergangenen Donnerstag hatte sich der Dow Jones Index in Startposition für einen Ausbruchsversuch gebracht. Am Freitag überbot er dann das bisherige Verlaufshoch, das am 10. Februar bei 50.513 Punkten markiert wurde. Vor einem langen Wochenende (gestern war wegen „Memorial Day“ geschlossen) … das war ein psychologisch idealer Zeitpunkt. Und dann kam ja am Samstag die Kunde von Mr. Trump, eine Einigung mit dem Iran sei gelungen, es müssten nur noch ein paar Details konkretisiert werden, die werde man dann in Kürze nachreichen.

Dow Jones: Tages-Chart vom 22.05.2026, Kurs 50.596,49 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Tages-Chart vom 22.05.2026, Kurs 50.596,49 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Das führte dazu, dass der Ölpreis, der Dreh- und Angelpunkt der Befindlichkeit der US-Konsumenten, deutlich zurückkam. Zwar nicht unter das Zwischentief vom 17. April, als schon einmal ein unmittelbar bevorstehendes Ende des Konflikts verkündet wurde, aber immerhin. Und so lagen die außerbörslichen Kurse für den Dow Jones am Montagabend gegen 20 Uhr bei etwas über 51.000 Punkten, was hieße:

Aus einem bis dahin auf Schlusskursbasis reichlich knappen Ausbruch über das vorherige Hoch könnte ein signifikanter Ausbruch werden, der zudem auch noch durch das Argument eines Endes des Iran-Kriegs unterfüttert wäre. So weit das Szenario, das für die Bullen ideal wäre. Doch die Sache hat Haken:

Den aktuellen Kurs und Chart des Dow Jones sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Expertenmeinung: Erstens hatte der US-Präsident seine eigene Aussage vom Samstag gleich am Sonntag relativiert, als er erklärte, er habe seine Verhandler angewiesen, nicht zu schnell vorzupreschen, weil eine solche Vereinbarung nicht mal eben schnell binnen 72 Stunden sauber hinzubekommen sei. Da kommt dann wieder der Dauer-Spruch auf, den man aus der US-Regierung hört, wenn etwas nicht vorangeht: Es muss nicht schnell gehen, wichtig ist nur, dass es gut wird. Schön. Nur könnte sich den Anlegern dadurch eine Frage stellen, die sich zwar in diesen außerbörslichen Taxen des Montagabends nicht niedergeschlagen hat, es aber im regulären Handel heute tun könnte:

Was, wenn sich herausstellt, dass die von Mr. Trump verkündete, prinzipiell gelungene Einigung noch keineswegs so weit ist wie behauptet? Was, wenn sie zwar kurzfristig vollzogen wird, aber einen für die USA weniger vorteilhaften als erhofften „Deal“ bedeuten würde? Und was, wenn sich zu viele die Frage stellen, was denn jetzt besser für die US-Wirtschaft sein soll als vor dem Angriff Ende Februar? Denn würde man zu dem Schluss kommen, dass die Antwort „gar nichts“ lauten müsste, darf man sich auch fragen, was der US-Aktienmarkt, der Dow ebenso wie die anderen Indizes, dann auf einem deutlich höheren Niveau wie zuvor verloren hätte.

Damit steht die Sache für die Bullen aus aktueller Sicht nicht auf soliden Füßen, sondern balanciert auf einem Bein … aber:

Dieses eine Bein hat immerhin dazu geführt, dass die anderen wichtigen US-Indizes längst neue Hochs erreicht hatten: zum einen der KI-Hype an sich, zum anderen sein Ableger in Form der noch einiges drastischeren Kaufwelle bei den Halbleiter-Aktien. Wiederum aber:

Diese Kaufwelle hat bereits Züge erreicht, die andeuten, dass das Ende dieser Fahnenstange jederzeit kommen und die Sache in eine überaus scharfe Korrektur einmünden kann. Nur könnte niemand vorhersagen, wann genau das passieren würde. Also?

Sollte der Dow Jones heute weiter ordentlich Boden gutmachen, wäre der Ausbruch zumindest charttechnisch einwandfrei. Zugleich hätten die markttechnischen Indikatoren noch Luft, bevor sie heiß laufen. Und manch einer dürfte nach oben blicken und feststellen: Im Anfang 2020 etablierten Aufwärtstrendkanal hätte der Index derzeit Luft bis 53.500 Punkte, bevor die obere Begrenzung erreicht würde (siehe der Chart auf Wochenbasis).

Dow Jones: Wochen-Chart vom 22.05.2026, Kurs 50.596,49 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Wochen-Chart vom 22.05.2026, Kurs 50.596,49 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Ob es so läuft, wird davon abhängen, ob das Thema Iran wirklich in den kommenden Tagen vom Tisch kommt, ob die Halbleiter-Hausse weitergeht oder, wenn nicht, andere, zuletzt auch und gerade wegen der hohen Ölpreise gedrückte Branchen im Fall eines „Deals“ mit dem Iran die Hausse übernehmen. Nichts davon ist sicher, nichts davon ist auszuschließen.

Fazit: Einfach blind zu unterstellen, dass die Sache nicht als Bullenfalle endet, wäre fatal leichtsinnig. Dagegenzuhalten, sprich davon auszugehen, dass der Ausbruch schiefgeht, aber ebenfalls. Die Sache mit Vorsicht anzugehen, bestehende Positionen jetzt enger abzusichern, indem man seine Stop Loss nachzieht und Zukäufe vom Kursverhalten der kommenden Tage abhängig zu machen, dürfte der vernünftigste Weg sein, mit diesem bislang nur „halbgaren“ Befreiungsschlag umzugehen.

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 25.05.2026 um 21:32 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Margin Konto – Handeln mit höchster Flexibilität

Mit einem Margin Konto können Sie zum Beispiel mit Hebel handeln und Ihre Trading-Strategien durch Leerverkäufe oder den Einsatz von Optionen und Futures diversifizieren.

Entdecken Sie jetzt die umfangreichen Handelsmöglichkeiten, die Ihnen dieser Kontotyp bietet: Margin Konto

Loading ...
Alle Börsenblick Artikel

Vorherige Analysen der Dow Jones Aktie

19.03.2026

Dow Jones: Ist die relative Stabilität wirklich ein gutes Zeichen? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 18.03.2026 um 21:16 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Wenn man sich ansieht, wie deutlich der Dow Jones auf den „Zoll-Schock“ im Frühjahr 2025 reagierte oder wie erheblich die Verluste im Jahr 2022 als Reaktion auf starke Inflation und höhere Leitzinsen ausfielen, wirkt er aktuell verblüffend stabil. Aber ist das automatisch gut?

Dow Jones Index: Monatschart vom 18.03.2026, Kurs 46.225,15 Punkte, Kürzel: INDU | Online Broker LYNX
Dow Jones Index: Monatschart vom 18.03.2026, Kurs 46.225,15 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

„Good News“ finden sich dieser Tage für die Wall Street-Bullen eher selten. Gerade erst gestern überraschten die US-Erzeugerpreise des Februars unangenehm. Die Veränderung zum Vormonat fiel weit höher aus als gedacht. Und mit einer Jahresveränderung von 3,4 Prozent in der Gesamt- und von 3,9 Prozent in der Kernrate kommt man um den Eindruck, dass die Inflation wieder ein akutes Thema wird, nicht herum. Vor allem, weil die deutlich gestiegenen Energiepreise für die Februar-Daten noch gar keine Rolle spielen konnten, deren Anstieg begann ja erst Anfang März.

Und auch die US-Notenbank hilft derzeit nicht, wobei der Umstand, dass die „Fed“ gestern den Leitzins nicht senkte, nicht unerwartet kam und auch nicht das Problem ist. Das Problem ist die Lage an sich. Zwar präsentierten sich die aktualisierten Prognosen zu Wachstum (Prognose +2,4 Prozent für 2026 nach +2,3 Prozent in der Prognose vom Dezember), Inflation (für 2026 +2,7 nach zuvor +2,4 Prozent) und Arbeitslosenrate (4,4 Prozent, zum Dezember unverändert) nicht unbedingt negativ. Aber die Projektion des Leitzinses für Ende 2026 blieb bei 3,1 Prozent, was weiterhin nur eine kleine Senkung um ein Viertelprozent avisiert. Und das ist in Sachen Wachstum unerfreulich … und damit letzten Endes auch für den Aktienmarkt ein Klotz am Bein.

Denn der schwächer werdende Arbeitsmarkt und ein im vierten Quartal viel geringer als gedacht ausgefallenes Wachstum der Wirtschaft könnten niedrigere Zinsen durchaus gut gebrauchen. Aber das geht eben nicht so einfach, weil man andererseits eine zu hohe Inflation mit Potenzial auf noch höhere Levels hat. Eine Zwickmühle, die man beim Dow Jones nicht wirklich sehen kann, denn was der bislang zeigt, ist nur eine relativ normal wirkende Korrektur. Ein gutes Omen?

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

09.02.2026

Dow Jones: Eine „Flucht nach vorne“ mit Erfolgschance? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 07.02.2026 um 18:59 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Wochenlang mäanderte das US-Index-Flaggschiff Dow Jones unterhalb der magischen Marke von 50.000 Punkten seitwärts, blieb aber immer in Schlagdistanz zu einem Ausbruch. Der ist am Freitag endlich gelungen. Was indes stutzig macht, sind Zeitpunkt und Umfeld.

Würde der Februar jetzt enden, hätte der Dow Jones zehn Monate in Folge mit Gewinn beendet, was äußerst selten vorkommt. Aber wenn das Umfeld passt, wenn die Wirtschaft in ihrer ganzen Breite wächst und das Konsumumfeld positiv ist – warum nicht? Das Problem ist, dass das Umfeld eben nicht passt.

Dow Jones: Tages-Chart vom 06.02.2026, Kurs 50.115,67 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Tages-Chart vom 06.02.2026, Kurs 50.115,67 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Das Wirtschaftswachstum ist vor allem deswegen ungewöhnlich stark, weil da die massiven Investitionen großer US-Unternehmen in die KI mit hineinfließen, obgleich völlig offen ist, ob das am Ende mehr Geld einbringen wird, als es gekostet hat … und wenn, wann es so weit wäre. Der US-Arbeitsmarkt zeigt Warnsignale und generiert deutlich zu wenig neue Jobs. Und das Argument des Freitags, dass die da vorgelegten neuesten Daten zum von der Universität von Michigan erhobenen Verbrauchervertrauen eine markante Verbesserung bei der Konsumneigung der US-Bürger ausweisen würde, ist eines, das nicht viel taugt, denn:

Expertenmeinung: Dieser Index des Verbrauchervertrauens hat sich zwar gegenüber der letzten Veröffentlichung vor zwei Wochen etwas erholt, bleibt aber auf einem äußerst schwachen Level. Zudem markierte das vom Conference Board ermittelte US-Verbrauchervertrauen Ende Januar den tiefsten Stand seit zwölf Jahren und lag damit sogar unter dem zu Beginn der Corona-Phase ausgebildeten Tief. Von US-Konsumenten in Kauflaune kann also keine Rede sein. Trotzdem sind es derzeit die Aktien aus den „klassischen“ Branchen, die den Dow Jones höher ziehen:

Spitzenreiter ist Caterpillar, gefolgt von Honeywell, Chevron, Walmart, Amgen und Johnson & Johnson. Die in den Vorjahren als Zugpferd dienenden Tech-Aktien hingegen sehen schlecht aus: Unter den vier stärksten Verlierern seit der Jahreswende sind mit Salesforce, Microsoft und Amazon drei Tech-Titel. Weswegen der Nasdaq 100 auch noch kein neues Hoch erzielt hat, der Dow Jones schon. Kann das gutgehen, eine Hausse bei Aktien, die von einem breiten Wachstum der US-Wirtschaft profitieren würden, das so aber gar nicht existiert?

Auf Dauer nicht, aber was konkret „auf Dauer“ sein würde, weiß man nie im Voraus. Das Ganze sieht zwar sehr nach einer „Flucht nach vorne“ durch das bullische Lager aus, indem man Kapital aus den abdrehenden Favoriten des Vorjahres in Aktien umschichtet, die man zuletzt weniger im Blick hatte, und dadurch neue Dynamik generiert. Aber diese neue Dynamik in Form eines Anstiegs über diese „magische Marke“ von 50.000 Punkten könnte psychologisch durchaus so stark wirken, dass viele Anleger ihre Besorgnis über die Gesamtlage und/oder die insgesamt untypisch teure Bewertung des US-Aktienmarkts erst einmal wieder einmotten und mitziehen.

Die kommenden Tage werden da entscheidend. Sollte der Dow Jones in den kommenden zwei, drei Tagen wieder nennenswert unter 50.000 und damit in die vorherige Handelsspanne zwischen 48.428 und 49.653 Zählern zurückfallen, brennt hier etwas an. Hält er sich aber über dieser vorherigen „Schiebezone“, könnte diese Hausse, ob sachlich solide unterfüttert oder nicht, tatsächlich weitergehen … sofern den Bullen nicht unverhoffte, negative Nachrichten den Teppich unter den Füßen wegziehen.

Dow Jones: Monats-Chart vom 06.02.2026, Kurs 50.115,67 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Monats-Chart vom 06.02.2026, Kurs 50.115,67 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

12.01.2026

Dow Jones: Die 50.000 ist mehr als nur eine psychologische Marke — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 11.01.2026 um 13:45 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Ein Prozent fehlt noch, dann hätte das US-Index-Flaggschiff Dow Jones mit der 50.000 eine Marke mit unglaublicher Symbolkraft erreicht. Aber diese runde Marke ist nicht nur psychologisch relevant, hier finden sich auch charttechnische Hürden.

Irgendwie ist das schon bemerkenswert: Im Januar 2018 war Donald Trump knapp ein Jahr im Amt, als der Dow Jones erstmals die 25.000 Punkte-Marke überbot. Heute sitzt er in seiner zweiten Amtszeit erneut knapp ein Jahr im Weißen Haus … und der Dow Jones steuert auf eine Verdoppelung und damit auf eine Marke zu, die noch deutlich mehr Symbolkraft hat. 50.000 Punkte … das klingt gewaltig. Und ist es auch, wenn man sich ansieht, dass der Index damals, Anfang 2018, ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 22,4 auswies und jetzt eines von 25,5. Nicht nur der Dow Jones notiert hoch, auch seine Bewertung ist es.

Was indes kein zwingendes Hindernis für weitere Kurssteigerungen sein muss, solange genug Marktteilnehmer davon überzeugt sind, dass starkes Gewinnwachstum im neuen Jahr diese Bewertung schon drücken wird. Und auch, wenn erfahrene Investoren wissen, dass Leitzinssenkungen dahingehend kein Allheilmittel sind und ein von der US-Notenbank zuletzt prognostiziertes Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent für 2026 zumindest nicht gerade üppig wäre: Solange die vielen Anleger, die wenig bis gar kein Basiswissen mitbringen, durch sukzessiv neue Rekorde am Aktienmarkt bei Laune gehalten werden, könnte die Hausse weitergehen, an und über die 50.000 hinaus. Vorausgesetzt …

Expertenmeinung: … dass weiterhin so viel frisches Sparer-Kapital zufließt, dass auch große Adressen, auch und gerade die Hedgefonds, keine sinnvolle Basis sehen, Warnsignale, die sie registrieren, tatsächlich in größere Verkäufe oder gar in einen Switch auf die Short-Seite umzusetzen. Denn solche Warnsignale gibt es, über die Bewertung und das eher instabile wirtschaftliche Umfeld mit einem wackligen Arbeitsmarkt und einer düsteren Verbraucherstimmung hinaus, auch im Chartbild. Denn die 50.000 könnte man nicht nur rein von ihrer Dimension her als Ziel und damit als Ausstiegslevel einordnen, sondern auch seitens der Charttechnik.

Dow Jones: Tages-Chart vom 09.01.2026, Kurs 49.504,07 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Tages-Chart vom 09.01.2026, Kurs 49.504,07 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Wir sehen im Chart auf Tagesbasis, dass der Dow Jones nahe der oberen Begrenzungslinie eines im Mai etablierten Aufwärtstrendkanals angekommen ist. Diese Linie kreuzt die 50.000 im Verlauf dieser Woche. Würde er deutlicher darüber hinauslaufen, wäre das ein „Overshooting“, welches das Rückschlagrisiko erhöhen würde, zumal das dann auch mit einem überkauften Level der Markttechnik einhergehen dürfte. Darüber hinaus hat der Index auch die obere Begrenzungslinie des mittelfristigen, im Herbst 2022 etablierten Aufwärtstrendkanals erreicht bzw. leicht überboten; eine Linie, an der er im Oktober und November abgedreht hatte.

Aber all das sind Aspekte, die den Dow nur bremsen, wenn genug Akteure sie sehen und wirklich ernst nehmen würden. Zuletzt hat das Gros der Marktteilnehmer immer wieder Warnsignale ignoriert, daher wäre es zumindest keine allzu große Überraschung, wenn man diese zusätzliche Relevanz der 50.000er-Marke großenteils gar nicht wahrnehmen und somit auch nicht darauf reagieren würde.

Runde Marken wie diese werden oft eher zäh überwunden. Es könnte, wenn es läuft wie in früheren Jahren, durchaus ein paar Wochen dauern, bis der Index die 50.000 deutlicher unter sich lässt … immer vorausgesetzt, dass nichts passiert, das die derzeitige Sorglosigkeit in Angst verwandeln würde. Aber dass diese „magische Marke“ erreicht und überboten würde, wäre realistisch. Wichtig wäre nur eines: Gegen den Trend zu agieren ist nie eine gute Idee … Aber in einem solchen, nahezu als „überreif“ einzustufenden Trend ohne konsequente Absicherung auf der Unterseite mitzulaufen, wäre kaum weniger riskant. Konsequente, sukzessiv nachgezogene Stoppkurse wären hier jetzt zwingend!

Dow Jones: Wochen-Chart vom 09.01.2026, Kurs 49.504,07 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Wochen-Chart vom 09.01.2026, Kurs 49.504,07 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

15.12.2025

Dow Jones: Bis Jahresende ran an die „magische Marke“? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.12.2025 um 13:12 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Im Mai 2024 überbot der Dow Jones erstmals die 40.000-Punkte-Marke. Jetzt klopfen die Trader bereits an die magische Marke von 50.000. Bis auf 2,3 Prozent war der Index am Freitag an die Linie herangekommen. Das müsste doch bis zum Jahresultimo ein Klacks sein?

Solange der Ausbruch über das November-Hoch (48.432 Punkte) nicht zur Bullenfalle wird, was dann der Fall wäre, wenn das US-Index-Flaggschiff umgehend deutlich weiter abrutscht, wäre das tatsächlich denkbar.

Dow Jones: Tages-Chart vom 12.12.2025, Kurs 48.458,05 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Tages-Chart vom 12.12.2025, Kurs 48.458,05 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Denn wenn Anleger erst einmal von der psychologischen Sogwirkung einer derart plakativ wirkenden, runden Marke wie der 50.000 erfasst wurden, überlagert dieses Gefühl des Gipfelsturms gerne mal andere, weniger positive Aspekte. Das Problem könnte in diesem Fall indes sein:

Es sind ziemlich viele weniger positive Aspekte. Und das fängt schon bei der Charttechnik an. Denn ja, der Ausbruch über das November-Hoch ist erfolgt und wurde mit dem Minus des Freitags bislang nur konsolidiert. Zieht der Dow Jones umgehend wieder an, wäre das ein den Ausbruch bestätigender Pullback.

Dow Jones: Wochen-Chart vom 12.12.2025, Kurs 48.458,05 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Wochen-Chart vom 12.12.2025, Kurs 48.458,05 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Doch schaut man hinüber zum Chart auf Wochenbasis, fällt auf, dass der Index mit diesem neuen Hoch leicht über die obere Begrenzung des 2022er-Aufwärtstrendkanals lief und mit dem Freitags-Closing dann an, aber nicht über dieser Begrenzungslinie geschlossen hat. Und der erste Versuch, sich da nach oben hinaus abzusetzen, der im November erfolgte, der ging schief. Nichts, worüber man sich Sorgen machen müsste, wäre das Umfeld bullisch. Aber das ist es ja – womöglich – nicht.

Expertenmeinung: Das Wort „womöglich“ taucht deswegen da auf, wo es normalerweise keinen Platz hätte, weil man nüchtern betrachtet nicht weiß, wie es um die US-Konjunktur bestellt ist. Solange keine Nachrichten als gute Nachrichten angesehen werden, kann man sogar eine im Vorfeld erwartete und nicht einmal einstimmig erfolgte Zinssenkung der US-Notenbank feiern, als wäre die ein Durchbruch hin zu noch besseren Zeiten. Aber die Zeit ohne Konjunkturdaten endet.

In Kürze sollen immerhin die US-Arbeitsmarktdaten für November kommen. Wie es mit den vorherigen Zahlen aussieht, ist nicht ganz sicher, vermutlich werden zumindest die Oktober-Daten nie kommen. Auch in Sachen Inflation fehlt zu viel, um sich ein klares Bild machen zu können. Aber dass die US-Notenbank letzten Mittwoch als Eigenprojektion nur eine kleine 0,25-Prozent-Senkung für 2026 sieht, sollte klar machen: Die Gemengelage ist knifflig. Und dazu kommen Entscheidungen, die, wenn sie erst einmal auf dem Tisch liegen, Risiken bergen:

Zwar mögen einige darauf setzen, dass Donald Trumps Wahl als Nachfolger für „Fed“-Chef Powell umgehend massiv die Leitzinsen senkt und damit die Zeit des billigen Geldes zurückbringt – beide von ihm genannten Kandidaten würden ihm da wahrscheinlich folgen. Aber Aussagen, nach denen Trump wünscht, dass sich der zukünftige Notenbankchef vor Entscheidungen mit ihm abstimmt, sollten eigentlich eine gelinde Panik auslösen: Das hieße das Ende der Unabhängigkeit der US-Notenbank. Zumal damit klar würde: Die Verschuldung, ob bei Regierung, Kommunen, Unternehmen oder Privathaushalten, würde noch mehr aus dem Ruder laufen, als es jetzt schon der Fall ist. Kurzfristig für Aktien womöglich bullisch, nur: Genau genommen hat man das ja jetzt schon vorweg eingepreist.

Der Gipfelsturm des Dow Jones an und ggf. sogar über die „magische“ 50.000-Punkte-Marke ist daher einer, der womöglich auf einer Leiter vonstattengeht, die keine Sprossen hat. Dass man das schlicht nicht weiß, weil über den wichtigsten Daten der Nebel der Shutdown-Folgen liegt, macht die Sache nicht besser, denn der wird sich zwangsläufig in den kommenden Wochen lichten.

Das muss den weiterhin intakten Aufwärtstrend nicht brechen, keine Frage. Aber man täte gut daran, immer im Hinterkopf zu haben, dass diese so ungewöhnlich hohe Unsicherheit über die Lage das jederzeit bewirken könnte – ob unter, an oder über der 50.000er-Marke, würde dann keine Rolle spielen. Fazit: Der Dow ist bullisch, weist aber ein ungewöhnlich hohes Risiko für plötzliche Abwärtsimpulse auf.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

12.11.2025

Dow Jones: Hopp oder Topp … das ewige Spiel mit den „Big Figures“ — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 11.11.2025 um 23:17 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Obwohl „runde Marken“ bei Indizes faktisch keine Bedeutung haben können, weil ganz andere Aspekte über Wohl und Wehe eines Trends entscheiden sollten, werden sie immer wieder zum Ankerpunkt kurzfristiger Hopp-oder-Topp-Aktionen. Auch und gerade beim Dow Jones.

Der langfristige Chart des Dow Jones ist logarithmisch skaliert, so dass die Bewegungen prozentual immer optisch vergleichbar bleiben. Was sofort deutlich macht: Der seit April laufende Aufwärtstrendimpuls gehört zu einer übergeordneten Hausse, die nicht nur bereits seit 2009 läuft, sondern von der Reichweite her schon ganz andere Aufwärtsbewegungen gesehen hat.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

30.10.2025

Dow Jones: Heute gilt’s! — Ronald Gehrt

13.10.2025

Dow Jones: Die 45.000 müssen halten, sonst … — Ronald Gehrt

15.09.2025

Dow Jones: 50.000 Punkte – nur ein Bullen-Traum? — Ronald Gehrt

25.08.2025

Dow Jones: Ihr wollt es … ihr bekommt es — Ronald Gehrt

08.08.2025

Dow Jones: So etwas sieht man eher selten — Ronald Gehrt

28.07.2025

Dow Jones Index: Alles wie immer, zumindest im Chartbild — Ronald Gehrt

21.07.2025

US-Wirtschaft kurz vor Kipppunkt – mitten im Börsenrausch? — Tobias Krieg

02.07.2025

Dow Jones: Wird hier gerade rotiert oder werden die Dollars knapp? — Ronald Gehrt

12.06.2025

Dow Jones: Hier ging gestern ein kleines, rotes Lämpchen an — Ronald Gehrt