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Dow Jones Prognose Dow Jones: Ist die relative Stabilität wirklich ein gutes Zeichen?

News: Aktuelle Analyse des Dow Jones Index

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen des Dow Jones Index

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 07.02.2026 um 18:59 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Wochenlang mäanderte das US-Index-Flaggschiff Dow Jones unterhalb der magischen Marke von 50.000 Punkten seitwärts, blieb aber immer in Schlagdistanz zu einem Ausbruch. Der ist am Freitag endlich gelungen. Was indes stutzig macht, sind Zeitpunkt und Umfeld.

Würde der Februar jetzt enden, hätte der Dow Jones zehn Monate in Folge mit Gewinn beendet, was äußerst selten vorkommt. Aber wenn das Umfeld passt, wenn die Wirtschaft in ihrer ganzen Breite wächst und das Konsumumfeld positiv ist – warum nicht? Das Problem ist, dass das Umfeld eben nicht passt.

Dow Jones: Tages-Chart vom 06.02.2026, Kurs 50.115,67 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Tages-Chart vom 06.02.2026, Kurs 50.115,67 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Das Wirtschaftswachstum ist vor allem deswegen ungewöhnlich stark, weil da die massiven Investitionen großer US-Unternehmen in die KI mit hineinfließen, obgleich völlig offen ist, ob das am Ende mehr Geld einbringen wird, als es gekostet hat … und wenn, wann es so weit wäre. Der US-Arbeitsmarkt zeigt Warnsignale und generiert deutlich zu wenig neue Jobs. Und das Argument des Freitags, dass die da vorgelegten neuesten Daten zum von der Universität von Michigan erhobenen Verbrauchervertrauen eine markante Verbesserung bei der Konsumneigung der US-Bürger ausweisen würde, ist eines, das nicht viel taugt, denn:

Expertenmeinung: Dieser Index des Verbrauchervertrauens hat sich zwar gegenüber der letzten Veröffentlichung vor zwei Wochen etwas erholt, bleibt aber auf einem äußerst schwachen Level. Zudem markierte das vom Conference Board ermittelte US-Verbrauchervertrauen Ende Januar den tiefsten Stand seit zwölf Jahren und lag damit sogar unter dem zu Beginn der Corona-Phase ausgebildeten Tief. Von US-Konsumenten in Kauflaune kann also keine Rede sein. Trotzdem sind es derzeit die Aktien aus den „klassischen“ Branchen, die den Dow Jones höher ziehen:

Spitzenreiter ist Caterpillar, gefolgt von Honeywell, Chevron, Walmart, Amgen und Johnson & Johnson. Die in den Vorjahren als Zugpferd dienenden Tech-Aktien hingegen sehen schlecht aus: Unter den vier stärksten Verlierern seit der Jahreswende sind mit Salesforce, Microsoft und Amazon drei Tech-Titel. Weswegen der Nasdaq 100 auch noch kein neues Hoch erzielt hat, der Dow Jones schon. Kann das gutgehen, eine Hausse bei Aktien, die von einem breiten Wachstum der US-Wirtschaft profitieren würden, das so aber gar nicht existiert?

Auf Dauer nicht, aber was konkret „auf Dauer“ sein würde, weiß man nie im Voraus. Das Ganze sieht zwar sehr nach einer „Flucht nach vorne“ durch das bullische Lager aus, indem man Kapital aus den abdrehenden Favoriten des Vorjahres in Aktien umschichtet, die man zuletzt weniger im Blick hatte, und dadurch neue Dynamik generiert. Aber diese neue Dynamik in Form eines Anstiegs über diese „magische Marke“ von 50.000 Punkten könnte psychologisch durchaus so stark wirken, dass viele Anleger ihre Besorgnis über die Gesamtlage und/oder die insgesamt untypisch teure Bewertung des US-Aktienmarkts erst einmal wieder einmotten und mitziehen.

Die kommenden Tage werden da entscheidend. Sollte der Dow Jones in den kommenden zwei, drei Tagen wieder nennenswert unter 50.000 und damit in die vorherige Handelsspanne zwischen 48.428 und 49.653 Zählern zurückfallen, brennt hier etwas an. Hält er sich aber über dieser vorherigen „Schiebezone“, könnte diese Hausse, ob sachlich solide unterfüttert oder nicht, tatsächlich weitergehen … sofern den Bullen nicht unverhoffte, negative Nachrichten den Teppich unter den Füßen wegziehen.

Dow Jones: Monats-Chart vom 06.02.2026, Kurs 50.115,67 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Monats-Chart vom 06.02.2026, Kurs 50.115,67 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 11.01.2026 um 13:45 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Ein Prozent fehlt noch, dann hätte das US-Index-Flaggschiff Dow Jones mit der 50.000 eine Marke mit unglaublicher Symbolkraft erreicht. Aber diese runde Marke ist nicht nur psychologisch relevant, hier finden sich auch charttechnische Hürden.

Irgendwie ist das schon bemerkenswert: Im Januar 2018 war Donald Trump knapp ein Jahr im Amt, als der Dow Jones erstmals die 25.000 Punkte-Marke überbot. Heute sitzt er in seiner zweiten Amtszeit erneut knapp ein Jahr im Weißen Haus … und der Dow Jones steuert auf eine Verdoppelung und damit auf eine Marke zu, die noch deutlich mehr Symbolkraft hat. 50.000 Punkte … das klingt gewaltig. Und ist es auch, wenn man sich ansieht, dass der Index damals, Anfang 2018, ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 22,4 auswies und jetzt eines von 25,5. Nicht nur der Dow Jones notiert hoch, auch seine Bewertung ist es.

Was indes kein zwingendes Hindernis für weitere Kurssteigerungen sein muss, solange genug Marktteilnehmer davon überzeugt sind, dass starkes Gewinnwachstum im neuen Jahr diese Bewertung schon drücken wird. Und auch, wenn erfahrene Investoren wissen, dass Leitzinssenkungen dahingehend kein Allheilmittel sind und ein von der US-Notenbank zuletzt prognostiziertes Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent für 2026 zumindest nicht gerade üppig wäre: Solange die vielen Anleger, die wenig bis gar kein Basiswissen mitbringen, durch sukzessiv neue Rekorde am Aktienmarkt bei Laune gehalten werden, könnte die Hausse weitergehen, an und über die 50.000 hinaus. Vorausgesetzt …

Expertenmeinung: … dass weiterhin so viel frisches Sparer-Kapital zufließt, dass auch große Adressen, auch und gerade die Hedgefonds, keine sinnvolle Basis sehen, Warnsignale, die sie registrieren, tatsächlich in größere Verkäufe oder gar in einen Switch auf die Short-Seite umzusetzen. Denn solche Warnsignale gibt es, über die Bewertung und das eher instabile wirtschaftliche Umfeld mit einem wackligen Arbeitsmarkt und einer düsteren Verbraucherstimmung hinaus, auch im Chartbild. Denn die 50.000 könnte man nicht nur rein von ihrer Dimension her als Ziel und damit als Ausstiegslevel einordnen, sondern auch seitens der Charttechnik.

Dow Jones: Tages-Chart vom 09.01.2026, Kurs 49.504,07 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Tages-Chart vom 09.01.2026, Kurs 49.504,07 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Wir sehen im Chart auf Tagesbasis, dass der Dow Jones nahe der oberen Begrenzungslinie eines im Mai etablierten Aufwärtstrendkanals angekommen ist. Diese Linie kreuzt die 50.000 im Verlauf dieser Woche. Würde er deutlicher darüber hinauslaufen, wäre das ein „Overshooting“, welches das Rückschlagrisiko erhöhen würde, zumal das dann auch mit einem überkauften Level der Markttechnik einhergehen dürfte. Darüber hinaus hat der Index auch die obere Begrenzungslinie des mittelfristigen, im Herbst 2022 etablierten Aufwärtstrendkanals erreicht bzw. leicht überboten; eine Linie, an der er im Oktober und November abgedreht hatte.

Aber all das sind Aspekte, die den Dow nur bremsen, wenn genug Akteure sie sehen und wirklich ernst nehmen würden. Zuletzt hat das Gros der Marktteilnehmer immer wieder Warnsignale ignoriert, daher wäre es zumindest keine allzu große Überraschung, wenn man diese zusätzliche Relevanz der 50.000er-Marke großenteils gar nicht wahrnehmen und somit auch nicht darauf reagieren würde.

Runde Marken wie diese werden oft eher zäh überwunden. Es könnte, wenn es läuft wie in früheren Jahren, durchaus ein paar Wochen dauern, bis der Index die 50.000 deutlicher unter sich lässt … immer vorausgesetzt, dass nichts passiert, das die derzeitige Sorglosigkeit in Angst verwandeln würde. Aber dass diese „magische Marke“ erreicht und überboten würde, wäre realistisch. Wichtig wäre nur eines: Gegen den Trend zu agieren ist nie eine gute Idee … Aber in einem solchen, nahezu als „überreif“ einzustufenden Trend ohne konsequente Absicherung auf der Unterseite mitzulaufen, wäre kaum weniger riskant. Konsequente, sukzessiv nachgezogene Stoppkurse wären hier jetzt zwingend!

Dow Jones: Wochen-Chart vom 09.01.2026, Kurs 49.504,07 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Wochen-Chart vom 09.01.2026, Kurs 49.504,07 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.12.2025 um 13:12 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Im Mai 2024 überbot der Dow Jones erstmals die 40.000-Punkte-Marke. Jetzt klopfen die Trader bereits an die magische Marke von 50.000. Bis auf 2,3 Prozent war der Index am Freitag an die Linie herangekommen. Das müsste doch bis zum Jahresultimo ein Klacks sein?

Solange der Ausbruch über das November-Hoch (48.432 Punkte) nicht zur Bullenfalle wird, was dann der Fall wäre, wenn das US-Index-Flaggschiff umgehend deutlich weiter abrutscht, wäre das tatsächlich denkbar.

Dow Jones: Tages-Chart vom 12.12.2025, Kurs 48.458,05 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Tages-Chart vom 12.12.2025, Kurs 48.458,05 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Denn wenn Anleger erst einmal von der psychologischen Sogwirkung einer derart plakativ wirkenden, runden Marke wie der 50.000 erfasst wurden, überlagert dieses Gefühl des Gipfelsturms gerne mal andere, weniger positive Aspekte. Das Problem könnte in diesem Fall indes sein:

Es sind ziemlich viele weniger positive Aspekte. Und das fängt schon bei der Charttechnik an. Denn ja, der Ausbruch über das November-Hoch ist erfolgt und wurde mit dem Minus des Freitags bislang nur konsolidiert. Zieht der Dow Jones umgehend wieder an, wäre das ein den Ausbruch bestätigender Pullback.

Dow Jones: Wochen-Chart vom 12.12.2025, Kurs 48.458,05 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Wochen-Chart vom 12.12.2025, Kurs 48.458,05 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Doch schaut man hinüber zum Chart auf Wochenbasis, fällt auf, dass der Index mit diesem neuen Hoch leicht über die obere Begrenzung des 2022er-Aufwärtstrendkanals lief und mit dem Freitags-Closing dann an, aber nicht über dieser Begrenzungslinie geschlossen hat. Und der erste Versuch, sich da nach oben hinaus abzusetzen, der im November erfolgte, der ging schief. Nichts, worüber man sich Sorgen machen müsste, wäre das Umfeld bullisch. Aber das ist es ja – womöglich – nicht.

Expertenmeinung: Das Wort „womöglich“ taucht deswegen da auf, wo es normalerweise keinen Platz hätte, weil man nüchtern betrachtet nicht weiß, wie es um die US-Konjunktur bestellt ist. Solange keine Nachrichten als gute Nachrichten angesehen werden, kann man sogar eine im Vorfeld erwartete und nicht einmal einstimmig erfolgte Zinssenkung der US-Notenbank feiern, als wäre die ein Durchbruch hin zu noch besseren Zeiten. Aber die Zeit ohne Konjunkturdaten endet.

In Kürze sollen immerhin die US-Arbeitsmarktdaten für November kommen. Wie es mit den vorherigen Zahlen aussieht, ist nicht ganz sicher, vermutlich werden zumindest die Oktober-Daten nie kommen. Auch in Sachen Inflation fehlt zu viel, um sich ein klares Bild machen zu können. Aber dass die US-Notenbank letzten Mittwoch als Eigenprojektion nur eine kleine 0,25-Prozent-Senkung für 2026 sieht, sollte klar machen: Die Gemengelage ist knifflig. Und dazu kommen Entscheidungen, die, wenn sie erst einmal auf dem Tisch liegen, Risiken bergen:

Zwar mögen einige darauf setzen, dass Donald Trumps Wahl als Nachfolger für „Fed“-Chef Powell umgehend massiv die Leitzinsen senkt und damit die Zeit des billigen Geldes zurückbringt – beide von ihm genannten Kandidaten würden ihm da wahrscheinlich folgen. Aber Aussagen, nach denen Trump wünscht, dass sich der zukünftige Notenbankchef vor Entscheidungen mit ihm abstimmt, sollten eigentlich eine gelinde Panik auslösen: Das hieße das Ende der Unabhängigkeit der US-Notenbank. Zumal damit klar würde: Die Verschuldung, ob bei Regierung, Kommunen, Unternehmen oder Privathaushalten, würde noch mehr aus dem Ruder laufen, als es jetzt schon der Fall ist. Kurzfristig für Aktien womöglich bullisch, nur: Genau genommen hat man das ja jetzt schon vorweg eingepreist.

Der Gipfelsturm des Dow Jones an und ggf. sogar über die „magische“ 50.000-Punkte-Marke ist daher einer, der womöglich auf einer Leiter vonstattengeht, die keine Sprossen hat. Dass man das schlicht nicht weiß, weil über den wichtigsten Daten der Nebel der Shutdown-Folgen liegt, macht die Sache nicht besser, denn der wird sich zwangsläufig in den kommenden Wochen lichten.

Das muss den weiterhin intakten Aufwärtstrend nicht brechen, keine Frage. Aber man täte gut daran, immer im Hinterkopf zu haben, dass diese so ungewöhnlich hohe Unsicherheit über die Lage das jederzeit bewirken könnte – ob unter, an oder über der 50.000er-Marke, würde dann keine Rolle spielen. Fazit: Der Dow ist bullisch, weist aber ein ungewöhnlich hohes Risiko für plötzliche Abwärtsimpulse auf.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 11.11.2025 um 23:17 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Obwohl „runde Marken“ bei Indizes faktisch keine Bedeutung haben können, weil ganz andere Aspekte über Wohl und Wehe eines Trends entscheiden sollten, werden sie immer wieder zum Ankerpunkt kurzfristiger Hopp-oder-Topp-Aktionen. Auch und gerade beim Dow Jones.

Der langfristige Chart des Dow Jones ist logarithmisch skaliert, so dass die Bewegungen prozentual immer optisch vergleichbar bleiben. Was sofort deutlich macht: Der seit April laufende Aufwärtstrendimpuls gehört zu einer übergeordneten Hausse, die nicht nur bereits seit 2009 läuft, sondern von der Reichweite her schon ganz andere Aufwärtsbewegungen gesehen hat.

Grundsätzlich, rein vom Blick auf die Vergangenheit, wäre ein Run an (und aus Sicht der Bullen natürlich idealerweise über) die runde Marke von 50.000 Punkten denkbar.

Dow Jones: Monats-Chart vom 11.11.2025, Kurs 47.927,96 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Monats-Chart vom 11.11.2025, Kurs 47.927,96 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Zwar gäbe es eine ganze Liste von Argumenten dafür, dass der Dow-Jones-Index bereits jetzt höher steht, als er rational betrachtet stehen dürfte. Aber eine rationale, emotionslose Einschätzung der Lage ist an der so sehr von Emotionen dominierten Börse eben die Ausnahme. Das bullische Lager bohrt durchaus kein dünnes Brett, wenn es sich sagt:
Solange es uns gelingt, den Aufwärtstrend aufrechtzuerhalten, werden die normalen Anleger einfach immer weiter kaufen. Selbst, wenn dort das Geld knapp wird, ließe sich durch eine Verlagerung in höher gehebelte Derivate noch allerhand nach oben erreichen. Und gelingt es, neue, runde Marken zu überwinden, taucht das US-Index-Flaggschiff sofort in den Schlagzeilen auf, was üblicherweise kurstreibend wirkt. Aber das Spiel folgt gewissen Regeln:

Expertenmeinung: Um diese runden Marken muss erst einmal ein bisschen Gewese veranstaltet werden. Der Langfrist-Chart zeigt beispielsweise, dass der Dow an der 30.000er- ebenso wie an der 40.000er-Marke erst einmal stoppte, um sie später, wenn die Gewinnmitnahmen abgearbeitet sind und der überkaufte Level der Markttechnik abgebaut ist, nachhaltig zu überwinden. Dass dieses „Stoppen“ vor der 30.000 deutlich heftiger ausfiel als gedacht, lag an Corona. Trotzdem, am Ende hielt die Bullen auch das nicht auf. Und dass der Dow Jones im April die im Monatschart dick blau hervorgehobene 1.000-Tage-Linie testete und wieder einmal verteidigte, ist ein gutes Fundament: Das hatte schon in früheren Jahren neuen Schwung gebracht, wie der Chart zeigt.

Aber jede 1.000er-Marke will eigens „erklommen“ sein. Bei 47.000 Punkten zuckte der Index Anfang Oktober erst einmal zurück, Ende Oktober lief es bei der 48.000 genauso. Bis 48.041 Punkte ging es, dann kam ein kleiner Rücksetzer … und jetzt wäre der Index wieder dran, sprungbereit, diese Marke mit Ziel 50.000 im Sturm zu nehmen. Im zweiten Anlauf eine runde Marke zu nehmen, generiert den Eindruck von Stabilität. Es wirkt, als würde man die Sache mit Bedacht und langsam angehen. Zumindest für diejenigen, die sich um die zu geringe Marktbreite der Hausse und die untypisch hohe Bewertung nicht scheren, entweder, weil es ihnen egal ist oder weil sie davon nichts wissen.

Was es auch braucht, ist einen Anlass. Den soll das Ende des Shutdowns liefern. Dass die Rückkehr zum Status quo eigentlich kein Argument für neue Hochs am Aktienmarkt ist, vor allem, weil man nicht behaupten könnte, dass der rekordlange Shutdown in irgendeiner Weise vorher den Markt gedrückt hätte: Sei’s drum, das irritiert die Wenigsten. Nur schiefgehen darf das eben nicht. Hopp oder Topp ist immer, auch wenn es meistens zugunsten der Bullen ausgeht, ein gewagtes Spiel. Und dies hier, das ist gewagt.

Denn noch ist, Stand Dienstagabend, nicht absolut sicher, dass der Shutdown noch diese Woche endet. Und vor allem ist völlig offen, was wir dann an Konjunkturdaten zu sehen bekommen. Das bullische Lager mag die internen Berechnungen von Goldman Sachs ignorieren, die zu dem Schluss kamen, dass der US-Arbeitsmarkt im Oktober womöglich um die 50.000 Arbeitsstellen verloren hat, was die übelste Entwicklung seit 2020 wäre. Aber die ausstehenden Zahlen des US-Arbeitsministeriums für September und Oktober werden kommen, zudem die erste Berechnung des US-Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal. Derzeit tradet man auf Basis der Arbeitsmarktdaten von August und der Wachstumszahlen per Ende Juni.

Es muss daher klar sein, dass auch ein zunächst perfektes Gelingen dieses üblichen „Runde-Marken-Spiels“ mit einem Ausbruch über 48.000 und einem sofortigen Test der 50.000 am Ende schiefgehen kann, falls die dann nachgelieferten Konjunkturdaten übel ausfallen. Ob sich dann ausreichend viele Anleger mit einem „macht nichts, jetzt läuft ja wieder alles“ abspeisen lassen, ist eher fraglich.

Wer hier Long ist, sollte vor allem auf das Tagestief des vergangenen Freitags bei 46.495 Punkten achten. Sollte diese Marke fallen, wäre das bereits ein ziemlich kritisches Signal.

Dow Jones: Tages-Chart vom 11.11.2025, Kurs 47.927,96 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Tages-Chart vom 11.11.2025, Kurs 47.927,96 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS
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Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 29.10.2025 um 22:48 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die US-Notenbank senkte den Leitzins wie erwartet, aber die Aussagen des Notenbankchefs fielen nicht so aus, wie viele sich das wohl vorgestellt hatten. Microsoft, Meta und Alphabet kamen mit Zahlen, die Reaktion war gemischt. Aber was wirklich zählt, kommt erst jetzt.

Man ist auf dem Höhepunkt der „Earnings Season“, der Phase der Quartalsbilanzen. Dass nachbörslich die Zahlen von Alphabet mit Käufen und von Meta mit Abgaben quittiert wurden, ist nicht das Problem des Dow Jones – beide sind da nicht notiert. Anders sieht das mit Microsoft aus, die eine Stunde nach der Vorlage der Ergebnisse gut zweieinhalb Prozent im Minus notierte. Vor Handelsbeginn waren bereits Zahlen von Caterpillar mit kräftigem Kaufinteresse und von Boeing mit Verkäufen honoriert worden. Eine richtige Richtung, in die die Reaktionen auf die Bilanzen gehen würden, hat sich da noch nicht etabliert.

Was auch für die Frage gilt, was man in Bezug auf die Notenbank denken und tun soll. Wie erwartet hatte die „Fed“ den Leitzins erneut um 0,25 Prozent gesenkt. Die Abwägung der Chancen und Risiken brachte US-Notenbankchef Powell aber dazu, davor zu warnen, eine weitere, unmittelbar im Dezember folgende Zinssenkung als ausgemachte Sache anzusehen. Das sorgte dafür, dass eine Rallye, wie man sie oft nach Notenbanksitzungen sieht, ausblieb. Aber ein echter Selloff kam eben auch nicht – immerhin hatte er einen weiteren Zinsschritt ja auch nicht ausgeschlossen.

Trotz all dieser Daten und Informationen, die grundsätzlich immense Kursbewegungen hätten auslösen können, ging das US-Index-Flaggschiff mit einem moderaten Minus von 0,16 Prozent aus dem Handel. Hatten sich die „News“ also gegenseitig neutralisiert?

Expertenmeinung: Das kann zwar so sein, ist aber nicht entscheidend. Denn dass man relativ moderat reagierte, ist allein deswegen noch keine Wertung der Gesamtsituation bzw. der unmittelbaren Perspektiven, weil ein weitaus wichtigerer Termin, der Notenbankpolitik und Unternehmensgewinne gleichermaßen in neue Richtungen lenken kann, erst heute ansteht: das Zusammentreffen von Xi Jinping und Donald Trump.

Da man in Südkorea, wo das Treffen stattfinden soll, Europa acht Stunden voraus ist und das Treffen gegen 3 Uhr nachts unserer Zeit beginnen soll, können Statements bereits vorliegen oder zumindest kurz bevorstehen, wenn der Handel hier in Europa beginnt. Für die US-Trader gilt: Wenn sie in den Donnerstagshandel starten, wird klar sein, was dieses Gespräch gebracht hat. Und nur, wenn auch diese offene Frage so beantwortet würde, dass man mit einer deutlichen Beruhigung im Handelskonflikt rechnen darf, wäre erreichbar, wovon vermutlich alle bullischen Trader als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum träumen: ein Dow-Jones-Index an bzw. über der „magischen“ Marke von 50.000 Punkten.

Weit ist es bis dorthin nicht mehr. Aber alles, was der Dow Jones seit dem April-Tief zugelegt hat, basiert auf der Erwartung, dass die US-Wirtschaft allen Widrigkeiten zum Trotz stur und zügig weiterwächst und das Thema der Zölle zügig und für die USA vorteilhaft gelöst wird. Jetzt reden die „Bosse“ miteinander … da könnte im Idealfall binnen Stunden viel vereinbart werden, woran die Verhandler zuvor über Monate gescheitert sind. Aber es könnte eben auch darauf hinauslaufen, dass da außer blumigen Sprüchen und dem festen Willen, sich in Bälde erneut zu treffen, nichts herauskommt. Und das wäre für eine Rallye, die bereits so weit geführt hat und der man angesichts der beiden Dojis am Dienstag und Mittwoch ansieht, dass sie frischen Wind bräuchte, gefährlich.

Dow Jones: Tages-Chart vom 29.10.2025, Kurs 47.632,0 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Tages-Chart vom 29.10.2025, Kurs 47.632,0 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Die 50.000 sind denkbar, keine Frage. Aber achten Sie auf die 50-Tage-Linie, im Chart auf Tagesbasis blau markiert. Sie ist seit dem Frühjahr der Leitstrahl der Bullen. Zweimal wurde sie bereits getestet, im August und zuletzt Mitte Oktober. Wenn diese Linie einem erneuten Test nicht standhalten sollte, wäre das ein Signal, das stark genug sein könnte, um auf der Long-Seite die Beine in die Hand zu nehmen.

Dow Jones: Wochen-Chart vom 29.10.2025, Kurs 47.632,0 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Wochen-Chart vom 29.10.2025, Kurs 47.632,0 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS
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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.